Körnungseffekte

Körnung oder visuelle Störungen treten bei fast allen digitalen Bildern auf. Verursacht werden sie durch die bei der Bilderstellung verwendeten Verfahren und Geräte für Aufnahme, Kodierung, Scan und Reproduktion. Störungen sind etwa das schwache Rauschen bei Analogvideo, Komprimierungsartefakte von Digitalkameras, Moirémuster auf gescannten Druckerzeugnissen, CCD-Rauschen von digitalen Bildsensoren und das für die chemische Fotografie charakteristische Punktmuster, das man als Filmkörnung bezeichnet.

Eine Störung ist nicht grundsätzlich etwas Negatives. Oft wird sie Bildern hinzugefügt, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen oder Bildelemente nahtlos zu integrieren. So könnte man einem auf einem Computer erstellten Objekt Körnung hinzufügen, um es in eine fotografierte Szene einzufügen. Andererseits können Störungen aber aus ästhetischen Gründen unerwünscht sein. Archiv-Footage oder mit hoher Geschwindigkeit aufgezeichnete Fotos können unangenehm körnig wirken, digitale Komprimierungsartefakte oder Moirémuster können ein Bild verderben und Störungen können technische Verfahren wie das Bluescreen-Verfahren behindern.

Es gibt auch technische Gründe für die Reduzierung von Störungen. Komprimierungsalgorithmen können in der Regel kleinere Dateien erstellen, wenn das ursprüngliche Material weniger Störungen enthält. Die Störungsreduzierung ist daher bei der DVD-Erstellung und beim Video-Streaming ein wertvoller Arbeitsschritt.

Mit Effekten wie „Körnung hinzufügen“, „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ können Sie Körnung manipulieren, die mehr oder weniger gleichmäßig über das gesamte Bild verteilt ist. Die Körnungseffekte sind nicht für Probleme geeignet, die nur ein paar Pixel betreffen, wie etwa Staub, Impulsrauschen oder vereinzelte Bildfehler bei Analogvideo.

Mit dem Effekt „Körnung hinzufügen“ wird eine ganz neue Körnung erstellt, die nicht auf der vorhandenen Körnung basiert. Vielmehr können Sie anhand von Parametern und Vorgaben für verschiedene Filmtypen unterschiedliche Körnungstypen künstlich erzeugen.

Die Effekte „Körnung entfernen“ und „Körnung anpassen“ manipulieren die Körnung in einem zweistufigen Prozess, ohne dabei die Kanten, die Schärfe oder die Glanzlichter eines Bildes zu beeinträchtigen. Zuerst wird automatisch oder manuell ein Körnungsbeispiel aufgenommen. Dieses Sample wird analysiert und in einem mathematischen Modell dargestellt, anhand dessen der Effekt Körnung hinzufügt, entfernt oder anpasst.

Drei Arten von Körnungseffekten: „Körnung anpassen“ (oben links), „Körnung hinzufügen“ (unten links) und „Körnung entfernen“ (unten rechts)
Drei Arten von Körnungseffekten: „Körnung anpassen“ (oben links), „Körnung hinzufügen“ (unten links) und „Körnung entfernen“ (unten rechts)

Anwenden eines Körnungseffekts

Jeder Körnungseffekt wird mit Standardeinstellungen angewendet und im Ansichtsmodus „Vorschau“ angezeigt (ein auf dem Bild zentrierter Vorschaubereich mit einem weißen Rahmen). Im Vorschaubereich wird die Wirkung des Körnungseffekts anhand eines Teils Ihres Bildes demonstriert, damit Sie schnell Vergleiche ziehen können. Die Körnungseffekte arbeiten fast vollautomatisch, bieten aber auch viele Einstellungen, mit denen Sie das Ergebnis gezielt beeinflussen können. Sie können die Körnungseffekte auch mithilfe der Funktion „Mit Original mischen“, die für jeden Effekt zur Verfügung steht, selektiv auf Bildbereiche anwenden.

  1. Wählen Sie die Ebene aus und klicken Sie auf „Effekt“ > „Störung und Körnung“ > [Effekt].
  2. Wählen Sie im Effektfenster unter „Ansichtsmodus“ eine Ansichtsoption:

    Vorschau

    Zeigt die aktuellen Einstellungen des angewendeten Effekts in einem 200 x 200 Pixel großen Bereich an.

    Misch-Matte

    Mit dieser Option wird die aktuelle Farbmatte, die aktuelle Farbmaske oder eine Kombination aus Farbmatte und -maske angezeigt, die sich aus den aktuellen Einstellungen für „Mit Original mischen“ ergibt.

    Endausgabe

    Damit wird der gesamte aktive Frame anhand der aktuellen Effekteinstellungen gerendert.

  3. Passen Sie die Einstellungen für den Effekt im Effektfenster an.

    Der Vorschaubereich im Kompositionsfenster spiegelt sämtliche Änderungen wider.

  4. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Anwenden eines Körnungseffekts auf einen ausgewählten Bereich

Mit der Einstellungsgruppe „Mit Original mischen“ können Sie einen Körnungseffekt präzise auf einen bestimmten Bild- oder Sequenzbereich anwenden, indem Sie den gewünschten Bereich maskieren und mit einer Matte versehen. Es gibt zwei Auswahltechniken, die Sie einzeln einsetzen oder miteinander kombinieren können:

Farbübereinstimmung

Damit werden alle Bildbereiche von der Verarbeitung ausgeschlossen, die mit einer ausgewählten Farbe übereinstimmen. Durch Umkehren der Matte können Sie diese Bereiche auch selektiv verarbeiten.

Maskierungsebene

Bei dieser Option wird eine beliebige Ebene in der aktuellen Komposition als Maske eingesetzt, um einen Bereich der aktuellen Ebene oder des aktuellen Tracks selektiv zu verarbeiten bzw. von der Verarbeitung auszuschließen.

Wenn ein Körnungseffekt zum ersten Mal angewendet wird, wird der Wert für „Betrag“ unter „Mit Original mischen“ auf 0 % festgesetzt. Dieser Wert bestimmt, wie stark das Originalbild und die verarbeitete Version vermischt werden. Bei 0 % erfolgt keine Mischung und der ausgewählte Effekt wird in vollem Umfang auf das gesamte Bild angewendet. Bei 100 % bleiben weiße Bereiche der Misch-Matte gegenüber dem Original unverändert.

