Verleihe einem Foto eine neue Perspektive, indem du in Adobe Photoshop den Vordergrund vom Hintergrund trennst und dann in Adobe After Effects per 3D-Kamera einen Parallaxeneffekt hinzufügst.
Schüler betrachtet auf einem Computer in der Bibliothek eine alte Fotografie mehrerer Personen.

Was du benötigst

Die Beispieldatei enthält Adobe Stock-Elemente, mit denen du die Schritte dieses Tutorials nachvollziehen kannst. Wenn du die Beispieldatei anderweitig verwenden möchtest, kannst du sie bei Adobe Stock lizenzieren. In der ReadMe-Datei in diesem Ordner findest du die Bedingungen für die Verwendung dieser Beispieldatei.

Um einem normalen Foto realistische Tiefe zu verleihen, verwendest du am besten ein hochauflösendes Bild mit klar definierten Elementen, die sich in Photoshop leicht in eine Vordergrundebene und eine Hintergrundebene unterteilen lassen. So kannst du im Arbeitsbereich „Auswählen und maskieren“ (Auswahl > Auswählen und maskieren) Personen im Vordergrund isolieren, Objekte mit der inhaltsbasierten Füllung entfernen und das Foto mit dem Ausbessern-Werkzeug, dem Kopierstempel oder dem Bereichsreparatur-Pinsel retuschieren. Ziel ist es, Objekte im Vordergrund zu isolieren und genügend Elemente aus einem oder mehreren Fotos griffbereit zu haben, um einen überzeugenden Hintergrund zu erstellen. In unserem Beispiel verwenden wir ein weiteres Foto, das die fehlenden Bereiche des Gebäudes liefert.

Arbeitsbereich „Auswählen und maskieren“ in Adobe Photoshop mit einer Personengruppe, die vom Hintergrund isoliert wurde.

Öffne Adobe After Effects. Importiere die Photoshop-Datei mit mehreren Ebenen als Komposition, und akzeptiere unter den Ebenenoptionen die Standardeinstellung „Editierbare Ebenenstile“. Drücke Befehl+N bzw. Strg+N, um das Dialogfeld „Kompositionseinstellungen“ zu öffnen. Ändere die Größe, sodass die Komposition kleiner als das Foto ist. Ziehe alle Ebenen aus der importierten PSD-Datei in die neue Komposition. Die Hintergrundebene befindet sich an unterster Stelle. Für den nächsten Schritt müssen alle Ebenen in der Zeitleiste ausgewählt sein. Drücke die Taste „S“, um sie gemeinsam zu skalieren, bis sie optimal in den sichtbaren Bereich des Fensters „Komposition“ passen. (Falls nötig, kannst du sie mit der Taste „P“ auch neu positionieren.) Zum Schluss klicke auf das Symbol „3D-Ebene“, um alle Ebenen in 3D-Ebenen umzuwandeln.

Vorder- und Hintergrundebene, die als neue Komposition in Adobe After Effects importiert wurden. Option „3D-Ebene“ aktiviert.

Für eine Parallaxenanimation muss ein Abstand zwischen den 3D-Ebenen auf der Z-Achse erzeugt werden. Beginne mit der obersten Ebene. Drücke die Taste „P“, und positioniere die Ebene auf der Z-Achse (z < 0) näher in deine Richtung. Drücke dann die Taste „S“, und skaliere die Ebene herunter auf die normale Größe. Positioniere die Hintergrundebene auf der Z-Achse weiter nach hinten (z > 0). Skaliere die Ebene dann nach oben. Alle Ebenen dazwischen können an ihrer Position bleiben oder je nach Szene leicht nach vorn oder hinten verschoben werden. Das Ergebnis sollte fast genauso aussehen wie das ursprüngliche Bild, mit dem Unterschied, dass nun ein Abstand zwischen den Ebenen besteht. 

Zeitleiste mit den Änderungen an Z-Achsenposition und Skalierung der Vordergrund- und der Hintergrundebene.

Die Position der einzelnen Ebenen auf der Z-Achse richtet sich nach dem relativen Abstand zwischen den Objekten in der ursprünglichen Szene bei Aufnahme der Fotografie. Um die Aufnahme zu replizieren, erstelle eine Kameraebene (Ebene > Neu > Kamera). Wähle im Dialogfeld „Kameraeinstellungen“ für „Typ“ die Option „1-Knoten-Kamera“ und als Vorgabe eine passende Brennweite für das Foto.

Dialogfeld „Kameraeinstellungen“. Der „Typ“ wurde auf „1-Knoten-Kamera“ und die „Vorgabe“ auf „35 mm“ gesetzt.

Positioniere die neue Kameraebene an oberster Stelle auf der Zeitleiste. Damit du dir eine genaue Vorstellung von den relativen Positionen der Ebenen machen und besser verstehen kannst, wie sich die Kamerabewegungen auf die finale Parallaxenanimation auswirken, klicke unten im Kompositionsfenster auf das Menü für das Ansichten-Layout und wähle „2 Ansichten“. Setze eine Ansicht auf „Eigene Ansicht 1“ und die andere auf „Aktive Kamera“.

Das Kompositionsfenster mit den Ansichten „Eigene Ansicht 1“ und „Aktive Kamera“ nebeneinander.

Um den Parallaxeneffekt zu erstellen, animiere die Kamera im dreidimensionalen Raum. Erweitere für die Kameraebene die Optionen unter „Transformieren“. Setze Keyframes für „Position“ und „Ausrichtung“ sowie andere Eigenschaften, die sich im Zeitverlauf ändern sollen. 

Zeitleiste mit Keyframes für die Kamerabewegung. Kompositionsfenster zeigt Pfad der Kamerabewegung im dreidimensionalen Raum.

Entstehen beim Experimentierten unerwünschte Kamerabewegungen, so kannst du diese mit Befehl+Z bzw. Strg+Z jederzeit rückgängig machen. Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, kannst du Beschleunigung (Easing) zu den Keyframes hinzufügen. Klicke bei gedrückter Befehlstaste bzw. Strg-Taste auf einen Keyframe, um den zeitlichen Ablauf mit „Bézier, automatisch“ (Kreis) flüssiger wirken zu lassen.

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09/16/2021

Adobe Stock-Anbieter: blantiag, maho, Rawpixel.com

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