Wissenswertes zu DICOM-Dateien

Hinweis:

Ein Video über DICOM-Dateien finden Sie unter www.adobe.com/go/vid0028_de.

Hinweis:

DICOM (ein Akronym für „Digital Imaging and Communications in Medicine“) ist das am weitesten verbreitete Format zum Übertragen medizinischer Bilder. Mit Photoshop können Sie DICOM-Dateien (mit der Erweiterung DC3, DCM, DIC oder ohne Erweiterung) öffnen und mit diesen Dateien arbeiten. DICOM-Dateien können mehrere „Slices“ (oder Frames) enthalten, die verschiedene Ebenen eines Scanbildes repräsentieren.

Photoshop liest alle Frames aus einer DICOM-Datei und konvertiert sie in Photoshop-Ebenen. Außerdem kann Photoshop sämtliche DICOM-Frames in einem Raster auf einer Seite anordnen sowie Frames als 3D-Volumen öffnen, das im 3D-Raum gedreht werden kann. Photoshop ist in der Lage, DICOM-Dateien mit einer Bittiefe von 8, 10, 12 und 16 Bit zu lesen. (Photoshop wandelt 10- und 12-Bit-Dateien in 16-Bit-Dateien um).

Wenn Sie eine DICOM-Datei in Photoshop geöffnet haben, können Sie die Datei mit jedem Photoshop-Werkzeug anpassen, markieren oder mit Anmerkungen versehen. Mit dem Anmerkungen-Werkzeug können Sie der Datei beispielsweise einen Kommentar hinzufügen. Mit dem Buntstift-Werkzeug ist es möglich, einen bestimmten Bereich des Scans zu kennzeichnen. Mit dem Filter „Staub und Kratzer“ lassen sich Staub und Kratzer von einem Scan entfernen. Verwenden Sie das Lineal oder Auswahlwerkzeuge, um Messungen von Bildinhalten vorzunehmen.

Hinweis:

Messskalen, die in der DICOM-Datei enthalten sind, werden automatisch mit importiert. Ist keine Messskala vorhanden, wird die Standardskala (1 Pixel = 1 mm) als benutzerdefinierte Messskala eingefügt. Siehe Festlegen der Messskala (Photoshop Extended).

8-Bit-DICOM-Dateien können in jedem Dateiformat, das von Photoshop unterstützt wird, gespeichert werden (16-Bit-Dateien müssen als DICOM, Großes Dokumentformat, Photoshop, Photoshop PDF, Photoshop Raw, PNG und TIFF gespeichert werden).

Hinweis:

Beim Speichern einer Datei im Format DICOM gehen alle Ebenenstile, Anpassungen, Mischmodi und Masken verloren.

In Bridge oder im Dialogfeld „Dateiinformationen“ von Photoshop können Sie zudem Metadaten für DICOM-Dateien anzeigen und bearbeiten. DICOM-Dateien unterstützen die externe Automatisierung durch Skripten (siehe Skripting).

Öffnen einer DICOM-Datei

Bevor Sie eine DICOM-Datei öffnen, können Sie festlegen, wie DICOM-Frames geöffnet werden (als Ebenen, in einem Raster oder als 3D-Volumen), sowie (im Dialogfeld „DICOM-Dateiimport“) Optionen zum Anonymisieren von Patientenmetadaten und zum Anzeigen von Überlagerungen festlegen. Während des Importierens können Sie schwenken, zoomen und Fensterstufen anpassen.

Im Dialogfeld „DICOM-Import“ werden darüber hinaus DICOM-Header-Informationen angezeigt: Informationen (in Textform) zur Datei, z. B. zu den Abmessungen, zur Auflösung und zum Komprimierungsstatus der Daten.

Hinweis:

Mit dem Befehl „Neue Videoebene“ können Sie eine Sequenz mehrerer DICOM-Dateien mit einzelnen Frames in eine einzige Photoshop-Datei mit mehreren Ebenen importieren. Siehe Importieren von Bildsequenzen (Photoshop Extended).

