Der Effekt „Automatische Tonhöhenkorrektur“

Der Effekt Automatische Tonhöhenkorrektur ist sowohl im Wellenform- als auch im Multitrack- Editor verfügbar. In Letzterem können die Parameter mit Keyframes und externen Steuerungsoberflächen über einen Zeitverlauf automatisiert werden.

Wählen Sie Effekte > Zeit und Tonhöhe > Automatische Tonhöhenkorrektur und wählen Sie Werte für die folgenden Optionen:

Skalierung

Bestimmt den am besten für das Material geeigneten Skalierungstyp: Dur, Moll oder Chromatisch. „Dur“ bzw. „Moll“ korrigieren Noten entsprechend der angegebenen Tonart der Musik. „Chromatisch“ korrigiert die nächste Note unabhängig von der Tonart.

Tonart

Stellt die gewünschte Tonart für das korrigierte Material ein. Diese Option ist nur verfügbar, wenn für Skala der Wert Größer oder Kleiner eingestellt wurde (weil die Skala Chromatisch alle 12 Töne enthält und nicht tonartspezifisch ist).

Hinweis:

Die Kombination von Skalierung und Tonart bestimmt die Signatur.

Ansprechzeit

Bestimmt, wie schnell Adobe Audition die Tonhöhe in Richtung des Skalatons korrigiert. Schnellere Einstellungen sind im Allgemeinen ideal für Noten mit kurzer Dauer, z. B. eine schnelle Staccato-Passage. Eine extrem kurze Ansprechzeit kann jedoch zu einem robotischen Klang führen. Kleinere Werte liefern natürlicheren Klang für länger anhaltende Noten (wenn z. B. ein Sänger eine Note hält und Vibrato hinzufügt). Da sich das Quellmaterial während einer musikalischen Vorführung ändern kann, erreichen Sie optimale Ergebnisse durch die separate Korrektur kurzer Musikabschnitte.

Empfindlichkeit

Definiert den Schwellenwert, jenseits von dem Noten nicht mehr korrigiert werden. Empfindlichkeit wird in Cent gemessen. Jeder Halbton enthält 100 Cent. Ein Wert von 50 Cent für Empfindlichkeit bedeutet, dass eine Note innerhalb von 50 Cent (halber Halbton) eines Zielskalatons liegen muss, bevor sie automatisch korrigiert wird.

Referenzkanal

Wählen Sie einen Quellkanal aus, in dem die Tonhöhenänderungen am deutlichsten sind. Der Effekt analysiert nur den gewählten Kanal, wendet die Tonhöhenkorrektur jedoch gleichermaßen auf alle Kanäle an.

FFT-Größe

Legt die Fast Fourier-Transformation jedes Datenelements fest, das der Effekt verarbeitet. Verwenden Sie kleinere Werte zum Korrigieren höherer Frequenzen. Bei Stimmen liefert eine Einstellung von 2048 oder 4096 Sounds das natürlichste Ergebnis. Verwenden Sie bei kurzen Staccato-Noten oder perkussivem Audio eine Einstellung von 1024.

Kalibrierung

Gibt den Abstimmungsstandard für das Quellaudio an. In westlicher Musik beträgt der Standard A4, also 440 Hz. Quellaudiodaten können jedoch mit einem anderen Standard aufgezeichnet worden sein. Aus diesem Grund können Sie A4-Werte von 410 bis 470 Hz angeben.

Korrekturanzeige

Bei einer Audiovorschau wird der Korrekturumfang für Töne mit Vorzeichen (b bzw. #) angezeigt.

Der Effekt „Manuelle Tonhöhenkorrektur“

Mit dem Effekt Manuelle Tonhöhenkorrektur können Sie die Tonhöhe mit der Spektraltonhöhenanzeige visuell anpassen. Die Spektraltonhöhenanzeige zeigt die grundsätzliche Tonhöhe als hellblaue Linie und Obertöne als rote Schattierungen. Die korrigierte Tonhöhe wird als hellgrüne Linie angezeigt.

Hinweis:

Sie können die Tonhöhe jederzeit visuell überwachen, ohne den Effekt Manuelle Tonhöhenkorrektur zu verwenden. Klicken Sie einfach in der Optionsleiste auf das Symbol Spektraltonhöhe. Um Auflösung, Dezibelbereich und Rasterlinien anzpassen, bearbeiten Sie die Einstellungen zur Höhenanzeige in den Voreinstellungen zur Spektralanzeige.

