Der deutsche Fotograf Michael Schauer nimmt nicht nur einfach spektakuläre Landschaften auf, er geht ganz in der Stimmung einer Umgebung auf. Bei der Bearbeitung in Adobe Photoshop Lightroom Classic CC vereint er die Essenz eines Orts mit seinen Gefühlen, sodass selbst die abgeschiedenste, unwirtlichste Szene eine kraftvolle Ruhe ausstrahlt.

Aufnahme vorbereiten

Schauer schneidet die Komposition zunächst mit dem Freistellungswerkzeug zu. Er setzt das Seitenverhältnis auf 2 x 3 / 4 x 6 und entfernt damit Bereiche des Himmels und des Strands, um den Blick des Betrachters auf den wichtigen Teil der Szene zu lenken. Zur Begradigung des Horizonts passt er den Winkel leicht an.

Profi-Tipp: Schauer ändert die Farbe des Bearbeitungsfensters, um das Bild besser vom Hintergrund unterscheiden zu können. Wählen Sie dafür „Bearbeiten > Voreinstellungen“ (Windows) bzw. „Lightroom > Voreinstellungen“ (macOS). Öffnen Sie die Registerkarte „Benutzeroberfläche“, und wählen Sie im Abschnitt „Hintergrund“ die Füllfarbe für das Hauptfenster aus.

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Objektivkorrekturen vornehmen

Häufige Abbildungsfehler, die auf das verwendete Kameraobjektiv zurückzuführen sind, korrigiert Schauer im Bedienfeld „Objektivkorrekturen“. Er aktiviert die Option „Chromatische Aberration entfernen“, um Farbsäume an den Kanten der Bildmotive zu entfernen, und setzt ein Häkchen bei „Profilkorrekturen aktivieren“, was Verzerrungen an den Bildrändern ausgleicht.

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Stimmung definieren

Im Bedienfeld „Grundeinstellungen“ nimmt Schauer verschiedene Anpassungen vor, um den Gesamteindruck des Bildes mit seiner Wahrnehmung der Szene in Einklang zu bringen. Die Rohaufnahme wirkt überbelichtet. Deshalb reduziert er die Belichtung (hier auf -0,50).

Da kaum ein Unterschied zwischen Wolken und Himmel zu erkennen ist, senkt Schauer die „Lichter“ (auf -70). Dies verringert den Weißanteil des Bildes und bringt das Blau des Himmel stärker hervor. Er ändert die Tiefeneinstellung (auf -100), um einen deutlichen Kontrast zwischen dem Strand im Vordergrund sowie dem Wasser und den Bergen im Hintergrund zu erzeugen.

Durch eine leichte Erhöhung von Temperatur und Tonung im Weißabgleich lässt er das Foto etwas wärmer wirken.

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Anhand der Einstellungen im Bedienfeld „Kalibrierung“ definiert Schauer, wie Lightroom die Farben seiner Kamera interpretiert bzw. wiedergibt. Jede Änderung, die er vornimmt, wirkt sich auf den Farbmix des gesamten Bildes aus. Er verschiebt den Regler für die Schattentonung, um den leichten Magentastich der Schatten durch etwas mehr Grünanteile abzuschwächen.

Nun passt er den Farbton und die Sättigung unter „Primärwerte Grün“ und „Primärwerte Blau“ an, um die Grün- und Blautöne des gesamten Bildes zu optimieren.

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Zur Korrektur der Tonwerte im Gesamtbild setzt Schauer Punkte auf die Gradationskurve. Indem er die Punkte verschiebt, justiert er die Tiefen (dunkle Bereiche), Lichter (helle Bereiche) und die Bereiche dazwischen. Dann nimmt er sich die einzelnen Farbkanäle – Rot, Grün, Blau – vor, setzt auch hier Punkte und verfeinert durch erneutes Verschieben die Tonwerte im ganzen Bild. Schauer wechselt jetzt so lange zwischen Gradationskurve und Grundeinstellungen hin und her, bis er mit dem Ergebnis zufrieden ist.

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Zielgerichtete Bearbeitung

Schauer verwendet den Verlaufsfilter, um die Belichtung der Berge zu reduzieren und in einem weiteren Schritt den Himmel prägnanter zu gestalten.

Profi-Tipp: Mit dem Verlaufsfilter lassen sich einzelne Bereiche eines Fotos bearbeiten. Wählen Sie den Verlaufsfilter im Menü „Werkzeuge“ aus, und klicken und ziehen Sie über den Bildausschnitt, der geändert werden soll.

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Im Bereich des Himmels setzt er den Verlaufsfilter an, um die Lichter zu verringern. Die Wolken erscheinen nun etwas dunkler, und der Himmel wirkt kühler.

