Einführung in barrierefreie Inhalte

Überblick über die Barrierefreiheit

Für die Erstellung barrierefreier Inhalte stehen Ihnen neben den entsprechenden Funktionen der Authoring-Umgebung in Adobe Animate auch spezielle ActionScript®-Elemente zur Verfügung, mit denen Sie Inhalte auch für Benutzer mit körperlichen Einschränkungen zugänglich machen können. Beim Gestalten Ihrer Animate-Anwendungen sollten Sie die spezifischen Anforderungen dieses Benutzerkreises und Hinweise zur Erstellung barrierefreier Inhalte berücksichtigen.

Weltweite Richtlinien zur Barrierefreiheit

In vielen Ländern existieren Richtlinien für barrierefreie Inhalte, die auf den entsprechenden Standards des World Wide Web Consortium (W3C) basieren. Das W3C veröffentlicht diese Richtlinien für Webinhalte in den so genannten Web Content Accessibility Guidelines, einem Dokument mit den wichtigsten Schritten für die Erstellung barrierefreier Webinhalte. Informationen zur Web Accessibility Initiative finden Sie auf der Website des W3C unter w3.org.

Das Gesetz, das in den USA die Barrierefreiheit regelt, ist allgemein als „Section 508“ (Abschnitt 508) bekannt und ist eine Abänderung des U.S. Rehabilitation Act; in Deutschland gilt die „Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung“ (BITV, http://bundesrecht.juris.de/bitv/BJNR265400002.html).

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf den folgenden Websites:

  • section508.gov (offizielle Info-Webseite der US-Regierung)

  • www.adobe.com/accessibility/ (Adobe-Website zum Thema „Barrierefreie Inhalte“)

Hintergrundinformationen zu Bildschirmleseprogrammen

Bildschirmleseprogramme unterstützen Sehbehinderte bei der Navigation auf Websites und geben Internet-Inhalte akustisch wieder. Damit Bildschirmleseprogramme nicht-textliche Objekte in Ihren Anwendungen, etwa Vektorgrafiken oder Animationen, akustisch umsetzen können, müssen Sie diesen Objekten über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ Namen und Beschreibungen zuweisen. Durch geeignete Tastaturbefehle (Tastenkombinationen) können Sie dem Benutzer die Navigation im Dokument mithilfe des Bildschirmleseprogramms erleichtern.

Über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ oder mithilfe von ActionScript können Sie Grafikobjekten Beschreibungen zuweisen.

Sie können das Verhalten des Bildschirmleseprogramms nicht steuern; durch entsprechende Anpassungen der Inhalte in Ihren Animate-Anwendungen können Sie dafür sorgen, dass Bildschirmleseprogramme auf Text und Steuerungselemente zugreifen können. Sie können unter anderem festlegen, welche Objekte in der Animate-Anwendung mit Beschreibungen versehen und in welcher Reihenfolge diese Objekte vom Bildschirmleseprogramm durchlaufen werden. Sie können nicht beeinflussen, zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise das Bildschirmleseprogramm einzelne Textelemente akustisch umsetzt. Verwenden Sie daher zum Testen Ihrer Anwendungen unbedingt mehrere verschiedene Bildschirmleseprogramme. Nur so können Sie sicherstellen, dass das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht.

Für die meisten Benutzer von Bildschirmleseprogrammen ist Ton das wichtigste Medium. Daher müssen Sie darauf achten, dass im Dokument enthaltene Soundelemente die akustische Wiedergabe des Texts durch Bildschirmleseprogramme nicht beeinträchtigen. In Animate-Anwendungen mit allzu vielen Soundelementen kann es für Benutzer von Bildschirmleseprogrammen schwierig werden, dem vorgelesenen Text zu folgen.

Plattformanforderungen

Der Zugriff auf Animate-Inhalte mithilfe von Bildschirmleseprogrammen ist nur unter Windows möglich. Der Betrachter von Animate-Inhalten muss über Macromedia Flash® Player ab Version 6 von Adobe sowie Internet Explorer unter Windows 98 oder einer neueren Windows-Version verfügen.

Animate und Microsoft Active Accessibility (nur Windows)

Flash Player ist für Microsoft Active Accessibility (MSAA) optimiert. MSAA bietet einen standardisierten Mechanismus zum Austausch von Informationen zwischen Anwendungen und Bildschirmleseprogrammen. MSAA ist nur unter Windows verfügbar. Weitere Informationen zu barrierefreien Technologien von Microsoft finden Sie auf der Website zu diesem Thema unter www.microsoft.com/enable/default.aspx.

Flash Player 6 in der ActiveX-Version für Windows (Plug-In für Internet Explorer) unterstützt MSAA, das Plug-In für Netscape und die eigenständigen Flash Player für Windows hingegen nicht.

Hinweis:

In den Fenstermodi „Undurchsichtig ohne Fenster“ und „Durchsichtig ohne Fenster“ wird MSAA gegenwärtig nicht unterstützt. (Diese Modi sind Optionen in der Registerkarte „HTML“ im Dialogfeld „Einstellungen für Veröffentlichungen“ und können für die Windows-Version von Internet Explorer 4.0 oder später mit der ActiveX-Steuerung von Animate verwendet werden.) Um Bildschirmleseprogrammen den Zugriff auf Animate-Inhalte zu ermöglich, sollten diese Modi daher nicht verwendet werden.

Der folgenden Übersicht können Sie entnehmen, welche Informationen zu den verschiedenen Objekttypen Flash Player an Bildschirmleseprogramme weiterleitet.

Dynamischer oder statischer Text

Die Haupteigenschaft eines Textobjekts ist dessen Name. Gemäß den MSAA-Konventionen entspricht der Name dem Textinhalt. Textobjekten kann auch eine Beschreibung zugeordnet werden. In Animate wird der statische oder dynamische Text direkt oberhalb oder links von einem Eingabetextfeld als Bezeichnung für dieses Feld verwendet.

Hinweis: Textelemente, bei denen es sich um Bezeichnungen handelt, werden nicht an Bildschirmleseprogramme übergeben, sondern werden als Namen der von ihnen bezeichneten Objekte verwendet. Schaltflächen und Textfeldern, für die der Autor einen Namen angegeben hat, werden keine Bezeichnungen zugewiesen.

