Auf Diagnoseeffekte können Sie entweder im Menü „Effekte“ oder direkt im Diagnose-Bedienfeld („Fenster“ > „Diagnose“) zugreifen. Mit diesen Werkzeugen können Sie Klicks, Verzerrungen oder Pausen aus Audiodaten löschen und Marker an Pausen hinzufügen.

Hinweis:

Für die optimale Widerherstellung von Audiodaten verwenden Sie die Diagnose in Verbindung mit den Werkzeugen der Spektralanzeige und mit Rauschminderungseffekten. Siehe Techniken für die Audio-Wiederherstellung.

Diagnostizieren, Reparieren, Löschen oder Markieren von Audio

Im Gegensatz zu herkömmlichen Rauschminderungseffekten, bei denen sämtliches ausgewähltes Audio verarbeitet wird, analysiert die Diagnose problematische oder leise Passagen und lässt Sie anschließend auswählen, welche Probleme Sie behandeln möchten.

  1. Wählen Sie im Diagnose-Bedienfeld eine Option aus dem Menü „Effekt“.

  2. Klicken Sie auf „Durchsuchen“.

  3. Führen Sie unten im Bedienfeld beliebige der folgenden Schritte durch:

    • Wählen Sie eines oder mehrere der erkannten Probleme aus und klicken Sie auf „Reparieren“, „Löschen“ oder „Kennzeichnen“. (Welche Optionen angezeigt werden, hängt vom gewählten Diagnose-Effekt ab.)

      Hinweis: Um erkannte Klicks oder aufgetretenes Clipping zu kennzeichnen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Element und wählen Sie im Popupmenü die Option „Marker erstellen“. (Siehe Arbeiten mit Marken.)

    • Klicken Sie auf „Alle reparieren“, „Alle löschen“ oder „Alles markieren“, um alle erkannten Elemente zu behandeln.

    • Klicken Sie auf das Lupensymbol , um im Editor auf das markierte Problem zu zoomen. Klicken Sie erneut auf das Symbol, um wieder auszuzoomen.

    • Klicken Sie auf „Reparierte löschen“, „Gelöschte entfernen“ oder „Markierung löschen“, um zuvor behandelte Probleme aus der Liste zu entfernen.

DeClicker

Der Effekt „Diagnose“ > „DeClicker“ erkennt und entfernt Klick- und Knackgeräusche von Drahtlosmikrofonen, Vinylschallplatten und anderen Quellen.

Die DeClicker-Optionen entsprechen denen des Effekts „Automatischer Klick-Entferner“, den Sie mit anderen Effekten im Effekte-Rack kombinieren und dann im Multitrack-Editor anwenden können. (Siehe Effekt „Automatischer Klick-Entferner“.) Außerdem wendet dieser Effekt automatisch mehrere Analyse- und Reparaturdurchläufe an. Um denselben Betrag an Klick-Entfernung mit dem DeClicker zu erreichen, müssen Sie ihn manuell mehrmals anwenden. Andererseits können Sie mit dem DeClicker die erkannten Klicks bewerten und selbst wählen, welche Probleme repariert werden sollen.

Klicken Sie im Diagnose-Bedienfeld auf „Einstellungen“, um folgende Optionen einzublenden:

Schwellwert

Bestimmt die Empfindlichkeit gegenüber Störgeräuschen. Bei niedrigeren Werten werden mehr Klick- und Knackgeräusche erkannt, gegebenenfalls werden aber auch Teile des Nutzsignals entfernt. Die Werte liegen im Bereich von 30 bis 100. Der Standardwert ist 1.

Komplexität

Gibt die Komplexität des Störgeräusches an. Höhere Werte steigern die Anzahl der Verarbeitungsschritte und können die Audioqualität reduzieren. Die Werte liegen im Bereich von 16 bis 100. Der Standardwert ist 1.

Hinweis:

Um Klicks visuell zu identifizieren, zoomen Sie und verwenden Sie die Spektralfrequenzanzeige mit einer Auflösung von 256 Bändern. (Diese Einstellung nehmen Sie in den Voreinstellungen im Bereich „Spektralanzeige“ vor.) Die meisten Klickgeräusche werden als helle vertikale Balken angezeigt, die von oben in Richtung Unterkante der Anzeige verlaufen.

DeClipper

Der Effekt „Diagnose“ > „DeClipper“ repariert beschnittene Wellenformen, indem die betreffenden Bereiche mit neuen Audiodaten aufgefüllt werden. Clipping tritt auf, wenn die Audio-Amplitude den maximalen Pegel für die aktuelle Bittiefe überschreitet. Normalerweise tritt Clipping auf, wenn die Aufnahmepegel zu hoch sind. Während der Aufnahme oder Wiedergabe wird das Clipping durch die rot aufleuchtenden Felder rechts von den Pegelmessern gemeldet.

