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Beim Dimensionieren der Umgebung für eine Adobe Experience Manager (AEM) Assets-Implementierung gilt es sicherzustellen, dass hinsichtlich Festplatte, CPU, Arbeitsspeicher, I/O und Netzwerkdurchsatz genügend Ressourcen verfügbar sind. Zur Dimensionierung dieser Ressourcen muss bekannt sein, wie viele Assets in das System geladen werden. Wenn keine bessere Metrik verfügbar ist, können Sie die Größe der vorhandenen Bibliothek durch das Alter der Bibliothek dividieren, um die Rate zu ermitteln, mit der Assets erstellt werden.

Festplatte

Datenspeicher

Ein häufiger Fehler bei der Dimensionierung des erforderlichen Festplattenspeichers für eine Assets-Implementierung besteht darin, die Berechnungen auf der Größe der in das System aufzunehmenden Rohbilder basieren zu lassen. Standardmäßig erstellt AEM zum Rendering der AEM-Benutzeroberflächenelemente drei Wiedergaben zusätzlich zum Originalbild. In vorherigen Implementierungen haben sich diese Wiedergaben als doppelt so groß wie die aufgenommenen Assets herausgestellt.

Die meisten Benutzer definieren benutzerdefinierte Wiedergaben neben den standardmäßig verfügbaren Wiedergaben. Zusätzlich zu den Wiedergaben können Sie mit AEM Assets Unter-Assets aus gängigen Dateitypen wie InDesign und Illustrator extrahieren.

Schließlich sorgen die AEM-Versionierungsfunktionen dafür, dass Duplikate der Assets im Versionsverlauf gespeichert werden. Sie können die Versionen so konfigurieren, dass Bereinigungen häufig durchgeführt werden. Jedoch entscheiden sich viele Benutzer für eine längere Aufbewahrung der Versionen im System, wodurch zusätzlicher Speicherplatz belegt wird.

Angesichts dieser Faktoren benötigen Sie eine Methodik für eine ausreichend genaue Berechnung des Speicherplatzes, um Benutzer-Assets aufbewahren zu können.

  1. Bestimmen Sie die Größe und die Anzahl der Assets, die in das System geladen werden.

  2. Beschaffen Sie sich eine repräsentative Stichprobe der Assets, die in AEM hochgeladen werden sollen. Wenn Sie beispielsweise PSD-, JPG-, AI- und PDF-Dateien in das System laden möchten, benötigen Sie mehrere Beispielbilder für jedes Dateiformat. Außerdem sollten diese Stichproben repräsentativ für die verschiedenen Dateigrößen und die Komplexität der Bilder sein.

  3. Definieren Sie die zu verwendenden Wiedergaben.

  4. Erstellen Sie die Wiedergaben in AEM mit ImageMagick oder den Creative Cloud-Anwendungen von Adobe. Erstellen Sie neben den von den Benutzern angegebenen Wiedergaben sofort einsetzbare Standardwiedergaben. Für Benutzer, die Scene7 implementieren, können Sie mithilfe der IC-Binärdatei die in AEM zu speichernden PTIFF-Wiedergaben generieren.

  5. Wenn Sie die Verwendung von Unter-Assets beabsichtigen, generieren Sie diese für die entsprechenden Dateitypen. Informationen zum Generieren von Unter-Asset-Seiten aus InDesign-Dateien oder PNG-/PDF-Dateien aus Illustrator-Ebenen finden Sie in der entsprechenden Onlinedokumentation.

  6. Vergleichen Sie die Größe der Ausgabebilder, Wiedergaben und Unter-Assets mit den Originalbildern. So können Sie den erwarteten Wachstumsfaktor beim Laden des Systems generieren. Wenn Sie z. B. Wiedergaben und Unter-Assets mit einer kombinierten Größe von 3 GB nach der Verarbeitung von 1 GB an Assets erzeugen, lautet der Wiedergabe-Wachstumsfaktor 3.

  7. Ermitteln Sie, wie lange die einzelnen Asset-Versionen maximal im System aufbewahrt werden sollen.

  8. Ermitteln Sie, wie oft vorhandene Assets im System geändert werden. Wenn AEM als Collaboration-Hub in kreativen Workflows dient, gibt es viele Änderungen. Wenn nur fertiggestellte Assets in das System hochgeladen werden, ist diese Zahl wesentlich niedriger.

