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Wenn ein herkömmliches WCM-Asset entfernt wird, kann der Verweis zum zugrunde liegenden Datenspeichersatz aus der Knotenhierarchie entfernt werden. Der Datenspeichersatz selbst bleibt allerdings bestehen. Dieser nicht referenzierte Datenspeichersatz wird dadurch zu „Garbage“, der nicht aufbewahrt werden muss. In Instanzen mit einer Reihe von Garbage-Assets ist es von Vorteil, diese loszuwerden, um Speicherplatz zu behalten und um die Sicherung sowie die Leistung bei der Dateisystemwartung zu optimieren.

Meist neigen WCM-Anwendungen dazu, Informationen zu sammeln. Gelöscht werden die Informationen allerdings bei Weitem nicht so oft. Auch wenn neue Bilder hinzugefügt werden und sogar wenn alte Versionen ersetzt werden, behält das Versionskontrollsystem dennoch die alte Version bei und unterstützt bei Bedarf die Möglichkeit, zu dieser Version zurückzukehren. Daher wird der Großteil der Inhalte, die wir zum System hinzufügen, permanent gespeichert. Was ist also die typische Quelle für „Garbage“ im Repository, die wir bereinigen möchten?

AEM verwendet das Repository als Speicher für eine Reihe von internen Aktivitäten und Bereinigungsaktivitäten:

  • Zusammengestellte und heruntergeladene Pakete
  • Für die Veröffentlichungsreplikation erstellte temporäre Dateien
  • Workflow-Payload
  • Während des DAM-Renderings temporär erstellte Assets

Wenn eines dieser temporären Objekte groß genug ist, Speicherplatz im Datenspeicher zu beanspruchen, und wenn das Objekt schließlich nicht mehr genutzt wird, bleibt der Datenspeichersatz selbst als „Garbage“ vorhanden. In einer typischen WCM-Autoren-/Veröffentlichungsanwendung ist die größte Quelle von „Garbage“ dieser Art in der Regel der Prozess der Aktivierung der Veröffentlichung. Wenn Daten für die Veröffentlichung repliziert werden, werden diese zunächst in einem effizienten Datenformat namens „Durbo“ in Sammlungen erfasst und im Repository unter /var/replication/data gespeichert. Die Datenbundles übersteigen oft den kritischen Größenschwellenwert für den Datenspeicher und werden daher als Datenspeichersätze gespeichert. Wenn die Replikation abgeschlossen ist, wird der Knoten in /var/replication/data gelöscht, doch der Datenspeichersatz bleibt als „Garbage“ bestehen.

Eine weitere Quelle von wiederherstellbarem Garbage sind Pakete. Paketdaten werden – wie alles andere auch – im Repository und bei Paketen, die größer sind als 4 KB, im Datenspeicher gespeichert. Während eines Entwicklungsprojekts oder im Laufe der Zeit können Pakete bei der Wartung eines Systems viele Male zusammengestellt und neu erstellt werden, wobei jede Version zu einem neuen Datenspeichersatz führt, durch den der Datensatz der vorherigen Version verwaist.

Wie funktioniert die automatische Datenspeicherbereinigung?

Wenn das Repository mit einem externen Datenspeicher konfiguriert wurde, wird die automatische Datenspeicherbereinigung im Rahmen des wöchentlichen Wartungsfensters automatisch ausgeführt. Der Systemadministrator kann bei Bedarf die Datenspeicherbereinigung auch manuell ausführen. Im Allgemeinen wird empfohlen, dass die Datenspeicherbereinigung regelmäßig durchgeführt wird, doch die folgenden Faktoren sollten bei der Planung von Datenspeicherbereinigungen berücksichtigt werden:

  • Datenspeicherbereinigungen nehmen Zeit in Anspruch und können die Leistung beieinträchtigen, was entsprechend eingeplant werden sollte.
  • Das Entfernen der „Garbage“-Datensätze im Datenspeicher hat keinen Einfluss auf die normale Leistung. Es handelt sich also nicht um eine Leistungsoptimierung.
  • Wenn die Speichernutzung und damit verbundene Faktoren wie die Sicherungszeiten kein Problem darstellen, kann die automatische Datenspeicherbereinigung auf sichere Weise zeitlich verschoben werden.

