Wissenswertes zu Farbseparationen

Um Farb- und Halbtonbilder zu reproduzieren, separieren Drucker das Bildmaterial i. d. R. in vier Platten (die so genannten Prozess- oder CMYK-Farben), und zwar je eine für die Farbanteile Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz. Sie können auch benutzerdefinierte Druckfarben verwenden (so genannte Volltonfarben). In diesem Fall wird für jede Volltonfarbe eine eigene Druckplatte erstellt. Wenn die Auszüge mit der entsprechenden Farbe in der richtigen Ausrichtung gedruckt werden, geben sie zusammen das ursprüngliche Bildmaterial wieder.

Die Aufteilung eines Bildes in zwei oder mehr Farben wird als Farbseparation bezeichnet. Die Filme, anhand derer die Druckplatten erstellt werden, heißen Separationen.

Nicht separiertes, auf einem Farblaserdrucker gedrucktes Bild und vier einzelne, auf einem Belichter gedruckte Farbseparationen
Nicht separiertes, auf einem Farblaserdrucker gedrucktes Bild und vier einzelne, auf einem Belichter gedruckte Farbseparationen.

Hinweis:

Wenn Sie hochwertige Separationen wünschen, sollten Sie eng mit der dafür zuständigen Druckerei zusammenarbeiten und sich vor und während der Arbeit an einem Auftrag beraten lassen.

Vorbereiten von Bildmaterial für die Farbseparation

Bevor Sie in Illustrator Farbseparationen drucken, sollten Sie folgende Aufgaben der Druckvorstufe ausführen:

  • Richten Sie das Farbmanagement ein, einschließlich der Kalibrierung des Monitors und einer Farbeinstellung für Illustrator.

  • Testen Sie, wie die Farbe auf dem gewünschten Gerät ausgegeben wird. Wählen Sie „Fenster“ > „Separationenvorschau“, um eine Vorschau der Farbseparationen anzuzeigen.

  • Wenn das Dokument im RGB-Modus vorliegt, wählen Sie „Datei“ > „Dokumentfarbmodus“ > „CMYK-Farbe“, um es in den CYMK-Modus zu konvertieren.

  • Enthält das Bildmaterial Farbübergänge, optimieren Sie sie, damit sie ohne sichtbare Farbabstufungen ausgedruckt werden können.

  • Sind bei Ihrem Bildmaterial Überfüllungen notwendig, legen Sie geeignete Einstellungen für das Überdrucken und Überfüllen fest.

  • Enthält das Bildmaterial transparente, überlappende Farbbereiche, zeigen Sie in der Vorschau an, welche Bereiche von einer Reduzierung betroffen sind, und notieren Sie die zu verwendenden Reduzierungsoptionen.

Hinweis:

Mit dem Dialogfeld „Interaktive Farbe“ können Sie Farben global konvertieren und reduzieren. Wenn Sie z. B. ein Dokument mit Prozessfarben in ein Dokument mit zwei Volltonfarben umwandeln möchten, verwenden Sie die Zuweisungsfunktion der Option „Interaktive Farbe“ und legen Sie die gewünschten Farben sowie deren Zuordnung zu den vorhandenen Farben fest.

Vorschau für Farbseparationen

Sie können Farbseparationen undÜberdruckenim Separationenvorschaubedienfeld in der Vorschau anzeigen.

Mithilfe der Separationsvorschau auf Ihrem Monitor können Sie eine Vorschau der Volltonfarbobjekte in Ihrem Dokument anzeigen und Folgendes überprüfen:

Tiefes Schwarz

Mithilfe der Separationenvorschau können Sie Bereiche identifizieren, die in tiefem Schwarz oder in der Druckfarbe „Prozess-Schwarz“(K) gedruckt werden, die mit farbigen Druckfarben gemischt ist, um eine höhere Deckkraft und tiefere Farbe zu erzielen.

Überdrucken

In der Vorschau können Sie anzeigen, wie Angleichungen, Transparenz und Überdrucken in der farbseparierten Ausgabe erscheinen. Überdruckeneffekte sind auch sichtbar, wenn Sie eine Ausgabe auf einem Composite-Gerät erstellen.

Hinweis:

Das Separationenvorschau-Bedienfeld in Illustrator unterscheidet sich geringfügig von den Separationenvorschau-Bedienfeldern in InDesign und Acrobat. Das Vorschaubedienfeld in Illustrator kann beispielsweise nur für den CMYK-Dokumentmodus verwendet werden.