  9. Ermitteln Sie, wie viele Assets jeden Monat in das System geladen werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, bestimmen Sie die Anzahl der aktuell verfügbaren Assets und dividieren Sie diese Zahl durch das Alter des ältesten Assets, um einen ungefähren Wert zu berechnen.

Mit den Schritten 1–9 können Sie Folgendes ermitteln:

  • Rohgröße der zu ladenden Assets
  • Anzahl der zu ladenden Assets
  • Wiedergabe-Wachstumsfaktor
  • Anzahl der Asset-Änderungen pro Monat
  • Anzahl der Monate für die Aufbewahrung von Asset-Versionen
  • Anzahl der neu geladenen Assets pro Monat
  • Wachstumsjahre, für die Speicher reserviert werden muss

Sie können diese Zahlen in der Tabelle zur Netzwerkdimensionierung angeben, um den Gesamtspeicherbedarf für den Datenspeicher zu ermitteln. Zudem lässt sich so nützlicherweise feststellen, wie sich die Aufbewahrung von Asset-Versionen oder die Änderung von Assets in AEM auf das Festplattenwachstum auswirkt.

Die in das Tool aufgefüllten Beispieldaten zeigen, wie wichtig die Ausführung der genannten Schritte ist. Wenn Sie den Datenspeicher allein basierend auf dem Ladevorgang der Rohbilder (1 TB) bemessen, ist eine Unterbewertung der Repositorygröße um dem Faktor 15 möglich.

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Freigegebene Datenspeicher

Für große Datenspeicher können Sie einen freigegebenen Datenspeicher implementieren, und zwar entweder über einen gemeinsam genutzten Dateidatenspeicher auf einem Netzlaufwerk oder über einen S3-Datenspeicher. In diesem Fall müssen einzelne Instanzen keine Kopie der Binärdateien aufbewahren. Außerdem unterstützt ein freigegebener Datenspeicher Binaryless-Replikationen und reduziert die Bandbreite zum Replizieren von Assets in Veröffentlichungsumgebungen oder Abladeinstanzen.

Nutzungsszenarios

Der Datenspeicher kann gemeinsam von primärer und Standby-Autoreninstanz genutzt werden, um den zeitlichen Aufwand zum Aktualisieren der Standby-Instanz mit Änderungen der primären Instanz zu minimieren. Adobe empfiehlt die gemeinsame Nutzung des Datenspeichers zwischen primärer Autoreninstanz und Ablade-Autoreninstanzen, um Mehraufwand bei der Workflow-Abladung zu reduzieren. Sie können den Datenspeicher zudem zwischen Autor- und Veröffentlichungsinstanzen freigeben, um den Traffic während der Replikation zu minimieren.

Nachteile

Aufgrund gewisser Fallstricke wird die Freigabe eines Datenspeichers nicht in allen Fällen empfohlen.

Single Point of Failure

Mit einem freigegebenen Datenspeicher entsteht ein Single Point of Failure in einer Infrastruktur. Stellen Sie sich ein Szenario vor, bei dem Ihr System eine Autoreninstanz und zwei Veröffentlichungsinstanzen aufweist, jeweils mit einem eigenen Datenspeicher. Stürzt einer der Datenspeicher ab, können die beiden anderen nach wie vor ausgeführt werden. Wenn der Datenspeicher jedoch gemeinsam genutzt wird, kann der Ausfall einer einzigen Festplatte die gesamte Infrastruktur zum Erliegen bringen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie eine Sicherung des freigegebenen Datenspeichers aufbewahren, über die Sie den Datenspeicher schnell wiederherstellen können.

Den AWS S3-Dienst für freigegebene Datenspeicher bereitzustellen, wird vorgezogen, weil hierdurch die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls gegenüber normalen Festplattenarchitekturen deutlich reduziert wird.

Höhere Komplexität

Freigegebene Datenspeicher erhöhen ebenfalls die Komplexität solcher Vorgänge, etwa der automatischen Speicherbereinigung. Normalerweise kann die automatische Speicherbereinigung für einen Standalone-Datenspeicher mit einem einzigen Klick initiiert werden. Allerdings setzen freigegebene Datenspeicher zusätzlich zu der auf jedem Knoten tatsächlich durchgeführten Bereinigung Mark-Sweep-Vorgänge auf jedem Mitglied voraus, das den Datenspeicher nutzt.