Eine Maske oder Matte funktioniert genauso: Die weißen Pixel in ihr verhindern, dass dieser Bereich des Originals durch den Körnungseffekt verändert wird, und die schwarzen Pixel werden normal verarbeitet. Lautet der Wert für „Betrag“ 100 %, werden die weißen Bereiche völlig mit dem Original vermischt und daher nicht verarbeitet. Dies gilt auch, wenn die Übereinstimmung umgekehrt wird. Unabhängig von dem Wert für „Betrag“ werden die schwarzen Bereiche der Matte oder Maske stets verarbeitet. Der Regler „Betrag“ wirkt sich nur auf die Bereiche unter den weißen Pixeln in der Matte oder Maske aus. Er regelt nur, wie die einzelnen Körnungseffekte die weißen Bereiche der Matte oder Maske behandeln.

  1. Wenden Sie einen Körnungseffekt auf das Bild an.
  2. Führen Sie im Effekteinstellungsfenster einen der folgenden Schritte aus:
    • Wenn Sie eine Matte um den Bereich erstellen möchten, auf den der Körnungseffekt angewendet bzw. nicht angewendet werden soll, verwenden Sie in der Einstellungsgruppe „Mit Original mischen“ die Einstellungen für „Farbübereinstimmung“.

    • Wenn Sie die aktuelle Ebene mit einer anderen Ebene oder einem Track maskieren möchten, verwenden Sie die Einstellungen für „Maskierungsebene“.

  3. Ändern Sie den Wert für „Matte weichzeichnen“, um die Matte weichzuzeichnen und einen weicheren Übergang zwischen den betroffenen und nicht betroffenen Bildbereichen zu erzielen.
  4. Wenn Sie sowohl eine Farbmatte als auch eine Ebenenmaske einsetzen, wählen Sie im Menü „Übereinstimmung und Maske kombinieren mit“ eine der folgenden Optionen:

    Negativ multiplizieren

    Damit wird die Matte überall dort weiß, wo die Maske oder die Farbübereinstimmung weiß ist.

    Multiplizieren

    Damit wird die Matte dort weiß, wo beide Komponenten weiß sind.

  5. Verringern Sie den Wert für „Betrag“, damit das Original stärker durch die Körnung scheint.
  6. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Erzeugen einer Farbübereinstimmungsmatte

Bei der ersten Anwendung eines Körnungseffekts wird mithilfe einer neutralen grauen Farbe eine standardmäßige Farbübereinstimmungsmatte erzeugt. In den meisten Bildern ist daher eine Matte sichtbar. Die Einstellungsgruppe „Farbübereinstimmung“ definiert Matten anhand einer Farbübereinstimmung. Die Matte isoliert Bildstellen, an denen die Ebene, für die der Körnungseffekt gilt, mit dem Original vermischt wird.

  1. Wenden Sie einen Körnungseffekt auf das Bild an.
  2. Wenn Sie eine Farbe auswählen möchten, die von dem Effekt ausgeschlossen wird bzw. auf die sich der Effekt beschränkt, führen Sie in den Einstellungsgruppen „Mit Original mischen“ und „Farbübereinstimmung“ neben „Gleiche Farbe“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie auf das Farbfeld und wählen Sie im Farbwähler eine Farbe aus.

    • Klicken Sie auf die Pipette  und dann auf eine Farbe an einer beliebigen Stelle auf dem Bildschirm.

  3. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Soll der Körnungseffekt sich nicht auf die ausgewählte Farbe auswirken, deaktivieren Sie „Übereinstimmung umkehren“.

    • Soll der Körnungseffekt sich ausschließlich auf die ausgewählte Farbe auswirken, aktivieren Sie „Übereinstimmung umkehren“.

  4. Wenn Sie Farben ausschließen möchten, die der ausgewählten Farbe ähneln, erhöhen Sie den Wert für „Toleranz“. Dies ist der Schwellenwert für die Farbübereinstimmung. Bei einem größeren Wert enthält die Maske immer mehr Pixel, deren Farben immer stärker von der ausgewählten Farbe abweichen.
  5. Wählen Sie unter „Gleiche Farbe wie“ eine Option, wenn Sie das Standardkriterium (RGB) ändern möchten, anhand dessen bestimmt wird, ob eine Farbe der ausgewählten Farbe ähnelt.
  6. Ändern Sie die Einstellung „Glättung“, um die Breite der Überblendung zwischen völlig übereinstimmenden und völlig abweichenden Pixeln zu definieren bzw. um zu bestimmen, wie glatt die betroffenen Bereiche mit dem Originalbild verschmelzen.
  7. Aktivieren Sie „Übereinstimmung umkehren“, wenn die weißen Bereiche der Matte schwarz und die schwarzen Bereiche weiß werden sollen. (Die ausgewählte Farbe ist in der Matte schwarz und wird unabhängig von der Einstellung für „Betrag“ von dem Körnungseffekt verarbeitet. Die Umkehrung wirkt sich nicht auf andere Einstellungen aus.)
  8. Wenn Sie sowohl eine Farbmatte als auch eine Ebenenmaske einsetzen, wählen Sie im Menü „Übereinstimmung und Maske kombinieren mit“ eine der folgenden Optionen:

    Negativ multiplizieren

    Damit wird die Matte überall dort weiß, wo die Maske oder die Farbübereinstimmung weiß ist.

    Multiplizieren

    Damit wird die Matte dort weiß, wo beide Komponenten weiß sind.

  9. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Erstellen einer Ebenenmatte

Auf Wunsch können Sie für die Ebene, die einen Körnungseffekt enthält, eine andere Ebene oder einen anderen Track als Maske verwenden. Mit diesem Maskentyp können Sie exakt bestimmen, welche Bildteile verändert werden und wie stark die Änderungen sind.

  1. Wenden Sie einen Körnungseffekt auf das Bild an.
  2. Wählen Sie im Effektfenster in den Einstellungsgruppen „Mit Original mischen“ und „Maskierungsebene“ unter „Maskenebene“ die Ebene aus, die Sie als Maske einsetzen möchten.
  3. Wählen Sie aus den Standardoptionen für bewegte Masken einen Maskierungsmodus.
  4. Wenn die Maskierungsebene nicht dieselbe Größe wie die aktuelle Ebene hat, wählen Sie unter „Maskierungsebene“ aus dem Popup-Menü „Wenn Maske andere Größe hat“ eine der folgenden Optionen aus:

    Zentrieren

    Mit dieser Option wird die Maskierungsebene über der aktuellen Ebene zentriert.

    Auf Kantenlänge anpassen

    Damit wird die Maskierungsebene an die Maße der aktuellen Ebene angepasst.

  5. Wenn Sie sowohl eine Farbmatte als auch eine Ebenenmaske einsetzen, wählen Sie im Menü „Übereinstimmung und Maske kombinieren mit“ eine der folgenden Optionen:

    Negativ multiplizieren

    Damit wird die Matte überall dort weiß, wo die Maske oder die Farbübereinstimmung weiß ist.

