Eingabehilfen und Adobe Captivate

Sie können Ausgaben erstellen, die entsprechend Section 508 für Benutzer mit Seh-, Hör- und Körperbehinderungen zugänglich sind. So können Sie bereits während der Entwicklung Ihrer Adobe Captivate-Projekte Hindernisse für Benutzer mit Behinderungen aus dem Weg räumen.

Diese Lösungen unterstützen Regierungsbehörden und Firmen, deren Ziel es ist, den Bedürfnissen von Benutzern mit Behinderungen durch Section 508-Kompatibilität gerecht zu werden.

Weltweite Richtlinien zu Eingabehilfen

Viele Länder, darunter die USA, Australien, Kanada, Japan und zahlreiche Länder in der EU, haben sich auf bestimmte Richtlinien zu Eingabehilfen geeinigt, die vom World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt wurden. Das W3C veröffentlicht diese Richtlinien für Webinhalte in den so genannten „Web Content Accessibility Guidelines“, einem Dokument, in dem die wichtigsten Schritten bei der Erstellung barrierefreier Webinhalte aufgeführt sind. Weitere Informationen zu dieser „Web Accessibility Initiative“ finden Sie auf der WC-Website unter 3www.w3.org/WAI.

Das Gesetz, das in den USA die Eingabehilfen regelt, ist allgemein als „Section 508“ (Abschnitt 508) bekannt und stellt eine Abänderung des U.S. Rehabilitation Act dar. Laut Section 508 dürfen Bundesbehörden nur elektronische Technologie kaufen, entwickeln, unterhalten oder verwenden, die auch Menschen mit Behinderungen zugänglich ist. Regierungsangestellte und Privatpersonen haben das Recht, Behörden wegen Nichteinhaltung der in Section 508 festgelegten Standards beim Bundesgerichtshof zu verklagen.

Weitere Informationen zu Section 508 finden Sie auf den folgenden Websites:

Was ist Section 508-Kompatibilität?

Bei Section 508 handelt es sich um einen Nachtrag zum Rehabilitation Act von 1973, in dem durch eine Reihe von Standards festgelegt ist, dass alle von der US-Bundesregierung entwickelten oder eingesetzten elektronischen Datenverarbeitungstechnologien behindertengerecht gestaltet sein müssen. Die neueste Version (1998) von Section 508 legt für alle US-Bundesbehörden bindende Standards fest.

Was bedeutet „Barrierefreiheit“?

Software- und Onlinemedien sollten so gestaltet sein, dass sie für behinderte Menschen in allgemein üblicher Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Benutzer sollen zum Beispiel in der Lage sein, neben der Maus auch mit der Tastatur zu navigieren. Visuelle und akustische Elemente in der Benutzeroberfläche müssen auch für sehbehinderte und hörbehinderte Benutzer zugänglich sein.

Welche anderen Hilfsprogramme werden von Endbenutzern benötigt?

Bildschirmleseprogramme, Text-To-Speech-Programme (die den Inhalt aktiver Fenster, Menüoptionen oder eingegebenen Text lesen) und andere Eingabehilfen übersetzen Text in Sprache oder in eine dynamische, aktualisierbare Braille-Anzeige. Diese Hilfstechnologie bietet Tastaturunterstützungen oder Kurzbefehle, Beschriftungen für Sprache und Ton und visuelle Warnungen wie zum Beispiel aufleuchtende Symbolleisten. Zu diesen Tools zählen beispielsweise Windows Eye und JAWS.

Inwiefern ist Adobe Captivate barrierefrei (Abschnitt 508)?

Mit der Option Barrierefreiheit aktivieren werden bestimmte Adobe Captivate-Projektelemente für barrierefreie Technologien zugänglich. Wenn Sie beispielsweise die Option Barrierefreiheit aktivierengewählt und in den Projekteinstellungen einen Namen und eine Beschreibung für das Projekt eingegeben haben, liest ein Bildschirmleseprogramm während der Wiedergabe der Adobe Captivate-SWF-Datei den Namen und die Beschreibung vor.

