Der Premiere Pro-Projektmanager ermöglicht mit den folgenden beiden Funktionen einen leistungsfähigen Archivierungs- oder Transkodierungsarbeitsablauf: 

  • Zusammenstellen oder Kopieren des aktuellen Projekts und aller zugehörigen Mediendateien in einem einzigen Ordner für die Freigabe
  • Konsolidieren von einem Projekt zugeordneten Dateien zur Transkodierung in einem einzelnen Codec zur einfachen Archivierung

 

Kopieren von Projekten an einen neuen Speicherort

Mit dem Projektmanager können Sie ein Projekt in einem anderen Ordner erfassen. Beim Zusammenstellen von Dateien werden das aktuelle Projekt und alle zugehörigen Mediendateien an einen einzigen Speicherort kopiert. Beim Kopieren von Dateien erfolgt keine Konvertierung.

Sie können beim Zusammenstellen eines Projekts festlegen, ob das neue Projekt einige der nicht verwendeten Clips aus dem Originalprojekt beibehalten soll. Um auch den Speicherbedarf zu senken, verwenden Sie nur die Medien, die erforderlich sind, um die Sequenzen im Projekt zu erstellen und zu exportieren.

Sie können diesen Arbeitsablauf verwenden, um die Quellmediendateien eines Projekts, die an verschiedenen Orten gespeichert sind, zu sammeln und an einen einzigen Speicherort zu kopieren, wo sie leicht gemeinsam genutzt werden können.

Konsolidieren und Archivieren von Projekten

Mit dem Projektmanager können Sie Medien und Projekte effizient verwalten, insbesondere große Projekte mit vielen Clips und verschiedenen Medienformaten.

Sie können leicht große Projekte archivieren, indem Sie alle relevanten Dateien in Projekten und Sequenzen in einen Zwischen- oder Mezzanin-Codec transkodieren.

Der Projektmanager bietet verschiedene Optionen zur Konsolidierung relevanter Dateien in einen Mezzanin-Codec basierend auf benutzerdefinierten Voreinstellungen. Beim Konsolidieren der Dateien kopiert der Projektmanager nur die Teile des Originalfilmmaterials, die in Sequenzen verwendet werden, und erstellt automatisch ein zugeschnittenes Projekt.

Sie können diesen einzelnen Codec leicht archivieren oder für andere Teams und Systeme freigeben. Sie können die archivierten Projekte in Premiere Pro jederzeit erneut bearbeiten.

Hinweis:

Die Funktion der in früheren Versionen von Premiere Pro verfügbaren Option „Neues zugeschnittenes Projekt erstellen“ ist in der Option „Konsolidieren und transkodieren“ enthalten. Das heißt, Sie können Ihre Medien bei der Archivierung eines Projekts zuschneiden.

Kopieren, Transkodieren oder Archivieren eines Projekts

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Projektmanager“.

  2. Aktivieren Sie im Projektmanager unter „Sequenz“ das Kontrollkästchen neben den gewünschten Sequenzen. Klicken Sie zum Aktivieren aller Felder bei gedrückter Umschalttaste auf diese.

    Hinweis:

    Verschachtelte Sequenzen werden nicht automatisch ausgewählt. Wenn die ausgewählten Sequenzen verschachtelte Sequenzen enthalten, müssen Sie diese verschachtelten Sequenzen ebenfalls auswählen.

  3. Mit den folgenden Optionen können Sie Ihr Projekt kopieren oder transkodieren:

    Sammeln von Dateien und Kopieren in ein neues Verzeichnis

    Stellt das Filmmaterial in den ausgewählten Sequenzen zusammen und kopiert es in einen einzigen Speicherort.

    Hinweis:

    Der Projektmanager sammelt und kopiert keine After Effects-Kompositionen, die dynamisch mit einem Adobe Premiere Pro-Projekt verknüpft sind. Der Projektmanager speichert den Dynamic Link-Clip jedoch im zugeschnittenen Projekt als Offlineclip.