Eingabetextfelder

Eingabetextfelder haben einen Wert, einen optionalen Namen, einen Beschreibungsstring und einen Tastaturbefehlsstring. Bei Eingabetextobjekten kann der Name von einem oberhalb oder links davon liegenden Textobjekt stammen.

Schaltflächen

Schaltflächen weisen einen Zustand (gedrückt oder nicht gedrückt) auf und unterstützen programmgesteuerte Standardaktionen, die eine kurzzeitige Aktivierung der Schaltfläche auslösen. Zusätzlich können ein Name, ein Beschreibungsstring und ein Tastaturbefehlsstring zugewiesen werden. In Animate dient vollständig innerhalb der Schaltfläche liegender Text als Bezeichnung der Schaltfläche.

Hinweis: Für die barrierefreie Bedienung gelten als Schaltflächen verwendete Movieclips mit entsprechenden Ereignisprozeduren wie onPress in Flash Player als Schaltflächen und nicht als Movieclips.

Komponenten

Bieten eine spezielle Implementierung barrierefreier Merkmale.

Movieclips

Movieclips werden Bildschirmleseprogrammen gegenüber als Grafikobjekte ausgewiesen, wenn sie keine anderen barrierefreien Objekte enthalten oder wenn ihnen über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ ein Name oder eine Beschreibung zugewiesen wurde. Movieclips, die andere barrierefreie Objekte enthalten, werden ignoriert; die enthaltenen Objekte werden für Bildschirmleseprogramme verfügbar gemacht.

Hinweis: Alle Animate-Videoobjekte werden als einfache Movieclips behandelt.

Grundfunktionen für die barrierefreie Bedienung in Flash Player

Standardmäßig sind in allen Animate-Dokumenten die folgenden Objekte als barrierefrei definiert und in den Informationen enthalten, die Flash Player für Bildschirmleseprogramme bereitstellt. Zu den Grundfunktionen für die barrierefreie Bedienung von Dokumenten ohne entsprechende eigene Funktionen gehören:

Dynamischer oder statischer Text

Der Text wird als Name, jedoch ohne Beschreibung an das Bildschirmleseprogramm übergeben.

Eingabetextfelder

Der Text wird an das Bildschirmleseprogramm übergeben. Es werden keine Namen übergeben, es sei denn, das betreffende Element dient als Bezeichnung für den Eingabetext, wie etwa ein statisches Textfeld, das sich in der Nähe eines Eingabetextfelds befindet. Es werden keine Beschreibungen und Tastaturbefehlsstrings übergeben.

Schaltflächen

Der Status der Schaltfläche wird an das Bildschirmleseprogramm übergeben. Es werden keine Namen übergeben, sofern das betreffende Element nicht als Bezeichnung eines anderen Objekts dient, und es werden keine Beschreibungen und Tastaturbefehlsstrings übergeben.

Dokumente

Der Status des Dokuments wird an das Bildschirmleseprogramm übergeben, jedoch ohne Namen und Beschreibung.

Barrierefreie Inhalte für Hörbehinderte

Versehen Sie Audioelemente, die für das Verständnis der Inhalte von unmittelbarem Belang sind, mit Beschriftungen. Sinnvoll wären solche Beschriftungen beispielsweise bei einer Videoaufzeichnung einer Ansprache; bei einem Soundeffekt für eine Schaltfläche kann hingegen darauf verzichtet werden.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Beschriftungen in Animate-Dokumente einzubinden:

  • Sie können Text als Beschriftungen hinzufügen. Dabei müssen die Beschriftungen in der Zeitleiste mit der Audiowiedergabe synchronisiert werden.

  • Sie können Hi-Caption Viewer einsetzen, eine von Hi Software entwickelte Komponente, die in Verbindung mit Hi-Caption SE in Animate genutzt werden kann. In einem technischen Dokument mit dem Titel Captioning Macromedia Animate Movies with Hi-Caption SE wird erläutert, wie Sie Hi-Caption SE zur Erstellung von Animate-Dokumenten mit Beschriftungen einsetzen können.

Animationen und Eingabehilfen für Sehbehinderte

Sie können die Eigenschaften eines barrierefreien Objekts im Verlauf der Wiedergabe der SWF-Datei ändern, beispielsweise wenn Sie Änderungen kennzeichnen möchten, die bei einer Animation in einem Schlüsselbild stattfinden. Unterschiedliche Bildschirmleseprogramme verarbeiten neue Objekte in Bildern auf unterschiedliche Weise. Manche Bildschirmleseprogramme lesen nur das neue Objekt, andere lesen das gesamte Dokument neu.

Es empfiehlt sich, Text, Schaltflächen und Eingabetextfelder im Dokument nicht zu animieren, damit die Benutzer durch das Bildschirmleseprogramm nicht irritiert werden. Außerdem sollten Sie Schleifen in Ihren Inhalten meiden.

Flash Player kann den letztendlich angezeigten Textinhalt nicht bestimmen, wenn Sie Text mithilfe von Funktionen wie „Teilen“ animieren. Bildschirmleseprogramme können nur exakte Barrierefreiheit für Grafiken bieten, die zur Vermittlung von Informationen dienen (z. B. Symbole und Gestenanimationen), indem Sie einzelnen barrierefreien Objekten im Dokument oder der gesamten Animate-Anwendung Namen oder Beschreibungen zuweisen. Sie können auch ergänzenden Text zum Dokument hinzufügen oder wichtige Informationen als Text statt als Grafiken umsetzen.

  1. Wählen Sie das Objekt aus, dessen Barrierefreiheitseigenschaften Sie ändern möchten.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Ändern Sie die Eigenschaften des Objekts.

    Sie können diese Eigenschaften auch per ActionScript anpassen.

