Wissenswertes zum Überdrucken

Beim Drucken von deckenden, überlappenden Farben wird der Bereich unterhalb der obersten Farbe standardmäßig ausgespart. Mithilfe des Überdruckens können Sie das Aussparen verhindern, sodass die oberste überlappende Druckfarbe im Verhältnis zur darunter liegenden Druckfarbe transparent erscheint (lasierend). Der Grad der Transparenz im Ausdruck hängt von der verwendeten Druckfarbe, dem Papier und dem Druckverfahren ab. Welchen Einfluss diese Variablen auf das Bildmaterial haben, erfahren Sie von Ihrer Druckerei.

An den Stellen, an denen die Farben von unterschiedlichen Druckplatten übereinander oder nebeneinander gedruckt werden, können Registerungenauigkeiten an der Druckmaschine im Druckergebnis Lücken (die so genannten Blitzer) verursachen. Zur Vermeidung solcher Blitzer im
Bildmaterial greifen Druckereien auf die Technik des Überfüllens zurück, bei der zwischen zwei nebeneinander liegenden Farben ein kleiner Überlappungsbereich (eine so genannte Überfüllung) erzeugt wird. Sie können Überfüllungen mit einem speziellen Überfüllungsprogramm automatisch erstellen lassen oder in Illustrator manuell erstellen.

Überdrucken empfiehlt sich in den folgenden Situationen:

  • Überdrucken von Schwarz für eine erhöhte Registergenauigkeit. Da schwarze Tinte deckend ist (und normalerweise zuletzt gedruckt wird), ist das Druckergebnis auf weißem Untergrund oder auf Farbe sehr ähnlich. Durch Überdrucken von Schwarz kann verhindert werden, dass zwischen schwarzen und farbigen Bereichen des Bildmaterials Lücken auftreten.

  • Überdrucken, wenn im Bildmaterial keine gemeinsamen Farben vorkommen und eine Überfüllung oder lasierende Farbeffekte erzielt werden sollen. Wenn Sie Prozessfarbmischungen oder Volltonfarben überdrucken, die keine gemeinsamen Farben enthalten, wird die Überdrucken-Farbe der Hintergrundfarbe hinzugefügt. Wenn Sie zum Beispiel eine Fläche mit 100 % Magenta über eine Fläche mit 100 % Cyan drucken, erscheinen die überlappenden Flächen Violett statt Magenta.

    Nach dem Einrichten der Überdrucken-Optionen sollten Sie sich im Modus „Überdruckenvorschau“ („Ansicht“ > „Überdruckenvorschau“) ansehen, wie die überdruckenden Farben ungefähr gedruckt werden. Außerdem sollten Sie die überdruckten Farben anhand von Laminat-Proofs (jede Separation wird in der richtigen Ausrichtung auf einem einzelnen Blatt Papier angezeigt) oder Overlay-Proofs (Separationen werden in der richtigen Ausrichtung auf einzelnen übereinander geschichteten Kunststoffbahnen angezeigt) überprüfen.

Überdrucken
Ausgesparte Farben (Standardeinstellung) und Überdrucken

Einstellen der Überdrucken-Optionen

  1. Wählen Sie die Objekte aus, die Sie überdrucken möchten.
  2. Wählen Sie im Attributebedienfeld „Fläche überdrucken“, „Kontur überdrucken“ oder beides aus.

    Hinweis:

    Wenn Sie eine mit 100 % Schwarz gefüllte Kontur oder Fläche überdrucken, kann es vorkommen, dass die schwarze Farbe nicht deckend genug ist und die darunter liegenden Farben durchscheinen. Möchten Sie dies vermeiden, setzen Sie anstelle von 100 % Schwarz ein CMYK-Schwarz ein. Informieren Sie sich bei Ihrer Druckerei über die genauen Prozentanteile, aus denen sich das Schwarz zusammensetzen sollte.

Überdrucken von Schwarz

Möchten Sie alle schwarzen Bereiche des Bildmaterials überdrucken, wählen Sie beim Erstellen der Farbseparationen im Dialogfeld „Drucken“ die Option „Schwarz überdrucken“. Diese Option wirkt sich auf alle Objekte aus, auf die schwarze Farbe über den K-Farbkanal angewendet wurde. Bei Objekten, die aufgrund ihrer Transparenzeinstellungen oder Grafikstile schwarz sind, funktioniert sie jedoch nicht.

Mit dem Befehl „Schwarz überdrucken“ können Sie auch angeben, wie Objekte mit einem bestimmten Schwarzanteil überdruckt werden. So verwenden Sie den Befehl „Schwarz überdrucken“:

  1. Wählen Sie alle Objekte aus, die Sie überdrucken möchten.
  2. Wählen Sie „Bearbeiten“ > „Farben bearbeiten“ > „Schwarz überdrucken“.
  3. Geben Sie den Prozentwert für Schwarz ein, ab dem überdruckt werden soll. Alle Objekte, die den angegebenen Prozentwert aufweisen, werden überdruckt.
  4. Wählen Sie „Fläche“, „Kontur“ oder beides, um festzulegen, wie das Überdrucken angewendet werden soll.
  5. Sollen die Prozessfarben Cyan, Magenta und Gelb sowie der angegebene Prozentwert für Schwarz überdruckt werden, wählen Sie „Schwarz bei CMY einschließen“.
  6. Sollen Volltonfarben überdruckt werden, deren entsprechende Prozessfarben Schwarz mit dem festgelegten Prozentwert enthalten, wählen Sie „Vollton-Schwarz einschließen“. Wenn Sie eine Volltonfarbe überdrucken, die Prozessfarben sowie den festgelegten Prozentanteil an Schwarz enthält, müssen Sie sowohl „Schwarz bei CMY einschließen“ als auch „Vollton-Schwarz einschließen“ aktivieren.

    Hinweis:

    Wenn Sie das Überdrucken von Objekten, die einen bestimmten Prozentwert von Schwarz enthalten, deaktivieren möchten, wählen Sie im Dialogfeld „Schwarz überdrucken“ statt der Option „Schwarz hinzufügen“ die Option „Schwarz entfernen“.

Simulieren oder Löschen von Überdrucken

In den meisten Fällen wird das Überdrucken nur von Geräten für den Separationsdruck unterstützt. Wenn Sie unsepariertes Bildmaterial drucken möchten oder wenn das Bildmaterial überdruckte Objekte enthält, die mit transparenten Objekten in Verbindung stehen, simulieren oder löschen Sie das Überdrucken.

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Wählen Sie links im Dialogfeld „Drucken“ die Option „Erweitert“ aus.
  3. Wählen Sie im Menü „Überdrucken“ die Option „Simulieren“ oder „Löschen“ aus.

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