In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Hardware- und Softwareanforderungen bei der Verwendung von OpenGL und GPU mit After Effects.

Welche GPU sollte für optimale Leistung verwendet werden?

Es kommen ständig neue GPU-Chipsätze auf den Markt, sodass das After Effects-Team keine einzelnen GPU-Chipsätze bewerten oder empfehlen kann. Sie können jedoch einige Richtlinien befolgen, um die für Ihren Workflow beste GPU zu erhalten.

  • Einzelne GPU-Technologien sind weniger wichtig als die GPU-Gesamtleistung. After Effects unterstützt OpenGL, OpenCL, CUDA und Metal in unterschiedlichem Maße. Wählen Sie eine leistungsstarke Karte, die Ihre individuellen Budget- und Systemanforderungen erfüllt.
  • Premiere Pro nutzt die GPU aktuell stärker als After Effects und After Effects nutzt diese Technologie auch. Die Liste empfohlener GPUs für Premiere Pro (siehe Systemanforderungen für Adobe Premiere Pro CC) ist eine gute erste Anlaufstelle.
  • Andere Applikationen in Ihrem Workflow haben möglicherweise höhere Anforderungen an die GPU als After Effects. Berücksichtigen Sie alle diese Faktoren.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Computer über mehrere GPUs verfügt.
  • Überprüfen Sie, ob die GPUs in Ihrem Mac-Computer unterstützt werden.

After Effects-Funktionen, die die GPU nutzen

Nativ in After Effects enthaltene Funktionen

Es gibt eine Reihe von After Effects-Funktionen, die die GPU zur Beschleunigung des Rendering-Vorgangs nutzen. Um diese Effekte anzuzeigen, wählen Sie Projekteinstellungen > Video-Rendering und -Effekte. Eine Liste der GPU-beschleunigten Effekte und Funktionen finden Sie unter GPU-beschleunigte Effekte.

Effekte von Drittanbietern

Einige Effekte von Drittanbietern, beispielsweise Element 3D von Video Copilot, verwenden die GPU unabhängig von After Effects. Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation des Anbieters dazu, welche GPUs und Technologien unterstützt werden. Effekte wie Magic Bullet Looks nutzen die Mercury-GPU-Beschleunigungs-Pipeline (solche Effekte sind auch in Premiere Pro GPU-beschleunigt).

Hardwareanforderungen für OpenGL, die GPU und After Effects

Beim Arbeiten mit Ray-traced 3D-Kompositionen ist die Installation der richtigen Hardware auf Ihrem Computer wichtig, damit dieser problemlos funktioniert. Für das Arbeiten mit Ray-traced 3D-Kompositionen mit GPU-Beschleunigung ist eine NVIDIA-Grafikkarte mit integrierter CUDA-Technologie erforderlich.

Anforderungen für GPU-/OpenGL-Funktionen (Ray-traced 3D und schneller Entwurf)

Die folgenden GPU- und OpenGL-basierten Funktionen in After Effects erfordern eine Kategorisierung auf Basis der Funktionen Ihrer GPU:

  • Ray-traced 3D-Renderer
  • Rendern auf der GPU
  • Modus „Schnelle Entwurfsvorschau“
  • Schnelleres Blitting auf den Bildschirm (OpenGL Swap Buffer)
  • Voreinstellung für Kompositionen, Ebenen und Footage mit Hardwarebeschleunigung

OpenGL, die GPU und After Effects

OpenGL bezeichnet eine Reihe von Standards zur qualitativ hochwertigen Verarbeitung von 2D- und 3D-Grafiken auf der GPU (Graphics Processing Unit) für eine Vielzahl von Anwendungen. OpenGL ermöglicht ein schnelles Rendern für eine Vorschau (Modus „Schneller Entwurf“).

After Effects kann die GPU (den Grafikprozessor) Ihrer Grafikkarte für bestimmte Prozesse nutzen.

Die GPU-Funktionen in After Effects fallen in die folgenden Kategorien:

  • GPU-beschleunigter Raytracing-3D-Renderer (CUDA bei bestimmten Grafikkarten)
  • Modus „Schneller Entwurf“ und „Hardware BlitPipe“ (OpenGL mit strikteren Anforderungen)
  • OpenGL Swap Buffer (OpenGL mit lockereren Anforderungen)

Hinweis:

Im Allgemeinen erfordert After Effects keine CUDA-Funktionen bestimmter Nvidia-GPUs. Diese sind lediglich für den GPU-beschleunigten Ray-traced 3D-Renderer erforderlich. Die anderen GPU-Funktionen können mit jeder GPU genutzt werden, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllt, einschließlich GPUs von AMD und Intel.

Festlegen von Voreinstellungen für OpenGL und GPU

OpenGL unterstützt das Zeichnen von Schnittstellenelementen wie z. B. Komposition, Footage und Ebenenfenster. Andere Zeichenfunktionen wie Raster, Hilfslinien, Lineale und Begrenzungsrahmen werden jetzt auch von OpenGL bereitgestellt. Diese Funktion wird auch als Hardware BlitPipe bezeichnet.