Testen barrierefreier Inhalte

Beachten Sie beim Testen barrierefreier Animate-Anwendungen die folgenden Empfehlungen:

  • Laden Sie verschiedene Bildschirmleseprogramme herunter und testen Sie Ihre Anwendung, indem Sie sie bei aktiviertem Bildschirmleseprogramm im Browser ausführen. Achten Sie dabei darauf, dass die Wiedergabe von Audioelementen im Dokument nicht durch die akustische Umsetzung des Textinhalts durch das Bildschirmleseprogramm beeinträchtigt wird. Einige Bildschirmleseprogramme können in kostenlosen Demoversionen heruntergeladen werden. Machen Sie von diesen Angeboten Gebrauch und testen Sie Ihre Dokumente mit möglichst vielen Programmen, um die Kompatibilität mit verschiedenen Lösungen sicherzustellen.

  • Achten Sie beim Testen interaktiver Inhalte besonders darauf, ob sich diese ohne Zuhilfenahme der Maus ausschließlich mit der Tastatur bedienen und steuern lassen. Die Bildschirmleseprogramme verhalten sich bei der Verarbeitung von Tastatureingaben zum Teil recht unterschiedlich. Tastaturbefehle, die Steuerungsfunktionen innerhalb des verwendeten Bildschirmleseprogramms haben, können nicht für die Navigation in Animate-Inhalten verwendet werden. Testen Sie Tastaturbefehle.

Eingeben barrierefreier Informationen für Bildschirmleseprogramme in Animate

Animate für Bildschirmleseprogramme und Barrierefreiheit

Bildschirmleseprogramme geben die Beschreibung des Inhalts und den Text akustisch wieder und unterstützen den Benutzer bei der Bedienung der Oberflächenelemente herkömmlicher Anwendungen (Menüs, Symbolleisten, Dialogfelder, Eingabetextfelder usw.).

Standardmäßig sind in allen Animate-Dokumenten die folgenden Objekte als barrierefrei definiert und in den Informationen enthalten, die Flash Player für Bildschirmleseprogramme bereitstellt:

  • Dynamischer Text

  • Eingabetextfelder

  • Schaltflächen

  • Movieclips

  • Sämtliche Animate-Anwendungen

    Flash Player stellt automatisch Namen für statische und dynamische Textobjekte bereit, die auf dem Textinhalt basieren. Den oben aufgelisteten Objekttypen können Sie beschreibende Eigenschaften zuweisen, die von Bildschirmleseprogrammen akustisch wiedergegeben werden. Darüber hinaus können Sie steuern, welche Objekte in Flash Player an Bildschirmleseprogramme gemeldet werden. Sie können beispielsweise angeben, dass bestimmte barrierefreie Objekte überhaupt nicht von Bildschirmleseprogrammen erfasst werden.

Das Bedienfeld „Eingabehilfen“ von Animate

Über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ („Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“) können Sie barrierefreie Informationen für Bildschirmleseprogramme bereitstellen und entsprechende Optionen für einzelne Animate-Objekte wie auch für ganze Animate-Anwendungen festlegen.

Hinweis:

Sie können diese Informationen auch per ActionScript-Code eingeben.

Um ein Objekt barrierefreie zu machen, wählen Sie es auf der Bühne aus und legen die Optionen und Tabulatorreihenfolge fest. Bei Movieclips können Sie angeben, ob Informationen zu untergeordneten Objekten an Bildschirmleseprogramme übergeben werden (diese Option ist standardmäßig ausgewählt, wenn Sie ein Objekt barrierefrei machen).

Wenn keine Objekte auf der Bühne ausgewählt sind, können Sie über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ die entsprechenden Optionen für die gesamte Animate-Anwendung festlegen. Sie können die gesamte Anwendung sowie untergeordnete Objekte barrierefrei machen, den Objekten durch Animate automatisch generierte Bezeichnungen zuweisen sowie individuelle Namen und Beschreibungen für die Objekte wählen.

Alle Objekte in Animate-Dokumenten müssen Instanznamen besitzen, damit ihnen Eingabehilfeoptionen zugewiesen werden können. Instanznamen für Objekte werden im Eigenschafteninspektor erstellt. Mit dem Instanznamen wird in ActionScript auf das Objekt verwiesen.

Die folgenden Optionen sind im Fenster „Eingabehilfen“ verfügbar:

Objekt mit Eingabehilfen versehen

(Standard) Wenn Sie diese Option wählen, übergibt Flash Player Eingabehilfeinformationen an das Bildschirmleseprogramm. Wenn Sie sie deaktivieren, werden keine Eingabehilfeinformationen an Bildschirmleseprogramme übergeben. Sie können diese Option für Objekte deaktivieren, die sich beim Testen unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit als überflüssig oder rein dekorativ erweisen und die akustische Umsetzung durch Bildschirmleseprogramme stören. Sie können dem bezeichneten Objekt dann manuell einen Namen zuweisen und den Bezeichnungstext ausblenden, indem Sie die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“ deaktivieren. Wenn die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“ deaktiviert ist, stehen die übrigen Steuerungselemente im Bedienfeld „Eingabehilfen“ nicht zur Verfügung.

Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen

(nur Movieclips: Standard) Wenn Sie diese Option wählen, übergibt Flash Player Informationen zu einem untergeordneten Objekt an das Bildschirmleseprogramm. Bei Movieclips, für die diese Option deaktiviert ist, tauchen darin enthaltene andere Objekte wie beispielsweise Text oder Schaltflächen nicht im barrierefreien Objektbaum auf. Alle im Movieclip enthaltenen Objekte werden also aus dem Objektbaum ausgeblendet. Diese Option eignet sich hauptsächlich dazu, Störungen der akustischen Wiedergabe des Inhalts durch überflüssige Objekte zu verhindern.

Hinweis: Bei Movieclips, denen eine Schaltflächen-Ereignisprozedur wie onPress oder onRelease zugewiesen ist und die somit als Schaltflächen fungieren, wird die Option „Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen“ ignoriert, da Schaltflächen immer als einfache Clips behandelt werden, deren untergeordneten Objekte (außer Bezeichnungen) unberücksichtigt bleiben.

Automatische Bezeichnung

Diese Option bewirkt, dass Objekten auf der Bühne von Animate automatisch der zugehörige Text als Bezeichnung zugewiesen wird.