Bei AWS-Vorgängen können, wenn statt des Aufbaus eines RAID-Arrays von EBS-Volumes ein zentraler Speicherort (über S3) implementiert wird, die Komplexität und die Betriebsrisiken auf dem System deutlich kompensiert werden.

Leistungsprobleme

Bei einem freigegebenen Datenspeicher müssen die Binärdateien auf einem Laufwerk gespeichert werden, das an ein Netzwerk angebunden und für alle Instanzen freigegeben ist. Da der Zugriff auf diese Binärdateien über ein Netzwerk erfolgt, wird die Systemleistung beeinträchtigt. Eine schnelle Netzwerkverbindung zu einem schnellen Festplattenarray kann diesen Effekt teilweise auffangen. Dies ist jedoch eine teure Angelegenheit. Im Falle von AWS-Vorgängen liegen alle Festplatten remote vor, sodass eine Netzwerkanbindung erforderlich ist. Auf flüchtigen Volumes gehen Daten beim Starten und Stoppen von Instanzen verloren.

Latenz

Latenz in S3-Implementierungen ist auf die im Hintergrund durchgeführten Schreibthreads zurückzuführen. Für Sicherungsvorgänge müssen diese Latenz und etwaige Abladevorgänge berücksichtigt werden. Das S3-Asset ist beim Start eines Abladeauftrags unter Umständen nicht in S3 vorhanden. Außerdem bleiben Lucene-Indizes möglicherweise unvollständig, wenn eine Sicherung durchgeführt wird. Dies gilt für alle zeitempfindlichen Dateien, die in einen S3-Datenspeicher geschrieben werden und auf die von einer anderen Instanz zugegriffen wird.

Knotenspeicher/Dokumentspeicher

Es ist schwierig, genaue Dimensionierungszahlen für einen Knotenspeicher oder Dokumentspeicher zu ermitteln, da Ressourcen durch Folgendes verbraucht werden:

  • Asset-Metadaten
  • Asset-Versionen
  • Auditprotokolle
  • Archivierte und aktive Workflows

Binärdateien in einem Datenspeicher aufzubewahren bedeutet, dass entsprechender Speicherplatz belegt wird. Die meisten Repositorys sind zwar kleiner als 100 GB, aber es sind auch größere Repositorys mit bis zu 1 TB möglich. Zusätzlich zur Offlinekomprimierung muss genügend freier Speicher auf dem Volume vorhanden sein, damit das komprimierte Repository neben der vorab komprimierten Version neu geschrieben werden kann. Eine geeignete Faustregel: Dimensionieren Sie die Festplatte so, dass sie 1,5-mal so groß ist wie die erwartete Repositorygröße.

Setzen Sie für das Repository SSDs oder Festplatten mit einem IOPS-Level von mehr als 3 Kilobyte ein. Damit im Zuge der IOPS keine Leistungsengpässe entstehen, überwachen Sie die CPU-I/O-Wartelevel auf frühe Problemanzeichen.

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Netzwerk

Für AEM Assets gibt es eine Reihe von Anwendungsbeispielen, in denen die Netzwerkleistung eine größere Bedeutung hat als bei vielen anderen unserer AEM-Projekte. Ein Kunde kann zwar über einen schnellen Server verfügen, aber wenn die Netzwerkverbindung nicht für die Auslastung durch die Benutzer ausreicht, die Assets hochladen und aus dem System herunterladen, scheint der Server nach wie vor langsam zu sein.  Eine gute Methodik zum Bestimmen des Drosselpunkts (Choke Point) bei der Netzwerkverbindung eines Benutzers zu AEM finden Sie in den AEM Assets-Hinweisen zum Benutzererlebnis sowie zur Instanzdimensionierung, Workflowbewertung und Netzwerktopologie.

WebDAV

Mit Hinzufügen von AEM Desktop App verschärfen sich die Netzwerkprobleme aufgrund von Ineffizienzen im WebDAV-Protokoll.

