Quell-Clip-Effekte

Zusätzlich zur Anwendung von Effekten auf Spurelemente oder Clips in einer Sequenz können Sie in Premiere Pro Effekte auf Quell-Clips (zuvor Master-Clips genannt) anwenden.

Bei einem Quell-Clip handelt es sich um einen übergeordneten Clip, dem sämtliche Sequenz-Clips untergeordnet sind, die aus dem Quell-Clip erstellt werden.  

Genauer gesagt sind Quell-Clips alle Objekte im Bedienfeld Projekt, bei denen es sich nicht um Sequenzen, Multikameraquellsequenzen oder Ablagen handelt. Beispiele für Quell-Clips sind zusammengeführte Clips, Clip-Kopien und synthetische Clips (beispielsweise Einstellungsebenen oder Farbflächen).

Wenn ein Projekt mehrere Elemente enthält, die mit derselben Datei auf der Festplatte verknüpft sind, handelt es sich bei jedem dieser Projektelemente um einen unabhängigen Quell-Clip. Dies bedeutet, dass zwischen Elementen im Bedienfeld Projekt keine Über-/Unterordnung bestehen kann. Die Über-/Unterordnung ist auf Quell-Clips im Projekt und Sequenz-Clips im Schnittfenster beschränkt.

Wenn Sie einen Effekt auf einen Quell-Clip anwenden, wird der Effekt automatisch auf sämtliche Sequenz-Clips (untergeordnete Clips) übertragen, die aus diesem Quell-Clip erstellt wurden.

Verwenden von Quell-Clip-Effekten in Premiere Pro

  1. Wenden Sie in Premiere Pro Effekte auf einen Quell-Clip an, indem Sie den Effekt aus dem Bedienfeld Effekte in das Bedienfeld Projekt, in den Quellmonitor oder in das Bedienfeld Effekteinstellungen ziehen.

    Wenn Sie einen Effekt auf mehrere Quell-Clips anwenden möchten, wählen Sie die Elemente im Bedienfeld Projekt aus und ziehen Sie den gewünschten Effekt auf die ausgewählten Elemente.

  2. Passen Sie die Effektparameter im Bedienfeld Effekteinstellungen an.

  3. Fügen Sie Segmente aus dem Quell-Clip in Sequenzen ein. Alle Effekte, die auf den Quell-Clip angewendet werden, werden auf alle aus dem Quell-Clip erstellten Sequenzen übertragen.

    Hinweis:

    Die Effekte werden unabhängig davon übertragen, ob Sie die Effekte angewendet haben, bevor oder nachdem Sie die Sequenz-Clips aus dem Quell-Clip erstellt haben.

In einem Clip, auf den ein Quell-Clip-Effekt angewendet wurde, wird eine rote Linie unter dem FX-Symbol angezeigt. Außerdem wird im Bedienfeld „Effekteinstellungen“ ein neuer Tab namens „Quelle“ angezeigt, auf dem die angewendeten Effekte zu sehen sind.

Das rot unterstrichene FX-Symbol bedeutet, dass Masterclip-Effekte auf den Clip angewendet wurden.
Das rot unterstrichene FX-Symbol bedeutet, dass Quell-Clip-Effekte auf den Clip angewendet wurden.

Wichtige Hinweise

  • Das Effekteinstellungsfenster ist fokussensitiv. Dies bedeutet: wenn ein Quell-Clip in den Quellmonitor geladen wird und der Quellmonitor den Fokus hat, wird der Quell-Clip im Bedienfeld Effekteinstellungen geladen.
  • Wenn im Schnittfenster ein einzelner Sequenz-Clip ausgewählt wird und das Schnittfenster den Fokus hat, wird im Bedienfeld Effekteinstellungen das ausgewählte Spurelement geladen.
  • Um den Quell-Clip-Effekt aus einem Sequenz-Clip anzuzeigen oder anzupassen, nutzen Sie die Funktion Frame angleichen. Der Quell-Clip für diesen Sequenz-Clip wird in den Quellmonitor geladen. Durch Doppelklicken auf einen Sequenz-Clip wird nur dieses Segment und nicht der Quell-Clip geladen. Im Bedienfeld Effekteinstellungen werden dann die Effekte des Spurelements angezeigt, nicht die Effekte des Quell-Clips.