 

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Öffnen“, wählen Sie eine DICOM-Datei aus und klicken Sie auf „Öffnen“.
  2. Wählen Sie die Frames aus, die Sie öffnen möchten. Wenn Sie mehrere direkt aufeinander folgende Frames auswählen möchten, klicken Sie bei gedrückter Umschalttaste auf das erste und letzte Bild im auszuwählenden Bereich. Mehrere nicht aufeinander folgende Frames werden ausgewählt, indem Sie die Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS) gedrückt halten und klicken. Klicken Sie auf „Alle auswählen“, um alle Frames auszuwählen.

    Hinweis:

    Um einen schnellen Bildlauf durch alle Frames durchzuführen, verwenden Sie das Mausrad (Windows) oder klicken Sie unter dem großen Vorschaubereich auf die Pfeilschaltflächen.

  3. Wählen Sie eine der folgenden Optionen aus und klicken Sie auf „Öffnen“.

    Optionen für den Frame-Import

    Aktivieren Sie „Frames als Ebenen importieren“, um DICOM-Frames auf Ebenen zu platzieren. Mit „Nfach-Konfiguration“ zeigen Sie mehrere Frames in einem Raster an (geben Sie Werte in die Felder „Zeilen“ und „Spalten“ ein, um die Höhe und Breite des Rasters festzulegen). Beim Importieren als Volumen werden die DICOM-Frames als Volumen geöffnet, wobei der Z-Abstand durch die DICOM-Einstellungen bestimmt wird und die Daten zwischen den Frames interpoliert werden. Sie können das Volumen aus beliebigen Winkeln betrachten und verschiedene Rendermodi zum Hervorheben von Daten verwenden.

    Optionen für DICOM-Datensätze

    Mit „Anonymisieren“ überschreiben Sie die Patientenmetadaten mit „anonymisiert“. Aktivieren Sie „Überlagerungen anzeigen“, um Überlagerungen wie Anmerkungen, Kurven oder Text anzuzeigen.

    Fensteroptionen anzeigen

    Wählen Sie „Fensteroptionen anzeigen“, um den Kontrast (Fensterbreite) und die Helligkeit (Fensterstufe) des Bildes anzupassen. Ziehen Sie alternativ das Fensterstufen-Werkzeug nach oben oder unten, um die Stufe anzupassen. Durch Ziehen des Werkzeugs nach links oder rechts passen Sie die Breite an. Außerdem stehen im Menü „Fenstervorgabe“ allgemeine Radiologievorgaben zur Auswahl („Standard“, „Lunge“, „Knochen“ oder „Abdomen“). Aktivieren Sie „Bild umkehren“, um die Helligkeitswerte des Frames umzukehren.

    Hinweis:

    Zum Zoomen wählen Sie im Menü „Zoomstufe auswählen“ eine Zoomstufe aus (oder klicken Sie zum Vergrößern oder Verkleinern der Ansicht auf die Plus- und Minussymbole). Zum Durchführen eines Bildlaufs klicken Sie auf das Handsymbol ganz oben im Dialogfeld und ziehen Sie über den Frame.  

Erstellen von 3D-Volumen aus DICOM-Frames

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Öffnen“, wählen Sie eine DICOM-Datei aus und klicken Sie auf „Öffnen“.
  2. Wählen Sie die Frames aus, die Sie in ein 3D-Volumen konvertieren möchten. Wenn Sie mehrere direkt aufeinander folgende Frames auswählen möchten, klicken Sie bei gedrückter Umschalttaste auf das erste und letzte Bild im auszuwählenden Bereich. Mehrere nicht aufeinander folgende Frames werden ausgewählt, indem Sie die Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS) gedrückt halten und klicken. Klicken Sie auf „Alle auswählen“, um alle Frames auszuwählen.
  3. Wählen Sie unter „Optionen für den Frame-Import“ die Option „Als Volumen importieren“ und klicken Sie auf „Öffnen“.

Photoshop erstellt ein 3D-Volumen aus den DICOM-Frames und fügt es als 3D-Ebene in das Ebenenbedienfeld ein. Sie können das Volumen mithilfe der 3D-Positionierungswerkzeuge von Photoshop aus beliebigen Winkeln betrachten und die Rendereinstellungen anpassen, um die Visualisierung von Daten zu verbessern.

  • Die ursprüngliche DICOM-Datei bleibt als Diffus-Texturebene mit der 3D-Volumenebene erhalten. Informationen zu 3D-Texturen finden Sie unter Bearbeiten von 3D-Texturen (Photoshop Extended).