Der Datenspeicherbereiniger merkt sich zunächst den aktuellen Zeitstempel, wenn der Prozess beginnt. Die Sammlung der Daten wird mithilfe eines Multi-Pass-Mark-/Sweep-Pattern-Algorithmus durchgeführt.

In der ersten Phase führt der Datenspeicherbereiniger einen umfassenden Durchlauf durch die gesamten Repository-Inhalte durch. Zu jedem Inhaltsobjekt mit einem Verweis zum Datenspeichersatz sucht er die Datei im Dateisystem, führt eine Metadatenaktualisierung durch und ändert das „Zuletzt geändert“- oder MTIME-Attribut. An diesem Punkt erhalten Dateien, auf die in dieser Phase zugegriffen wurde, einen neueren Zeitstempel als den ursprünglichen Baseline-Zeitstempel.

In der zweiten Phase durchläuft der Datenspeicherbereiniger die physische Verzeichnisstruktur des Datenspeichers auf eine sehr ähnliche Weise wie eine Suche. Er untersucht das „Zuletzt geändert“- oder MTIME-Attribut der Datei und bestimmt Folgendes:

  • Wenn das MTIME neuer als der ursprüngliche Baseline-Zeitstempel ist, wurde die Datei entweder in der ersten Phase gefunden oder es handelt sich um eine völlig neue Datei, die dem Repository während des laufenden Bereinigungsprozesses hinzugefügt wurde. In beiden Fällen wird der Datensatz als aktiv betrachtet und die Datei ist nicht zu löschen.
  • Wenn das MTIME-Attribut vor dem ursprünglichen Baseline-Zeitstempel liegt, handelt es sich bei der Datei nicht um eine aktiv referenzierte Datei und sie wird als entfernbarer „Garbage“ betrachtet.

Dieser Ansatz funktioniert bei einem einzelnen Knoten mit einem privaten Datenspeicher sehr gut. Handelt es sich jedoch um einen freigegebenen Datenspeicher, bedeutet dies, dass potenziell aktive Live-Verweise auf Datenspeichersätze von anderen Repositorys nicht geprüft werden und dass aktive referenzierte Dateien gegebenenfalls fälschlicherweise entfernt werden. Der Systemadministrator muss vor der Planung jedweder Datenspeicherbereinigungen auf jeden Fall über die Freigabestruktur des Datenspeichers Bescheid wissen. Er darf nur dann den einfachen integrierten Prozess zur automatischen Datenspeicherbereinigung verwenden, wenn bekannt ist, dass der Datenspeicher nicht freigegeben ist.

Hinweis:

Wenn Sie die automatische Bereinigung für einen eingerichteten Cluster- oder freigegebenen Speicher (mit Mongo oder Segment-Tar) durchführen, werden im Protokoll möglicherweise Warnungen angezeigt, wonach bestimmte Blob-IDs nicht gelöscht werden können. Dies geschieht, weil während einer vorherigen automatischen Bereinigung gelöschte Blob-IDs fälschlicherweise erneut von anderen Cluster- oder Freigabeknoten referenziert werden, denen die Information zu den ID-Löschungen fehlt. Daher wird bei der automatischen Bereinigung eine Warnung protokolliert, wenn versucht wird, eine bereits im vorherigen Durchgang gelöschte ID zu entfernen. Dieses Verhalten wirkt sich weder auf die Leistung noch auf die Funktionalität aus. 

Ausführen der automatischen Datenspeicherbereinigung

Die automatische Datenspeicherbereinigung kann je nach dem eingerichteten Datenspeicher, auf dem AEM ausgeführt wird, auf drei Arten erfolgen:

  1. Über die Versionsbereinigung – ein Bereinigungsmechanismus, der in der Regel für die Bereinigung des Knotenspeichers verwendet wird
  2. Über die Automatische Datenspeicherbereinigung – ein Bereinigungsmechanismus speziell für externe Datenspeicher, der im Vorgangs-Dashboard verfügbar ist
  3. Über die JMX-Konsole

Wenn TarMK sowohl als Knotenspeicher als auch als Datenspeicher verwendet wird, kann die Versionsbereinigung für beide Speicher eingesetzt werden. Wenn jedoch ein externer Datenspeicher wie der Dateisystemdatenspeicher konfiguriert ist, muss die Datenspeicherbereinigung explizit und separat von der Versionsbereinigung ausgelöst werden. Automatische Datenspeicherbereinigung kann über das Vorgangs-Dashboard oder die JMX-Konsole ausgelöst werden.