    Multiplizieren

    Damit wird die Matte dort weiß, wo beide Komponenten weiß sind.

  6. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Ändern des Vorschaubereichs

Mithilfe der Einstellungsgruppe „Vorschaubereich“ können Sie die Position oder Größe des Vorschaubereichs für einen Körnungseffekt ändern.

Da die Detailschärfe durch das Hinzufügen oder Entfernen von Körnung beeinträchtigt werden kann, sollten Sie sich auch eine Vorschau eines sehr detaillierten Bereichs ansehen, wie z. B. ein Gesicht oder Text. Wenn Sie „Körnung entfernen“ einsetzen, sollten Sie sich eine Vorschau eines Bereichs ansehen, in dem die Körnung besonders auffällig oder unerwünscht ist, wie z. B. eine große, einfarbige Fläche.

Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie ein wenig experimentieren. Ändern Sie einzelne Einstellungen im Effektfenster schrittweise und sehen Sie sich die Ergebnisse jeweils im Kompositionsfenster an.

  1. Klicken Sie nach dem Anwenden eines Körnungseffekts im Effektfenster in der Einstellungsgruppe „Vorschaubereich“ auf die Schaltfläche „Zentrieren“ .

    Im Kompositionsfenster wird ein Fadenkreuz eingeblendet.

  2. Klicken Sie in das Bild, um den Mittelpunkt des Vorschaubereichs festzulegen.

    Der Vorschaubereich wird neu gezeichnet und ist nun an der neuen Position zentriert.

  3. Wenn Sie die Maße des Vorschaubereichs ändern möchten, ändern Sie im Effektfenster die Pixelwerte für „Breite“ und „Höhe“. (Bei größeren Vorschaubereichen kann das Rendern länger dauern.)
  4. Aktivieren Sie „Feld einblenden“, wenn Sie den Vorschaubereich durch eine farbige Kontur kennzeichnen möchten. Wenn Sie die Konturfarbe ändern möchten, führen Sie neben „Feldfarbe“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie auf das Farbfeld und wählen Sie im Farbwähler eine Farbe aus.

    • Klicken Sie auf die Pipetten-Schaltfläche und klicken Sie dann auf eine Farbe an einer beliebigen Stelle auf dem Bildschirm.

  5. Anzeigen der Ergebnisse:
    • Wenn Sie sich die feinen Details der Störungen ansehen möchten, vergrößern Sie die Ansicht des Vorschaubereichs.

    • Wenn Sie die Störungen in jedem Kanal separat untersuchen möchten, klicken Sie im Kompositionsfenster auf das Symbol für den jeweiligen Farbkanal.

    • Wenn Sie die Interaktionsgeschwindigkeit und die Vorschaudauer erhöhen möchten, verkleinern Sie den verarbeiteten Bereich mit „Relevante Region“ im Kompositionsfenster. (Siehe Interessenbereich.)

    • Wenn Sie ein Bild des aktuellen Frames im jetzigen Zustand erhalten möchten, klicken Sie im Kompositionsfenster auf „Schnappschuss“ . Danach können Sie den letzten Schnappschuss anstelle der aktiven Komposition anzeigen sowie zwischen dem aktuellen und den vorherigen Zuständen des Vorschaubereichs hin- und herwechseln, indem Sie auf „Schnappschuss anzeigen“  klicken. Dies ist äußerst nützlich, wenn Sie sich subtile Änderungen ansehen möchten. (Siehe Schnappschüsse.)

    • Wenn Sie vergleichen möchten, wie der Vorschaubereich vor und nach Anwendung des Körnungseffekts aussieht, klicken Sie im Effektfenster neben dem Namen des Körnungseffekts auf den Schalter „Effekt“ , um den Effekt vorübergehend zu deaktivieren. Klicken Sie im Kompositionsfenster auf „Schnappschuss“ , klicken Sie auf den Schalter „Effekt“, um den Effekt wieder zu aktivieren, und halten Sie dann „Schnappschuss anzeigen“  gedrückt, um den Schnappschuss ohne den Effekt anzuzeigen.

Störungsbeispiele in Körnungseffekten

Die Aufnahme von Störungsbeispielen ist der erste und wichtigste Schritt bei der Entfernung von Störungen und bei der Anpassung der Störung eines Bildes an die Störung eines anderen Bildes. Dieser Vorgang läuft in der Regel automatisch ab. Sie können auch in den Modus „Manuell“ wechseln und die Beispiele mithilfe der Einstellungsgruppe „Sampling“ im Effektfenster selbst festlegen.

Ein Störungsbeispiel sollte ein einfarbiger Farbblock sein, der das in dem Bild vorhandene Störungsmuster klar anzeigt. Es geht darum, saubere Störungsbeispiele ohne Bilddetails zu extrahieren, die von dem Algorithmus fälschlicherweise als Körnung interpretiert werden könnten. Ein Stück Himmel, eine Mauer im Hintergrund oder ein hautfarbener Bereich wären z. B. ideal. Alle Beispiele sollten aus dem Normalbereich des Film-, DV- oder Videomaterials stammen. Vermeiden Sie unter- oder überbelichtete Bereiche, informationsarme Bereiche und vor allem Bereiche, in denen Pixelwerte auf reines Schwarz oder Weiß beschnitten wurden. Innerhalb dieses normalen Belichtungsbereichs sollten Sie am besten Beispiele mit verschiedenen RGB-Werten und Farben auswählen, z. B. jeweils ein Beispiel aus einem hellen, einem dunklen und einem Mitteltonbereich.

Im automatischen Modus werden viele Beispiele aufgenommen, damit dem Algorithmus genug brauchbare Störungsdaten zur Verfügung stehen, selbst wenn sich die Suche nach guten Beispielen in einem Bild manchmal schwierig gestaltet. Der automatische Modus kann die von Ihnen festgelegte Sampleanzahl aufheben, wenn nicht genug brauchbare Beispiele gefunden werden. Sie können die Samplegröße im automatischen und manuellen Modus ändern. Eine größere Größe ist allerdings keine Garantie für bessere Ergebnisse, vor allem dann, wenn die RGB-Werte der resultierenden Beispiele stärker als zuvor schwanken. Die Samplegröße sollte reduziert werden, wenn ein bestimmtes Bild keine ausreichend großen Bereiche mit konstanten Farbwerten enthält. In Bildern mit großen, detailarmen Bereichen kann eine größere Samplegröße hingegen bessere Ergebnisse liefern.