Um diese Ineffizienzen zu verdeutlichen, hat Adobe die Systemleistung mit WebDAV unter OS X getestet. Ein 3,5 MB große InDesign-Datei wurde geöffnet, bearbeitet und mit Änderungen gespeichert. Folgendes wurde beobachtet:

  • Insgesamt wurden 100 HTTP-Anforderungen generiert, um den Vorgang abzuschließen.
  • Die Datei wurde viermal über HTTP hochgeladen.
  • Die Datei wurde einmal über HTTP heruntergeladen.
  • Der gesamte Vorgang wurde nach 42 Sekunden abgeschlossen.
  • Insgesamt wurden 18 MB an Daten übertragen.

Beim Analysieren der durchschnittlichen Speicherzeit für Dateien über WebDAV wurde eine deutliche Leistungszunahme festgestellt, als sich die Brandbreite auf 5–10 MBit/s erhöht hatte. Daher empfiehlt Adobe, dass alle Benutzer, die gleichzeitig auf das System zugreifen, mindestens über eine Uploadgeschwindigkeit von 10 MBit/s und eine Bandbreite von 5–10 MBit/s verfügen sollten.

Weitere Informationen finden Sie unter Fehlerbehebung für AEM Desktop App.

Beschränkungen

Beim Dimensionieren einer Implementierung ist es wichtig, Systembeschränkungen zu bedenken. Wenn die vorgeschlagene Implementierung über diese Beschränkungen hinausgeht, setzen Sie auf kreative Strategien wie die Partitionierung von Assets über mehrere Assets-Implementierungen hinweg.

Die Dateigröße ist nicht der einzige Faktor, der bei OOM-Problemen (Out of Memory, nicht genügend Arbeitsspeicher) eine Rolle spielt. Es kommt auch auf die Bildabmessungen an. Sie können OOM-Probleme durch eine höhere Heap-Größe beim Starten von AEM vermeiden.

Außerdem können Sie die Eigenschaft für die Schwellenwertgröße der Komponente com.day.cq.dam.commons.handler.StandardImageHandler in Configuration Manager so bearbeiten, dass eine temporäre Zwischendatei größer als Null verwendet wird.

Maximale Anzahl von Assets

Aktuell hat Adobe das System noch nicht darauf getestet, mehr als 8 Millionen Assets zu laden. Es gibt Beschränkungen sowohl in Bezug auf die zulässige Anzahl von Dokumenten in einem Oak-Repository als auch in Bezug auf die zulässige Anzahl von Dateien in einem Datenspeicher.

Zwar wurde keine Beschränkung für die Anzahl von Knoten in einem Repository festgelegt, aber ausgehend davon, dass jedes Asset ungefähr 30 Knoten generiert, bedeuten diese 8 Millionen Assets allein einen Test mit 240 Millionen Knoten. Auditprotokolle, archivierte Workflows oder Versionen sind dabei nicht eingeschlossen.

Die maximale Anzahl von Dateien in einem Datenspeicher kann sich aufgrund von Dateisystembeschränkungen auf 2,1 Milliarden belaufen. Wahrscheinlich trifft das Repository aufgrund der großen Anzahl von Knoten auf Probleme, lange bevor der Datenspeicher an seine Grenzen stößt.

Wurden die Wiedergaben nicht korrekt generiert, verwenden Sie die Camera Raw-Bibliothek. In diesem Fall sollte jedoch die längste Bildseite nicht größer sein als 65.000 Pixel. Außerdem sollte das Bild höchstens 512 MP (512 * 1024 * 1024 Pixel) enthalten. Die Größe des Assets ist unerheblich.

Die bei einem bestimmten Heap standardmäßig unterstützte TIFF-Dateigröße für AEM lässt sich nur schwer abschätzen, weil die Verarbeitung durch zusätzliche Faktoren wie die Pixelgröße beeinflusst wird. Es ist möglich, dass AEM eine 255 MB große Datei standardmäßig verarbeiten kann, aber eine 18 MB große Datei nicht, weil sich letztere gegenüber der ersteren eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Pixel aufweist.

Größe der Assets

Mit AEM können Sie derzeit jeweils bis zu 2 GB an Assets hochladen. Weitere Informationen zum Konfigurieren der maximalen Dateiuploadgröße finden Sie unter Verwalten von Assets.

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