  1. Wählen Sie Effekte > Zeit und Tonhöhe > Manuelle Tonhöhenkorrektur.

  2. Wählen Sie im Fenster Manuelle Tonhöhenkorrektur Werte für die folgenden Optionen aus:

    Referenzkanal

    Wählen Sie einen Quellkanal aus, in dem die Tonhöhenänderungen am deutlichsten sind. Der Effekt analysiert nur den gewählten Kanal, wendet die Tonhöhenkorrektur jedoch gleichermaßen auf alle Kanäle an.

    Spline-Kurven

    Erstellen Sie weichere Übergänge bei der Verwendung von Hüllkurven-Keyframes, um über einen Zeitverlauf verschiedene Tonhöhenkorrekturen anzuwenden.

    Tonhöhenkurven-Auflösung

    Legt die Fast Fourier-Transformation jedes Datenelements fest, das der Effekt verarbeitet. Verwenden Sie kleinere Werte zum Korrigieren höherer Frequenzen. Für Stimmen klingen Werte zwischen 2048 oder 4096 am natürlichsten, während eine Einstellung von 1024 robotische Effekte erzeugt.

  3. Führen Sie im Editor einen der folgenden Schritte aus:

    • Um die Tonhöhe gleichmäßig zu ändern, ziehen Sie den Schalter Tonhöhe anpassen im HUD.
    • Um die Tonhöhe über einen Zeitverlauf zu ändern, fügen Sie der gelben Hüllkurvenlinie in der Mitte der Wellenformanzeige Keyframes hinzu.

    Hinweis:

    Um auf bestimmte Tonhöhenbereiche einzuzoomen, klicken Sie mit der rechten Maustaste, und ziehen Sie das vertikale Lineal auf der rechten Seite der Spektraltonhöhenanzeige. Um den Zoomfaktor zurücksetzen oder die angezeigte Skalierung anzupassen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Lineal und wählen Sie aus dem Popupmenü „Optionen“.

Der Effekt „Pitch-Bender“

Verwenden Sie den Effekt „Pitch-Bender“, um das Tempo im Lauf der Zeit zu verändern und die Tonhöhe zu variieren. Der Effekt verwendet jetzt eine Keyframe-Bearbeitungshüllkurve, die über die gesamte Wellenform gelegt wird. (Ähnlich wie bei den Effekten „Faden“ und „Verstärkungs-Hüllkurve“.)

Wählen Sie Effekte > Zeit und Tonhöhe > Pitch-Bender und wählen Sie Werte für die folgenden Optionen:

Tonhöhe

Klicken Sie im Editorbereich auf die blaue Linie der Hüllkurve, um Keyframes hinzuzufügen, und ziehen Sie sie nach oben oder unten, um die Amplitude zu ändern. Wie Sie schnell mehrere Keyframes auswählen, neu positionieren oder löschen, erfahren Sie unter Anpassen der Automatisierung mit Keyframes.

Hinweis:

Wählen Sie die Option Spline-Kurven, um anstatt linearer Überblendungen weichere, geschwungene Übergänge zu erstellen. Siehe Spline-Kurven für Graphen.

Qualität

Steuert die Qualität. Höhere Qualitätsstufen produzieren den besten Klang, weisen jedoch längere Verarbeitungszeiten auf. Niedrigere Qualitätsstufen produzieren mehr unerwünschte Harmonieverzerrungen bei kürzerer Verarbeitungszeit. Normalerweise bemerken Sie die Harmonieverzerrungen ab der Qualitätsstufe „Sehr gut“ nicht mehr. Trotzdem kommt es beim Anheben der Tonhöhe zu Signalverkennungen. Die höheren Qualitätsstufen reduzieren jedoch die Verzerrungen drastisch, wenn Sie die Tonhöhe senken.

Bereich

Stellt die Skala für das vertikale Lineal (y-Achse) auf Halbtöne (jede Oktave enthält 12 Halbtöne) oder Beats pro Minute ein. Für einen Halbtonbereich ändert sich die Tonhöhe logarithmisch und Sie können die Anzahl der Halbtöne angeben, um die nach oben oder unten verschoben werden soll. Für einen in Beats pro Minute definierten Bereich ändert sich die Tonhöhe linear und Sie müssen sowohl Bereich als auch Basistempo eingeben. Sie können das exakte Tempo einer Auswahl angeben, um zu anderen Raten zu wechseln. Dies ist jedoch nicht erforderlich.

Tonhöhen-Schieber

Der Effekt „Tonhöhen-Schieber“ ändert die musische Tonhöhe. Es handelt sich dabei um einen Echtzeit-Effekt, der mit anderen Effekten aus dem Mastering-Rack bzw. dem Effekte-Rack kombiniert werden kann. In der Multitrack-Ansicht können Sie die Tonhöhe außerdem mit Automatisierungsspuren im Zeitverlauf variieren.