  • Doppelklicken Sie auf die Texturebene, um die DICOM-Datei als Smartobjekt in einem eigenen Dokumentfenster zu öffnen. Die DICOM-Frames werden im Ebenenbedienfeld als separate Ebenen aufgelistet.

  • Sämtliche Änderungen einzelner Ebenen werden beim Schließen und Speichern des Smartobjekts auf das 3D-Volumen angewendet.

Um das 3D-Volumen zu speichern, können Sie die 3D-Ebene exportieren oder die Datei im PSD-Format speichern. Siehe Speichern und Exportieren von 3D-Dateien .

Hinweis:

Ein Video zum Erstellen von 3D-Volumen aus DICOM-Frames finden Sie unter www.adobe.com/go/lrvid4006_ps_de. (Der Abschnitt zu DICOM-Frames beginnt bei der Marke 1:30.)

Anzeigen von 3D-Volumen aus verschiedenen Blickwinkeln

  1. Wählen Sie im Ebenenbedienfeld die 3D-Ebene aus, die das DICOM-Volumen enthält.
  2. Wählen Sie im Werkzeugbedienfeld das 3D-Positionierungswerkzeug  oder ein 3D-Kamerawerkzeug  aus.
  3. Verwenden Sie die Positionierungs- oder Kamerawerkzeuge in der Optionsleiste, um das 3D-Volumen zu drehen, zu verschieben oder zu skalieren. Siehe 3D-Objekt- und 3D-Kamerawerkzeuge (Photoshop Extended).

    Hinweis:

    Wenn OpenGL-Unterstützung auf Ihrem System aktiviert ist, können Sie auch die 3D-Achse verwenden, um das 3D-Modell zu drehen, zu verschieben oder zu skalieren. Siehe 3D-Achse (Photoshop Extended).

Anzeigen von 3D-Volumen mit verschiedenen Rendereinstellungen

  1. Wählen Sie im Ebenenbedienfeld die 3D-Ebene aus, die das DICOM-Volumen enthält.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „3D“, um das 3D-Bedienfeld zu öffnen.
  3. Wählen Sie im unteren Bereich des 3D-Bedienfelds im Menü „Vorgabe“ eine Rendereinstellung aus.

    Hinweis:

    Rendereinstellungen, die eine Transferfunktion verwenden, setzen einen Photoshop-Verlauf zum Rendern von Werten im Volumen ein. Die Farb- und Deckkraftwerte des Verlaufs werden mit den Graustufenwerten im Volumen kombiniert, um verschiedene Inhaltstypen zu optimieren oder hervorzuheben. Rendereinstellungen mit Transferfunktion sind nur für DICOM-Graustufenbilder verfügbar.

    Verbesserte Begrenzungen

    Reduziert die Deckkraft einheitlicher Bereiche, ohne die Deckkraft der Begrenzungen zu ändern. Mit dieser Option kann auch Rauschen im Volumen reduziert werden.

    Gesamte Farbskala

    Transferfunktion, die einen umfassenden Farbverlauf („Regenbogen“) in Photoshop verwendet.

    Hochbereich-Lichter

    Transferfunktion, die Weiß für den gesamten Wertebereich verwendet, keine Deckkraft für niedrige Wertebereiche und hohe Deckkraft für hohe Wertebereiche.

    Tiefbereich-Lichter

    Transferfunktion, die Weiß für den gesamten Wertebereich verwendet, keine Deckkraft für hohe Wertebereiche und hohe Deckkraft für niedrige Wertebereiche.

    Maximum-Intensitäts-Projektion (MIP)

    Zeigt maximale Werte im Volumen an, um eine schnelle Vorschau der Volumenstruktur zu erstellen. Es werden keine Tiefenwerte bereitgestellt.

    Rot-Blau-Farbskala

    Transferfunktion, die einen umfassenden Rot-Blau-Farbverlauf verwendet.

    Dünne Isolinien

    Transferfunktion, die konstante Farbe verwendet, während es sich bei der Deckkraftkomponente um eine Funktion mit mehreren Spitzen zur Anzeige von Isowerten handelt.

