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Beim Migrieren von Assets nach AEM sind verschiedene Schritte zu berücksichtigen. Die Extrahierung von Assets und Metadaten aus ihrem aktuellen Speicherort geht über den Rahmen dieses Dokuments hinaus, da es zwischen den verschiedenen Implementierungen große Abweichungen gibt. In diesem Dokument wird jedoch beschrieben, wie diese Assets in AEM übernommen, ihre Metadaten angewendet, Wiedergaben generiert und für Veröffentlichungsinstanzen aktiviert werden können.

Voraussetzungen

Bevor Sie einen der Schritte dieser Methodik tatsächlich ausführen, lesen Sie sich die Anleitungen in den Tipps zur Assets-Leistungsoptimierung durch und setzen Sie diese um. Viele dieser Schritte, etwa die Konfiguration einer maximalen Anzahl gleichzeitiger Aufträge, führt zu einer deutlich höheren Stabilität und Leistung der Server unter Last. Andere Schritte wie die Konfiguration eines Dateidatenspeichers erweisen sich als wesentlich schwieriger, nachdem Assets in das System geladen wurden.

Hinweis:

Die folgenden Tools zur Asset-Migration sind nicht Teil von AEM und werden nicht vom Adobe Support unterstützt:

  • Tag Maker von ACS AEM-Tools
  • CSV Asset Importer von ACS AEM-Tools
  • Bulk Workflow Manager von ACS Commons
  • Fast Action Manager von ACS Commons
  • Synthetic Workflow

Diese Softwareprogramme sind von der Apache v2-Lizenz abgedeckte Open-Source-Anwendungen. Wenn Sie Fragen haben oder ein Problem melden möchten, besuchen Sie die folgenden Webseiten: GitHub-Probleme für ACS AEM-Tools und ACS AEM Commons.

Migrieren nach AEM

Die Migration von Assets nach AEM setzt die Ausführung verschiedener Schritte voraus und sollte als stufenweises Verfahren angesehen werden. Die Migrationsphasen lauten wie folgt:

  1. Workflows deaktivieren
  2. Tags laden
  3. Assets aufnehmen
  4. Wiedergaben verarbeiten
  5. Assets aktivieren
  6. Workflows aktivieren
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Workflows deaktivieren

Deaktivieren Sie vor der Migration die Starter für den Workflow „DAM-Update-Asset“. Am besten nehmen Sie zunächst alle Assets in das System auf und führen dann die Workflows stapelweise aus. Wenn Ihr System bereits „live“ ist, während die Migration durchgeführt wird, können Sie diese Aktivitäten so planen, dass sie außerhalb der Arbeitszeiten ausgeführt werden.

Laden von Tags

Womöglich verfügen Sie bereits über eine Tag-Taxonomie für Ihre Bilder. Zwar kann die Anwendung von Tags auf Assets mit Tools wie CSV Asset Importer und durch die AEM-Unterstützung für Metadatenprofile automatisiert werden, die Tags müssen dazu aber in das System geladen werden. Durch Tag Maker von ACS AEM-Tools können Sie Tags mithilfe einer in das System geladenen Microsoft Excel-Tabelle auffüllen.

Aufnehmen von Assets

Leistung und Stabilität sind wichtige Faktoren bei der Aufnahme von Assets in das System. Da Sie eine große Datenmenge in das System laden, sollten Sie eine möglichst optimale Systemleistung sicherstellen, um den erforderlichen Zeitaufwand zu minimieren und eine Überlastung des Systems zu vermeiden, die zu einem Systemabsturz führen kann. Dies gilt insbesondere für Systeme, die bereits produktiv eingesetzt werden.

Es gibt zwei Herangehensweisen zum Laden von Assets in das System: ein Push-basierter Ansatz mit HTTP oder ein Pull-basierter Ansatz mit JCR-APIs. 

Push über HTTP

Das Managed Services-Team von Adobe lädt Daten mit einem Tool namens Glutton in Kundenumgebungen. Glutton ist eine kleine Java-Anwendung, die alle Assets von einem Verzeichnis in ein anderes Verzeichnis einer AEM-Instanz lädt. Statt Glutton können Sie auch Tools wie Perl-Skripts zum Posten der Assets in das Repository verwenden.

Der Push-basierte Ansatz mit HTTP hat zwei wesentliche Nachteile:

  1. Die Assets müssen über HTTP an den Server übertragen werden. Dies ist mit einem gewissen (zeitlichen) Mehraufwand verbunden, sodass die Migration länger dauert. 
  2. Wenn Tags und benutzerdefinierte Metadaten auf die Assets angewendet werden müssen, erfordert dieser Ansatz einen zweiten benutzerdefinierten Prozess, der zum Anwenden dieser Metadaten auf die Assets durchgeführt werden muss (nach dem Asset-Import).

Der andere Ansatz zur Aufnahme von Assets sieht einen Pull der Assets aus dem lokalen Dateisystem vor. Kann jedoch kein externes Laufwerk bzw. keine Netzwerkfreigabe an den Server angebunden werden, um den Pull-basierten Ansatz durchzuführen, sollten die Assets am besten über HTTP gepostet werden.

