Überfüllungsvorgabenbedienfeld – Übersicht

Eine Überfüllungsvorgabe ist eine Sammlung von Überfüllungseinstellungen, die Sie auf eine Seite oder einen Seitenbereich in einem Dokument anwenden können. Das Überfüllungsvorgabenbedienfeld stellt eine Schnittstelle für die Eingabe von Überfüllungseinstellungen und zum Speichern von Überfüllungsvorgaben dar. Sie können Überfüllungsvorgaben auf beliebige oder alle Seiten des aktuellen Dokuments anwenden oder die Vorgaben aus einem anderen InDesign-Dokument importieren. Wenn Sie auf einen Überfüllungsseitenbereich keine Überfüllungsvorgabe anwenden, wird die Vorgabe „[Standard]“ verwendet.

Anzeigen der Einstellungen für Überfüllungsvorgaben

  1. Wenn das Überfüllungsvorgabenbedienfeld ausgeblendet ist, wählen Sie „Fenster“ > „Ausgabe“ > „Überfüllungsvorgaben“.
  2. Führen Sie im Überfüllungsvorgabenbedienfeld einen der folgenden Schritte aus:
    • Doppelklicken Sie auf die Vorgabe.

    • Wählen Sie die Vorgabe aus und klicken Sie im Bedienfeldmenü auf „Vorgabeoptionen“.

Komprimieren der Überfüllungsvorgabenliste

  1. Wählen Sie aus dem Menü des Überfüllungsvorgabenbedienfelds die Option „Kleine Bedienfeldreihen“.

Erkennen unbenutzter Überfüllungsvorgaben

  1. Wählen Sie aus dem Menü des Überfüllungsvorgabenbedienfelds die Option „Alle nicht verwendeten auswählen“. Von der Überfüllungs-Engine werden alle Vorgaben (außer „[Standard]“ und „[Keine Überfüllungsvorgabe]“) ausgewählt, die dem aktuellen Dokument nicht zugewiesen wurden. Sie können diese Vorgaben problemlos entfernen.

Erstellen oder Ändern einer Überfüllungsvorgabe

  1. Wenn das Überfüllungsvorgabenbedienfeld ausgeblendet ist, wählen Sie „Fenster“ > „Ausgabe“ > „Überfüllungsvorgaben“.
  2. Wählen Sie aus dem Bedienfeldmenü die Option „Neue Vorgabe“, um eine Vorgabe zu erstellen, oder doppelklicken Sie auf eine Vorgabe, um sie zu bearbeiten.

    Hinweis:

    Durch Klicken auf „Neue Vorgabe“ am unteren Rand des Überfüllungsvorgabenbedienfelds wird eine Vorgabe auf Basis der Einstellungen für „[Standard]“ erstellt.

  3. Legen Sie die folgenden Optionen fest und klicken Sie dann auf „OK“:

    Name

    Geben Sie einen Namen für die Vorgabe ein. Der Name der Überfüllungsvorgabe „[Standard]“ kann nicht verändert werden.

    Überfüllungsbreite

    Geben Sie Werte für die Stärke der Überlappung von Druckfarben ein.

    Erscheinungsbild der Überfüllung

    Legen Sie die gewünschten Einstellungen fest, um die Form der Überfüllungen zu steuern.

    Bild

    Legen Sie fest, wie Überfüllungen bei importierten Bitmap-Bildern erfolgen.

    Überfüllungsgrenzwerte

    Geben Sie Werte ein, um die Bedingungen für eine Überfüllung festzulegen. Die Werte, die Sie hier eingeben müssen, hängen von vielen Variablen ab. Weitere Informationen erhalten Sie von Ihrem Druckvorstufenbetrieb.

Verwalten von Überfüllungsvorgaben

Sie können Überfüllungsvorgaben duplizieren, löschen, importieren und anpassen.

Duplizieren einer Überfüllungsvorgabe

  1. Führen Sie einen der folgenden Schritte durch:
    • Wählen Sie im Überfüllungsvorgabenbedienfeld eine Vorgabe aus und klicken Sie im Menü des Bedienfelds auf „Vorgabe duplizieren“.

    • Ziehen Sie eine Vorlage auf die Schaltfläche „Neue Vorgabe“ unten im Bedienfeld.

