Träume, die uns real erscheinen, lassen uns oft tagelang nicht los. Erfahren Sie, wie der mexikanische Fotograf und Digitalkünstler Felix Hernández Traumwelten schafft, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Mit Adobe Photoshop CC setzt er Fotos einer Szene, die er in seinem Studio aufgebaut hat, zu einem wundersamen Bild zusammen. Was ist nur in dieser verschneiten Nacht mitten im Nirgendwo passiert?

Schneesturm im Fotostudio

Für die Kulisse seiner winterlichen Szene macht Hernández zuerst einen Abstecher in seine Speisekammer und in die Spielecke seines Sohnes. In seinem Studio verstreut er Mehl auf einem Tisch, um eine Schneelandschaft zu erzeugen. Mit getrockneten Dill werden Reifenspuren im Schnee simuliert. Etwas Zigarettenrauch, noch mehr Mehl und ein Tischventilator sorgen für die Illusion eines heftigen Wintersturms. Sobald alles steht und die Beleuchtung stimmt, macht Hernández Fotos von seiner künstlichen Landschaft mit ihren „extremen Wetterbedingungen“.

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Gefangen im Schneesturm

Um den herumwirbelnden Schnee abzubilden, importiert Hernández sechs Aufnahmen des Autos in jeweils unterschiedlichen Phasen des Sturms. Einige Fotos zeigen das Auto umgeben von leichtem Pulverschnee, andere zeigen den heftigen Wind (Zigarettenrauch oder Mehl), der aus verschiedenen Richtungen weht.

Hernández arbeitet mit einer Ebenenmaske und reduziert die Deckkraft, um realistische Lichteffekte in den Fensterscheiben zu erzeugen. Er verwendet weitere Ebenenmasken, um sich selbst aus den Aufnahmen herauszuretuschieren und Wind und Nebel hervorzuheben. Die Deckkraft anderer Ebenen wird reduziert, sodass die Sichtverhältnisse einem Wintersturm gerecht werden.

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Verschneiter Wald als Hintergrund

Für den verschneiten Wald im Hintergrund verwendet Hernández ein Stockbild. Er importiert das Bild in sein Projekt, fügt eine Schwarzweiß-Einstellungsebene hinzu und passt die Farbkanäle individuell an. Anschließend erstellt er eine Ebenenmaske mit Verlaufsfüllung, um den Wald mit dem Hintergrund zu verblenden, und passt die Tonwerte und die Farbbalance an. Um die Kanten des Fotos mit der Szene zu verschmelzen, malt er mit schwarzer Farbe auf der Maske darüber.

Dann dupliziert er das Bild vom Wald, verkleinert es und verschiebt es nach links, um den Hintergrund vollständig auszufüllen und dem Bild mehr Tiefe und Perspektive zu verleihen. Wieder malt er auf der Ebenenmaske, um die Bildkanten zu verblenden, und reduziert die Deckkraft der Ebene.

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Scheinwerfer und Fernlicht

Hernández greift erneut auf Stockfotos zurück und importiert zwei Bilder, mit denen er eingeschaltete Scheinwerfer simulieren möchte. Dem ersten Bild, von einem Lichtstrahl im Sternenhimmel, fügt er zwei Einstellungsebenen für Tonwertkorrektur und Farbton/Sättigung hinzu. Beim zweiten Bild – Licht, das durch Rauchschwaden leuchtet – legt er Einstellungsebenen für Gradationskurven und Tonwertkorrektur an, bis der Eindruck von Scheinwerfern, die im Nebel leuchten, entsteht. 

Für die Schweinwerfer dreht Hernández das Bild vom Sternenhimmel und passt die Größe an. Er fügt Bewegungsunschärfe hinzu, reduziert die Deckkraft und streckt das Bild horizontal. Zum Schluss setzt er den Mischmodus der Scheinwerfer-Ebene auf „Negativ multiplizieren“. Um das Fernlicht zu simulieren, geht er beim Bild vom Licht und von Rauchschwaden ähnlich vor.

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Handabdruck auf dem Fenster

Um der Szene etwas Geheimnisvolles zu verleihen, importiert Hernández das Bild eines Handabdrucks auf einer vereisten Fensterscheibe und fügt es zum hinteren Fenster hinzu. Der Handabdruck wird gedreht, auf die richtige Größe gebracht und platziert. Dann passt Hernández die Tonwerte der Handabdruck-Ebene an, erstellt eine Schnittmaske und wählt „Weiches Licht“ als Mischmodus. Dann justiert er die Tonwerte nach. Er fügt eine Ebenenmaske hinzu und malt mit schwarzer Farbe und geringer Deckkraft darüber, um die Kanten des Handabdruck-Fotos zu verblenden. Dann wendet er den Gaußschen Weichzeichner an, um einen frostigen Effekt, passend zur eisigen Atmosphäre der Szene und dem Schnee auf dem Fenster, zu erzeugen.

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Vignettierung und Einfärben

Hernández nimmt ein paar letzte Korrekturen vor, um die Stimmung der Komposition weiter zu optimieren. Mit einer Vignette lenkt er den Blick des Betrachters auf das Auto, und mit etwas Farbe verleiht er dem Hintergrund einen zusätzlichen atmosphärischen Touch. Um eine ähnliche Vignette zu erstellen, können Sie eine Verlaufsüberlagerung zur Ebene hinzufügen, den Mischmodus auf „Multiplizieren“ setzen, die Deckkraft anpassen und eine Verlaufsvorgabe wählen und anpassen. Mit Einstellungsebenen können Sie Farbkorrekturen vornehmen.

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Über den Künstler

Felix Hernández lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen im mexikanischen Cancún, das er als sein Paradies bezeichnet. Ob bei der Arbeit oder in der Freizeit – er sprüht vor Kreativität. Hernández ist Geschäftsführer und Partner einer kleinen Kreativagentur und betreibt nebenher ein eigenes Studio, Hernández Dreamphography.

Er studierte Grafik-Design zu einer Zeit, als es noch keine Computer oder Digitalkameras gab. Die Kunst der digitalen Bildbearbeitung und Fotografie erlernte er in Workshops, Tutorials und vielen eigenen Experimenten.

Da er früher in eher kleineren Firmen arbeitete, stand ihm nur ein kleines Budget zur Verfügung, womit er sich keine Spitzen-Fotografen leisten konnte. Deshalb wurde er einfach selbst zum Experten und begann, seine Ideen auf kunstvolle Weise umzusetzen.

Schon als Kind faszinierte ihn Design, und seine Fantasie blieb ihm all die Jahre erhalten. In seiner Kindheit zeichnete er, spielte mit Ton und bastelte viel. Er skizzierte in seiner Freizeit gerne Möbel, Autos, Flugzeuge und sein Traumhaus mit einem eigenen Kino und einer Bowling-Bahn.

Es ist Fluch und Segen zugleich, dass er überall Inspiration findet, sagt Hernández – in Musik, Büchern und Filmen sowie in den Werken talentierter Künstler, die ihre Arbeiten auf Behance präsentieren. Ihm geht es wie den meisten Künstlern – er hat Ideen ohne Ende, aber zu wenig Zeit, sie alle zu verwirklichen.

Mehr über Felix Hernández

07/05/2018

Musik von Epidemic Sound

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