In der folgenden Tabelle sind die Speicherbereinigungstypen aufgeführt, die für alle unterstützten Datenspeicherbereitstellungen in AEM 6 zu verwenden sind:

Knotenspeicher
Datenspeicher Speicherbereinigungsmechanismus
TarMK TarMK Versionsbereinigung (Binärdateien inline im Segmentspeicher)
TarMK Externes Dateisystem

Automatische Datenspeicherbereinigungsaufgabe über Vorgangs-Dashboard

JMX-Konsole

MongoDB MongoDB

Automatische Datenspeicherbereinigungsaufgabe über Vorgangs-Dashboard

JMX-Konsole

MongoDB Externes Dateisystem

Automatische Datenspeicherbereinigungsaufgabe über Vorgangs-Dashboard

JMX-Konsole

Ausführen der automatischen Datenspeicherbereinigung über das Vorgangs-Dashboard

Das integrierte, über das Vorgangs-Dashboard verfügbare wöchentliche Wartungsfenster beinhaltet die integrierte Aufgabe, die Datenspeicherbereinigung sonntags um 1 Uhr nachts durchzuführen.

Wenn Sie die automatische Datenspeicherbereinigung zu einem anderen Zeitpunkt ausführen müssen, kann diese auch manuell über das Vorgangs-Dashboard ausgelöst werden.

Vor der Ausführung der automatischen Datenspeicherbereinigung sollten Sie prüfen, ob zu dem Zeitpunkt keine Sicherungen ausgeführt werden.

  1. Öffnen Sie das Vorgangs-Dashboard über Navigation > Tools > Vorgänge > Wartung.

  2. Klicken oder tippen Sie auf Wöchentliches Wartungsfenster.

    chlimage_1
  3. Wählen Sie die Aufgabe Automatische Datenspeicherbereinigung und klicken oder tippen Sie auf das Symbol Ausführen.

    chlimage_1
  4. Die automatische Datenspeicherbereinigung wird ausgeführt und der Status wird im Dashboard angezeigt.

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Hinweis:

Die Aufgabe zur Durchführung der automatischen Datenspeicherbereinigung wird nur angezeigt, wenn Sie einen externen Dateidatenspeicher konfiguriert haben. Weitere Informationen zur Einrichtung eines Dateidatenspeichers finden Sie unter Konfigurieren von Knotenspeichern und Datenspeichern in AEM 6.

Ausführen der automatischen Datenspeicherbereinigung über die JMX-Konsole

In diesem Abschnitt wird die manuelle Ausführung der automatischen Datenspeicherbereinigung über die JMX-Konsole erläutert. Wenn Ihre Installation ohne einen externen Datenspeicher eingerichtet wurde, gilt dies nicht für Ihre Installation. Sehen Sie sich stattdessen die Anweisungen zur Ausführung der Versionsbereinigung unter Wartung von Repositorys an.

Hinweis:

Wenn Sie TarMK mit einem externen Datenspeicher ausführen, müssen Sie zunächst die Versionsbereinigung ausführen, damit die Speicherbereinigung effektiv sein kann.

So führen Sie die Speicherbereinigung durch:

  1. Markieren Sie in der Apache Felix OSGi Management Console die Registerkarte Main und wählen Sie aus dem folgenden Menü JMX aus

  2. Suchen Sie als Nächstes das MBean Repository Manager und klicken Sie darauf (oder gehen Sie zu http://host:port/system/console/jmx/org.apache.jackrabbit.oak%3Aname%3Drepository+manager%2Ctype%3DRepositoryManagement).

  3. Klicken Sie auf startDataStoreGC(boolean markOnly).

  4. Geben Sie falls erforderlich true für den Parameter markOnly ein:

    Option Beschreibung
    boolean markOnly Wählen Sie hierzu „true“, um nur die Verweise zu markieren und die Sweep-Phase beim Mark-Sweep-Vorgang auszulassen. Dieser Modus wird verwendet, wenn der zugrunde liegende BlobStore für mehrere verschiedene Repositorys freigegeben ist. Setzen Sie den Parameter in allen anderen Fällen auf „false“, um eine vollständige Speicherbereinigung durchzuführen.
  5. Klicken Sie auf Invoke. CRX führt die Speicherbereinigung durch und zeigt an, wenn diese abgeschlossen ist.