Wählen Sie „Effekte“ > „Zeit und Tonhöhe“ > „Tonhöhen-Schieber“ und wählen Sie Werte für die folgenden Optionen:

Tonhöhe transponieren

Enthält die Optionen zur Änderung der Tonhöhe:

  • Halbtöne Transponiert die Tonhöhe in Halbtonschritten, die musischen Halbnoten entsprechen (z. B. ist die Note Cis einen Halbton höher als C). Die Einstellung 0 entspricht der Original-Tonhöhe; +12 Halbtöne ist eine Oktave höher; -12 Halbtöne ist eine Oktave tiefer.
  • Hundertstel Passt die Tonhöhe in Bruchteilen von Halbtönen an. Mögliche Werte reichen von -100 (einen Halbton niedriger) bis +100 (einen Halbton höher).
  • VerhältnisBestimmt das Verhältnis zwischen der verschobenen und ursprünglichen Frequenz. Mögliche Werte reichen von 0,5 (eine Oktave niedriger) bis 2,0 (eine Oktave höher).

Präzision

Bestimmt die Klangqualität, wobei die Einstellung „Hoch“ die längste Bearbeitungszeit beansprucht. Verwenden Sie die Einstellung „Niedrig“ für 8-Bit-Audio oder Audio mit niedriger Qualität. Verwenden Sie die Einstellung „Hoch“ für professionell aufgenommene Audiodaten.

Hinweis:

Um schnell zu ermitteln, welche Präzisionseinstellung verwendet werden sollte, verarbeiten Sie einen kleinen Auswahlbereich mit den einzelnen Einstellungen, bis Sie das optimale Gleichgewicht zwischen Qualität und Verarbeitungszeit ermittelt haben.

Tonhöheneinstellungen

Hiermit steuern Sie die Verarbeitung der Audiodaten:

  • Spaltfrequenz Legt die Größe der einzelnen Audiodatenblöcke fest. (Der Effekt „Transponieren“ zerlegt die Audiodaten zur Verarbeitung in sehr kleine Blöcke.) Je höher dieser Wert ist, desto präziser erfolgt die Platzierung der gedehnten Audiodaten im Zeitverlauf.Mit ansteigenden Werten steigt aber auch die Zahl hörbarer Artefakte. Bei höherer Präzision können niedrigere Spaltfrequenzen Stottern und Echos verursachen. Ist die Frequenz zu hoch, klingt der Sound möglicherweise blechern oder Stimmen wirken tunnelartig.
  • Überlagerung Bestimmt, welcher Teil des aktuellen Audiodatenblocks sich mit dem vorhergehenden bzw. dem folgenden Block überlappt. Führt das Dehnen zu einem Choruseffekt, senken Sie den Wert für „Überlagerung“. Wenn dies zu einem abgehackten Sound führt, passen Sie den Prozentsatz an, um ein Gleichgewicht zwischen den beiden Effekten herzustellen. Die gültigen Werte liegen im Bereich von 0 bis 50%. 
  • Passende Standardwerte wählen Wendet geeignete Standardwerte für die Spaltfrequenz und Überlappung an.

Effekt „Dehnung und Tonhöhe“ (nur Wellenform-Editor)

Der Effekt „Zeit und Tonhöhe“ > „Dehnung und Tonhöhe“ ermöglicht das Ändern von Tonhöhe und Tempo eines Audiosignals. Sie können beispielsweise einen Song in eine höhere Tonart transponieren, ohne das Tempo zu ändern, oder eine gesprochene Passage verlangsamen, ohne dass sich dies auf die Tonhöhe auswirkt.

Hinweis:

Dieser Effekt erfordert Offline-Verarbeitung. Während der Effekt geöffnet ist, können Sie weder die Wellenform bearbeiten, noch Auswahlen anpassen oder die Marke für die aktuelle Zeit verschieben.

Algorithmus

Wählen Sie „IZotope-Radius“, wenn Sie das Audio dehnen und gleichzeitig die Tonhöhe ändern möchten. Wählen Sie „Audition“, um die Dehnungs- oder Tonhöheneinstellungen im Zeitverlauf zu ändern. Der Algorithmus „iZotope-Radius“ benötigt mehr Verarbeitungszeit, führt aber zu weniger Artefakten.

Präzision

Höhere Werte bieten höhere Qualität, erfordern jedoch eine längere Verarbeitungszeit.

Neue Dauer

Gibt die Audiolänge nach der Dehnung an. Sie können den Wert für „Neue Dauer“ entweder direkt anpassen oder indirekt, indem Sie den Dehnungsprozentsatz ändern.

