Erstellen von PostScript- oder EPS-Dateien

Anstelle einer Ausgabe auf einem Drucker können Sie auch eine Beschreibung des Dokuments in der PostScript-Sprache als PS-Datei speichern, damit das Dokument auf externen Druckern, z. B. von einem Druckdienstleister, gedruckt werden kann. Ein Druckdienstleister kann eine PS-Datei direkt an den Belichter senden. Eine PostScript-Datei ist i. d. R. größer als das ursprüngliche InDesign-Dokument, da Grafiken und Schriftarten eingebettet werden.

Sie können auch eine Dokumentseite oder einen Druckbogen in eine EPS-Datei (Encapsulated PostScript) exportieren und in anderen Anwendungen verwenden.

Auswahl der richtigen Methode zum Erstellen von PostScript-Dateien

Sie können Dokumente oder Bücher in InDesign in drei Arten von PostScript-Dateien speichern: geräteunabhängig, geräteabhängig oder geräte- und treiberabhängig.

Die folgende Tabelle enthält empfohlene Druckertreiber und Ausgabemethoden, mit denen sich in Nachbearbeitungsanwendungen und InDesign optimale Ergebnisse erzielen lassen. Wenn Ihr Dokument vor dem Druck auf einem RIP durch einen OPI-Server oder eine Ausschieß-, Überfüllungs- oder andere Druckvorstufenanwendung verarbeitet wird, wählen Sie im Dialogfeld „Drucken“ in InDesign aus der Liste „Drucker“ die Option „PostScript®-Datei“. Dadurch übernimmt InDesign die komplette Steuerung der DSC-Ausgabe. Für Desktop-Drucker wählen Sie einen der unterstützten PostScript-Druckertreiber aus.

In der Tabelle ist die relative Eignung jeder Methode für die Druckvorstufe durch Sterne gekennzeichnet:

***

Die PostScript-Datei ist voll DSC-konform und eignet sich sehr gut für den Einsatz mit einer Vielzahl von Nachbearbeitungsanwendungen, RIPs und Workflows. Diese Methode ist die beste Wahl für Anwendungen, die mit DSC arbeiten.

**

Die PostScript-Datei ist überwiegend DSC-konform und eignet sich allgemein für den Einsatz mit einer Vielzahl von Nachbearbeitungsanwendungen, RIPs und Workflows. Bei bestimmten Anwendungen, die umfassend mit DSC arbeiten, kann es zu Kompatibilitätsproblemen kommen.

Druckerauswahl: PostScript®-Datei

Betriebssystem

PPD

Eignung für Druckvorstufe

Alle Plattformen

Geräteunabhängig

***

Geräteabhängig

***

Wenn als Drucker „PostScript®-Datei“ ausgewählt ist, wird kein Druckertreiber verwendet.

Druckerauswahl:

Betriebssystem

Druckertreiber

Eignung für Druckvorstufe

Mac OS 10.2

Integrierter PS-Treiber für Mac OS X

**

Windows 2000/XP

PScript 5

**

Die vom ausgewählten Drucker verwendete PPD wird oben im Dialogfeld „Drucken“ im Feld „PPD“ angezeigt.

Geräte- und treiberabhängige PostScript-Dateien

Wählen Sie im Menü „Drucker“ einen Drucker und einen unterstützten Treiber aus. Geräte- und treiberabhängige PostScript-Dateien haben folgende Merkmale:

  • Sie sind treiberabhängig. Die PostScript-Datei enthält Code, der von InDesign und vom Treiber generiert wird. Der InDesign-Code ist hauptsächlich verantwortlich für die Seiteninhalte, auch für das Laden der Schriftarten, und für das Festlegen grundlegender Geräteinformationen wie Druckmaterialformate, Auflösung und Rasterung. Der Treiber ist vor allem verantwortlich für das Festlegen spezieller Treiberfunktionen, z. B. Wasserzeichen, und für das Aktivieren bzw. Steuern bestimmter Gerätefunktionen. Da InDesign nicht die vollständige Kontrolle über die Erstellung der PostScript-Datei besitzt, ist der Grad der DSC-Konformität nicht ganz so hoch wie bei treiberunabhängigen PostScript-Dateien. Der Grad der DSC-Konformität und damit die Eignung der PostScript-Datei für Druckvorstufenaufgaben hängt vom verwendeten Druckertreiber ab

  • Sie sind geräteabhängig. Die Dateien enthalten Code für die Aktivierung und Steuerung von Funktionen bestimmter Geräte, wodurch die Dateien weniger kompatibel mit anderen Geräten sind.