Ein geclippter Audiodatenbereich ist ein breiter flacher Bereich oben in der Wellenformanzeige. Diese Bereiche hören sich wie statisch verzerrte Daten an.

Hinweis:

Wenn Sie den DC-Offset geclippter Audiodaten korrigieren müssen, verwenden Sie zuvor den Effekt „DeClipper“. Falls Sie zuerst den DC-Offset korrigieren, erkennt der Effekt „DeClipper“ geclippte Bereiche unterhalb von 0 dBFS nicht mehr richtig.

Klicken Sie im Diagnose-Bedienfeld auf „Einstellungen“, um folgende Optionen einzublenden:

Verstärkung

Gibt den Umfang der Dämpfung an, die vor der Verarbeitung erfolgen soll. Aktivieren Sie die Option „Auto“, wenn Sie die Verstärkungseinstellung basierend auf der durchschnittlichen Eingangsamplitude bestimmen möchten.

Toleranz

Gibt die Amplitudenvarianz in geclippten Bereichen an. Bei 0 % wird Clipping nur in perfekt horizontalen Linien bei der maximalen Amplitude erkannt. Bei 1 % wird Clipping ab 1 % unterhalb der maximalen Amplitude erkannt usw. (Das meiste Clipping wird mit dem Wert „1 %“ erkannt.)

Min. Clip-Größe

Gibt die Mindestlänge eines Clipping-Bereichs an, damit dieser repariert wird. Bei niedrigeren Werten wird ein größerer Prozentsatz geclippter Samples repariert. Bei höheren Werten werden geclippte Samples nur repariert, wenn unmittelbar davor oder danach ebenfalls geclippte Samples vorhanden sind.

Interpolation

Die Option „Cubic“ verwendet Spline-Kurven, um die Frequenzinhalte geclippter Audiopassagen wiederherzustellen. Diese Methode ist in den meisten Situationen schneller, fügt aber möglicherweise störende neue Frequenzen hinzu. Die Option „FFT“ verwendet Fast Fourier-Transformationen zum Wiederherstellen geclippter Audiodaten. Diese Methode ist in der Regel langsamer, eignet sich jedoch am Besten für starkes Clipping. Wählen Sie im Menü „FFT-Größe“ die Anzahl der Frequenzbänder, die analysiert und ersetzt werden sollen. (Mehr Bänder erhöhen die Präzision, aber auch die Verarbeitungszeit.)

Hinweis:

Um die Amplitude beim Wiederherstellen von geclipptem Audio beizubehalten, wenden Sie den Effekt „DeClipper“ mit einer Verstärkung von Null und anschließend den Effekt „Hard Limiting“ mit einer Eingangsverstärkung von Null und einer maximalen Amplitude von –0,2 dB an.

Pause löschen und Audio markieren

Die Diagnose-Effekte „Pause löschen“ und „Audio markieren“ identifizieren Pausen und entfernen oder markieren die entsprechenden Passagen. (Siehe Arbeiten mit Marken.) Das automatische Löschen von Pausen ist hilfreich, um Tracks zu straffen, ohne dass dadurch die Audiodaten für den Vordergrund beeinträchtigt werden. Das automatische Markieren von Pausen ist hilfreich, um schnell zu Audio-Cues für die Bearbeitung zu navigieren.

Klicken Sie im Diagnose-Bedienfeld auf „Einstellungen“, um folgende Optionen einzublenden:

Pause definieren als

Gibt die Amplitude und Dauer an, die als Pause identifiziert werden.

Audio definieren als

Gibt die Amplitude und Dauer an, die als Audioinhalte identifiziert werden.

Pegel suchen

Berechnet basierend auf den Inhalten der Datei automatisch die Signalpegel von Pausen und Audio.

Reparieren durch (nur bei „Pause löschen“)

Wählen Sie „Pause zuschneiden“, um die Dauer von Pausen auf die angegebene Anzahl von Millisekunden zu reduzieren. Wählen Sie „Pause löschen“, um Pausen stummzuschalten, aber die Dateilänge unverändert beizubehalten. („Pause löschen“ ist hilfreich, wenn Sie Audio-Clips mit Videos in Anwendungen zur Videobearbeitung synchron halten müssen.)

Hinweis:

Sie können durch Pausen getrennte Abschnitte von Klängen oder Sprache in verschiedene Dateien aufteilen, indem Sie den Effekt „Audio markieren“ anwenden und anschließend auf „Alles markieren“ klicken. Siehe anschließend Speichern von Audiodaten zwischen Markern in neuen Dateien.

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