Löschen einer Überfüllungsvorgabe

  1. Wählen Sie im Überfüllungsvorgabenbedienfeld die Vorgabe aus und führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie auf die Schaltfläche „Löschen“.

    • Wählen Sie im Bedienfeldmenü „Vorgaben löschen“.

  2. Wenn Sie aufgefordert werden, eine Vorgabe zu ersetzen, wählen Sie im angezeigten Dialogfeld „Überfüllungsvorgabe löschen“ eine Vorgabe aus. Das Dialogfeld wird angezeigt, wenn mindestens eine der ausgewählten Vorgaben einer Seite zugewiesen wurde.
  3. Klicken Sie auf „Ja“, um den Löschvorgang zu bestätigen.

Hinweis:

Die beiden integrierten Vorgaben „[Standard]“ und „[Keine Überfüllungsvorgabe]“ können nicht gelöscht werden.

Importieren von Vorgaben aus anderen InDesign-Dokumenten

  1. Wählen Sie aus dem Menü des Überfüllungsvorgabenbedienfelds die Option „Überfüllungsvorgaben laden“.
  2. Wählen Sie die InDesign-Datei aus und klicken Sie auf „Öffnen“.

Zuweisen einer Überfüllungsvorgabe zu Seiten

Sie können eine Überfüllungsvorgabe einem Dokument oder einem Seitenbereich im Dokument zuweisen. Seiten ohne aneinander angrenzende Farben werden schneller gedruckt, wenn Sie die Überfüllung für diese Seiten deaktivieren. Die Überfüllung erfolgt erst, wenn Sie das Dokument drucken.

Überfüllungszuweisungen
Unter „Überfüllungszuweisungen“ werden die Vorgaben aufgeführt, die Sie auf Seiten angewendet haben. Die Zuweisungen werden jedes Mal aktualisiert, wenn Sie auf „Zuweisen“ klicken.

  1. Wählen Sie aus dem Menü des Überfüllungsvorgabenbedienfelds die Option „Überfüllungsvorgabe zuweisen“.
  2. Wählen Sie unter „Überfüllungsvorgabe“ die Vorgabe aus, die Sie anwenden möchten.
  3. Wählen Sie die Seiten aus, auf die Sie die Überfüllungsvorgabe anwenden möchten.
  4. Klicken Sie auf „Zuweisen“ und anschließend auf „Fertig“.

Hinweis:

Wenn Sie auf „Fertig“ klicken, ohne auf „Zuweisen“ geklickt zu haben, wird das Dialogfeld geschlossen, ohne dass Änderungen an den Überfüllungszuweisungen vorgenommen werden. Überfüllungszuweisungen, die zuvor mit der Schaltfläche „Zuweisen“ vorgenommen wurden, bleiben erhalten.

Einrichten der Überfüllungsseitenbereiche

  1. Wählen Sie aus dem Menü des Überfüllungsvorgabenbedienfelds die Option „Überfüllungsvorgabe zuweisen“.
  2. Wählen Sie unter „Überfüllungsvorgabe“ die Vorgabe aus, die Sie auf die Seitenbereiche anwenden möchten.
  3. Aktivieren Sie „Bereich“ und geben Sie einen oder mehrere Bereiche in aufsteigender Folge ein. Verwenden Sie Bindestriche für die einzelnen Bereiche und trennen Sie die Seiten und Bereiche durch Kommas oder durch Kommas und Leerzeichen. Ein gültiger Bereich lautet zum Beispiel „2-4, 6, 9-10, 12-“.
  4. Klicken Sie auf „Zuweisen“ und anschließend auf „Fertig“.

Wenn Sie einen Überfüllungsseitenbereich deaktivieren möchten, wählen Sie im Menü des Bedienfelds die Option „Überfüllungsvorgabe zuweisen“ aus, geben Sie einen Seitenbereich ein und wählen Sie im Menü „Überfüllungsvorgabe“ die Option „[Keine Überfüllungsvorgabe]“ aus. Klicken Sie auf „Zuweisen“ und anschließend auf „Fertig“.

Optionen für Überfüllungsvorgaben

Sie können Optionen für Überfüllungsvorgaben während der Erstellung oder der Bearbeitung einer Überfüllungsvorgabe ändern. Diese Optionen für die Überfüllungsvorgaben sind auch in Acrobat und InDesign verfügbar. In Acrobat können Sie die Überfüllungsvorgaben anzeigen, indem Sie auf „Werkzeuge“ > „Druckproduktion“ > „Überfüllungsvorgaben“ klicken. Klicken Sie in InDesign auf „Fenster“ > „Ausgabe“ > „Überfüllungsvorgaben“.