Hinweis:

Wenn Sie häufig Dateien auf dieselbe bestimmte Dauer dehnen, klicken Sie auf das Symbol „Favorit“ , um diese Einstellung für eine spätere Verwendung zu speichern. Informationen zum Anwenden eines Favoriten auf mehrere Dateien finden Sie unter Stapelverarbeitung von Dateien.

Dehnungseinstellungen auf neue Dauer fixieren

Übersteuert benutzerdefinierte oder vorgegebene Dehnungseinstellungen und berechnet diese stattdessen anhand der Änderungen an der Dauer.

Hinweis:

Verwenden Sie die oben beschriebene Option, um Radiospots schnell auf 30 oder 60 Sekunden Länge zu bringen.

Dehnen

Kürzt oder erweitert das verarbeitete Audio relativ zum vorhandenen Audio. Beispiel: Um die Audiodaten auf die Hälfte der aktuellen Dauer zu kürzen, legen Sie einen Dehnungswert von 50 % fest.

Transponierung

Verschiebt die Tonhöhe von Audio nach oben oder unten. Jeder Halbton entspricht einem halben Schritt auf einer Klaviertastatur.

Enddehnung oder Transponierung (Audition-Algorithmus)

Ändert die Einstellung für Anfangsdehnung oder Transponierung im Zeitverlauf, wobei die endgültige Einstellung beim letzten ausgewählten Audio-Sample erreicht wird.

Dehnung und Tonhöhe sperren (IZotope-Algorithmus)

Dehnt Audio, um Änderungen der Tonhöhe abzubilden, oder umgekehrt.

Anfangsdehnung und Tonhöhe sperren (Audition-Algorithmus)

Dehnt Audio, um Änderungen der Tonhöhe abzubilden, oder umgekehrt. Enddehnung oder Transponierung sind davon nicht betroffen.

Erweiterte Einstellungen (IZotope-Radius-Algorithmus)

Klicken Sie auf das Dreieck, um folgende Optionen einzublenden:

Soloinstrument oder -stimme

Beschleunigt die Bearbeitung eines Solos.

Sprachcharakteristika beibehalten

Bewahrt den natürlichen Klang einer Stimme.

Formantverschiebung

Bestimmt, wie Formanten beim Transponieren angepasst werden. Der Standardwert Null passt Formanten gleichzeitig beim Transponieren an, wobei das Timbre und die Natürlichkeit beibehalten werden. Werte größer als Null erzeugen höhere Timbres, wodurch beispielsweise eine Männerstimme den Klang einer Frauenstimme annehmen kann. Werte kleiner als Null haben den gegenteiligen Effekt.

Tonhöhenkohärenz

Behält das Timbre von Solostimmen oder -instrumenten bei. Höhere Werte reduzieren Phaser-Artefakte, führen aber zu stärkerer Modulation der Tonhöhe.

Erweiterte Einstellungen (Audition-Algorithmus)

Klicken Sie auf das Dreieck, um folgende Optionen einzublenden:

Spaltfrequenz

Legt die Größe jedes Audio-Abschnitts fest, wenn Sie beim Dehnen einer Wellenform das Tempo oder die Tonhöhe beibehalten. Je höher dieser Wert ist, desto präziser erfolgt die Platzierung der gedehnten Audiodaten im Zeitverlauf. Allerdings werden mit höheren Werten auch Artefakte deutlicher hörbar und der Klang kann blechern und tunnelartig werden. Bei hohen Einstellungen für die Präzision können niedrigere Spaltfrequenzen Stottern und Echos verursachen.

Überlagerung

Bestimmt, welcher Teil des aktuellen Audiodatenblocks sich mit dem vorhergehenden bzw. dem folgenden Block überlappt. Falls die Dehnung zu einem Chorus-Effekt führt, senken Sie den Überlagerungsprozentsatz, jedoch nicht so weit, dass der Sound abgehackt wird. „Überlagerung“ kann Werte bis 400 % annehmen. Dieser Wert ist aber nur bei extremen Geschwindigkeitssteigerungen (200 % und mehr) sinnvoll.

Geeignete Standardeinstellungen wählen

Wendet geeignete Standardwerte für die Spaltfrequenz und Überlappung an. Diese Option ist gut geeignet, um Tonhöhe oder Tempo beizubehalten.

Konstante Vokale

Behält den Klang von Vokalen in gedehnten Vokalen bei. Diese Option erfordert eine umfangreiche Verarbeitung; wenden Sie diese zunächst auf eine kleine Auswahl an, bevor Sie sie auf eine größere anwenden.

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