Die folgenden Adobe Captivate-Elemente werden zugänglich, wenn die Option Barrierefreiheit aktivieren ausgewählt ist:

  • Projektname (von den Projekteigenschaften abgeleitet)

  • Projektbeschreibung (von den Projekteigenschaften abgeleitet)

  • Barrierefreier Folientext

  • Folientitel (von den Folieneigenschaften abgeleitet)

  • Schaltflächen

  • Wiedergabesteuerungen (die Funktionen der einzelnen Schaltflächen werden von Bildschirmleseprogrammen vorgelesen)

  • Kennwortschutz (wenn eine Adobe Captivate-SWF-Datei kennwortgeschützt ist, wird die Aufforderung zur Kennworteingabe von Bildschirmleseprogrammen vorgelesen)

  • Fragenfolien (Titel, Frage, Antworten, Schaltflächentext und Bewertung werden von Bildschirmleseprogrammen vorgelesen)

Die folgenden Interaktionen sind auch verfügbar:

  • Akkordeon
  • Registerkarte „Prozess“
  • Prozesskreis
  • Pyramidenstapel
  • Pyramidenmatrix
  • Zeitleiste
  • Kreismatrix
  • Glossar
  • Zertifikat
  • TextArea
  • Optionsfeld
  • Kontrollkästchen
  • Listbox
  • Dropdown

Ausgaben, die mit der Option Barrierefreiheit erstellt wurden, werden von allen unterstützten Browsern angezeigt. Ihre Ausgabe ist jedoch möglicherweise nur dann Section 508-kompatibel (also barrierefrei), wenn sie mit Internet Explorer angezeigt wird. Internet Explorer ist der einzige Browser mit MSAA (Microsoft Active Accessibility)-Unterstützung.

Für den Zugriff auf Flash-Dateien mit einem Bildschirmleseprogramm muss Flash Player ab Version 9 installiert sein.

Das Access Board ist eine unabhängige US-Bundesbehörde, die sich für die Eingabehilfen für Menschen mit Behinderungen einsetzt. Weitere Informationen finden Sie auf der Access Board-Website (www.access-board.gov/508.htm).

Adobe Captivate-Webseite für Eingabehilfen

Die aktuellen Informationen zum Erstellen und Anzeigen barrierefreier Adobe Captivate-Inhalte finden Sie auf der Seite Adobe Captivate Accessibility-Übersicht auf der Adobe-Website.

Erstellen von barrierefreien Inhalten

Erstellen eines 508-complient Projektes

Erstellen Sie ein Adobe Captivate-Projekt unter Verwendung der Option „Barrierefreiheit“ (508), um die Ausgabe anzuzeigen und zu testen. Beim Generieren des Adobe Captivate-Projekts werden die Quelldateien mit den Informationen zu Ihrem Projekt aktualisiert und Ausgabedateien erstellt, die Sie für Ihre Benutzer veröffentlichen können. Lesen Sie die Tipps speziell für die Entwicklungsphase und führen Sie die folgenden Schritte aus.

  1. Wählen Sie in einem geöffneten Projekt, das Sie als barrierefrei (508-compliant) veröffentlichen möchten, „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ (Windows) bzw. „Adobe Captivate“ > „Voreinstellungen“ (Mac OS).

  2. Erweitern Sie im Bedienfeld „Kategorie“ die Kategorie „Projekt“ und wählen Sie die Option „Veröffentlichungseinstellungen“.

  3. Wählen Sie im Projektfenster die Option „Barrierefreiheit aktivieren“.

    Barierrefreiheit aktivieren

Tipps zum Erstellen 508-konformer Adobe Captivate-SWF- und HTML5-Dateien

Während die Navigationskomponenten Ihrer Adobe Captivate-Ausgabe automatisch barrierefrei (508) angelegt werden, wenn Sie die entsprechende Option gewählt haben, sollten Sie sicherstellen, dass dies auch für die Inhaltselemente Ihres Projekts gilt. Die von sehbehinderten Benutzern verwendeten Hilfsprogramme müssen in der Lage sein, Bildschirmelemente „vorzulesen“. Beachten Sie bei der Planung barrierefreier Projekte daher die folgenden Hinweise.

  • Geben Sie in den Projektvoreinstellungen einen aussagekräftigen Namen und eine Beschreibung für Ihre Adobe Captivate-Projekte an.

  • Fügen Sie für hörbehinderte Benutzer Textäquivalente für die vorhandenen Audioelemente hinzu. Wenn Ihr Projekt beispielsweise Audiokommentare enthält, sollten Sie unbedingt entsprechende Untertitel bereitstellen. Sie können beispielsweise eine transparente Beschriftung an einer bestimmten Stelle auf Ihren Folien platzieren und ihren Text mithilfe der Zeitleiste mit den Audiokommentaren synchronisieren.