Überfüllungsbreiten

Die Überfüllungsbreite ist das Ausmaß der Überlappung jeder Überfüllung. Bei unterschiedlichen Papiereigenschaften, Rasterweiten und Druckerpressenbedingungen sind unterschiedliche Ausmaße des Überfüllungsgrades erforderlich. Die geeigneten Überfüllungsbreiten erhalten Sie von Ihrer Druckerei.

Standard

Bestimmt die Überfüllungsbreite in Punkt für Überfüllungen aller Farben mit Ausnahme der Farbe Schwarz. Der Standardwert ist 0p0.25.

Schwarz

Bestimmt das Maß der Überfüllung von Druckfarben in die Farbe Schwarz, das so genannte Zurückhaltungsmaß. Dies ist der Abstand zwischen schwarzen Kanten und darunter liegenden Druckfarben für das Überfüllen von tiefem Schwarz. Der Standardwert ist 0p0.5. Er wird oft auf das 1,5- bis 2-fache des Standardwerts für die Überfüllungsbreite eingestellt.

In InDesign bestimmt der Wert, den Sie für „Schwarze Farbe“ festlegen, den Wert für die Farbe Schwarz oder tiefes Schwarz, einem Process-Schwarz (K) der CMYK-Farbpalette, gemischt mit bunten Farben zur Erhöhung der Deckkraft und zur Erzielung eines satteren Farbtons.

Hinweis:

(InDesign) Wenn Sie die anwendungsinterne Überfüllung wählen und für die Überfüllungsbreiten „Standard“ oder „Schwarz“ einen Wert von über 4 Punkt festlegen, wird die resultierende Überfüllungsbreite auf 4 Punkt beschränkt. Es wird jedoch weiterhin der festgelegte Wert angezeigt, da beim Wechsel zur Adobe In-RIP-Überfüllung die Überfüllungsgrenzwerte über 4 Punkt wie festgelegt angewendet werden.

Erscheinungsbild der Überfüllung

Wo zwei Überfüllungskanten an einem gemeinsamen Endpunkt zusammentreffen, liegt eine Ecke. Sie können die Form der äußeren Ecke von zwei Überfüllungssegmenten und den Schnittpunkt von drei Überfüllungen steuern.

Eckenformat

Steuert die Form der äußeren Ecke von zwei Überfüllungssegmenten. Wählen Sie „Gehrung“, „Abgerundete Kante“ oder „Abgeflachte Kante“. Der Standardwert ist „Gehrung“. Dies entspricht früheren Überfüllungsergebnissen, um die Kompatibilität mit vorherigen Versionen der Adobe-Überfüllungs-Engine zu gewährleisten.

Beispiele für Überfüllungskanten (von links nach rechts): Gehrung, Abgerundete Kante, Abgeflachte Kante
Beispiele für Überfüllungskanten (von links nach rechts): Gehrung, Abgerundete Kante, Abgeflachte Kante

Abschlussformat

Steuert den Schnittpunkt von Dreiwege-Überfüllungen. „Gehrung“ (Standardwert) formt das Ende der Überfüllung, um sie vom überschneidenden Objekt fernzuhalten. „Überlappen“ beeinflusst die Form der erstellten Überfüllung durch das Objekt mit der hellsten neutralen Dichte, das zwei oder mehr dunklere Objekte überschneidet. Das Ende der hellsten Überfüllung wird um den Punkt gelegt, an dem sich die drei Objekte überschneiden.

Nahansicht von Beispielen für Überfüllungsenden
Nahansicht von Beispielen für Überfüllungsenden: „Gehrung“ (links) und „Überlappung“ (rechts)

Überfüllungsgrenzwerte

Farbdifferenz

Legt den Farbänderungswert fest, ab dem der Überfüllungsmechanismus eine Überfüllung erzeugt. Bei einigen Aufträgen ist eine Überfüllung nur für sehr starke Farbänderungen, bei anderen auch für geringere Farbänderungen erforderlich. Der Wert „Farbdifferenz“ gibt an, in welchem Grad Komponenten (wie z. B. CMYK-Werte) angrenzender Farben variieren müssen, bevor eine Überfüllung vollzogen wird.