Aktivieren oder Deaktivieren von Quell-Clip-Effekten in Miniaturen

Sie können Quell-Clip-Effekte auf einen Clip anwenden, um eine präzisere Wiedergabe des Aussehens des Clips zu erzielen. Sie können die Effekte über eine Miniatur im Bedienfeld „Projekt“ auf den Clip anwenden.

Sie können den Effekt „Transformieren“ anstelle von „Bewegung/Deckkraft“ für einen Quell-Clip anwenden.

Sie können die meisten in Premiere Pro verfügbaren Videoeffekte mit Ausnahme der folgenden anwenden:

  • Proprietäre Effekte: Bewegung, Deckkraft, Geschwindigkeit
  • Effekt „Verkrümmungsstabilisierung“
  • Effekt „Rolling-Shutter-Reparatur“

Quell-Clip-Effekte können nicht vorab gerendert werden. Vermeiden Sie prozessorintensive Effekte, da diese sich unter Umständen auf die Wiedergabeleistung im Quellmonitor auswirken können.

Audioeffekte können nicht auf Quell-Clips angewendet werden.

So zeigen Sie eine Miniatur mit Quell-Clip-Effekten an:

  1. Klicken Sie im Bedienfeld „Projekt“ mit der rechten Maustaste ().

  2. Klicken Sie im Kontextmenü auf „Miniaturen zeigen angewandte Effekte“. Sie können diese Option in Fällen deaktivieren, in denen die Clip-Performance eine wichtige Rolle spielt, wie z. B. in folgenden:

    • Große Anzahl von Miniaturen als Symbole im Projektfenster oder
    • Viele Quell-Clip-Effekte auf den Clips
    Effekte in Miniaturen
    Effekte in Miniaturen

    Hinweis:

    Wenn Sie Quell-Clip-Effekte auf einen Clip anwenden, bleiben die Effekte beim Export und bei Instanzen des Clips in einer Sequenz erhalten.

Anpassen von Quelleinstellungen im Bedienfeld „Effekteinstellungen“

Bei Mediendateien vom Typ RED, ARRI, CinemaDNG, DPX und Sony F65 können Sie die Quelleinstellungen über die Registerkarte „Quelle“ im Bedienfeld „Effekteinstellungen“ anpassen.

Laden Sie einen Quell-Clip im Quellmonitor herunter, und passen Sie die Quelleinstellungsparameter wie Weißabgleich, Sättigung und Belichtung an. Sie können die benutzerdefinierten Quelleinstellungen als Effektvorgabe speichern, um dieselben Einstellungen auf andere Clips anzuwenden.

Sie können Quelleinstellungen aus einem Clip in einen oder in mehrere andere Clips duplizieren. Beispielsweise können Sie Quelleinstellungen auf einen Clip anpassen und die gleichen Einstellungen anwenden, indem Sie die Einstellungen auf eine Mehrfachauswahl anderer Projektelemente kopieren und einfügen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Quell-Clip und einem Clip auf der Festplatte?

Wenn Sie in Premiere Pro eine Mediendatei von der Festplatte in das Bedienfeld Projekt importieren, wird ein Quell-Clip erstellt. Jede Instanz einer in Premiere Pro importierten Mediendatei ist ein unabhängiger Quell-Clip.

Das heißt, dass ein Premiere Pro-Projekt über mehrere unterschiedliche Quell-Clips verfügen kann, die auf dieselbe Mediendatei auf der Festplatte verweisen.

