Verschiedene Pfade und Formen

InDesign bietet Ihnen die Möglichkeit, Pfade zu erstellen und auf vielfältige Weise zu kombinieren. Es gibt in InDesign folgende Arten von Pfaden und Formen:

Einfache Pfade

Einfache Pfade sind die Grundkomponenten für verknüpfte Pfade und Formen. Sie bestehen aus einem offenen oder geschlossenen Pfad, der sich selbst überschneiden kann.

Verknüpfte Pfade

Verknüpfte Pfade setzen sich aus zwei oder mehr einfachen Pfaden zusammen, die sich wechselseitig beeinflussen und überschneiden. Sie sind weniger komplex als verknüpfte Formen und werden von allen PostScript-kompatiblen Anwendungen erkannt. Die in einem verknüpften Pfad zusammengefassten Einzelpfade agieren als ein Objekt und haben dieselben Attribute (wie Farben oder Konturenstile).

Verknüpfte Formen

Verknüpfte Formen bestehen aus mindestens zwei Pfaden, verknüpften Pfaden, Gruppen, Überblendungen, Textpfaden, Textrahmen oder anderen Formen, die sich wechselseitig beeinflussen und überschneiden, sodass neue bearbeitbare Formen entstehen. Einige verknüpfte Formen sehen zwar aus wie verknüpfte Pfade, aber die Pfadkomponenten verknüpfter Formen können einzeln bearbeitet werden und müssen nicht dieselben Attribute aufweisen.

Verschiedene Pfade und Formen

A. Drei einfache Pfade B. Verknüpfter Pfad C. Verknüpfte Form 

Wissenswertes zu Pfaden

Beim Zeichnen erstellen Sie eine Linie, die als Pfad bezeichnet wird. Ein Pfad besteht aus einem oder mehreren geraden oder gekrümmten Segmenten. Anfang und Ende jedes Segments sind durch so genannte Ankerpunkte gekennzeichnet. Ein Pfad ist entweder geschlossen (z. B. ein Kreis) oder geöffnet (mit eindeutigen Endpunkten; z. B. eine Wellenlinie).

Sie können die Form eines Pfads ändern, indem Sie die Ankerpunkte, die Griffpunkte am Ende der Grifflinien der Ankerpunkte oder das Pfadsegment selbst an die gewünschte Stelle ziehen.

Aufbau eines Pfades

A. Ausgewählter (ausgefüllter) Endpunkt B. Ausgewählter Ankerpunkt C. Nicht ausgewählter Ankerpunkt D. Gekrümmtes Pfadsegment E. Grifflinie F. Griffpunkt 

Pfade können zwei Arten von Ankerpunkten haben: Eckpunkte und Übergangspunkte. An einem Eckpunkt ändert ein Pfad abrupt seine Richtung. An einem Übergangspunkt werden Pfadsegmente zu einer durchgehenden Kurve verbunden. Beim Zeichnen eines Pfads können Eck- und Übergangspunkte beliebig miteinander kombiniert werden. Wenn Sie einen falschen Punkt zeichnen, können Sie ihn jederzeit ändern.

Aufbau eines Pfades

A. Vier Eckpunkte B. Vier Übergangspunkte C. Kombination aus Eck- und Übergangspunkten 

Ein Eckpunkt kann zwei gerade Segmente oder zwei Kurvensegmente verbinden, ein Übergangspunkt dagegen immer nur zwei Kurvensegmente.

Ein Eckpunkt kann sowohl gerade als auch Kurvensegmente verbinden.

Hinweis:

Eck- und Übergangspunkte sind nicht dasselbe wie gerade und gekrümmte Segmente.

Die Strichführung eines Pfads wird als Kontur bezeichnet. Farben oder Verläufe, die auf den Innenbereich eines offenen oder geschlossenen Pfads angewendet werden, heißen Flächen. Eine Kontur kann eine bestimmte Stärke (Dicke), Farbe und ein Strichmuster (Illustrator und InDesign) oder ein stilisiertes Linienmuster (InDesign) aufweisen. Nach der Erstellung eines Pfads oder einer Form können Sie die Kontur- und Flächeneigenschaften ändern.

In InDesign wird auf jedem Pfad auch ein Mittelpunkt angezeigt, der die Mitte der Form kennzeichnet, aber nicht Teil des eigentlichen Pfads ist. Mit diesem Punkt können Sie den Pfad ziehen, ihn an anderen Elementen ausrichten oder alle Ankerpunkte auf dem Pfad auswählen. Der Mittelpunkt ist immer sichtbar und kann weder ausgeblendet noch gelöscht werden.

Wissenswertes zu Grifflinien und Griffpunkten

Wenn Sie einen Ankerpunkt auswählen, der Kurvensegmente verbindet (bzw. wenn Sie direkt das Segment auswählen), werden an den Ankerpunkten der Verbindungssegmente Richtungsgriffe angezeigt. Die Griffe bestehen aus Richtungslinien, die in Richtungspunkten enden. Länge und Winkel der Richtungslinien bestimmen die Größe und Form der Kurvensegmente. Werden die Griffpunkte verschoben, ändert sich die Kurvenform. Richtungslinien sind in der letztendlichen Ausgabe nicht zu sehen.

Nach dem Auswählen eines Ankerpunkts (links) werden an allen durch den Ankerpunkt verbundenen Kurvensegmenten Grifflinien angezeigt (rechts).

Ein Übergangspunkt hat immer zwei Richtungslinien, die als eine gerade Einheit gemeinsam verschoben werden. Wenn Sie eine Richtungslinie an einem Übergangspunkt verschieben, werden die gekrümmten Segmente zu beiden Seiten des Punktes gleichzeitig angepasst, wodurch an diesem Ankerpunkt eine durchgehenden Kurve entsteht.

Ein Eckpunkt kann dagegen zwei Grifflinien, eine oder keine Grifflinie haben, je nachdem, ob er zwei Kurvensegmente, ein oder kein Kurvensegment verbindet. Bei Grifflinien für Eckpunkte wird die Ecke dadurch beibehalten, dass unterschiedliche Winkel verwendet werden. Wenn Sie eine Grifflinie an einem Eckpunkt verschieben, wird nur die Kurve angepasst, die auf der Seite des Punkts liegt, auf der sich diese Grifflinie befindet.

Nach dem Auswählen eines Ankerpunkts (links) werden an allen durch den Ankerpunkt verbundenen Kurvensegmenten Grifflinien angezeigt (rechts).
Anpassen von Grifflinien bei Übergangs- (links) und Eckpunkten (rechts)

Grifflinien bilden immer eine Tangente (senkrecht zum Radius) zur Kurve an den Ankerpunkten. Der Winkel der Grifflinien bestimmt die Neigung der Kurve, während ihre Länge die Höhe bzw. Tiefe der Kurve bestimmt.

Durch Ändern der Position und Größe von Richtungslinien wird die Kurvenneigung geändert.

Hinweis:

In Illustrator können Sie durch Auswahl von „Ansicht“ > „Begrenzung einblenden“ oder „Ansicht“ > „Ecken ausblenden“ Ankerpunkte, Richtungslinien und Richtungspunkte ein- oder ausblenden.

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