  • Wenn Ihr Projekt visuelle Multimedia-Inhalte aufweist, stellen Sie Informationen zu diesen Inhalten für sehbehinderte Benutzer bereit. Adobe Captivate kann die Namen und Beschreibungen visueller Elemente über den Screenreader an den Benutzer übertragen. Stellen Sie sicher, dass Audio in Ihren Adobe Captivate-Projekten Benutzer nicht davon abhält, das Bildschirmleseprogramm zu hören.

  • Geben Sie Text für einzelne Folien an, die Bildschirmleseprogramme lesen können.

  • Stellen Sie sicher, dass Informationen nicht nur durch Farben übermittelt werden. Wenn Sie z. B. aktive Links blau markieren, verwenden Sie außerdem Fettdruck, Kursivdruck, Unterstreichung oder einen anderen optischen Hinweis. Sorgen Sie außerdem für einen ausreichenden Kontrast zwischen dem Vorder- und dem Hintergrund Ihres Projekts, damit der Text auch für schwachsichtige oder farbenblinde Benutzer lesbar ist.

  • Stellen Sie sicher, dass Benutzer mit Sehbehinderungen oder Bewegungseinschränkungen die Steuerelemente geräteunabhängig oder über die Tastatur bedienen können.

  • Benutzer mit kognitiven Einschränkungen kommen am besten mit strukturierten und leicht navigierbaren Benutzeroberflächen zurecht.

  • Wenn die Mausbewegung in Ihrem Adobe Captivate eine kritische Rolle spielt, können Sie die Größe des Zeigers zur vereinfachten Ansicht verdoppeln.

  • Dokumentieren Sie die in Ihrem Projekt bereitgestellten Eingabehilfen für Ihre Benutzer.

  • Vermeiden Sie es, Objekte in Schleife abzuspielen. Wenn ein Bildschirmlesegerät Flashinhalte auf einer Seite erkennt, werden die mit diesen Inhalten zusammenhängenden Vorgänge akustisch an den Benutzer übermittelt (z. B. „Inhalt wird geladen....Ladevorgang beendet“). Wenn sich Inhalte in einem Projekt ändern, sendet Flash Player ein Ereignis an das Bildschirmleseprogramm und benachrichtigt diesen über die Änderung. Daraufhin kehrt das Bildschirmleseprogramm zum Seitenbeginn zurück und beginnt den Lesevorgang von vorne. Daher würde eine Textanimation, die auf einer Folie in Schleife abgespielt wird, dazu führen, dass das Bildschirmleseprogramm immer wieder zum Seitenanfang zurückspringt.

  • Die Eingabehilfen in Adobe Captivate-Demos funktioniert besser, wenn alle Folien interaktive Inhalte aufweisen. Wenn Sie JAWS ab Version 6.1 verwenden, beachten Sie, dass JAWS den Microsoft Active Accessibility (MSAA)-Baum in einigen Fällen nicht löscht. Infolgedessen kann der Inhalt vorausgehender Folien erneut wiedergegeben werden, wenn Folien fortlaufend sind. In Verbindung mit JAWS 4.5 tritt dieses Problem nicht auf.

  • Stellen Sie sicher, dass das Dialogfeld „Barrierefreiheit“ nicht leer ist. Importieren Sie Folienanmerkungen oder geben Sie entsprechende Anweisungen im Dialogfeld „Barrierefreiheit“ ein.

  • Stimmen Sie Ihre Folien und Objekte entsprechend zeitlich ab. Geben Sie den Benutzern/Bildschirmleseprogrammen ausreichend Zeit, damit sie den Inhalt der Folie lesen können. Sie können interaktive Objekte verwenden. Diese Objekte halten den Film an, bis der Benutzer Änderungen vornimmt.

    Wenn Sie nicht ausreichend Zeit zur Verfügung stellen, geht der Film zur nächsten Folie über, bevor alle Objekte gelesen wurden. In diesem Fall werden einige Objekte möglicherweise auf der nächsten Folie nicht von den Bildschirmleseprogrammen gelesen.