  • Sie können als Composites oder als Separationen ausgegeben werden. Alle von InDesign unterstützten Farbausgabemethoden stehen zur Verfügung.

  • Überfüllungen können in InDesign erzeugt werden (entweder mit anwendungsinterner oder mit Adobe In-RIP-Überfüllung).

  • Sie können direkt auf dem Gerät gedruckt oder als Datei ausgegeben werden.

Eine geräte- und treiberabhängige PostScript-Datei ist optimal für Probedrucke (von Grafikern) auf Desktop-PostScript-Druckern. Die Dateien können auch von Druckdienstleistern verwendet werden, wenn diese keine Druckvorstufenaufgaben außerhalb von InDesign oder dem RIP-System ausführen müssen. Etwaige Überfüllungen erfolgen also in InDesign oder im RIP.

Erstellen geräteunabhängiger PostScript-Dateien

Wählen Sie im Menü „Drucker“ die Option „PostScript-Datei“ und wählen Sie im Menü „PPD“ die Option „Geräteunabhängig“. Geräteunabhängige PostScript-Dateien haben folgende Merkmale:

  • Sie sind 100 % DSC-konform, wodurch sie ideal für Nachbearbeitungsaufgaben wie Überfüllungen sind.

  • Alle Geräte- und Treiberabhängigkeiten werden entfernt, sodass die Datei praktisch auf jedem Gerät ausgegeben werden kann. Allerdings sind spezielle Druckerfunktionen aus PPD-Dateien, z. B. Bildbelichtung, verfügbare Medienformate und optimierte Rasterweiten, bei geräteunabhängigen Ausgaben nicht verfügbar.

  • Die Farbausgabe erfolgt immer als Composite-CMYK, umfasst aber auch Volltonfarben. Daher müssen die Farben in der Nachbearbeitungssoftware oder im RIP mittels In-RIP-Separationen separiert werden.

  • Überfüllungen können nicht in InDesign erzeugt werden, sondern müssen im RIP oder in der Nachbearbeitungssoftware erfolgen.

  • Sie können von InDesign aus nur in Dateien gedruckt werden und nicht direkt auf einem Drucker oder einer Anwendung.

    Eine geräteunabhängige PostScript-Datei ist optimal für Composite-Druckvorstufen-Workflows, in denen die Datei erst später im Produktionsablauf überfüllt und separiert wird, z. B. während der Überfüllung oder im RIP (falls das Ausgabegerät In-RIP-Separationen unterstützen).

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Wählen Sie im Dialogfeld „Drucken“ aus der Liste „Drucker“ die Option „PostScript-Datei“.
  3. Wählen Sie in der Liste „PPD“ die Option „Geräteunabhängig“.
  4. Prüfen bzw. ändern Sie die aktuellen Druckeinstellungen. InDesign verwendet beim Erstellen der PostScript-Datei den aktuellen Seitenbereich.
  5. Klicken Sie auf „Speichern“.
  6. Geben Sie einen Namen und einen Speicherort an und klicken Sie auf „Speichern“.

Erstellen geräteabhängiger PostScript-Dateien in InDesign

Wählen Sie im Menü „Drucker“ die Option „PostScript-Datei“ und anschließend eine PPD aus. Geräteabhängige PostScript-Dateien haben folgende Merkmale:

  • Sie sind 100 % DSC-konform, wodurch sie ideal für Nachbearbeitungsaufgaben wie Überfüllungen sind.

  • Sie enthalten eine Beschreibung aller Inhalte des Dokuments, einschließlich Informationen zu verknüpften Dateien, optimierten Rasterweiten, zur Auflösung und zu verfügbaren Medienformaten, die spezifisch auf das aktuelle Ausgabegerät abgestimmt sind.

  • Alle Treiberabhängigkeiten werden entfernt.

  • Sie können als Composites oder als Separationen ausgegeben werden. Alle von InDesign unterstützten Farbausgabemethoden stehen zur Verfügung. (In-RIP-Separationen sind verfügbar, wenn PPD und Ausgabegerät diese unterstützen.)

  • Überfüllungen können in InDesign erzeugt werden (entweder mit anwendungsinterner oder mit Adobe In-RIP-Überfüllung).

  • Sie können von InDesign aus nur in Dateien gedruckt werden und nicht direkt auf einem Drucker oder einer Anwendung.

Eine geräteabhängige PostScript-Datei ist optimal für vorseparierte und Überfüllungs-Workflows, in denen die Datei automatisch oder mit den Adobe In-RIP-Überfüllungsfunktionen innerhalb von InDesign überfüllt wird.