Name

„Name“ gibt den Objektnamen an. Zur Identifizierung eines Objekts lesen Bildschirmleseprogramme seinen Namen laut vor. Bei barrierefreien Objekten ohne Namensangabe wird eine allgemeine Bezeichnung, beispielsweise Schaltfläche, vorgelesen, womit der Benutzer im Allgemeinen wenig anfangen kann.

Hinweis: Die im Bedienfeld „Eingabehilfen“ angegebenen Objektnamen dürfen nicht mit den im Eigenschafteninspektor zugewiesenen Instanznamen verwechselt werden. Einem Objekt im Bedienfeld „Eingabehilfe“ einen Namen zu geben, bedeutet nicht, dass Sie ihm auch gleichzeitig einen Instanznamen gegeben haben.

Beschreibung

In diesem Feld können Sie eine für das Bildschirmleseprogramm bestimmte Beschreibung des Objekts eingeben. Diese Beschreibung wird vom Bildschirmleseprogramm gelesen.

Tastaturbefehl

Hier können Sie Hinweise auf Tastaturbefehle für den Benutzer eingeben. Das Bildschirmleseprogramm liest den in diesem Feld eingegebenen Text. Durch die Eingabe von Hinweistext auf einen Tastaturbefehl wird dem ausgewählten Objekt kein Tastaturbefehl zugeordnet. Um einen Tastaturbefehl zu erstellen, müssen Sie die entsprechenden ActionScript-Tastaturprozeduren definieren.

Tabulatorindex (nur )

Erstellt die Reihenfolge, in der ein Benutzer Objekte durch Drücken der Tabulatortaste ansteuern kann. Die Reihenfolge gilt nur für die tastaturgesteuerte Navigation auf der Seite und nicht für die akustische Wiedergabe der Objekte durch Bildschirmleseprogramme.

Auswählen von Namen für Schaltflächen, Textfelder und SWF-Anwendungen

Das Bedienfeld „Eingabehilfen“ bietet die folgenden Möglichkeiten, um Schaltflächen und Eingabetextfeldern Namen zuzuweisen, damit sie von einem Bildschirmleseprogramm korrekt identifiziert werden können:

  • Wenn Sie die Option „Automatische Bezeichnung“ wählen, werden den Objekten benachbarte oder enthaltene Textelemente als Bezeichnungen zugewiesen.

  • Alternativ dazu können Sie über das Feld „Name“ im Bedienfeld „Eingabehilfen“ eigene Bezeichnungen zuweisen.

    Animate weist automatisch den Namen als Textbezeichnung zu, der auf, in oder in der Nähe einer Schaltfläche platziert ist. Bei Schaltflächen muss sich die Bezeichnung innerhalb des jeweiligen begrenzenden Umrisses befinden. Bei der nachstehend abgebildeten Schaltfläche wird in den meisten Bildschirmleseprogrammen zuerst das Wort Schaltfläche und anschließend die Textbezeichnung Home vorgelesen. Mit der Eingabetaste kann der Benutzer die Schaltfläche aktivieren.

    Ein anderes Beispiel: Ein Formular enthält ein Eingabetextfeld, in das der Benutzer seinen Namen eingeben soll. Neben diesem Eingabefeld wird ein statisches Textfeld mit dem Text Name angezeigt. Wenn Flash Player auf eine solche Anordnung stößt, wird davon ausgegangen, dass das statische Textobjekt als Bezeichnung für das Eingabetextfeld dient.

    Beim folgenden Formularabschnitt wird im Bildschirmleseprogramm der Text „Geben Sie hier Ihren Namen ein“ vorgelesen.

    In Dokumenten, die sich nicht für eine automatische Zuweisung der Bezeichnungen eignen, können Sie diese Option über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ deaktivieren. Sie können die automatischen Bezeichnungen auch für einzelne Objekte innerhalb eines Dokuments deaktivieren.

Angeben von Namen für Objekte

Sie können die automatische Bezeichnung für einen Teil der Anwendung über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ deaktivieren und den einzelnen Objekten eigene Namen zuweisen. Auch wenn die Option „Automatische Bezeichnungen“ aktiviert ist, können Sie einzelne Objekte auswählen und ihnen im Textfeld „Name“ des Bedienfelds „Eingabehilfen“ Namen zuweisen, die dann anstelle der Textbezeichnungen der jeweiligen Objekte verwendet werden.

Darüber hinaus können Sie eigene Namen für Schaltflächen und Eingabetextfelder zuweisen, denen keine Textbezeichnungen zugewiesen wurden oder deren Textbezeichnungen von Flash Player nicht als solche erkannt werden. Außerdem können Sie Objekten von vorhandenen Textbezeichnungen abweichende Namen zuweisen.

In der folgenden Abbildung steht der beschreibende Text für die Schaltfläche außerhalb und rechts von der Schaltfläche. Die Textbezeichnung wird an dieser Position nicht von Flash Player als solche erkannt und kann somit auch nicht vom Bildschirmleseprogramm akustisch wiedergegeben werden.

Dieses Problem können Sie lösen, indem Sie das Bedienfeld „Eingabehilfen“ öffnen, die Schaltfläche auswählen und einen Namen und eine Beschreibung eingeben. Eine wiederholte akustische Wiedergabe können Sie verhindern, indem Sie das Textobjekt unzugänglich machen.

Hinweis:

Der barrierefreie Name eines Objekts hat nichts mit dem ActionScript-Instanznamen oder dem ActionScript-Variablennamen des Objekts zu tun. (Diese Informationen gelten für alle Objekte.) Informationen zur Verarbeitung von Instanznamen und Variablennamen durch ActionScript finden Sie unter „Namen von Textfeldinstanzen und -variablen“ im ActionScript 2.0 in Adobe Animate – Arbeitshandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_learningas2_de.

Festlegen von Namen und Beschreibungen für Schaltflächen, Textfelder oder SWF-Anwendungen

  1. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Um einen Namen für eine Schaltfläche oder ein Textfeld anzugeben, wählen Sie das gewünschte Objekt auf der Bühne aus.