Manuelles Verschieben von Störungsbeispielen

Die Ergebnisse der automatischen Körnungs- oder Sampleauswahl sind zwar in der Regel für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ akzeptabel, aber Sie können die Position und Größe einzelner Beispiele sowie die Sampleanzahl manuell ändern. Eine Verschiebung wäre z. B. sinnvoll, wenn beim automatischen Sampling ein einheitlicher Bereich ausgewählt wurde, der unter- oder überbelichtet ist und keine Details zur Körnungsstruktur enthält.

Die Störungsbeispiele für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ werden immer der Quellebene entnommen. Da alle bereits auf die Ebene angewendeten Effekte oder Masken ignoriert werden, führt diese Methode zu einem präziseren Sampling. Sollen die Beispiele die vorhandenen Effekte berücksichtigen, müssen Sie die Quellebene mit den Effekten bearbeiten bzw. vorrendern und dann das Ergebnis als Quellebene für den Körnungseffekt verwenden.

Vermeiden Sie scharfe Kanten, Farbverläufe, Glanzlichter, Texturen wie Gras und sich kräuselnde Wasseroberflächen, feine Details wie Haare und Blätter sowie über- oder unterbelichtete, informationsarme Bereiche.

  1. Wählen Sie im Effektfenster im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Störungsbeispiele“.

    Die Beispiele werden im Quellbild in Form kleiner, weißer Quadrate (24 x 24 Pixel) angezeigt.

  2. Wählen Sie in der Einstellungsgruppe „Sampling“ aus dem Popup-Menü „Sampleauswahl“ die Option „Manuell“.
  3. Um unerwünschte Beispiele aus dem Bild zu entfernen, verringern Sie den Wert für „Sampleanzahl“.
  4. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus, um ein Störungsbeispiel zu verschieben:
    • Klicken Sie in der Einstellungsgruppe „Störungssamplepunkte“ auf den Punktparameter  des Störungsbeispiels. In der Komposition wird ein über dem Beispiel zentriertes Fadenkreuz eingeblendet. Klicken Sie im Kompositionsfenster auf die gewünschte neue Stelle, um das Beispiel dort zu platzieren.

    • Ziehen Sie den Samplepunkt im Kompositionsfenster mit dem Auswahl-Werkzeug  an die gewünschte Stelle.

    • Geben Sie im Effektfenster die gewünschten horizontalen und vertikalen Koordinaten ein.

    Hinweis:

    Die Anzahl der aktivierten Samplepunkte entspricht dem aktuellen Wert für „Sampleanzahl“.

  5. Wiederholen Sie den Vorgang für alle Samplepunkte, die Sie verschieben möchten.

Ändern des Sampling-Quellframes

Standardmäßig werden die Störungsbeispiele für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung entfernen“ immer dem ersten Frame der Sequenz entnommen. Sie können jedoch auch einen anderen Frame für die Entnahme der Beispiele festlegen. Ändern des Frames bietet sich an, wenn es zwischen den Frames einer Ebene starke Schwankungen hinsichtlich Beleuchtung und Belichtung gibt.

  1. Entscheiden Sie, welcher Frame aufgenommen werden soll. Achten Sie darauf, dass der Anzeigestil der Projekteinstellungen auf „Frames“ eingestellt ist und die Nummerierung bei Null beginnt. Die Nummer des aktuellen Frames wird dann oben links im Zeitleistenfenster in blauer Farbe angezeigt. Geben Sie diese Frame-Nummer in der Einstellungsgruppe „Sampling“ unter „Quellframe“ ein.
  2. Wählen Sie im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Störungsbeispiele“.

    Der ausgewählte Frame wird im Kompositionsfenster angezeigt und die zugehörigen automatischen Beispiele sind in dem Bild eingeblendet.

Ändern der Samplefeldfarbe

Sie können für die Effekte „Körnung entfernen“ oder „Körnung anpassen“ die Ansichtsmodusoption „Störungsbeispiele“ setzen, um die von dem jeweiligen Effekt aufgenommenen Bereiche anzuzeigen. Die aufgenommenen Bereiche erhalten automatisch eine weiße Kontur. Sie können auch die Farben der Feldkonturen dieser Störungsbeispiele ändern.

  1. Führen Sie in der Einstellungsgruppe „Sampling“ neben „Samplefeldfarbe“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie auf das Farbfeld und wählen Sie im Farbwähler eine Farbe aus.

    • Klicken Sie auf „Pipette“ und dann auf eine Farbe im Anwendungsfenster.

Arbeiten mit hinzugefügter oder angepasster Körnung

Mit dem Effekt „Körnung hinzufügen“ erzeugen Sie in einem Bild eine neue Körnung oder Störung. Die Körnung wird dabei entweder ganz neu erstellt oder die Eigenschaften der Körnung basieren auf den Vorgaben. Auch der Effekt „Körnung anpassen“ dient zur Erzeugung einer neuen Körnung. Dies geschieht aber durch eine Anpassung an die Körnung in einem anderen Bild. Das Effektfenster enthält verschiedene Einstellungen für beide Effekte, mit denen Sie Farbe, Tonwertbereich, Füllmethode und Animationseigenschaften der Körnung steuern können.

Ändern der Tonwerte hinzugefügter oder angepasster Körnung

Das präzise Körnungsmuster in einem Filmframe ist nicht in dem ganzen Frame einheitlich, sondern kann sich je nach den Tonwerten des Inhalts der einzelnen Pixel ändern. Beispielsweise hängt bei der chemischen Filmkörnung die Größe der Silberhalogenid-Kristalle von der Belichtungsdauer ab.

Mit den Effekten „Körnung hinzufügen“ und „Körnung anpassen“ können Sie diese feinen Körnungsunterschiede in Bildern reproduzieren. Dazu verwenden Sie die Einstellungen „Schatten“, „Mitteltöne“, „Glanzlichter“ und „Mittelpunkt“ in der Einstellungsgruppe „Anwendung“. Mit diesen Einstellungen können Sie definieren, wie viel Körnung den einzelnen Tonwertbereichen und Kanälen eines Bildes hinzugefügt wird. Sie können z. B. überbelichteten Bereichen des blauen Kanals mehr Körnung hinzufügen, damit der abgebildete Himmel körniger wirkt.

Mit der für die Effekte „Körnung hinzufügen“ und „Körnung anpassen“ verfügbaren Einstellungsgruppe „Anwendung“ können Sie Folgendes tun:

  • Wenn Sie bestimmen möchten, wie viel Körnung den einzelnen Tonwertbereichen im Bild hinzugefügt wird, ändern Sie die Werte für „Schatten“, „Mitteltöne“ und „Glanzlichter“.