  • Geben Sie Alternativtext für Bilder an. Ansonsten wird ein Bild von den Bildschirmleseprogrammen nur als „Bild“ gelesen.

Festlegen der Tabulatorreihenfolge für interaktive und nicht interaktive Objekte

Beim Verwenden eines Bildschirmleseprogramms können die Benutzer von folgenden Optionen Gebrauch machen:

  • Tabulatortaste zur Navigation durch interaktive Objekte. Legen Sie die Tabulatorreihenfolge fest, indem Sie auf die Pfeiltasten nach oben und unten klicken.Die Tabulatortaste funktioniert nicht für nicht interaktive Objekte. Die Tabulatorreihenfolge funktioniert für Fragen, da sie nicht interaktiv sind.
Tabulatorreihenfolge für interaktive Objekte
  • Die Pfeiltasten zum Navigieren durch interaktive und nicht interaktiven Objekte. Bei HTML5 verwenden Sie die Pfeiltasten nach oben und unten.
Pfeiltasten für die interaktiven und nicht interaktiven Objekte

Wenn die Benutzer in Ihrem Kurs nur durch interaktive Objekte navigieren können, können Sie entsprechende Anweisungen als barrierefreien Text (Dialogfeld „Barrierefreiheit“) angeben.

Standardmäßig werden die interaktiven Objekte basierend auf ihrer Z-Reihenfolge gelesen. Sie können die Reihenfolge ändern, in der ein Bildschirmleseprogramm die interaktiven Objekte lesen soll, wenn Benutzer die Tabulatortaste drücken.

  1. Klicken Sie im Eigenschafteninspektor der Folie auf „Tabulatorreihenfolge“.

    Alle interaktiven Objekte (außer Klickfelder und Rollover-Objekte) werden im Dialogfeld „Tabulatorreihenfolge“ aufgeführt. Klickfelder werden zur Laufzeit nicht angezeigt und sind daher nicht im Dialogfeld Tabulatorreihenfolge aufgeführt. Für Rollover-Objekte müssen Sie barrierefreien Text zum Rollover-Bereich hinzufügen und Benutzer können Pfeiltasten verwenden, um zum Objekt zu navigieren.

  2. Verwenden Sie im Dialogfeld „Tabulatorreihenfolge“ die Pfeiltasten, um die Komponenten in die Reihenfolge zu bringen, in der sie gelesen werden sollen.

Hinzufügen von barrierefreiem Text zu Folien

Ein Bildschirmleseprogramm kann Text auf dem Bildschirm laut vorlesen. Bildschirmleseprogramme sind für sehbehinderten Menschen sehr hilfreich. In Adobe Captivate können Sie Text erstellen, der jede Folie beschreibt und von Bildschirmleseprogrammen laut vorgelesen wird.

  1. Öffnen Sie die Folie, der Sie barrierefreien Text hinzufügen möchten.

  2. Klicken Sie im Eigenschafteninspektor auf „Eingabehilfen“.

  3. Geben Sie den Text ein, der vom Bildschirmleseprogramm vorgelesen werden soll.

  4. Um die Folienanmerkungen zu verwenden (Text-To-Speech und Bilduntertitel eingeschlossen), klicken Sie auf „Folienanmerkungen importieren“ und anschließend auf „OK“.

Anpassen von barrierefreiem Text für Objekte

Sie können barrierefreien Text zu einzelnen Objekten auf einer Folie hinzufügen. Wenn das Objekt im Film angezeigt wird, liest das Bildschirmleseprogramm diesen Text laut vor. Wenn Sie keinen barrierefreien Text für ein Objekt festlegen, liest das Bildschirmleseprogramm den Standardtext vor. Wenn es sich beispielsweise bei dem Objekt um ein Bild handelt, wird Bilddarstellung vorgelesen. Dieser Standardtext ist in der Regel nicht aussagekräftig genug, um einem sehbehinderten Benutzer zu helfen. Darüber hinaus enthalten abgesehen von Textbeschriftungen und Texteingabefeldern keine Objekte Text. Barrierefreier Text für diese Objekte können Benutzern helfen, den Zweck der Objekte im Film zu verstehen.

  1. Wählen Sie das Objekt, dessen barrierefreien Text Sie anpassen möchten.

  2. Klicken Sie im Eigenschafteninspektor auf „Eingabehilfen“.

  3. Deaktivieren Sie „Automatische Beschriftung“. Wenn diese Option ausgewählt ist, wird der Text im Objekt automatisch vom Bildschirmleseprogramm vorgelesen.