Hinweis:

Verwenden Sie den Befehl „In Explorer anzeigen“ (Windows) bzw. „Im Finder anzeigen“ (Mac), um die Mediendatei für einen ausgewählten Clip auf der Festplatte zu suchen.

Wie lässt sich feststellen, ob ein Quell-Clip oder ein Spurelement in das Bedienfeld Effekteinstellungen geladen ist?

Im Folgenden finden Sie einige Tipps, wie Sie ermitteln können, welcher Elementtyp geladen ist:

  • Clipname: Bei einem Spurelement ist der Sequenzname dem Clipnamen vorangestellt. Bei einem Quell-Clip wird im Bedienfeld Effekteinstellungen nur der Clip-Name angezeigt.
  • Kopfzeilen: Bei einem Spurelement werden im Bedienfeld Effekteinstellungen Kopfzeilen für die Bereiche Videoeffekte und Audioeffekte angezeigt. Bei einem Quell-Clip werden diese Kopfzeilen nicht angezeigt.
  • Proprietäre Effekte: Bei einem Spurelement mit Video werden im Bereich Videoeffekte die Effekte Bewegung, Deckkraft und Zeit-Verzerrungen angezeigt. Bei Quell-Clips werden diese proprietären Effekte nicht angezeigt.

Können Quell-Clip-Effekte auf Sequenzen angewendet werden?

Nein, Sie können einen Quell-Clip-Effekt nicht direkt auf eine Sequenz oder eine Multikamerasequenz anwenden.

Welche Arten von Effekten können auf Quell-Clips angewendet werden?

Sie können die meisten in Premiere Pro verfügbaren Videoeffekte mit Ausnahme der folgenden anwenden:

  • Proprietäre Effekte: Bewegung, Deckkraft, Geschwindigkeit
  • Effekt „Verkrümmungsstabilisierung“
  • Effekt „Rolling-Shutter-Reparatur“
  • Quell-Clip-Effekte können nicht vorgerendert werden. Vermeiden Sie deshalb prozessorintensive Effekte, da diese sich unter Umständen auf die Wiedergabeleistung im Quellmonitor auswirken können.

Audioeffekte können nicht auf Quell-Clips angewendet werden.

Können Effektvorgaben auf einen Quell-Clip angewendet werden?

Ja, Sie können Effektvorgaben auf einen Quell-Clip anwenden. Wenn eine Vorgabe Effekte enthält, die für Quell-Clips nicht unterstützt werden, werden die nicht unterstützten Effekte ignoriert und lediglich die unterstützten Effekte angewendet.

Übernimmt ein duplizierter Quell-Clip die Effekte, die auf den ursprünglichen Quell-Clip angewendet werden?

Wenn Sie einen Quell-Clip duplizieren oder einen Unter-Clip aus einem Quell-Clip erstellen, übernimmt die neue Instanz sämtliche Effekte, die bereits auf den ursprünglichen Quell-Clip angewendet sind. Danach ist jedoch keine aktive Verknüpfung zwischen den beiden Quell-Clips vorhanden. Wenn Sie später dieselben Änderungen auf beide Quell-Clips anwenden möchten, kopieren Sie die Effekte aus dem einen Quell-Clip und fügen Sie sie in den anderen ein. 

Wie geht After Effects mit Quell-Clip-Effekten um?

Derzeit unterstützt After Effects keine Quell-Clip-Effekte, die in einer importierten Premiere Pro-Sequenz auf Clips angewendet sind.

Video-Lernprogramm

So wenden Sie Effekte auf sämtliche Instanzen eines Clips an

In diesem fünfminütigen Video-Tutorial erfahren Sie, wie Sie einen Effekt auf einen Quell-Clip anwenden und ihn ändern und wie Sie überwachen, wie die Änderungen auf alle Instanzen des Clips angewendet werden.

Das Tutorial bietet Ihnen Beispieldateien, damit Sie die Funktion selbst testen können.

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