  • Wenn Sie den Mittelpunkt des Tonwertbereichs des Bildes definieren möchten, an der sich die Körnungsanwendung orientieren soll, verschieben Sie den Regler für „Mittelpunkt“. Der Standardwert dieses Reglers beträgt 0,5 und kennzeichnet die Mitte des Pixelwertbereichs, also 127 bei 8-Bit-Bildern und 16384 bei 16-Bit-Bildern.

  • Mit den Einstellungen unter „Kanalbalance“ können Sie die Körnung in den Schatten, Mitteltönen und Glanzlichtern für jeden Kanal einzeln anpassen.

Animieren einer hinzugefügten oder angepassten Körnung

Die Körnung oder Störung, die von den Effekten „Körnung hinzufügen“ und „Körnung anpassen“ erzeugt wird, hat die gleiche Geschwindigkeit wie das Quellmaterial, damit das Ergebnis realistisch wirkt. Eine Verlangsamung der Störung kann nützlich sein, um bestimmte ästhetische Effekte zu erzielen oder zu vermeiden, dass die hinzugefügten Störungen zu auffällig wirken. Die beiden Effekte haben einen internen Zufallsgenerator, der die Position der Störungspixel von Frame zu Frame ändert. Ferner können Sie das Aussehen der Störung innerhalb eines Frames von Ebene zu Ebene ändern und dabei alle anderen Parameter konstant halten.

Mit der für die Effekte „Körnung hinzufügen“ und „Körnung anpassen“ verfügbaren Einstellungsgruppe „Animation“ können Sie Folgendes tun:

  • Wenn Sie die Framerate der hinzugefügten Körnung festlegen möchten, die ein Vielfaches der Zielframerate ist, ändern Sie im Effektfenster in der Einstellungsgruppe „Animation“ den Wert für „Animationsgeschwindigkeit“. Je höher der Wert für „Animationsgeschwindigkeit“, desto niedriger die Lebensdauer der Körnung. Beim Standardwert 1 bewegt sich die Körnung mit derselben Geschwindigkeit wie die Frames. Bei niedrigeren Werten ändert sich die Körnung langsamer, wodurch Sie das Erscheinungsbild von Filmkörnung erzeugen können. Bei 0 ist die Körnung im Zeitverlauf stationär.

  • Wenn Sie zwischen den erzeugten Störungsframes durch Interpolation glatte Übergänge erstellen möchten, aktivieren Sie „Fließend animieren“. Diese Einstellung hat nur eine Wirkung, wenn für „Animationsgeschwindigkeit“ ein Wert kleiner als 1 eingegeben wurde.

  • Wenn sich das Aussehen der Störungen innerhalb desselben Frames von Ebene zu Ebene ändern soll, ändern Sie den Wert für „Zufallsverteilung“. Jeder Wert für „Zufallsverteilung“ repräsentiert eine von 100 möglichen Darstellungsvarianten. Eine Änderung des Wertes bedeutet nicht, dass die Ergebnisse stärker oder weniger stark auf dem Zufall beruhen.

Mischen und Ändern der Farbe einer hinzugefügten oder angepassten Körnung

Sie können die Farbe, die Sättigung und die Füllmethode der mit den Effekten „Körnung hinzufügen“ und „Körnung anpassen“ erzeugten Körnung korrigieren.

Zu den Faktoren, die die Farbe der von diesen Effekten generierten Körnung beeinflussen können, gehören unter anderem:

  • Der Farbwert des darunter liegenden Pixels im Quellbild.

  • Der Sättigungswert der Störung.

  • Die Werte für „Farbton“ und „Farbstärke“, sofern diese Einstellungen von den Standardwerten abweichen.

  • Der in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ für „Füllmethode“ festgelegte Wert.

  • Die mit der Einstellungsgruppe „Kanalintensitäten“ den einzelnen Kanälen zugewiesene Störungsmenge, sofern festgelegt.

Im Effektfenster in der Einstellungsgruppe „Farbe“ können Sie die folgenden Optionen anpassen:

Monochromatisch

Damit verleihen Sie der hinzugefügten Störung einen einfachen Farbton. Die Standardfarbtöne sind schwarz und weiß, aber Sie können auch mit „Farbton“ einen beliebigen Farbverlauf erstellen. (Die Einstellungen „Sättigung“ und „Kanalintensitäten“ sind nicht verfügbar, wenn „Monochromatisch“ ausgewählt ist.)

Farbstärke

Hiermit steuern Sie die Tiefe und Intensität der Farbverschiebung.

Farbton

Damit legen Sie die Farbe fest, in die die hinzugefügte Störung sich ändert.

Sättigung

Damit steuern Sie die Stärke und Leuchtkraft der Farbe.

Die Einstellung „Füllmethode“ unter „Anwendung“ bestimmt, wie der Farbwert der erzeugten Störung mit dem Farbwert der darunter liegenden Quellebene in den einzelnen Pixeln kombiniert wird:

Film

Damit entsteht der Eindruck, als ob die erzeugte Körnung in das Bild eingebettet ist. Dieser Modus wirkt sich auf dunklere Farben stärker aus als auf hellere und simuliert die Körnung in einem Filmnegativ.

Multiplizieren

Bei dieser Option werden die Farbwerte der Störung und der Quelle miteinander multipliziert. Das Ergebnis kann heller oder dunkler als das Original ausfallen, weil die Störung einen positiven oder negativen Wert haben kann.

Addieren

Bei dieser Option werden die Pixelfarbwerte der Quelle und der Störung kombiniert. Das Ergebnis ist nicht immer heller als das Original, weil die mit den Körnungseffekten erzeugte Körnung einen positiven oder negativen Wert haben kann.

Negativ multiplizieren

Bei dieser Option werden die umgekehrten Helligkeitswerte der Störung und der Quelle miteinander multipliziert. Der Effekt ist mit einem Abzug von einem mehrfach belichteten Negativ vergleichbar. Das Ergebnis ist stets heller als das Original.

Ineinander kopieren

Bei dieser Option werden „Film“ und „Multiplizieren“ kombiniert, d. h., Tiefen und Lichter erhalten weniger Körnung und den Mitten wird die Körnung in vollem Umfang zugewiesen.

Effekt „Körnung hinzufügen“

Der Effekt „Körnung hinzufügen“ erzeugt ganz neue Störungen, ohne sich an vorhandenen Störungen zu orientieren. Vielmehr können Sie anhand von Parametern und Vorgaben für verschiedene Filmtypen künstlich unterschiedliche Störungs- oder Körnungstypen erzeugen. Sie können praktisch alle Eigenschaften dieser Störungen verändern, ihre Farbe festlegen, sie auf verschiedene Weise auf das Bild anwenden und sie sogar animieren oder nur einem bestimmten Bildteil zuweisen.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit- und 16-Bit-Farbmodus.