  1. Wählen Sie „Fenster“ > „Separationenvorschau“.
  2. Aktivieren Sie die Option Überdruckenvorschau.
  3. Führen Sie einen der folgenden Schritte durch:
    • Wenn Sie eine Separationsdruckfarbe ausblenden möchten, klicken Sie auf das Augensymbol  links neben dem Namen der gewünschten Separation. Wenn Sie erneut darauf klicken, wird die Separation wieder eingeblendet.

    • Wenn Sie alle Separationsdruckfarben bis auf eine ausblenden möchten, klicken Sie bei gedrückter Alt- (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) auf das Augensymbol der Separation, die eingeblendet bleiben soll. Klicken Sie bei gedrückter Alt- (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) erneut auf das Augensymbol, um wieder alle Separationen einzublenden.

    • Um alle Prozessplatten auf einmal anzuzeigen, klicken Sie auf das Symbol „CMYK“ .

  4. Deaktivieren Sie die Option Überdruckenvorschau, um zur normalen Ansicht zurückzukehren.

Durch die Vorschau von Separationen auf dem Bildschirm können Sie zwar Probleme aufdecken, ohne teure Separationen zu erstellen, aber eine Vorschau von Überfüllungen, Emulsionsoptionen, Druckermarken, Halbtonrastern und Auflösungen ist nicht möglich. Arbeiten Sie mit Ihrem Druckereibetrieb zusammen, um diese Einstellungen mithilfe integraler oder Durchsichtsvorlagen zu prüfen. Ob die Druckfarben auf dem Separationenvorschau-Bedienfeld angezeigt werden oder ausgeblendet sind, sollte keinen Einfluss auf den eigentlichen Separationsprozess haben. Lediglich die Art und Weise, wie diese auf dem Bildschirm angezeigt werden, ist davon betroffen.

Hinweis:

Objekte auf ausgeblendeten Ebenen werden nicht in der Vorschau auf dem Bildschirm angezeigt.

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Wählen Sie einen Drucker und eine PPD-Datei aus. Wenn die Druckausgabe nicht auf einem Drucker erfolgen soll, sondern in eine Datei, wählen Sie „Adobe PostScript®-Datei“ oder „Adobe PDF“ aus.
  3. Wählen Sie links im Dialogfeld „Drucken“ die Option „Ausgabe“ aus.
  4. Wählen Sie für „Modus“ entweder „Separationen (hostbasiert)“ oder „In-RIP-Separationen“ aus.
  5. Legen Sie die Schichtseite, die Art der Filmbelichtung (Bildart) und die Druckerauflösung für die Separationen fest.
  6. Legen Sie die Optionen für die Farbdruckplatten fest, die Sie separieren möchten:
    • Soll der Druck einer Farbdruckplatte verhindert werden, klicken Sie in der Liste „Dokumentdruckfarbe – Optionen“ auf das Druckersymbol , das neben der Farbe angezeigt wird. Durch nochmaliges Klicken wird die Farbe wieder auf Drucken gesetzt.

    • Sollen alle Volltonfarben in Prozessfarben konvertiert werden, sodass sie nicht als eigene Druckplatte, sondern als Teil der Prozessfarbenplatten gedruckt werden, wählen Sie „Alle Volltonfarben in Prozessfarben konvertieren“.

    • Soll eine einzelne Volltonfarbe in Prozessfarben konvertiert werden, klicken Sie in der Liste „Dokumentdruckfarbe – Optionen“ auf das Volltonfarben-Symbol , das neben der Farbe angezeigt wird. Ein Prozessfarben-Symbol (vier Farben)  wird angezeigt. Klicken Sie erneut, um die Volltonfarbe wiederherzustellen.

    • Soll Schwarz vollständig überdruckt werden, wählen Sie „Schwarz überdrucken“.

    • Sollen die Rasterweite, der Rasterwinkel und die Form der Rasterpunkte für eine Platte geändert werden, doppelklicken Sie auf den Namen der Farbe. Sie können auch auf die vorhandene Einstellung in der Liste „Dokumentdruckfarbe – Optionen“ klicken und dort die gewünschten Änderungen vornehmen. Hinweis: Die Standardrasterweiten und -winkel werden durch die ausgewählte PPD-Datei festgelegt. Wenn Sie eigene Werte festlegen möchten, ziehen Sie Ihre Druckerei zu Rate, um die optimalen Werte für Rasterweite und Rasterwinkel zu erfragen.

      Tipp: Falls Ihr Bildmaterial mehrere Volltonfarben enthält oder zwei oder mehr Volltonfarben aufeinander einwirken, weisen Sie den einzelnen Volltonfarben unterschiedliche Rasterwinkel zu.