Um festzulegen, wie stark die Farbkomponenten in angrenzenden Farben voneinander abweichen können, ohne dass eine Überfüllung durchgeführt wird, erhöhen bzw. verringern Sie im Dialogfeld „Neue Überfüllungsvorgabe“ oder „Überfüllungsvorgabeoptionen ändern“ den Wert für „Farbdifferenz“. Der Standardwert ist 10 %. Die besten Ergebnisse erreichen Sie mit einem Wert zwischen 8 % und 20 %. Niedrigere Prozentsätze erhöhen die Empfindlichkeit für Farbunterschiede. Dadurch werden mehr Überfüllungen erforderlich.

Schwarze Farbe

Gibt die Mindestmenge an schwarzer Druckfarbe an, die erforderlich ist, damit die Überfüllungsbreiteneinstellung für Schwarz angewendet wird. Der Standardwert ist 100%. Optimale Ergebnisse erreichen Sie mit einem Wert von mindestens 70 %.

Schwarzdichte

Gibt den neutralen Dichtewert an, ab dem eine Druckfarbe von InDesign als Schwarz angesehen wird. Wenn Sie z. B für eine dunkle Volltondruckfarbe die Überfüllungsbreiteneinstellung für Schwarz verwenden möchten, geben Sie hier den neutralen Dichtewert ein. Dieser Wert liegt in der Regel um den Standardwert von 1,6.

Fließende Überfüllung

Bestimmt, wann der Überfüllungsmechanismus beginnt, die Mittellinie der Farbgrenze zu überbrücken. Der Wert bezieht sich auf das Verhältnis zwischen den neutralen Dichtewerten der helleren Farbe und einer dunkleren, angrenzenden Farbe. Wenn Sie z. B. den Wert für „Fließende Überfüllung“ auf 70 % einstellen, wird die Position der Überfüllung so verschoben, dass die Mittellinie allmählich überbrückt wird, wenn die neutrale Dichte der helleren Farbe 70 % des Werts der dunkleren Farbe überschreitet (ND(hell) : ND(dunkel) > 0,70). Bei Farben gleicher neutraler Dichte wird die Überfüllung immer genau auf die Mittellinie platziert, sofern die Option „Fließende Überfüllung“ nicht auf 100 % eingestellt ist.

Reduktion der Überfüllungsfarbe

Gibt den Grad an, zu dem Komponenten angrenzender Farben verwendet werden, um die Überfüllungsfarbe zu reduzieren. Diese Einstellung verhindert, dass bei bestimmten angrenzenden Farben (z. B. Pastelltönen) eine unansehnliche Überfüllung erzeugt wird, die dunkler ist als die beiden Farben selbst. Wenn Sie für „Reduktion der Überfüllungsfarbe“ einen Wert unter 100 % angeben, wird die Überfüllungsfarbe schrittweise heller. Bei dem Wert 0 % wird eine Überfüllung erstellt, deren neutrale Dichte der neutralen Dichte der dunkleren Farbe entspricht.

Überfüllen importierter Grafiken

Sie können eine Überfüllungsvorgabe zum Steuern von Überfüllungen in Bildern und zum Steuern von Überfüllungen zwischen Bitmap-Bildern (wie z. B. Fotos und in Raster-PDF-Dateien gespeicherte Bilder) und Vektorobjekten (wie z. B. aus Zeichenprogrammen und Vektor-PDF-Dateien) erstellen. Jede Überfüllungs-Engine behandelt importierte Grafiken auf unterschiedliche Art und Weise. Es ist wichtig, sich dieser Unterschiede bewusst zu sein, wenn Sie Überfüllungsoptionen festlegen.

Überfüllungsplatzierung

Enthält Optionen für die Bestimmung der Überfüllungsposition, wenn Sie Vektorobjekte (auch in InDesign gezeichnete Objekte) gegen Bitmap-Bilder überfüllen. Alle Optionen mit Ausnahme der Option „Neutrale Dichte“ erzeugen eine visuell konsistente Kante. Mit „Zentriert“ wird eine Überfüllung erstellt, mit der die Kante zwischen Objekten und Bildern überbrückt wird. Mit „Abschwächen“ wird eingestellt, dass Objekte das angrenzende Bild überlappen. Mit „Neutrale Dichte“ werden dieselben Überfüllungslinien angewendet wie im restlichen Dokument. Die Einstellung „Neutrale Dichte“ kann bei Überfüllungen eines Objekts gegen ein Foto sichtbar ungleichmäßige Kanten erzeugen, wenn die Überfüllung von einer Seite der Kante auf eine andere verschoben wird. Mit „Verstärken“ wird eingestellt, dass das Bitmap-Bild das angrenzende Objekt überlappt.