Profi-Tipp: Klicken und ziehen Sie den Punkt in der Mitte, um den Filter zu verschieben. Klicken Sie auf eine der äußeren Linien, um den Bearbeitungsbereich zu verkleinern oder zu vergrößern. Bewegen Sie den Cursor auf die Mittellinie, und ziehen Sie an dem nun angezeigten Doppelpfeil, um den Bearbeitungsbereich zu drehen. Die Änderungen werden zwischen den äußeren Linien angewendet, also von oben nach unten bzw. von links nach rechts. Die Mittellinie stellt die Mitte des Bearbeitungsbereichs dar. Je weiter die Außenlinien des Verlaufsfilters auseinander sind, desto weiter erstreckt sich die Änderung. Je enger sie zusammenstehen, desto konzentrierter ist sie.

Der Korrekturpinsel ermöglicht Schauer feinere Bearbeitungen. Hier setzt er ihn ein, um über den Bergen die Klarheit zu erhöhen und die Lichter zu reduzieren.

Profi-Tipp: Verwenden Sie den Korrekturpinsel, um einzelne Bereiche des Fotos zu verändern. Wählen Sie den Korrekturpinsel aus den Werkzeugen aus. Legen Sie die Pinselgröße fest, nehmen Sie die gewünschten Bearbeitungseinstellungen vor, und fahren Sie mit dem Pinsel über die Bereiche, auf die die Einstellungen angewendet werden sollen.

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Störende Details entfernen

Kratzer oder Staub auf der Kameralinse hinterlassen oft unschöne Spuren im Bild. Schauer eliminiert diese mit dem Bereichsreparatur-Werkzeug. Er setzt den Pinsel auf „Reparieren“ und wählt eine geeignete Größe aus. Er klickt auf eine Stelle im Foto mit einer geeigneten Struktur und zieht mit dem Pinsel über die zu entfernenden Spuren (Staub, Kratzer und unregelmäßiges Licht).

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Der letzte Schliff

Mithilfe der Schärferegler arbeitet Schauer die Details seiner Aufnahme heraus. Er erhöht alle Einstellungen im Bedienfeld „Details“, sodass die Szene gestochen scharf statt weich und verschwommen wirkt. Er fügt dabei aber kein Rauschen hinzu. Schauers Einstellungen für dieses Bild sind: Betrag: 70, Radius: 1,2, Details: 46, Maskieren: 77.

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Eigene Vorgabe erstellen

Wenn das Editing zu seiner Zufriedenheit ausgefallen ist, speichert Schauer den aktuellen Bearbeitungsstand als benutzerdefinierte Vorgabe, um sie auf andere Aufnahmen dieses Shootings anzuwenden.

Profi-Tipp: Um eine eigene Vorgabe zu speichern, klicken Sie links im Modul „Entwickeln“ auf das Pluszeichen neben „Vorgaben“, und speichern Sie die Vorgabe unter dem gewünschten Namen. Die neue Vorgabe wird in die Vorgabenliste aufgenommen und kann auf andere Fotos angewendet werden.

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Vorher-Nachher-Vergleich

Sie können jederzeit während der Bearbeitung den Effekt einer Änderung begutachten. Klicken Sie in Lightroom Classic CC unterhalb der Bildvorschau auf das Symbol „X|Y“, um einen Vorher-Nachher-Vergleich anzuzeigen. In Lightroom CC klicken Sie auf das Symbol „Original anzeigen“ (oder drücken „/“), um die ursprüngliche und die bearbeitete Version miteinander zu vergleichen.

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Mehr über die Landschaftsfotografie von Michael Schauer

In Eine Sprache der Ruhe: Die Fotografie von Michael Schauer erfahren Sie mehr über Schauer und wie er seine faszinierenden Fotos aufnimmt.

 

Über den Künstler:

Als sich seine Band auflöste, dauerte es nicht lang, bis Michael Schauer ein neues Ventil für seine Kreativität fand – die Fotografie. Er schnappte sich sein Smartphone und fing an, die Architektur in und um München herum zu fotografieren. Alles, was er dazu wissen musste, brachte er sich selbst bei. Umgeben von alten Kirchen und modernen Bauwerken hatte Schauer reichlich Inspiration.

Schon bald legte er sich eine Kamera zu und verließ die Stadt, um abgeschiedene Berglandschaften, Seen, Wälder und Gletscher zu entdecken. Er beschäftigte sich ausführlich mit Lightroom Classic und Photoshop, die er bis heute gerne verwendet. Alles, was mit Fotografie zu tun hat, sog er auf wie ein Schwamm – vom Handwerk über die Theorie bis zu den Ausdrucksformen anderer Fotografen.

Schauer findet Inspiration in den Erzählungen Haruki Murakamis über Liebe, Einsamkeit und Sehnsucht sowie bei Malern wie Albert Bierstadt und Caspar David Friedrich, die mit ihren Gemälden Türen in andere Welten öffnen. Ob für seine Landschafts- oder Werbefotografie, Schauer zieht in Gedanken stets einen Rahmen – eine Methode, die ihm dabei hilft, die Schönheit seiner Umgebung jeden Tag aufs Neue wahrzunehmen.

Michael Schauer folgen

07/05/2018

Musik von Epidemic Sound

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