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Wählen Sie im Dialogfeld „Drucken“ aus der Liste „Drucker“ die Option „PostScript-Datei“.
  3. Wählen Sie die PPD für das Endausgabegerät.
  4. Prüfen bzw. ändern Sie die aktuellen Druckeinstellungen. InDesign verwendet beim Erstellen der PostScript-Datei den aktuellen Seitenbereich.
  5. Klicken Sie auf „Speichern“.
  6. Geben Sie einen Namen und einen Speicherort an und klicken Sie auf „Speichern“.

Erstellen von PostScript-Dateien mit einem PostScript-Druckertreiber (Windows)

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Klicken Sie in InDesign unten im Dialogfeld „Drucken“ auf die Schaltfläche „Einrichten“.
  3. Wählen Sie im Dialogfeld des Druckertreibers die Option zum Umleiten der Ausgabe in eine Datei.
  4. Klicken Sie auf die Registerkarte „Layout“ und anschließend auf die Schaltfläche „Erweitert“.
  5. Klicken Sie auf „Dokumentoptionen“ und dann auf „PostScript-Optionen“ und wählen Sie aus der Liste „PostScript-Ausgabeoption“ den Eintrag „Portabilität optimieren“. Klicken Sie auf „OK“.
  6. Klicken Sie auf „OK“ oder auf „Drucken“, um zum Dialogfeld „Drucken“ von InDesign zurückzukehren.
  7. Klicken Sie im Dialogfeld „Drucken“ von InDesign auf „Drucken“.
  8. Geben Sie einen Namen und einen Speicherort an und klicken Sie auf „Speichern“.

Erstellen von PostScript-Dateien mit einem PostScript-Druckertreiber (Mac OS)

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Drucken“.
  2. Wählen Sie im Dialogfeld „Drucken“ aus dem Menü „Drucker“ die Option „PostScript-Datei“ und klicken Sie auf „Speichern“.
  3. Geben Sie im Dialogfeld „PostScript-Datei speichern“ einen Namen und einen Speicherort für die PostScript-Datei (.ps) ein und klicken Sie auf „Speichern“.

Exportieren von Seiten in das EPS-Format

Mit dem Befehl „Exportieren“ können Sie InDesign-Seiten in das EPS-Format exportieren, das sich in andere Programme importieren lässt. Wenn Sie mehrere Seiten exportieren, wird jede Seite als separate Datei mit einer an den Namen angehängten Zahl exportiert. Wenn Sie z. B. die Seiten 3, 6 und 12 exportieren und als Dateinamen Neu.eps eingeben, werden die drei Dateien „Neu_3.eps“, „Neu_6.eps“ und „Neu_12.eps“ erstellt.

Hinweis:

Wenn Sie InDesign-Seiten in Illustrator oder Adobe Photoshop öffnen möchten, verwenden Sie das PDF- oder EPS-Format.

  1. Wählen Sie „Datei“ > „Exportieren“.
  2. Geben Sie einen Speicherort und einen Dateinamen an. Geben Sie auch die Erweiterung EPS ein.
  3. Wählen Sie im Dialogfeld „Speichern unter“ unter „Dateityp“ (Windows) bzw. „Format“ (Mac OS) die Option „EPS“ aus und klicken Sie auf „Speichern“.
  4. Führen Sie im Dialogfeld „EPS exportieren“ unter „Seiten“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Aktivieren Sie „Alle Seiten“, um alle Dokumentseiten zu exportieren.

    • Aktivieren Sie „Bereiche“ und geben Sie einen Seitenbereich ein. Sie können Bereiche mithilfe eines Bindestrichs eingeben und Seiten oder Bereiche mithilfe von Kommata trennen.

    • Aktivieren Sie „Druckbögen“, um Doppelseiten als einzelne EPS-Datei zu exportieren (ein Druckbogen pro EPS).

  5. Legen Sie weitere Einstellungen fest.
  6. Geben Sie unter „Anschnitt“ einen Wert zwischen 0p0 und 36p0 ein, um zusätzlichen Platz für Grafiken anzugeben, die über die Seitenkante oder den Schnittbereich hinausragen.
  7. Klicken Sie auf „Exportieren“.