Pull aus dem lokalen Dateisystem

CSV Asset Importer von ACS AEM-Tools zieht per Pull-Vorgang Assets aus dem Dateisystem sowie Asset-Metadaten aus einer CSV-Datei zwecks Asset-Import. Die AEM Asset Manager-API dient zum Importieren der Assets in das System und zum Anwenden der konfigurierten Metadateneigenschaften. Im Idealfall werden die Assets über eine Netzwerkdateibereitstellung oder über ein externes Laufwerk auf dem Server bereitgestellt.

Da Assets nicht über ein Netzwerk übertragen werden müssen, verbessert sich die Gesamtleistung erheblich, sodass diese Methode allgemein als effizienteste Möglichkeit zum Laden von Assets in das Repository gilt. Des Weiteren unterstützt das Tool auch die Aufnahme von Metadaten. Daher können Sie alle Assets und Metadaten in einem einzigen Schritt importieren und müssen keinen zusätzlichen zweiten Schritt zum Anwenden der Metadaten durch ein separates Tool erstellen.

Verarbeiten von Ausgabeformaten

Nachdem Sie die Assets in das System geladen haben, müssen Sie sie über den Workflow „DAM-Update-Asset“ verarbeiten, um Metadaten zu extrahieren und Wiedergaben zu generieren. Vor diesem Schritt müssen Sie den DAM-Update-Asset-Workflow duplizieren und an Ihre Anforderungen anpassen. Der standardmäßig verfügbare Workflow enthält möglicherweise eine Reihe von Schritten, die Sie nicht benötigen, so etwa die Scene7-PTIF-Generierung oder die InDesign Server-Integration.

Wenn Sie den Workflow den Anforderungen entsprechend konfiguriert haben, stehen Ihnen zwei Optionen zur Ausführung zur Verfügung:

  1. Die einfachste Herangehensweise bietet Bulk Workflow Manager von ACS Commons. Mit diesem Tool können Sie eine Abfrage ausführen und die Ergebnisse der Abfrage durch einen Workflow verarbeiten. Darüber hinaus gibt es auch Optionen zum Festlegen von Stapelgrößen.
  2. Sie können Fast Action Manager von ACS Commons zusammen mit Synthetic Workflows verwenden. Dieser Ansatz bedeutet zwar eine deutlich stärkere Einbindung, aber Sie können damit den Mehraufwand durch die AEM-Workflow-Engine beseitigen – bei gleichzeitiger Optimierung der Nutzung von Serverressourcen. Zusätzlich sorgt Fast Action Manager für eine weitere Leistungssteigerung durch die dynamische Überwachung von Serverressourcen und Drosselung der Last auf dem System. Beispielskripts sind auf der ACS Commons-Funktionsseite verfügbar.

Aktivieren von Assets

Bei Bereitstellungen mit einer Veröffentlichungsstufe müssen Sie die Assets für die Veröffentlichungsfarm aktivieren. Zwar empfiehlt Adobe die Ausführung von mehr als einer Veröffentlichungsinstanz, dennoch ist es am effizientesten, alle Assets in einer Veröffentlichungsinstanz zu replizieren und dann diese Instanz zu klonen. Wird eine große Anzahl von Assets nach Auslösen einer Strukturaktivierung aktiviert, müssen Sie ggf. eingreifen. Der Grund: Beim Auslösen von Aktivierungen werden Elemente der Sling-Auftrags-/Eventing-Warteschlange hinzugefügt. Bei einer Warteschlangengröße von mehr als ca. 40.000 Elementen wird die Verarbeitung deutlich langsamer. Wenn die Größe dieser Warteschlange die Zahl von 100.000 Elementen übersteigt, wird die Systemstabilität beeinträchtigt.

Um hier Abhilfe zu schaffen, können Sie Fast Action Manager für die Asset-Verwaltung einsetzen. Dies funktioniert ohne Sling-Warteschlangen und sorgt für weniger Mehraufwand, während der Workload gedrosselt wird, um eine Überlastung des Servers zu vermeiden. Ein Beispiel für die Verwendung von FAM zur Replikationsverwaltung finden Sie auf der Dokumentationsseite für die Funktion.

Zu weiteren Optionen zum Übertragen von Assets in die Veröffentlichungsfarm gehören u. a. vlt-rcp und. oak-run, die als Tools mit Jackrabbit bereitgestellt werden. Eine andere Möglichkeit ist zudem Grabbit, ein Open-Source-Tool für Ihre AEM-Infrastruktur, das schneller sein soll als vlt.

Jeder dieser Ansätze ist dahingehend eingeschränkt, dass die Assets in der Autoreninstanz nicht als aktiviert angezeigt werden. Um diese Assets mit dem korrekten Aktivierungsstatus zu kennzeichnen, müssen Sie ein Skript ausführen, damit die Assets als aktiviert markiert werden.