Objekte gegen Bilder überfüllen

Mit dieser Option wird sichergestellt, dass Vektorobjekte (z. B. Rahmen, die als Konturen verwendet werden) gegen Bilder überfüllt und die Einstellungen für „Überfüllungsplatzierung“ verwendet werden. Wenn keine Bilder in einem Seitenbereich von Vektorobjekten überlappt werden, sollten Sie diese Option deaktivieren, um die Überfüllung für diesen Seitenbereich zu beschleunigen.

Bilder gegen Bilder überfüllen

Aktiviert das Überfüllen entlang der Grenze von überlappenden oder angrenzenden Bitmap-Bildern. Diese Funktion ist standardmäßig aktiviert.

Bilder intern überfüllen

Innerhalb jedes einzelnen Bitmap-Bilds wird die Überfüllung der Farben aktiviert (nicht nur dort, wo Vektorgrafiken und Text berührt werden). Verwenden Sie diese Option nur für Seitenbereiche, die einfache Bilder mit starken Kontrasten enthalten, z. B. Screenshots oder Karikaturen. Lassen Sie sie deaktiviert bei Halbtonbildern und anderen komplexen Abbildungen, da sonst mangelhafte Überfüllungen erstellt werden. Der Überfüllungsvorgang läuft schneller ab, wenn diese Option deaktiviert ist.

1-Bit-Bilder überfüllen

Mit dieser Option wird sichergestellt, dass 1-Bit-Bilder, d. h. Schwarzweißbilder, gegen angrenzende Objekte überfüllt werden. Da nur eine Farbe verwendet wird, werden die Einstellungen für „Überfüllungsplatzierung“ nicht beachtet. Normalerweise sollte diese Option aktiviert bleiben. In manchen Fällen, z. B. bei Schwarzweißbildern mit großen Abständen zwischen den Pixeln, wird durch das Aktivieren dieser Option das Bild möglicherweise vergrößert und die Überfüllung verlangsamt.

Einstellen fließender Überfüllungen

  1. Wählen Sie aus dem Bedienfeldmenü die Option „Neue Vorgabe“, um eine Vorgabe zu erstellen, oder doppelklicken Sie auf eine Vorgabe, um sie zu bearbeiten.
  2. Geben Sie im Abschnitt „Überfüllungsgrenzwerte“ für „Fließende Überfüllung“ einen Prozentsatz zwischen 0 und 100 ein oder verwenden Sie den Standardwert 70 %. Bei 0 % werden alle Überfüllungen standardmäßig auf der Mittellinie platziert, bei 100 % werden fließende Überfüllungen ausgeschaltet, sodass eine Farbe unabhängig vom Verhältnis der neutralen Dichten der angrenzenden Farben vollständig in eine andere überfüllt wird.

Schwarz-Überfüllung

Wenn Sie Vorgaben erstellen oder bearbeiten, bestimmt der Wert, den Sie für „Schwarze Farbe“ festlegen, was als kompaktes Schwarz oder als tiefes Schwarz betrachtet wird. Tiefschwarz ist eine schwarze Farbe, für die ein Unterstützungsraster verwendet wird. Dabei werden Prozentsätze einer oder mehrerer Prozessfarben hinzugefügt, um das Schwarz zu verstärken.

Die Einstellung „Schwarze Farbe“ ist zum Ausgleichen von starken Punktverstärkungen (z. B. durch minderwertiges Papier) nützlich. Schwarz wird dann mit einem Anteil von weniger als 100 % als Fläche gedruckt. Indem Sie Schwarz oder tiefes Schwarz mit Tönen von Schwarz zurückrastern und „Schwarze Farbe“ gegenüber dem Standardwert von 100 % verringern, können Sie Punktverstärkungen ausgleichen und sicherstellen, dass in der Überfüllungs-Engine die richtige Überfüllungsbreite und -position auf schwarze Objekte angewendet wird.