    Konsolidieren und Transkodieren

    Konsolidiert das Filmmaterial in der ausgewählten Sequenz und transkodiert es in einen einzelnen Codec zur Archivierung.

    • Abgleichen: Gleicht die Einstellungen der neu erstellten Medien mit den Sequenzeinstellungen, einzelnen Clipeinstellungen oder Vorgaben ab.

    Sequenz

    Verwendet die Framegröße, die Framerate und das Pixel-Seitenverhältnis der ausgewählten Sequenz und transkodiert die entsprechenden Clips zu diesen Einstellungen.

    Clips, die nicht mit diesen Einstellungen übereinstimmen, werden nur kopiert und nicht transkodiert.

    Einzelne Clips

    Verwendet die Framegröße, die Framerate und das Pixel-Seitenverhältnis der einzelnen Clips in der Sequenz und transkodiert sie entsprechend den individuellen Einstellungen.

    Wenn die Quelle nicht abgeglichen werden kann, wird der Clip nur kopiert und nicht transkodiert. Das ist beispielsweise der Fall, wenn der Clip ein Attribut enthält, das vom gewählten Format oder der Vorgabe nicht unterstützt wird.

    Vorgabe

    Verwendet die Framegröße, die Framerate und das Pixel-Seitenverhältnis der gewählten Vorgabe und transkodiert alle Clips zu diesen Einstellungen.

    Wenn die Quelle nicht abgeglichen werden kann, werden die Clips nur kopiert und nicht transkodiert.

    • Format: Hier stehen MXF OP1a-Dateien sowie MXF OP1a-Dateien im DNXHD-Format oder im QuickTime-Format zur Auswahl.
    • Vorgabe: Je nach ausgewähltem Format werden die entsprechenden Vorgabeoptionen angezeigt.

    Hinweis:

    Lediglich die Vorgabe „GoPro-Videos CineForm mit Alpha“ unterstützt Alphakanäle. Bei allen anderen Vorgaben werden die Alphakanäle reduziert.

  4. Premiere Pro erstellt anhand der folgenden Optionen eine neue Projektdatei, die mit den ausgewählten Medien verknüpft ist.

    Hinweis:

    Die verfügbaren Optionen sind von den Optionen abhängig, die Sie im vorherigen Schritt ausgewählt haben.

    Nicht verwendete Clips ausschließen

    Gibt an, dass der Projektmanager Medien, die nicht im Originalprojekt verwendet wurden, nicht einschließt oder kopiert.

    Handles einschließen

    Gibt die Anzahl der zusätzlichen Frames an, die vor dem In- und nach dem Out-Point eines jeden transkodierten Clips beibehalten werden sollen. Sie können einen Wert von 0 bis 999 Bildern definieren.

    Ein Wert von 30 bedeutet beispielsweise, dass 30 Frames vor dem In-Point und 30 Frames hinter dem Out-Point beibehalten werden. Handles dienen als Zusatzframes, die es ermöglichen, später kleine Anpassungen an den Änderungen im neuen Projekt vorzunehmen.

    Dateien zur Audio-Angleichung einschließen

    Stellt sicher, dass die im Originalprojekt angeglichenen Audiodaten auch im neuen Projekt angeglichen sind. Wenn diese Option nicht ausgewählt ist, belegt das neue Projekt zwar weniger Speicherplatz, doch Premiere Pro gleicht die Audiodaten wieder an, sobald das Projekt geöffnet wird. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn die Option „Dateien sammeln und in neues Verzeichnis kopieren“ ausgewählt ist.

    Konvertieren von Bildsequenzen in Clips

    Gibt an, dass der Projektmanager eine Sequenz von Standbilddateien in einem Clip in einen einzelnen Videoclip konvertiert. Jedes Standbild wird dabei zu einem Videoframe. Mit dieser Option wird häufig die Wiedergabeleistung verbessert.