Zum Aktivieren der OpenGL-Unterstützung zum Zeichnen von Elementen der Benutzeroberfläche klicken Sie auf das Kontrollkästchen Fenster für Komposition, Ebenen und Footage mit Hardwarebeschleunigung in Bearbeiten > Voreinstellungen > Anzeigen (Windows) oder After Effects > Voreinstellungen > Anzeigen (macOS).

Um auf die Informationen zum GPU-Status in After Effects zuzugreifen, führen Sie folgende Schritte durch:

  1. Um ein Dialogfenster mit GPU-Informationen zu öffnen, wählen Sie Bearbeiten > Voreinstellungen > Vorschau (Win) oder After Effects > Voreinstellungen > Vorschau (Mac OS) aus.

  2. Klicken Sie auf die Schaltfläche „GPU-Informationen“, um das Dialogfeld „GPU-Informationen“ aufzurufen.

  3. In diesem Dialogfeld finden Sie Informationen zu den OpenGL-Funktionen für Ihre installierte GPU. Mithilfe dieser Informationen bestimmen Sie die Stufen der Funktionsunterstützung für Ihre GPU.

Hinweis:

Um den schnellen Entwurf zu aktivieren, klicken Sie im Kompositionsfenster auf die Schaltfläche „Schnelle Vorschau“ und wählen „Schneller Entwurf“. Der schnelle Entwurf verursacht leichte Unterschiede im Aussehen im Kompositionsfenster, das am besten für die schnelle Vorschau geeignet ist. Der schnelle Entwurf ist hilfreich für das Einrichten und die Vorschau einer Komposition, damit sie später in Ray-traced 3D gerendert werden kann.

Hinweis:

Wenn Ihre GPU nicht unterstützt wird, oder Sie einen alten Treiber verwenden, werden Ray-traced 3D-Kompositionen auf der CPU unter Verwendung aller physischen Kerne gerendert. Wenn Sie eine Umgebung ohne grafische Ausgabe verwenden (z. B. eine Render-Farm), können Sie das Rendern von Ray-traced 3D-Kompositionen über die CPU erzwingen, indem Sie im Dialogfeld „GPU-Informationen“ die Ray-tracing-Option festlegen. Rendervorgänge auf der CPU werden genauso durchgeführt wie auf der GPU.

Video: Optimieren für die Höchstleistung

Video: Optimieren für die Höchstleistung
In diesem Video zeigt Ihnen Brian Maffitt von Total Training, wie Sie Ihren Computer für die Arbeit mit Ray-traced 3D-Kompositionen optimieren.
Brian Maffitt and Total Training

Mercury-GPU-Beschleunigung

Durch die Mercury-GPU-Beschleunigung kann After Effects unterstützte Effekte mithilfe der GPU rendern und dadurch die Renderzeit erheblich verkürzen.

Sie kennen den Namen Mercury vielleicht von Premiere Pro. After Effects nutzt die gleiche Technologie, die auch die Mercury Playback Engine von Premiere Pro für das Rendern verwendet. (Die Wiedergabe-Engine von After Effects unterscheidet sich ansonsten von Premiere Pro, sodass After Effects nur die Rendering-Komponente dieser Technologie nutzt.)

Mercury-GPU-Beschleunigung ist eine Projekteinstellung. Um sie zu aktivieren, wählen Sie Datei > Projekteinstellungen, klicken Sie auf die Registerkarte Video-Rendering und -Effekte und wählen Sie für Verwenden die Option Mercury-GPU-Beschleunigung. Je nach Computer und GPU werden möglicherweise mehrere Optionen angezeigt. After Effects unterstützt folgende GPU-Technologien:

  • OpenCL (macOS und Windows)
  • CUDA (nur Windows, mit NVidia-GPU)
  • Metal (nur macOS 10.12 und höher)

Weitere Informationen zur GPU

Folgende technische Aspekte der oben stehenden Liste sind erwähnenswert:

  • Alle VR-Effekte wie „VR: Weichzeichnen“ funktionieren nur mit der GPU. Im Gegensatz zu anderen Effekten bieten sie derzeit kein CPU-Fallback. Wir empfehlen für diese Effekte eine GPU mit großem VRAM (4 GB oder mehr). Der Vorteil für VR gegenüber anderen Effekten liegt darin, dass sie nahtlos sind und die Enden des VR-Bildes verbinden. Außerdem sind einige von ihnen auch für Nicht-VR-Footage nützlich, weil sie bei After Effects komplett neu sind, z. B. „VR: Chromatische Aberrationen“.
  • Für Ebenentransformationen und Ebenenqualität muss die Ebenenbewegungsunschärfe aktiviert sein, da diese Effekte für sich allein nicht erheblich schneller auf der GPU gerendert werden. Beim Rendern von Bewegungsunschärfe auf der GPU muss diese die Transformationen und Qualität berücksichtigen, sodass diese Berechnungen auf der GPU erfolgen, wenn die Bewegungsunschärfe das erfordert. Beachten Sie, dass in einer gemischten CPU-/GPU-Renderumgebung Leistungseinbußen beim Übertragen von Frames zwischen CPU- und GPU-Speicher entstehen. Falls ein Effekt auf der GPU nicht wesentlich schneller gerendert wird als auf der CPU, geht der Leistungsvorsprung durch das Hin- und Herkopieren der Frames verloren.
  • Die Option Fenster für Komposition, Ebenen und Footage mit Hardwarebeschleunigung unter Voreinstellungen > Vorschau ist standardmäßig aktiviert und nutzt OpenGL zur Vorbereitung der gerenderten Frames für die Bildschirmanzeige während der Vorschau/Wiedergabe. Sobald After Effects den Frame gerendert hat, wird dieser Frame anschließend zum Anzeigen vorbereitet. Dabei werden Bildschirmauflösung, Skalierung, Überlagerungen wie Hilfslinien und Ebenengriffe sowie Farbmanagement berücksichtigt. Dies gilt insbesondere für die Option Ansicht > Bildschirmmanagement verwenden, wenn ein Arbeitsfarbraum-Profil für das Projekt eingerichtet wurde. Wenn die Option zur Hardwarebeschleunigung deaktiviert wird, verarbeitet After Effects all diese Schritte auf der CPU. Die GPU kann diesen Vorgang beschleunigen, insbesondere das Farbmanagement. Die GPU-Anforderung dafür ist sehr gering und jede moderne Grafikkarte mit einer kleinen Menge VRAM ist ausreichend.

Arten von Funktionen und erforderliche Stufe der GPU-Unterstützung

  • Für OpenGL SwapBuffer: Diese Stufe erfordert eine GPU, die das Ausführen von OpenGL 1.5 oder höher mit Shader Model 3.0 oder höher ermöglicht. Die meisten ATI- und NVIDIA-Karten und der Chipsatz Intel HD Graphics 3000 (in MacBook Air, Mac Mini, verschiedenen Windows-Computern usw.) sowie Intel HD 4000 (derzeit nur unter Windows) werden unterstützt. Wenn Ihre GPU diese Anforderungen nicht unterstützt, findet ein Software-OS-Blitting wie CS 5.5 statt. Darüber hinaus sind in After Effects ebenfalls Verbesserungen für das Software-Blitting vorhanden.
  • Für schnelle Entwurfsvorschauen, Hardware BlitPipe und GPU-Zeichentrickbeschleunigung: Beinhaltet Funktionen der Stufe 1. Diese Stufe erfordert OpenGL 2.0 oder höher (mit Shader Model 4.0 oder höher, unter Windows) und mindestens 256 MB Strukturspeicher. Die meisten ATI- und NVIDIA-Karten der letzten fünf Jahre sowie Intel HD Graphics 3000/4000 unterstützen diese Stufe. Wenn Ihre GPU diese Anforderungen nicht unterstützt, werden folgende Funktionen deaktiviert:
    • Modus „Schneller Entwurf“
    • Die Voreinstellung Kompositionen, Ebenen und Footage mit Hardwarebeschleunigung.
    • Die Option Wenn möglich OpenGL verwenden des Zeichentrickeffekts (der Zeichentrickeffekt wird dann in der CPU ausgeführt).
  • Für Ray-traced 3D-Rendern der GPU: Beinhaltet Funktionen der Stufen 1 und 2 (für Computer mit angeschlossenen Monitoren). Diese Stufe erfordert eine unterstützte NVIDIA-GPU und mindestens 512 MB Strukturspeicher. Eine Liste unterstützter GPUs finden Sie auf der Adobe-Website.

Installieren von GPU-Treibern

Installieren Sie den aktuellen Videotreiber für Ihre NVIDIA GPU, bevor Sie mit After Effects und CUDA-Funktionen arbeiten:

Sie können den CUDA-Treiber im CUDA-Bedienfeld in den Systemeinstellungen oder auf der NVIDIA-Website aktualisieren.

Hinweis:

Wenn Ihre GPU nicht unterstützt wird oder Sie einen alten Treiber verwenden, werden Ray-traced 3D-Kompositionen auf der CPU unter Verwendung aller physischen Kerne gerendert. Wenn Sie eine Umgebung ohne grafische Ausgabe verwenden (z. B. eine Render-Farm), können Sie das Rendern von Ray-traced 3D-Kompositionen über die CPU erzwingen, indem Sie im Dialogfeld „GPU-Informationen“ die Ray-tracing-Option festlegen (verfügbar in den Voreinstellungen für die Vorschau). Rendervorgänge auf der CPU werden genauso durchgeführt wie auf der GPU.

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