    • Um der gesamten Animate-Anwendung einen Namen zuzuweisen, heben Sie die Auswahl aller Objekte auf der Bühne auf.

  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Aktivieren Sie entweder die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“ (für Schaltflächen oder Textfelder) oder die Standardeinstellung „Film mit Eingabehilfen versehen“ (für ganze Animate-Anwendungen).

  4. Geben Sie einen Namen und eine Beschreibung für eine Schaltfläche, ein Textfeld oder eine Animate-Anwendung ein.

Definieren der Barrierefreiheit für ausgewählte Objekte in einer SWF-Anwendung

  1. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  2. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Aktivieren Sie die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“ (Standardeinstellung), um das Objekt Bildschirmleseprogrammen zur Verfügung zu stellen und die anderen Optionen im Bedienfeld zu aktivieren.

    • Deaktivieren Sie die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“, um das Objekt gegenüber Bildschirmleseprogrammen auszublenden, und deaktivieren Sie die übrigen Optionen im Bedienfeld.

  3. Geben Sie, soweit erforderlich, einen Namen und eine Beschreibung für das ausgewählte Objekt ein:

    Dynamischer Text

    Um eine Beschreibung für statischen Text anzugeben, müssen Sie diesen zuerst in dynamischen Text umwandeln.

    Eingabetextfelder oder Schaltflächen

    Geben Sie einen Tastaturbefehl ein.

    Movieclips

    Aktivieren Sie die Option „Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen“, damit Bildschirmleseprogramme auf die Objekte im Movieclip zugreifen können.

    Hinweis: Bei Anwendungen, die sich in kurzen Worten zusammenfassen lassen, können Sie die Option „Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen“ für das Dokument deaktivieren. Geben Sie anschließend die gewünschte Beschreibung ein, die vom Bildschirmleseprogramm akustisch wiedergegeben werden soll.

Barrierefreiheit für SWF-Anwendungen als Ganzes

Wenn ein Animate-Dokument fertiggestellt und zum Veröffentlichen oder Exportieren bereit ist, können Sie die gesamte Animate-Anwendung barrierefrei machen.

  1. Heben Sie die Auswahl aller Elemente im Dokument auf.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Wählen Sie die Option „Film mit Eingabehilfen versehen“ (die Standardeinstellung), damit Bildschirmleseprogramme auf das Dokument zugreifen können.
  4. Aktivieren oder deaktivieren Sie die Option „Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen“, um barrierefreie Objekte im Dokument für Bildschirmleseprogramme verfügbar zu machen bzw. auszublenden.
  5. Wenn Sie in Schritt 2 die Option „Film mit Eingabehilfen versehen“ aktiviert haben, geben Sie einen Namen und eine Beschreibung für den Film ein.
  6. Aktivieren Sie die Option „Automatische Bezeichnung“ (Standardeinstellung), um Textobjekte als automatische Bezeichnungen für im Film enthaltene barrierefreie Schaltflächen und Eingabetextfelder zu verwenden. Deaktivieren Sie diese Option, um die Verwendung automatischer Bezeichnungen zu deaktivieren und Textobjekte als solche an Bildschirmleseprogramme zu übergeben.

Anzeigen und Definieren der Tabulatorreihenfolge und Lesereihenfolge

Bei der Tabulatorindexreihenfolge sind zwei Aspekte zu unterscheiden: zum einen die Tabulatorreihenfolge, die sich auf die tastaturgesteuerte Bedienung der Inhalte durch den Benutzer bezieht, und zum anderen die Lesereihenfolge, die die Abfolge bei der akustischen Wiedergabe der Elemente durch das Bildschirmleseprogramm bestimmt.

Im Flash Player wird standardmäßig eine Tabulatorindexreihenfolge von links nach rechts und von oben nach unten zugrunde gelegt. Sie können sowohl die Tabulatorreihenfolge als auch die Lesereihenfolge anpassen, indem Sie in ActionScript die tabIndex-Eigenschaft verwenden. In ActionScript wird die tabIndex-Eigenschaft als Synonym für die Lesereihenfolge verwendet.

Hinweis:

In Flash Player ist es nicht mehr erforderlich, dass Sie alle Objekte in einer FLA-Datei einer Liste von Tabulatorindexwerten hinzufügen. Auch wenn Sie keinen Tabulatorindex für alle Objekte angeben, wird jedes Objekt mit einem Bildschirmleseprogramm korrekt gelesen.

Tab-Reihenfolge

Die Reihenfolge, in der ein Benutzer Objekte durch Drücken der Tabulatortaste ansteuern kann. Sie können die Tabulatorreihenfolge per ActionScript sowie in Adobe Animate auch über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ definieren. Die Tabulatorindizes, die Sie im Bedienfeld „Eingabehilfen“ zuweisen, müssen nicht unbedingt der Lesereihenfolge entsprechen.

Lesereihenfolge

Die Reihenfolge, in der Bildschirmleseprogramme Informationen über Objekte lesen. Um eine Lesereihenfolge zu definieren, weisen Sie jeder einzelnen Instanz per ActionScript einen Tabulatorindex zu. Dabei müssen Sie sämtlichen barrierefreien Objekten einen Tabulatorindex zuweisen, also nicht nur Objekten, die den Fokus erhalten können. Das gilt beispielsweise auch für dynamischen Text, auch wenn dieser nicht mit der Tabulatortaste angesteuert werden kann. Wenn Sie nicht allen barrierefreien Objekten eines Bilds Tabulatorindizes zuweisen, werden bei der Wiedergabe im Flash Player unter Verwendung eines Bildschirmleseprogramms sämtliche Tabulatorindizes im Bild ignoriert, und es wird die standardmäßige Tabulatorreihenfolge verwendet.

Erstellen von Indizes der Tabulatorreihenfolge für die Navigation per Tastatur im Bedienfeld „Eingabehilfen“

Über das Bedienfeld „Eingabehilfen“ können Sie benutzerdefinierte Tabulatorreihenfolgeindizes für die Navigation per Tastatur an folgenden Objekten erstellen:

  • Dynamischer Text

  • Eingabetext

  • Schaltflächen

  • Movieclips (auch kompilierten Movieclips)

  • Komponenten

  • Bildschirme

    Hinweis: Auch mit ActionScript-Code können Sie Tabulatorreihenfolgeindizes für die Navigation per Tastatur erstellen.