Effekt „Körnung hinzufügen“: Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)
Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Die Verteilung der hinzugefügten Störung über die Farbkanäle wirkt sich auf die Gesamtfarbe des resultierenden Bildes aus. Bei einem dunklen Hintergrund verstärkt die Störung eine bestimmte Bildfarbe, d. h., ein roter Farbton oder mehr Störungen im roten Kanal verleihen dem Bild einen rötlichen Schimmer. Bei einem dunklen Hintergrund schwächt die Störung eine bestimmte Bildfarbe ab, d. h., ein roter Farbton oder mehr Störungen im roten Kanal ergeben Cyan. Das Ergebnis hängt außerdem von der Einstellung „Füllmethode“ in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ ab.

Hinweis:

Die tatsächliche Körnung eines Bildes kann sich durch Faktoren wie Belichtung und Scanauflösung von den Filmvorgaben unterscheiden.

Mit den für den Effekt „Körnung hinzufügen“ verfügbaren Steuerungen können Sie Folgendes tun:

  • Wenn Sie die Körnung eines bestimmten Films oder Fotos reproduzieren möchten, wählen Sie den Filmtyp im Effektfenster im Menü „Vorgabe“ des Effekts „Körnung hinzufügen“.

  • Wenn Sie die Intensität und Größe der angewendeten Körnung ändern möchten und eine Weichzeichnung wünschen, passen Sie im Effektfenster die Einstellungsgruppe „Tweaken“ des Effekts „Körnung hinzufügen“ an.

  • Wenn Sie die Farbe der hinzugefügten Störung ändern möchten, ändern Sie die Einstellungen für „Farbe“.

  • Wenn Sie bestimmen möchten, wie der Farbwert der neuen Störung mit dem Farbwert der darunter liegenden Zielebene in den einzelnen Pixeln kombiniert wird, wählen Sie in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ eine Füllmethode.

  • Wenn Sie festlegen möchten, wie viel Körnung den einzelnen Tonwertbereichen in dem Bild sowie dem Mittelpunkt hinzugefügt wird, ändern Sie in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ die Werte für „Tiefen“, „Mitten“, „Lichter“ und „Mittelpunkt“.

  • Wenn Sie die hinzugefügte Körnung animieren möchten, ändern Sie Eigenschaften in der Einstellungsgruppe „Animation“.

  • Wenn Sie den Effekt auf das ganze Bild anwenden möchten, wählen Sie im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Tweaken, Einstellungsgruppe für Körnungseffekte

Für die Effekte „Körnung anpassen“ und „Körnung hinzufügen“ gibt es eine gemeinsame Einstellungsgruppe namens „Tweaken“. Mit diesen Einstellungen können Sie die Intensität und Größe der Störung ändern und Weichzeichnung anwenden, und zwar für alle drei Kanäle gleichzeitig oder für jeden Kanal einzeln. Außerdem können Sie das Seitenverhältnis der angewendeten Körnung ändern.

Hinweis:

Die Werte für die Einstellungen unter „Tweaken“ beziehen sich auf die in der Quellebene aufgenommene Störung, d. h., bei einem Wert von 1,0 bleibt die jeweilige Eigenschaft der Quellstörung unverändert und bei höheren oder niedrigeren Werten ändert sie sich.

In der Einstellungsgruppe „Tweaken“ stehen Ihnen die folgenden Einstellungen zur Verfügung:

Intensität

Mit dieser Einstellung steuern Sie, wie stark die Helligkeits- und Farbwerte zwischen Pixeln in der erzeugten Störung schwanken, und legen damit fest, wie auffällig die Störung ist. Bei einem höheren Wert ändert sich weder die Position noch die Größe eines einzelnen Korns, sondern wirkt es nur auffälliger; bei niedrigeren Werten wirkt es dezenter.

Kanalintensitäten

Damit steuern Sie den Kontrast zwischen den Pixeln in der erzeugten Störung in jedem Kanal separat. Sie können z. B. dem blauen Kanal mehr Körnung hinzufügen, um Film zu simulieren.

Größe

Damit passen Sie die Größe der erzeugten Körnung in Pixeln an.

Kanalgröße

Damit passen Sie die Größe der erzeugten Körnung in Pixeln für jeden Kanal einzeln an.

Glättung

Damit legen Sie den Umfang der Glättung in der Körnung fest.

Seitenverhältnis

Damit steuern Sie das Verhältnis der Breite der erzeugten Körnung zu einer konstanten Höhe von 1. Mit dieser Einstellung können Sie den Effekt anamorphotischer Objektive simulieren oder ästhetische Effekte erzielen. Bei einem Wert über 1 wird die Körnung horizontal gedehnt, bei Werten unter 1 wird sie horizontal gequetscht.

Effekt „Staub und Kratzer“

Der Effekt „Staub und Kratzer“ reduziert das Rauschen, indem er nicht zusammenpassende Pixel innerhalb eines bestimmten Radius ändert, damit sie ihren benachbarten Pixeln stärker ähneln. Probieren Sie verschiedene Kombinationen von „Radius“- und „Schwellenwert“-Einstellungen aus, um den besten Kompromiss zwischen Schärfe und Fehlerausgleich zu finden.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit- und 16-Bit-Farbmodus.

Originalbild mit Kratzern (oben links), vergrößerte Ansicht der Kratzer (unten links) und Bild nach Entfernen der Kratzer und Klarheitsverlust (unten rechts)
Originalbild mit Kratzern (oben links), vergrößerte Ansicht der Kratzer (unten links) und Bild nach Entfernen der Kratzer und Klarheitsverlust (unten rechts)

Radius

Bestimmt, wie groß der Bereich ist, in dem der Filter nach Pixelunterschieden sucht. Durch hohe Werte wirkt das Bild verschwommen. Verwenden Sie daher den kleinstmöglichen Wert, bei dem die Fehler noch beseitigt werden.

Schwellenwert

Gibt an, wie sehr Pixel sich von ihren Nachbarn unterscheiden können, ohne dass sie durch den Effekt geändert werden. Verwenden Sie daher den größten Wert, bei dem die Fehler beseitigt werden.

Effekt „Fraktale Störungen“

Bei dem Effekt „Fraktale Störungen“ wird Perlin-Rauschen verwendet, um Graustufenrauschen zu erzeugen, das Sie für organisch aussehende Hintergründe, Verschiebungsebenen und Strukturen verwenden oder mit dem Sie z. B. Wolken, Feuer, Lava, Dampf, fließendes Wasser oder Dunst simulieren können.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit-, 16-Bit- und 32-Bit-Farbmodus.