Hinweis:

Adobe bietet weder Wartung noch Unterstützung für Grabbit.

Klonen von Veröffentlichungsinstanzen

Nach Aktivierung der Assets können Sie Ihre Veröffentlichungsinstanz klonen, um die zur Bereitstellung benötigte Anzahl an Kopien zu erstellen. Einen Server zu klonen, ist ein relativ unkomplizierter Vorgang. Dabei müssen jedoch einige wichtige Schritte berücksichtigt werden. So klonen Sie eine Veröffentlichungsinstanz:

  1. Sichern Sie die Quellinstanz und den Datenspeicher.

  2. Stellen Sie die Sicherung der Instanz und des Datenspeichers am Zielspeicherort wieder her. Die folgenden Schritte beziehen sich allesamt auf diese neue Instanz.

  3. Führen Sie unter crx-quickstart/launchpad/felix eine Dateisystemsuche nach sling.id durch. Löschen Sie diese Datei.

  4. Suchen und löschen Sie etwaig vorhandene repository-XXX-Dateien im Stammverzeichnis.

  5. Bearbeiten Sie crx-quickstart/install/org.apache.jackrabbit.oak.plugins.blob.datastore.FileDataStore.config und crx-quickstart/launchpad/config/org/apache/jackrabbit/oak/plugins/blob/datastore/FileDataStore.config so, dass auf den Speicherort des Datenspeichers in der neuen Umgebung verwiesen wird.

  6. Starten Sie die Umgebung.

  7. Aktualisieren Sie die Konfiguration aller Replikationsagenten auf Autorseite so, dass auf die korrekten Veröffentlichungsinstanzen verwiesen wird, bzw. die Agenten „Dispatcher leeren“ der neuen Instanz so, dass auf die korrekten Dispatcher für die neue Umgebung verwiesen wird.

Aktivieren von Workflows

Nach abgeschlossener Migration sollten die Starter für die Workflows „DAM-Update-Asset“ neu aktiviert werden, um die Wiedergabegenerierung und Metadatenextraktion für die laufende, tagtägliche Systemnutzung zu unterstützen. 

Migrieren zwischen AEM-Instanzen

Wenn es auch nicht so häufig vorkommt, müssen dennoch manchmal große Datenmengen zwischen AEM-Instanzen migriert werden, etwa wenn Sie ein AEM- bzw. Hardwareupgrade durchführen oder auf ein neues Rechenzentrum migrieren, wie bei der AMS-Migration.

In diesem Fall sind die Assets schon mit Metadaten aufgefüllt und Wiedergaben sind bereits generiert. Sie können sich einfach darauf konzentrieren, Assets zwischen Instanzen zu verschieben. Führen Sie beim Migrieren zwischen AEM-Instanzen die folgenden Schritte aus:

  1. Workflows deaktivieren 

    Da Wiedergaben zusammen mit den Assets migriert werden, sollten Sie die Workflowstarter für „DAM-Update-Asset“ deaktivieren.

  2. Tags migrieren

    Da Sie bereits Tags in die AEM-Quellinstanz geladen haben, können Sie diese in einem Inhaltspaket erstellen und das Paket in der Zielinstanz installieren.

  3. Assets migrieren

    Es werden zwei Tools zum Verschieben von Assets zwischen AEM-Instanzen empfohlen:

    • Mit Vault Remote Copy (oder vlt rcp) können Sie vlt netzwerkübergreifend einsetzen. Nach Angabe eines Quell- und Zielverzeichnisses lädt vlt alle Repositorydaten von einer Instanz herunter und lädt diese in die andere Instanz. Die Dokumentation zum vlt rcp-Tool finden Sie unter http://jackrabbit.apache.org/filevault/rcp.html.
    • Grabbit ist ein Open-Source-Tool zur Inhaltssynchronisierung, das von Time Warner Cable für die eigene AEM-Implementierung entwickelt wurde. Durch die Nutzung kontinuierlicher Datenströme weist das Tool im Vergleich zu vlt rcp eine geringere Latenz auf. Darüber hinaus soll es zwei- bis zehnmal schneller sein als vlt rcp. Grabbit unterstützt zudem die alleinige Synchronisierung von Delta-Inhalten, sodass Änderungen nach erfolgreich abgeschlossener Erstmigration synchronisiert werden.
  4. Assets aktivieren

    Befolgen Sie die Anweisungen zum Aktivieren von Assets, dokumentiert für die Erstmigration nach AEM.

  5. Klonen Sie die Veröffentlichungsinstanz.

    Wie bei einer neuen Migration ist es effizienter, eine einzelne Veröffentlichungsinstanz zu laden und zu klonen, als Inhalt auf beiden Knoten zu aktivieren. Siehe Klonen von Veröffentlichungsinstanzen.

  6. Aktivieren Sie Workflows.

    Aktivieren Sie nach abgeschlossener Migration die Starter für die DAM-Update-Asset-Workflows neu, um die Wiedergabegenerierung und Metadatenextraktion für die laufende, tagtägliche Systemnutzung zu unterstützen. 

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