Die Geschichten, die ihre Werke erzählen, kennt die amerikanische Künstlerin Molly Scannell oft erst, wenn sie daran arbeitet. Am Anfang ihres Schaffensprozesses stehen Bilder, die sie inspirieren. Sie komponiert daraus Collagen, die mit Lichteffekten und besonderen Blickwinkeln eine Geschichte erzählen. Das Geheimnis ihrer Arbeiten liegt in den zahlreichen Ebenen, auf denen sie die Elemente platziert und dann mit Transparenz und Ebenenstilen in Bezug zueinander setzt.

 Hintergrund mit Struktur und Rahmen erstellen

Scannell richtet für ihr Projekt eine große Arbeitsfläche ein – für diese Collage misst sie ca. 28 x 35 cm. Um der Komposition Struktur zu geben, importiert sie ein gescanntes Rastermuster mit Punkten auf eine separate Ebene und wählt eine Deckkraft von 30 % und den Mischmodus „Ineinanderkopieren“.

Damit ein schmaler weißer Rand entsteht, macht Scannell das importierte Muster geringfügig kleiner als die Arbeitsfläche. Um den Rahmen abzuschließen, fügt sie zudem ein Rechteck mit einer dünnen weißen Kontur hinzu.

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Diagonale Ausschnitte erstellen

Nun beginnt sie mit der eigentlichen Komposition. Für dieses Projekt hat Scannell verschiedene Posen des Models gewählt. Sie importiert zunächst drei Fotos auf jeweils separate Ebenen. Anschließend schneidet sie die Bilder mithilfe des Polygon-Lasso-Werkzeugs unterschiedlich aus. 

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Die ausgeschnittenen Teile kopiert Scannell über die Zwischenablage auf neue Ebenen und positioniert sie immer wieder neu, um verschiedene Design-Ideen auszuprobieren. Sie kombiniert die Ausschnitte auf einer Ebenengruppe mit dem Mischmodus „Hindurchwirken“. Alle Anpassungen an der Gruppe wirken sich somit auf die Ebenen darunter aus.

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Farbakzente setzen

Scannell wählt im Farbwähler ein kräftiges Gelb aus und malt mit einem feinen Pinsel entlang des Haaransatzes und Halses. Damit erhält das Bild einen auffallenden Farbakzent.

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Text hinzufügen und bearbeiten

Scannell scannt eine Titelseite mit einer Mediäval-Schrift und importiert sie auf eine eigene Ebene. Mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug wählt sie dann die Textstellen aus, die sie für ihre Collage verwenden möchte, und kopiert sie über die Zwischenablage auf separate Ebenen.

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Sie verschiebt einen Textabschnitt nach oben und passt Helligkeit und Kontrast der Ebene an. Um den Hintergrund auszublenden, legt sie den Mischmodus „Dividieren“ fest und kehrt die Schriftfarbe um – für mehr Kontrast.

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Scannell platziert einen anderen Teil des Textes in ihre Komposition und dreht ihn. Sie wählt den Mischmodus „Subtrahieren“, sodass ein Negativ-Effekt entsteht, bei dem der Text transparent auf schwarzem Hintergrund erscheint.

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Gebäudebild importieren

Um der Collage noch mehr Wirkung zu verleihen, importiert Scannell das Foto eines Hochhauses und wählt als Mischmodus für diese Ebene „Weiches Licht“. Dann richtet sie die neue Ebene mit dem Gebäude präzise am Hals des Models aus.

Sie zieht die Gebäudeebene im Ebenen-Bedienfeld auf das Symbol „Neue Ebene erstellen“, um sie zu duplizieren, und behält den Mischmodus bei. Um das Gebäude mit dem Kinn zu verblenden, wählt Scannell das Radiergummi-Werkzeug aus und reduziert dessen Deckkraft. Dann malt sie über die Haut, bis Kinn und Gebäude nahtlos ineinander übergehen.

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Mit Ebenen experimentieren

Am Ende ihres Projekts hat Scannell zahlreiche Ebenen angelegt. Sie experimentiert nun weiter mit dem Design, indem sie Ebenen aus- oder einblendet, neu anordnet und ihre Deckkraft anpasst – so lange, bis ihr die Komposition gefällt.

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Über die Künstlerin
Molly Scannell verbindet mit Collagen ein Gefühl der Freiheit. Sie entdeckte die Collagenkunst auf der Highschool, wo sie zunächst mit Papierschnitten arbeitete. Später eignete sie sich umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich digitale Collagen an, die sie vornehmlich als Hobby und zur Entspannung entwarf.

Als sie ihre erste Arbeitsstelle in New York antrat, tauschte sie den Zeichenstift gegen das digitale Grafiktablett und arbeitete sich autodidaktisch in Adobe Photoshop und Illustrator ein. Heute lebt Scannell unweit von Boston und arbeitet als freiberufliche Designerin mit Schwerpunkt digitales Design und digitale Illustration. Ihr Portfolio umfasst eine eindrucksvolle Liste an Kunden wie Tivoli, Mopar, Chrysler Group, ING, Sunglass Hut, Smithsonian und CBS.

Auch privat erstellt sie weiterhin Collagen – gerne auch zusammen mit ihren Kindern. Sie nehmen einfach stapelweise Papier und Magazine und basteln drauflos. Dabei ist nicht immer ein Thema vorgegeben, aber manchmal suchen sie sich ein Motto aus und setzen das dann um. In jedem Fall macht es eine Menge Spaß.

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09/28/2017

Kartendaten: Google
Musik: „Tony’s Belated Breakfast” von Birocratic
Foto: Heather McGrath

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