    Der Tabulatorfokus erfolgt in numerischer Reihenfolge, ausgehend von der niedrigsten Indexzahl. Nachdem der Tabulatorfokus den höchsten Tabulatorindex erreicht hat, erhält wieder die niedrigste Indexzahl den Fokus.

    Wenn Sie ein Objekt mit benutzerdefiniertem Tabulatorindex innerhalb des Dokuments oder in ein anderes Dokument verschieben, bleiben die Indexattribute von Animate erhalten. Dadurch kann es zu Konflikten kommen, wenn beispielsweise zwei verschiedenen Objekten auf der Bühne dieselbe Tabulatorindexzahl zugewiesen ist. Überprüfen Sie das Dokument, und nehmen Sie die erforderlichen Korrekturen vor.

    Hinweis: Wenn ein Bild mehrere Objekte mit demselben Tabulatorindex enthält, werden die betreffenden Objekte von Animate beim Betätigen der Tabulatortaste in der Reihenfolge angesteuert, in der sie auf der Bühne platziert wurden.

  1. Wählen Sie das Objekt aus, dem Sie eine Tabulatorreihenfolge zuweisen möchten.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Um nur dem ausgewählten Objekt einen Index zuzuweisen, geben Sie im Feld „Tabulatorindex“ eine positive Ganzzahl (bis 65535) ein. Dieser Wert bestimmt die Position des Objekts innerhalb der Tabulatorreihenfolge.
  4. Um eine Tabulatorreihenfolge anzuzeigen, wählen Sie „Ansicht“ > „Tabulatorreihenfolge anzeigen“. Die Tabulatorindexzahl wird jeweils links oben im Objekt angezeigt.
    Tabulatorindexzahl

    Hinweis:

    Eine per ActionScript-Code definierte Tabulatorreihenfolge wird nicht auf der Bühne angezeigt, wenn die Option „Tabulatorreihenfolge anzeigen“ aktiviert ist.

Festlegen von erweiterten Barrierefreiheitsoptionen für Bildschirmleseprogramme

Ausschalten von automatischen Bezeichnungen und Festlegen von Objektnamen für Bildschirmleseprogramme

  1. Wählen Sie auf der Bühne das Objekt aus (Schaltfläche oder Eingabetextfeld), bei dem Sie die Verwendung der Bezeichnung für Bildschirmleseprogramme steuern möchten.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Aktivieren Sie die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“ (Standardeinstellung).
  4. Geben Sie einen Namen für das Objekt ein. Dieser Name wird als Bezeichnung der Schaltfläche oder des Textfelds vorgelesen.
  5. Um die automatische Bezeichnung vor Bildschirmleseprogrammen zu verbergen, wählen Sie das Textobjekt auf der Bühne aus.
  6. Wenn es sich beim Textobjekt um statischen Text handelt, müssen Sie diesen in dynamischen Text umwandeln. Wählen Sie dazu im Eigenschafteninspektor die Option „Texttyp“ > „Dynamischer Text“.
  7. Deaktivieren Sie „Objekt mit Eingabehilfen versehen“.

Ausblenden von Objekten gegenüber Bildschirmleseprogrammen

Bei Bedarf können Sie bestimmte Objekte gegenüber Bildschirmleseprogrammen ausblenden. Sie können auch barrierefreie Objekte ausblenden, die sich innerhalb eines Movieclips oder einer Animate-Anwendung befinden, um stattdessen nur den Movieclip oder die Animate-Anwendung für Bildschirmleseprogramme barrierefrei zu machen.

Hinweis: Blenden Sie nur Objekte aus, die immer wieder auftauchen oder keine relevanten Informationen vermitteln.

 

Ausgeblendete Objekte werden von Bildschirmleseprogrammen ignoriert.

  1. Wählen Sie auf der Bühne die Schaltfläche oder das Eingabetextfeld aus, das Sie gegenüber Bildschirmleseprogrammen ausblenden möchten.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Führen Sie im Bedienfeld „Eingabehilfen“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Deaktivieren Sie bei Movieclips, Schaltflächen, Textfeldern und sonstigen Objekten die Option „Objekt mit Eingabehilfen versehen“.

    • Deaktivieren Sie bei untergeordneten Objekten von Movieclips die Option „Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen“.

Zuweisen von Tastaturbefehlen zu Objekten für Bildschirmleseprogramme

Sie können Objekten wie beispielsweise Schaltflächen Tastaturbefehle zuweisen, sodass sie direkt vom Benutzer angesteuert werden können, ohne dass zuerst der gesamte Seiteninhalt vorgelesen werden muss. Sie können unter anderem Tastaturbefehle für die Navigation in Menüs und Symbolleisten, zum Aufrufen der nächsten Seite oder zum Aktivieren der Schaltfläche „Senden“ in Formularen definieren.

Um einen Tastaturbefehl zu erstellen, müssen Sie einen ActionScript-Code für ein Objekt schreiben. Wenn Sie einen Tastaturbefehl für ein Eingabetextfeld oder eine Schaltfläche angeben, müssen Sie anhand der Key-Klasse in ActionScript dafür sorgen, dass die vom Benutzer während der Wiedergabe in Animate gedrückten Tasten erfasst werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur Key-Funktion im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch. Lesen Sie hierzu „Erfassen von Tastenaktionen“ in ActionScript 2.0 in Adobe Animate – Arbeitshandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_learningas2_de.

Wählen Sie das Objekt aus und fügen Sie den Namen des Tastaturbefehls im Bedienfeld „Eingabehilfen“ hinzu, sodass er vom Bildschirmleseprogramm akustisch wiedergegeben werden kann.