Hinweis:

Die automatische Datenspeicherbereinigung erfasst keine Dateien, die in den letzten 24 Stunden gelöscht wurden.

Hinweis:

Die Aufgabe zur Durchführung der automatischen Datenspeicherbereinigung startet nur, wenn Sie einen externen Dateidatenspeicher konfiguriert haben. Wenn kein externer Dateidatenspeicher konfiguriert wurde, gibt die Aufgabe, nachdem sie aufgerufen wurde, die Meldung Cannot perform operation: no service of type BlobGCMBean found aus. Weitere Informationen zur Einrichtung eines Dateidatenspeichers finden Sie unter Konfigurieren von Knotenspeichern und Datenspeichern in AEM 6.

Automatisieren der automatischen Datenspeicherbereinigung

Wenn möglich sollte die automatische Datenspeicherbereinigung ausgeführt werden, wenn das System nicht stark ausgelastet ist – so zum Beispiel am Morgen.

Das integrierte, über das Vorgangs-Dashboard verfügbare wöchentliche Wartungsfenster beinhaltet die integrierte Aufgabe, die Datenspeicherbereinigung sonntags um 1 Uhr nachts durchzuführen. Sie sollten außerdem überprüfen, ob zu diesem Zeitpunkt keine Sicherungen durchgeführt werden. Der Start des Wartungsfensters kann bei Bedarf über das Dashboard angepasst werden.

Hinweis:

Es sollte nicht beides gleichzeitig ausgeführt werden, damit alte (und nicht verwendete) Datenspeicherdateien ebenfalls gesichert werden. Auf diese Weise sind die Binärdateien nach wie vor in der Sicherung vorhanden, wenn das Zurücksetzen auf eine alte Version erforderlich sein sollte.

Wenn Sie die automatische Datenspeicherbereinigung nicht mit dem wöchentlichen Wartungsfenster im Vorgangs-Dashboard ausführen möchten, kann sie mithilfe der wget- oder curl-HTTP-Clients automatisiert werden. Es folgt ein Beispiel für eine Automatisierung der Sicherung mithilfe von curl:

Vorsicht:

Im folgenden Beispiel müssen gegebenenfalls verschiedene Parameter des curl-Befehls für Ihre Instanz konfiguriert werden, so zum Beispiel Hostname (localhost), Port (4502), Admin-Kennwort (xyz) und verschiedene Parameter für die tatsächliche automatische Datenspeicherbereinigung.

Dies ist ein Beispiel für einen curl-Befehl zum Aufrufen der automatischen Datenspeicherbereinigung über die Befehlszeile:

curl -u admin:admin -X POST --data markOnly=true  http://localhost:4503/system/console/jmx/org.apache.jackrabbit.oak"%"3Aname"%"3Drepository+manager"%"2Ctype"%"3DRepositoryManagement/op/startDataStoreGC/boolean

Der curl-Befehl wird sofort zurückgegeben.

 

Prüfen der Datenspeicherkonsistenz

Die Datenspeicherkonsistenzprüfung meldet sämtliche fehlenden Datenspeicherbinärdateien, die dennoch referenziert werden. Führen Sie die folgenden Schritte aus, um eine Konsistenzprüfung zu starten:

  1. Gehen Sie zur JMX-Konsole. Informationen zur Verwendung der JMX-Konsole finden Sie in diesem Artikel.

  2. Suchen Sie nach dem MBean BlobGarbageCollection und klicken Sie darauf.

  3. Klicken Sie auf den Link checkConsistency().

Nach dem Abschluss der Konsistenzprüfung wird eine Meldung mit der Zahl der als fehlend gemeldeten Binärdateien angezeigt. Ist die Zahl größer als 0, prüfen Sie das error.log, um weitere Details zu fehlenden Binärdateien anzuzeigen. 

Im Folgenden finden Sie ein Beispiel dafür, wie die fehlenden Binärdateien in den Protokollen gemeldet werden:

11:32:39.673 INFO [main] MarkSweepGarbageCollector.java:600 Consistency check found [1] missing blobs
11:32:39.673 WARN [main] MarkSweepGarbageCollector.java:602 Consistency check failure in the the blob store : DataStore backed BlobStore [org.apache.jackrabbit.oak.plugins.blob.datastore.OakFileDataStore], check missing candidates in file /tmp/gcworkdir-1467352959243/gccand-1467352959243

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