EPS-Exportoptionen

Für den Export in das EPS-Format können Sie die folgenden Optionen angeben:

PostScript®

Legt eine Kompatibilitätsstufe fest, mit denen die Daten von PostScript-Ausgabegeräten interpretiert werden. „Level 2“ kann die Ausgabegeschwindigkeit und -qualität von Grafiken erhöhen, die nur mit Ausgabegeräten mit PostScript Level 2 oder höher gedruckt werden. „Level 3“ liefert die beste Ausgabegeschwindigkeit und -qualität, erfordert aber ein PostScript 3-Gerät.

Farbe

Gibt an, wie Farbe in der exportierten Datei dargestellt wird. Die unten genannten Optionen ähneln den Farbeinstellungen im Dialogfeld „Drucken“.

Unverändert lassen

Belässt alle Bilder in ihrem Originalfarbraum. Enthält das Dokument z. B. drei RGB-Bilder und vier CMYK-Bilder, enthält die resultierende EPS-Datei die gleichen RGB- und CMYK-Bilder.

CMYK

Erstellt eine separierbare Datei, indem alle Farbwerte mit dem Farbumfang der Prozessdruckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz dargestellt werden.

Grau

Konvertiert alle Farbwerte in qualitativ hochwertige Schwarzweißbilder. Die Graustufen (Schattierungen) der umgewandelten Objekte stellen die Luminanz der Originalobjekte dar.

RGB

Stellt alle Farbwerte mithilfe des aus Rot, Grün und Blau bestehenden Farbraums dar. Eine EPS-Datei mit RGB-Farbdefinitionen eignet sich besser für die Anzeige am Bildschirm.

PostScript®-Farbmanagement

Verwendet die Farbdaten des Dokuments in einer kalibrierten Version des ursprünglichen Farbraums.

Vorschau

Bestimmt die Eigenschaften des Vorschaubilds, das in der Datei gespeichert wird. Dieses Bild wird in Anwendungen angezeigt, die EPS-Grafiken nicht direkt anzeigen können. Möchten Sie kein Vorschaubild erstellen, wählen Sie „Ohne“ aus dem Formatmenü.

Schriftarten einbetten

Gibt an, wie auf den zu exportierenden Seiten verwendete Schriftarten eingeschlossen werden.

Ohne

Lädt nur die Verweise auf die Schriftarten in der PostScript-Datei, wodurch dem RIP oder einem Postprozessor übermittelt wird, wo die Schriftarten verwendet werden sollen.

Vollständig

Lädt zu Beginn des Druckauftrags alle benötigten Schriftarten. Alle Glyphen und Zeichen der Schriftart werden geladen, auch wenn sie im Dokument nicht vorkommen. InDesign lädt Schriftarten, die mehr als die im Dialogfeld „Voreinstellungen“ angegebene maximale Zahl von Glyphen (Zeichen) enthalten, automatisch in Untergruppen.

Untergruppe

Lädt nur die Zeichen (Glyphen) herunter, die im Dokument verwendet werden.

Datenformat

Gibt an, wie InDesign die Bilddaten vom Computer an einen Drucker sendet: als ASCII- oder als binäre Daten.

Bilder

Gibt an, wie viele Bilddaten in platzierten Bitmap-Bildern in die Exportdatei eingeschlossen werden.

Alle

Schließt alle verfügbaren hoch auflösenden Bilddaten in die Exportdatei ein. Dies ist die speicherintensivste Option. Sie eignet sich für die Ausgabe auf Geräten mit hoher Auflösung.

Bildschirmversion

Schließt für platzierte Bitmap-Bilder nur eine Version mit Bildschirmauflösung (72 dpi) in die Exportdatei ein. Wählen Sie diese Option zusammen mit „OPI-Bildersetzung“ oder wenn die resultierende PDF-Datei für die Anzeige am Bildschirm vorgesehen ist.

OPI-Bildersetzung

Hierdurch ersetzt InDesign bei der Ausgabe niedrig auflösende Versionen von EPS-Grafiken durch hoch auflösende Grafiken.

Für OPI auslassen

Lässt gezielt verschiedene importierte Grafiken beim Senden der Bilddaten an einen Drucker oder eine Datei aus und überträgt nur die OPI-Verknüpfungen (Kommentare) zur späteren Verarbeitung durch einen OPI-Server.

Transparenzreduzierung

Wählen Sie aus dem Menü „Vorgabe“ eine Reduzierungsvorgabe, um festzulegen, wie transparente Objekte in der exportierten Datei angezeigt werden. Diese Option ist identisch mit der Option „Transparenzreduzierung“ im Bereich „Erweitert“ des Dialogfelds „Drucken“.

Druckfarben-Manager

Korrigiert Druckfarbenoptionen, ohne dabei das Dokumentdesign zu ändern.

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