Mit den Einstellungen für „Evolution“ können Sie feine Änderungen an der Form des Fraktals vornehmen. Durch Animieren dieser Einstellungen entstehen übergangslose Änderungen der fraktalen Störungen im Zeitablauf. Sie können so beispielsweise vorüberziehende Wolken oder fließendes Wasser darstellen.

Chris Zwar erläutert in einem Artikel auf der Creative COW-Website die Wirkungsweise des Effekts „Fraktale Störungen“ mit vielen Details und Bildern zur inneren Funktionsweise des Effekts.

Stu Maschwitz gibt in seinem ProLost-Blog ein Beispiel für den Einsatz des Effekts „Fraktale Störungen“ zum Erstellen der Sonnenkorona.

Der Effekt „Turbulente Störung“ ist im Wesentlichen eine moderne, leistungsstärkere Umsetzung des Effekts „Fraktale Störungen“. Das Rendern geht beim Effekt „Turbulente Störung“ schneller; zudem ist der Einsatz für das Erstellen flüssiger Animationen einfacher. Der Effekt „Turbulente Störung“ modelliert turbulente Systeme exakter: Kleinere Störungselemente bewegen sich schneller als große. Der Einsatz des Effekts „Fraktale Störungen“ statt des Effekts „Turbulente Störung“ ist vor allem bei der Erstellung von Animationsschleifen empfehlenswert, da es beim Effekt „Turbulente Störung“ keine Zykluseinstellungen gibt.

Hinweis:

Da die Steuerelemente bei beiden Effekten fast identisch sind, können Sie für den Einsatz des Effekts „Turbulente Störung“ die meisten Anleitungen und Lehrgänge heranziehen, die für den Effekt „Fraktale Störungen“ erstellt wurden. (Siehe Effekt „Turbulente Störung“.)

Regler

Fraktaltyp

Die fraktale Störung wird durch Generierung eines Rasters von Zufallszahlen für die einzelnen Störungsebenen erstellt. Die Einstellung „Komplexität“ gibt die Anzahl der Störungsebenen an. Mit der Einstellung „Fraktaltyp“ werden die Eigenschaften dieses Rasters festgelegt.

Art des Rauschens

Die Art der Interpolation, die zwischen den Zufallswerten im Störungsraster verwendet werden soll.

Umkehren

Kehrt die Störung um. Schwarze Bereiche werden zu weißen und weiße Bereiche zu schwarzen.

Kontrast

Der Standardwert ist 100. Bei höheren Werten erhalten Sie größere, schärfer definierte Schwarz- und Weißbereiche in der Störung, wodurch sich im Allgemeinen die Detailschärfe reduziert. Je niedriger die Werte werden, desto größere Graubereiche entstehen, die zu einem Aufweichen oder sogar gänzlichen Eliminieren der Störung führen.

Überlauf

Ordnet die Werte neu zu, die außerhalb des Bereichs von 0 bis 1,0 liegen. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

Beschneiden

Sorgt dafür, dass jeder Wert über 1,0 als reines Weiß und jeder Wert unter 0 als reines Schwarz angezeigt wird. Mit dem Wert für „Kontrast“ wird festgelegt, wie groß der Anteil des Bildes ist, der außerhalb dieses Bereichs liegt. Bei höheren Werten erhalten Sie ein zumeist schwarzes und/oder weißes Bild mit geringerem Grauanteil. Daher führen höhere Kontrastwerte zu einer geringeren Detailschärfe. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, verfügt sie über schärfere, deutlicher ausgeprägte Transparenzbereiche.

Weich beschränken

Weist die Werte auf einer unendlichen Kurve so zu, dass alle Werte im gültigen Bereich bleiben. Mit dieser Option wird der Kontrast reduziert, während die Störungen grau mit einigen wenigen rein schwarzen oder rein weißen Bereichen erscheinen. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, verfügt sie über feine Transparenzbereiche.

Zurücklaufen

Ordnet die Werte in Dreieckform neu zu, wodurch Werte oberhalb von 1,0 oder unterhalb von 0 als gültig betrachtet werden. Mit dieser Option erhalten Sie feine Details, wenn der Kontrast über 100 liegt. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, zeigt sie detaillierte strukturierte Transparenzbereiche.

HDR-Ergebnisse zulassen

Es wird keine Neuzuordnung durchgeführt. Werte außerhalb des Bereichs von 0 bis 1,0 werden beibehalten.

Transformieren

Einstellungen zum Drehen, Skalieren und Positionieren der Störungsebenen. Die Ebenen wirken, als ob sie sich in unterschiedlichen Tiefen befinden würden, wenn Sie „Perspektivische Verschiebung“ auswählen.

Komplexität

Die Anzahl an Störungsebenen, die gemäß den Detaileinstellungen kombiniert werden, um die fraktale Störung zu erzeugen. Wenn diese Zahl erhöht wird, wird die optische Tiefe und die Detailliertheit der Störung gesteigert.

Hinweis:

Eine Erhöhung der Komplexität führt zu längeren Renderzeiten. Versuchen Sie gegebenenfalls, eher die Größe als die Komplexität zu reduzieren – die Ergebnisse sind ähnlich und die Renderzeiten verkürzen sich. Mit einem Trick können Sie die optische Komplexität erhöhen, ohne die Renderzeit zu verlängern: Verwenden Sie eine negative oder eine sehr hohe Einstellung für Kontrast bzw. Helligkeit und wählen Sie für „Überlauf“ die Option „Zurücklaufen“.

Detaileinstellungen

Die fraktale Störung wird durch das Kombinieren von Störungsebenen generiert. Mit den Detaileinstellungen wird gesteuert, wie diese Kombination vonstatten geht und wie die Eigenschaften der Störungsebene gegeneinander versetzt sind. Durch das Verkleinern aufeinander folgender Ebenen werden feinere Details erzeugt.

Detaileinfluss

Gibt an, wie viel Einfluss jede aufeinander folgende Ebene auf die kombinierte Störung hat. Bei 100 % haben alle Wiederholungen gleich viel Einfluss. Bei 50 % hat jede Wiederholung halb so viel Einfluss wie die vorherige Wiederholung. Bei einem Wert von 0 % wirkt der Effekt, als sei die Komplexität gleich 1.

Detailskalierung, Drehung und Offset

Der Prozentsatz der Skalierung, der Winkel und die Position einer Störungsebene im Verhältnis zur vorherigen Störungsebene.