    Röntgen

    Simuliert Röntgenstrahlung, die ein röntgendurchlässiges Material durchdringt. Dieser Effekt eignet sich zum Umwandeln eines Bildes aus einem CT-Scan in ein Bild, das wie eine Röntgenaufnahme desselben Objekts aussieht.

    Schwarzweiß-Farbskala

    Transferfunktion, die eine Schwarzweiß-Farbkomponente verwendet.

  4. (Optional) Wenn Sie einen benutzerdefinierten Rendermodus erstellen möchten, klicken Sie im 3D-Bedienfeld auf die Schaltfläche „Rendereinstellungen“, um das Dialogfeld „3D-Rendereinstellungen“ zu öffnen. Nehmen Sie im Abschnitt für das Rendern von Volumengrafiken die gewünschten Einstellungen vor. Siehe Anpassen von Rendereinstellungen.

Exportieren von DICOM-Frames als JPEG-Dateien

  1. Öffnen Sie eine DICOM-Datei und legen Sie im Dialogfeld „DICOM-Dateiimport“ Optionen fest (siehe Öffnen von DICOM-Dateien (Photoshop Extended)).
  2. Wählen Sie im Dialogfeld „DICOM-Dateiimport“ Frames aus. Klicken Sie bei gedrückter Umschalttaste, um benachbarte Frames auszuwählen. Klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS), um nicht benachbarte Frames auszuwählen, oder klicken Sie auf „Alles auswählen“, wenn alle Frames ausgewählt werden sollen.
  3. Geben Sie im Bereich „Exportoptionen“ im Feld „Präfix“ ein Präfix ein.
  4. Klicken Sie auf „Präsentation exportieren (JPEG)“, wählen Sie einen Ordner aus und klicken Sie auf „Auswählen“.

    Die JPEG-Dateien werden am angegebenen Speicherort gespeichert; dabei wird den Dateinamen das Präfix hinzugefügt. Wenn Sie mehrere Frames ausgewählt haben, fügt Photoshop aufeinander folgende Ziffern an das Ende jedes Dateinamens an (Beispiel: DICOM Frame1, DICOM Frame2, DICOM Frame3).

DICOM-Metadaten

Im Dialogfeld „Dateiinformationen“ von Photoshop können Sie mehrere Kategorien von Metadaten für DICOM-Dateien anzeigen und bearbeiten.

Patientendaten

Zu den Patientendaten gehören der Name des Patienten, die Patienten-ID, das Geschlecht des Patienten und das Geburtsdatum.

Studiendaten

Zu den Studiendaten gehören die Studien-Kennzahl, der überweisende Arzt, Studiendatum und -zeit sowie eine Studienbeschreibung.

Seriendaten

Zu den Seriendaten gehören die Seriennummer, die Modalität, Seriendatum und -zeit sowie eine Serienbeschreibung.

Gerätedaten

Zu den Gerätedaten gehören der Verwendungsort und der Gerätehersteller.

Bilddaten

Zu den Bilddaten gehören die Übertragungssyntax, die fotometrische Interpretation, Bildbreite und Bildhöhe, Bit pro Pixel und Frames. (Diese Felder können nicht bearbeitet werden).

Animieren von DICOM-Dateien

Zum Animieren von DICOM-Slices oder -Frames wählen Sie zuerst alle DICOM-Ebenen und dann im Menü des Bedienfelds „Animation (Zeitleiste)“ die Option „Frames aus Ebenen erstellen“.

Nach dem Erstellen von Frames im Bedienfeld „Animation (Zeitleiste)“ können Sie DICOM-Dateien als QuickTime-Filme speichern (ändern Sie DICOM-Graustufendateien in RGB und rendern Sie sie dann als Video). Sie können die Frames auch als animierte GIF-Dateien speichern (wählen Sie „Datei“ > „Für Web und Geräte speichern“).

Sie können auch das Zeitleistenbedienfeld verwenden, um ein aus einer DICOM-Datei erstelltes 3D-Volumen zu animieren. Siehe Erstellen von 3D-Objekten und -Animationen (Photoshop Extended).

Hinweis:

Ein Video zur Animation von DICOM-Dateien finden Sie unter www.adobe.com/go/vid0028_de. (Der Abschnitt zur Animation beginnt bei der Marke 2:30.)

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