  4. Nehmen Sie im Dialogfeld „Barrierefreiheit von Element“ folgende Einstellungen vor:

    Name für Eingabehilfen

    Geben Sie den gewünschten Namen ein. Für eine Textbeschriftung können Sie beispielsweise „Dieser Text ist in einer Beschriftung enthalten“ eingeben.

    Beschreibung für Eingabehilfen

    Fügen Sie eine Beschreibung hinzu, um Informationen für die Person zu verdeutlichen, die das Bildschirmleseprogramm verwendet. Betrachten Sie z. B. die Textbeschriftung „Wählen Sie 'Datei' > 'Bild bearbeiten'“. Sie können den Text ändern in „Wählen Sie im Menü 'Datei' den Befehl 'Bild bearbeiten'. Dieser Befehl steht nur zur Verfügung, wenn ein Bild auf der Folie ausgewählt wurde.“

Testen von barrierefreien Inhalten

Tipps zum Testen

Wenn Sie Ihr Adobe Captivate-Projekt so anlegen, dass es mit Bildschirmleseprogrammen arbeitet, laden Sie mehrere Bildschirmleseprogramme herunter. Testen Sie dann Ihr Projekt, in dem Sie es in einem Browser mit aktiviertem Bildschirmleseprogramm abspielen. Stellen Sie sicher, dass das Bildschirmleseprogramm nicht versucht, andere von Ihnen eingefügte Audioinhalte zu übersprechen. Mehrere Bildschirmleseprogramme bieten eine Demoversion der Software als kostenlosen Download an. Probieren Sie so viele Programme aus wie möglich, um die Kompatibilität zwischen Bildschirmleseprogrammen zu gewährleisten.

Wenn Sie interaktive Inhalte erstellen, achten Sie beim Testen darauf, ob der Benutzer in der Lage ist, Ihr Programm allein mit der Tastatur zu bedienen. Diese Anforderung kann eine besondere Herausforderung darstellen, da verschiedene Bildschirmleseprogramme Tastatureingaben unterschiedlich verarbeiten. Aus diesem Grund empfangen Ihre Adobe Captivate-Inhalte Tastenanschläge unter Umständen nicht wie gewünscht. Testen Sie unbedingt sämtliche Tastaturbefehle.

Informationen zur Technologie von Bildschirmleseprogrammen

Bildschirmleseprogramme werden auch als Screenreader bezeichnet und sind Programme, die in einer Webseite navigieren und den Inhalt laut vorlesen. Diese Technologie wird oft von sehbehinderten Anwendern genutzt.

JAWS® (Job Access with Speech) von Freedom Scientific ist ein Beispiel für ein Bildschirmleseprogramm. Sie können die JAWS-Seite der Freedom Scientific-Website unter http://www.freedomscientific.com/products/fs/JAWS-product-page.asp aufrufen. Ein weiteres häufig genutztes Bildschirmleseprogramm ist Window-Eyes® von GW Micro®. Weitere Informationen zu Window-Eyes finden Sie auf der Website von GW Micro unter www.gwmicro.com. Für Windows-Benutzer stellt Microsoft ein kostenloses Produkt namens Microsoft Reader zum Download bereit, das eine Text-To-Speech-Komponente beinhaltet. Weitere Informationen finden Sie auf der Microsoft-Website unter www.microsoft.com.

Da die unterschiedlichen Bildschirmleseprogramme verschiedene Methoden der Text-To-Speech-Umwandlung verwenden, kann die Präsentation Ihres Inhalts unterschiedlich ausfallen. Beachten Sie bei der Entwicklung von barrierefreien Projekten, dass Sie keine Kontrolle über die Text-To-Speech-Umwandlung der verschiedenen Bildschirmleseprogramme haben. Sie steuern den Inhalt, jedoch nicht die Bildschirmleseprogramme. Sie können weder ein Bildschirmleseprogramm dazu zwingen, einen bestimmten Text zu einer bestimmten Zeit zu lesen, noch beeinflussen, auf welche Weise Ihr Text vorgelesen wird. Es ist deshalb wichtig, dass Sie Ihre Projekte mit mehreren Bildschirmleseprogrammen testen.

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