    Vorschaudateien einschließen

    Legt fest, dass die im Originalprojekt gerenderten Effekte im neuen Projekt gerendert bleiben. Wenn diese Option nicht ausgewählt ist, belegt das neue Projekt zwar weniger Speicherplatz, doch die Effekte sind nicht gerendert. Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn die Option „Dateien sammeln und in neues Verzeichnis kopieren“ ausgewählt ist.

    Mediendateinamen an Clipnamen anpassen

    Benennt die kopierten Filmmaterial-Dateien mit den Namen der aufgenommenen Clips um. Wählen Sie diese Option, wenn Sie die aufgenommenen Clips innerhalb des Projektfensters umbenennen und die kopierten Filmmaterial-Dateien dieselben Namen besitzen sollen. (Importierte aufgenommene Dateien, insbesondere die Dateien, die mit Hilfe der Funktion „Szene suchen“ aufgenommen wurden, verfügen u. U. nicht über aussagekräftige Namen, daher ist eine Umbenennung dieser Dateien im Projektfenster empfehlenswert.) Mit dieser Option wird sichergestellt, dass der Dateiname des aufgenommenen Filmmaterials so geändert wird, dass er den neuen Namen im Projektfenster widerspiegelt, wodurch die Organisation der Filmmaterial-Dateien erheblich vereinfacht wird. Die Auswahl dieser Option für eine MXF-Datei ändert den Benutzerclipnamen in der XML der Datei nicht; sie ändert jedoch den Dateinamen des Clips, der für das zugeschnittene Projekt kopiert wird, so dass er dem im Projektfenster angezeigten Clipnamen entspricht.

    Konvertieren von After Effects-Kompositionen in Clips

    Konvertiert alle After Effects-Kompositionen in einem Projekt in reduzierte Videoclips.

    Wenn Ihr Projekt dynamisch verknüpfte After Effects-Kompositionen enthält, wird mit dieser Option die Komposition in einen Videoclip reduziert. Der Vorteil dieser Option liegt darin, dass die konvertierten Videoclips selbst auf Systemen, auf denen After Effects nicht installiert ist, wiedergegeben werden können.

    Hinweis:

    Sobald die Kompositionen in Videoclips reduziert wurden, können Sie die ursprünglichen Kompositionen im neu erstellten Projekt nicht mehr bearbeiten. Sie können die ursprünglichen Kompositionen jedoch im Quellprojekt mit Dynamic Link bearbeiten.

  5. Zielpfad

    Gibt an, wo der Projektmanager die ausgewählten Dateien speichert. Klicken Sie auf „Durchsuchen“, um zu einem anderen Speicherort als dem Standardort zu navigieren.

    Beim Kopieren eines Projekts erzeugt der Projektmanager den Ordner „Kopiert_[Projektname]“, in den das Projekt, die Filmdateien und andere angegebene Dateien kopiert werden.

    Beim Konsolidieren eines Projekts für die Transkodierung erstellt der Projektmanager den Ordner „Transkodiert_[Projektname]“, in den das Projekt, die Filmdateien und andere angegebene Dateien gespeichert werden.

    Hinweis:

    Wenn in demselben Speicherort bereits ein Ordner mit dem gleichen Namen wie das zu kopierende oder zu transkodierende Projekt existiert, hängt der Projektmanager eine Nummer an den Namen an. So können beispielsweise identische Namen von Nachfolgeprojekten um die folgenden Nummern erweitert werden: „_001“, „_002“, „_003“, „_004“ usw.

  6. Speicherplatz

    Zeigt einen Vergleich zwischen der Größe der Dateien des aktuellen Projekts und der geschätzten Größe der kopierten bzw. konsolidierten Dateien an. Klicken Sie auf „Berechnen“, um die Schätzung zu aktualisieren.

  7. Klicken Sie auf „OK“.

Hinweis:

Beim Kopieren oder Konsolidieren von Dateien für die Transkodierung produziert der Projektmanager keine P2-konforme MXF-Dateistruktur für Mediendateien, die aus einer P2-Quelle stammen.

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