Testen Sie alle Animate-Inhalte in verschiedenen Bildschirmleseprogrammen. Welche Tastaturbefehle verwendet werden können, richtet sich auch nach dem jeweils verwendeten Bildschirmleseprogramm. Der Tastaturbefehl Strg+F ist beispielsweise sowohl für den Browser als auch für das Bildschirmleseprogramm reserviert. Die Pfeiltasten sind für das Bildschirmleseprogramm reserviert. Die Tasten 0 bis 9 stehen im Allgemeinen für Tastaturbefehle zur Verfügung. Allerdings werden auch diese Tasten zunehmend von den Bildschirmleseprogrammen genutzt

Erstellen von Tastaturbefehlen

  1. Wählen Sie auf der Bühne die Schaltfläche oder das Eingabetextfeld aus, für die bzw. für das Sie einen Tastaturbefehl erstellen möchten.
  2. Wählen Sie „Fenster“ > „Andere Bedienfelder“ > „Eingabehilfen“.
  3. Geben Sie im Feld „Kombinationen“ die Beschreibung der zugewiesenen Tastenkombination wie folgt ein:
    • Schreiben Sie Tastennamen wie „Strg“ oder „Alt“ aus.

    • Schreiben Sie Buchstaben groß.

    • Verwenden Sie ein Pluszeichen (+) zwischen Tastennamen, und achten Sie darauf, dass keine Leerzeichen dazwischen stehen. Beispiel: Strg+A.

Hinweis:

Animate überprüft nicht, ob die erforderlichen ActionScript-Anweisungen für den Tastaturbefehl vorhanden sind.

Zuweisen des Tastaturbefehls Strg+7 zu der Button-Instanz myButton

  1. Wählen Sie das Objekt auf der Bühne aus, blenden Sie das Bedienfeld „Eingabehilfen“ ein und geben Sie in das Feld „Tastenkombination“ die Tastenkombination für den Tastaturbefehl ein. Beispiel: Strg+7.
  2. Geben Sie im Bedienfeld „Aktionen“ den folgenden ActionScript 2.0-Code ein:

    Hinweis:

    In diesem Beispiel ist die Tastenkombination Strg+7.

    function myOnPress() { 
        trace( "hello" ); 
    } 
    function myOnKeyDown() { 
        if (Key.isDown(Key.CONTROL) && Key.getCode() == 55) // 55 is key code for 7 
        { 
            Selection.setFocus(myButton); 
            myButton.onPress(); 
        } 
    } 
    var myListener = new Object(); 
    myListener.onKeyDown = myOnKeyDown; 
    Key.addListener(myListener); 
    myButton.onPress = myOnPress; 
    myButton._accProps.shortcut = "Ctrl+7" 
    Accessibility.updateProperties();

Hinweis:

In diesem Beispiel wird einer Schaltfläche mit dem Instanznamen „mybutton“ der Tastaturbefehl Strg+7 zugewiesen und eine entsprechende Beschreibung für Bildschirmleseprogramme definiert. Wenn Sie in diesem Beispiel Strg+7 drücken, zeigt die myOnPress-Funktion den Text „hello“ im Bedienfeld „Ausgabe“ an. Lesen Sie hierzu „addListener (IME.addListener-Methode)“ im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Erstellen barrierefreier Inhalte mit ActionScript

Einführung in ActionScript und Eingabehilfen

Sie können barrierefreie Dokumente mithilfe von ActionScript®-Code erstellen. Accessibility-Eigenschaften, die für das gesamte Dokument gelten, können über die globale Variable _accProps zugewiesen und geändert werden. Lesen Sie hierzu den Abschnitt zur _accProps-Eigenschaft im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Auf Eigenschaften, die sich auf ein bestimmtes Element beziehen, können Sie mit der folgenden Syntax zugreifen: instancename._accProps. Der Wert von _accProps ist ein Objekt, das die folgenden Eigenschaften enthalten kann:

Eigenschaft

Typ

Entsprechende Option im Bedienfeld „Eingabehilfen“

Anwendbar auf

.silent

Boolean

Film mit Eingabehilfen versehen/Objekt mit Eingabehilfen versehen (in logischer Umkehrung)

Gesamtes Dokument

Schaltflächen

Movieclips

Dynamischer Text

Eingabetext

.forceSimple

Boolean

Untergeordnete Objekte mit Eingabehilfen versehen (in logischer Umkehrung)

Gesamtes Dokument

Movieclips

.name

String

Name

Gesamtes Dokument

Schaltflächen

Movieclips

Eingabetext

.description

String

Beschreibung

Gesamtes Dokument

Schaltflächen

Movieclips

Dynamischer Text

Eingabetext

.shortcut

String

Tastaturbefehl

Schaltflächen

Movieclips

Eingabetext

Hinweis:

Der Hinweis „in logischer Umkehrung“ bedeutet, dass der Wert true für die betreffenden Eigenschaft in ActionScript einem „deaktivierten“ Kontrollkästchen und der Wert false einem „aktivierten“ Kontrollkästchen für die zugehörige Option im Bedienfeld „Eingabehilfen“ entspricht.

Änderungen der _accProps-Variable haben keine unmittelbaren Auswirkungen. Die Accessibility.updateProperties-Methode muss zusätzlich aufgerufen werden, damit die Änderungen am Animate-Inhalt im Bildschirmleseprogramm umgesetzt werden. Dadurch werden in Flash Player alle Eingabehilfen-Eigenschaften neu ausgewertet, die Eigenschaftenbeschreibungen für das Bildschirmleseprogramm aktualisiert und nötigenfalls entsprechende Ereignisse an das Programm gesendet.

Um die Eingabehilfe-Eigenschaften mehrerer Objekte gleichzeitig zu aktualisieren, genügt ein Aufruf von Accessiblity.updateProperties (zu häufige Aktualisierungen können dazu führen, dass im Bildschirmleseprogramm unnötig viel Text vorgelesen wird).