  7. Zusätzliche Optionen können im Dialogfeld „Drucken“ ausgewählt werden.

    Sie können festlegen, wie das Bildmaterial positioniert, skaliert und beschnitten wird, Druckermarken und Anschnitt einstellen sowie Einstellungen für das Reduzieren von transparentem Bildmaterial festlegen.

  8. Klicken Sie auf „Drucken“.

Farbseparationsmodi

Illustrator unterstützt zwei gängige PostScript-Arbeitsabläufe (Modi) zum Erstellen von Farbseparationen. Der Hauptunterschied zwischen diesen Abläufen besteht darin, wo die Separationen erstellt werden, d. h. auf dem Hostcomputer (System mit Illustrator und dem Druckertreiber) oder im RIP (Raster Image Processor) des Ausgabegeräts.

Beim traditionellen hostbasierten, vorseparierten Arbeitsablauf erstellt Illustrator PostScript-Daten für jede der im Dokument benötigten Separationen und sendet diese Informationen an das Ausgabegerät.

Beim neueren, RIP-basierten Arbeitsablauf führt eine neue Generation von PostScript-RIPs die Farbseparationen, das Überfüllen und sogar die Farbverwaltung auf dem RIP aus, damit der Hostcomputer andere Aufgaben übernehmen kann. Bei diesem Verfahren benötigt Illustrator weniger Zeit zum Generieren der Datei und bei Druckaufträgen muss eine kleinere Datenmenge übertragen werden. Während Illustrator beim ersten Verfahren PostScript-Informationen für beispielsweise vier oder mehr Seiten zum Drucken von hostbasierten Farbseparationen senden musste, brauchen beim zweiten Verfahren nur die PostScript-Informationen einer einzigen unseparierten PostScript-Datei zur Verarbeitung an den RIP gesendet werden.

Schichtseite und Filmbelichtung

Die Schichtseite ist die lichtempfindliche Substanz auf der Film- oder Papieroberfläche. Hinten (Seitenrichtig) bedeutet, dass Text im Bild lesbar ist (also „seitenrichtig“), wenn Ihnen die lichtempfindliche Seite zugewandt ist. Vorne (Seitenrichtig) bedeutet, dass Text lesbar ist, wenn die lichtempfindliche Schicht von Ihnen weg zeigt. Bilder auf Papier werden normalerweise mit der Option „Hinten (Seitenrichtig)“ gedruckt, wohingegen Film normalerweise mit der Option „Vorne (Seitenrichtig)“ belichtet wird. Fragen Sie Ihre Druckerei, welche Schichtseitenausrichtung dort bevorzugt wird.

Um die lichtempfindliche (Schichtseite) von der lichtunempfindlichen Seite (auch als Trägerseite bezeichnet) unterscheiden zu können, betrachten Sie den fertigen Film unter hellem Licht. Eine der beiden Seiten erscheint glänzender als die andere. Die matte Seite ist die Schichtseite, die glänzende Seite ist die Trägerseite.

Bei der Filmbelichtung wird festgelegt, ob Bildmaterial als Positiv oder als Negativ gedruckt wird. In Europa und Japan werden in der Regel Positiv-Filme zum Drucken verwendet, während im US-amerikanischen Raum meist mit Negativ-Filmen gearbeitet wird. Wenn Sie sich über die richtige Belichtungsart im Unklaren sind, wenden Sie sich an Ihre Druckerei.

Wenn Sie ein Objekt beim Drucken auf allen Druckplatten, einschließlich der Volltonfarbenplatten, ausgeben möchten, können Sie es in eine Passermarken-Farbe konvertieren. Passermarken, Objektschnittmarken und Seiteninformationen werden automatisch Passermarken-Farben zugewiesen.

  1. Wählen Sie das Objekt aus.
  2. Klicken Sie im Farbfeldbedienfeld auf das Farbfeld „Passermarken“ , das sich standardmäßig in der ersten Farbfeldreihe befindet.

    Hinweis:

    Die Passermarken werden auf dem Bildschirm standardmäßig schwarz dargestellt. Mit dem Farbbedienfeld können Sie ihnen eine andere Farbe zuweisen. Die ausgewählte Farbe wird für die Bildschirmdarstellung von Objekten mit Passermarken-Farben verwendet. Auf unseparierten Ausdrucken werden diese Objekte stets grau und auf separierten Farbauszügen als gleichmäßiger Farbton aller Druckfarben ausgegeben.

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