Wenn eine Farbe den Wert für schwarze Farbe erreicht, wird die Überfüllungsbreite für Schwarz auf alle angrenzenden Farben angewendet. Auf Bereiche mit sattem Schwarz werden Keepaway-Überfüllungen unter Verwendung des Werts der Überfüllungsbreite für Schwarz angewendet.

Wenn sich Hilfsraster bis zum Rand eines schwarzen Bereichs erstrecken, führen Passungenauigkeiten dazu, dass die Kanten von Hilfsrastern sichtbar werden und es zu einem unerwünschten Lichtschein oder einer Verzerrung der Objektkanten kommt. In der Überfüllungs-Engine wird eine Abstands- oder Zurückhaltungsposition für tiefes Schwarz verwendet. So wird für Unterstützungsraster ein festgelegter Abstand zu Kanten von umgekehrten oder hellen Elementen im Vordergrund eingehalten, damit diese stets scharf zu erkennen sind. Der Abstand der Unterstützungsraster zu den Kanten der schwarzen Bereiche wird über einen Überfüllungsbreitenwert für Schwarz angegeben.

Hinweis:

Wenn ein dünnes Element überfüllt wird, wie beispielsweise eine schwarze Kontur um Grafiken, setzt der Überfüllungsmechanismus die Überfüllungsbreiteneinstellung für Schwarz außer Kraft und beschränkt die Überfüllung auf die halbe Breite des dünnen Elements.

Einstellen der Überfüllungsbreite für Farben neben Schwarz

  1. Wählen Sie aus dem Bedienfeldmenü die Option „Neue Vorgabe“, um eine Vorgabe zu erstellen, oder doppelklicken Sie auf eine Vorgabe, um sie zu bearbeiten.
  2. Geben Sie im Bereich „Überfüllungsbreite“ für „Schwarz“ einen Abstand (in Punkt) ein, der angibt, wie weit die anderen Farben in Schwarz überfüllt oder wie weit Unterstützungsraster unter Schwarz unterfüllt werden sollen. Die Überfüllungsbreite für Schwarz wird in der Regel auf das 1,5- bis 2-Fache des Standardwerts für die Überfüllungsbreite eingestellt.
  3. Legen Sie Werte für „Schwarze Farbe“ und „Schwarzdichte“ fest.

Hinweis:

Um Überfüllungsfunktionen für Schwarz anzuwenden, muss für einen farbigen Bereich eine Druckfarbe mit einer neutralen Dichte verwendet werden, die mindestens gleich dem Wert für „Schwarzdichte“ ist, und diese Farbe muss in Prozentsätzen auftreten, die mindestens gleich dem Wert für „Schwarze Farbe“ sind.

Drucken von Büchern mit Konflikten zwischen Überfüllungsvorgaben

Sie können eine Überfüllungsvorgabe auf ein Ausgabeblatt anwenden, z. B. auf eine Seite. Normalerweise ist dies kein Problem. Wenn Sie jedoch mehrere Dokumente in einem Buch drucken und jedes Dokument eine andere Überfüllungsvorgabe aufweist, können einige der u. U. auftretenden Vorgabenkonflikte von InDesign durch das Synchronisieren von Vorgaben zwischen Dokumenten gelöst werden:

  • Wenn Dokumente in einem Buch unterschiedliche Überfüllungsvorgaben mit demselben Namen verwenden, weist InDesign die im Musterdokument verwendete Überfüllungsvorgabe zu, sofern Sie im Dialogfeld „Synchronisierungsoptionen“ die Option „Überfüllungsvorgabe“ aktiviert haben.

  • Durch die Synchronisierungsfunktion werden alle Vorgaben des Musterdokuments für die übrigen Dokumente eines Buches verfügbar, diesen jedoch nicht zugewiesen. Sie müssen Überfüllungsvorgaben in jedem Dokument zuweisen oder die Überfüllungsvorgabe „[Standard]“ verwenden. Die Vorgaben werden im Dialogfeld „Überfüllungsvorgaben zuweisen“ des Dokuments im Menü „Überfüllungsvorgabe“ angezeigt.

Hinweis:

Wenn auf Seiten eines Druckbogens unterschiedliche Überfüllungsvorgaben angewendet werden, wird in InDesign jede Überfüllungsvorgabe beachtet.

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