Lesen Sie hierzu den Abschnitt zur Accessibility.updateProperties-Methode im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Erkennen von Bildschirmleseprogrammen mit der Accessibility.isActive()-Methode

Zum Erstellen von Animate-Inhalten, die sich bei einem aktivierten Bildschirmleseprogramm auf bestimmte Weise verhalten, verwenden Sie die ActionScript-Methode Accessibility.isActive(). Diese Methode gibt true zurück, wenn ein Bildschirmleseprogramm vorhanden ist; andernfalls wird false zurückgegeben. Die Animate-Inhalte können dann zur Laufzeit in geeigneter Weise modifiziert werden, indem beispielsweise untergeordnete Elemente ausgeblendet werden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt zur Accessibility.isActive-Methode im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Anhand der Methode Accessibility.isActive lässt sich beispielsweise entscheiden, ob bestimmte Animationselemente selbsttätig, also ohne Zutun des Bildschirmleseprogramms, gestartet werden. Solche Animationen können sich bei der akustischen Wiedergabe durch Bildschirmleseprogramme als störend erweisen.

Mithilfe der Accessibility.isActive()-Methode erfolgt die Kommunikation zwischen Animate-Inhalt und Flash Player asynchron, sodass es zu einer geringfügigen Verzögerung zwischen dem Aufruf der Methode und der Aktivierung von Flash Player kommen kann. Dadurch wird der Wert false zurückgegeben. Es gibt mehrere Möglichkeiten, dies zu verhindern:

  • Rufen Sie die Accessibility.isActive()-Methode nicht gleich bei der ersten Wiedergabe des Animate-Inhalts auf, sondern immer dann, wenn Entscheidungen hinsichtlich der Barrierefreiheit zu treffen sind.

  • Fügen Sie am Anfang Ihres Dokuments eine kurze Verzögerung von ein bis zwei Sekunden ein, sodass genügend Zeit für die Kontaktaufnahme zwischen Animate-Inhalt und Flash Player bleibt.

    Beispielsweise können Sie ein onFocus-Ereignis verwenden, um diese Methode mit einer Schaltfläche zu verknüpfen. Hierdurch bleibt im Allgemeinen genug Zeit zum Laden der SWF-Datei, und es kann sicher davon ausgegangen werden, dass Benutzer von Bildschirmleseprogrammen die erste Schaltfläche oder das erste Objekt auf der Bühne mit der Tabulatortaste ansteuern.

Definieren der Tabulatorreihenfolge für barrierefreie Objekte in ActionScript

Um die Tabulatorreihenfolge mit ActionScript®-Code zu erstellen, weisen Sie die tabIndex-Eigenschaft den folgenden Objekten zu:

  • Dynamischer Text

  • Eingabetext

  • Schaltflächen

  • Movieclips (auch kompilierten Movieclips)

  • Zeitleistenbildern

  • Bildschirme

Definieren Sie immer eine vollständige Tabulatorreihenfolge für alle barrierefreien Objekte. Wenn Sie eine Tabulatorreihenfolge für ein Bild erstellen, ohne diese auch für alle darin enthaltenen barrierefreien Objekte festzulegen, ignoriert Flash Player sämtliche von Ihnen zugewiesenen Tabulatorindizes. Darüber hinaus müssen für alle Objekte (außer Bilder), die Bestandteil einer Tabulatorreihenfolge sind, im Textfeld „Instanzname“ des Eigenschafteninspektors Instanznamen angegeben werden. Auch Elemente, die nicht per Tabulatortaste angesteuert werden können (z. B. Textfelder), müssen in die Tabulatorreihenfolge einbezogen werden, wenn sie in der entsprechenden Reihenfolge akustisch wiedergegeben werden sollen.

Da statischem Text kein Instanzname zugewiesen werden kann, kann er auch nicht in die Liste der tabIndex-Eigenschaftswerte aufgenommen werden. Aus diesem Grund gilt bei SWF-Dateien, die statischen Text enthalten, und sei es auch nur in einer einzigen Instanz, immer die standardmäßige Lesereihenfolge.

Um eine Tabulatorreihenfolge festzulegen, weisen Sie der Eigenschaft tabIndex eine Ordnungszahl zu, wie in diesem Beispiel:

_this.myOption1.btn.tabIndex = 1 
_this.myOption2.txt.tabIndex = 2

Lesen Sie hierzu die Abschnitte zu tabIndex in Button, MovieClip und TextField im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Eine angepasste Tabulatorreihenfolge können Sie auch mit den Methoden tabChildren und tabEnabled zuweisen. Lesen Sie hierzu die Abschnitte zu MovieClip.tabChildren, MovieClip.tabEnabled und TextField.tabEnabled im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

Verwenden barrierefreier Komponenten

Um die Erstellung barrierefreier Anwendungen zu vereinfachen und zu beschleunigen, steht eine Reihe von UI-Basiskomponenten zur Verfügung. Mit diesen Komponenten lassen sich Routinevorgänge bei der Erstellung barrierefreier Inhalte weitgehend automatisieren, etwa das Zuweisen von Bezeichnungen und Tastaturbefehlen oder das Testen von Anwendungen. Zudem sorgen diese Komponenten für eine einheitliche Benutzerführung in multimedialen Anwendungen. Die folgenden barrierefreien Komponenten sind standardmäßig in Animate enthalten:

  • SimpleButton

  • CheckBox

  • RadioButton

  • Label

  • TextInput

  • TextArea

  • ComboBox

  • ListBox

  • Window

  • Alert

  • DataGrid

Mit dem Befehl enableAccessibility() können Sie die barrierefreien Merkmale der einzelnen Komponenten aktivieren. Der Befehl bewirkt, dass beim Kompilieren des Dokuments das Accessibility-Objekt in die Komponente eingebunden wird. Nachdem dieses Objekt eingebunden wurde, lässt es sich nur schwer wieder entfernen; daher sind diese Optionen standardmäßig deaktiviert. Die Barrierefreiheit für die einzelnen Komponenten muss folglich jeweils gesondert aktiviert werden. Dieser Vorgang braucht nur einmal pro Komponente durchgeführt zu werden, also nicht für jede einzelne Instanz der Komponente im betreffenden Dokument. Lesen Sie hierzu die Abschnitte „Button-Komponente“, „CheckBox-Komponente“, „ComboBox-Komponente“, „Label-Komponente“, „List-Komponente“, „RadioButton-Komponente“ und „Window-Komponente“ im ActionScript 2.0-Referenzhandbuch unter www.adobe.com/go/learn_cs5_as2lr_de.

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