Detailgröße zentrieren

Berechnet jede Störungsebene von demselben Punkt wie die vorherige Ebene. Durch diese Einstellung kann der Eindruck von übereinander angeordneten duplizierten Störungsebenen entstehen.

Evolution

Verwendet zunehmende Umdrehungen. Dies bedeutet, dass sich mit jeder neuen Umdrehung auch das Bild weiter ändert. Diese Methode ist anders als bei normalen Umdrehungen, die sich nach der Einstellung einer Skalenscheibe richten, für die das Ergebnis für alle Vielfachen von 360° gleich ist. Bei „Evolution“ unterscheidet sich das Aussehen bei 0° vom Aussehen nach einer Umdrehung, was sich wiederum vom Aussehen nach zwei Umdrehungen unterscheidet, usw. Wenn Sie die „Evolution“-Einstellungen wieder auf ihren ursprünglichen Zustand zurücksetzen möchten (z. B., um eine nahtlose Schleife zu erstellen), verwenden Sie die Option „Zyklusevolution“.

Sie können angeben, wie stark die Störung sich über einen Zeitraum entwickelt, indem Sie „Evolution“ animieren. Je mehr Umdrehungen innerhalb einer angegebenen Zeit stattfinden, umso schneller ändert sich die fraktale Störung. Zu große Änderungen des Wertes für „Evolution“ innerhalb eines kurzen Zeitraums können abrupte Übergänge zur Folge haben.

Wenn Sie eine nahtlose Schleife erstellen möchten, aktivieren Sie die Option „Zyklusevolution“ und richten Sie bei vollen Umdrehungen bei 0° „Evolution“-Keyframes ein. Nicht vollständig ausgeführte Umdrehungen können zu einer Unterbrechung der Schleife führen.

Optionen für Evolution

Optionen für Evolution.

Hinweis:

Durch Wiederverwenden von bereits erstellten Evolutionszyklen mit einem jeweils anderen Wert für „Zufallsverteilung“ lassen sich schnell und einfach neue Animationen mit fraktalen Störungen erstellen. Durch Eingeben eines Wertes für „Zufallsverteilung“ wird das Störungsmuster verändert, ohne dass die Evolutionsanimation gestört wird.

Hinweis:

Sie können Renderzeit sparen, indem Sie einen kurzen Evolutionszyklus vorrendern und dann für die gewünschte Dauer eine Schleife einrichten, statt die Evolution für die gesamte Komposition zu animieren.

Zyklusevolution

Erstellt einen Evolutionszyklus, der über den angegebenen Zeitraum als Schleife wiederholt wird. Diese Option sorgt dafür, dass der Zustand der Evolution zu seinem Startpunkt zurückkehrt, wodurch ein nahtloser allmählicher Zyklus, ein sich nicht wiederholender Zyklus oder ein Schleifensegment entsteht.

Um sicherzustellen, dass der Zyklus volle Umdrehungen durchführt, wählen Sie einen Zykluswert, der der Anzahl der für „Evolution“ festgelegten Umdrehungen entspricht oder glatt durch diese teilbar ist.

Zyklus (in Umdrehungen)

Gibt die Anzahl der Umdrehungen an, die die Störung durchläuft, bevor sie wiederholt wird. Die Zeitdauer zwischen den „Evolution“-Keyframes bestimmt die Geschwindigkeit dieser Evolutionszyklen. Diese Option wirkt sich nur auf die Evolution der Störung, und nicht auf die anderen Einstellungen, wie z. B. „Transformieren“, aus. Wenn Sie z. B. für zwei identische Zustände einer Störung unterschiedliche Größen- und Offset-Einstellungen festlegen, sehen diese nicht identisch aus.

Hinweis:

Die Option „Zyklus (in Umdrehungen)“ ist nur verfügbar, wenn die Option „Zyklusevolution“ aktiviert ist.

Zufallsverteilung

Ermöglicht das Festlegen eines zufälligen Ausgangswerts für die Generierung der Störung. Das Animieren der Eigenschaft „Zufallsverteilung“ führt zu einem plötzlichen Wechsel von einem Störungssatz zu einem anderen (innerhalb desselben Fraktaltyps). Dies ist normalerweise kein erwünschtes Ergebnis. Animieren Sie die Eigenschaft „Evolution“, um eine glatte Überblendung von Störungen zu erhalten.

Deckkraft

Dies ist die Deckkraft der Störung.

Füllmethode

Der Vorgang der Überblendung zwischen der fraktalen Störung und dem Originalbild. Die zur Wahl stehenden Füllmethoden sind bis auf die folgenden Ausnahmen mit denen in der Spalte „Modi“ identisch:

Ohne

Rendert nur die fraktale Störung. Eine Mischung mit der Originalebene findet nicht statt.

Farbton

Die fraktale Störung wird nicht als Graustufen, sondern als Farbtonwerte gerendert. Die Sättigung und Helligkeit der Originalebene bleiben erhalten. Wenn es sich bei der Originalebene um eine Graustufenebene handelt, passiert nichts.

Sättigung

Die fraktale Störung wird nicht als Graustufen, sondern als Sättigung gerendert. Der Farbton und die Helligkeit der Originalebene bleiben erhalten. Wenn es sich bei der Originalebene um eine Graustufenebene handelt, passiert nichts.

Erstellen einer nahtlosen Schleife mit dem Effekt „Fraktale Störungen“

  1. Wählen Sie im Zeitleistenfenster eine Ebene aus und wählen Sie „Effekt“ > „Störung und Körnung“ > „Fraktale Störungen“.
  2. Richten Sie zwei Keyframes für „Evolution“ ein.
  3. Ändern Sie die Zeitdauer zwischen den Keyframes und die Anzahl der Umdrehungen für „Evolution“ so lange, bis Sie mit der Animation der Störung zufrieden sind.
  4. Aktivieren Sie die Option „Zyklusevolution“.
  5. Legen Sie einen Wert für „Zyklus“ fest.

    Die Evolution führt innerhalb des durch den Abstand der „Evolution“-Keyframes bestimmten Zeitraums die unter „Zyklus“ festgelegte Anzahl von Umdrehungen durch. Überlegen Sie vor der Festlegung des Wertes für „Zyklus“, wie viel von diesem Zyklus gerendert werden soll, bevor er sich wiederholt. Wählen Sie die kürzest mögliche Länge für Ihr Projekt, um Renderzeit zu sparen.

    Anfänglich ist der letzte Frame des Zyklus mit dem ersten Frame identisch. Um eine nahtlose Schleife zu erstellen, müssen Sie den letzten Frame auslassen, indem Sie den Out-Point der Ebene auf den Frame vor dem letzten Frame des Zyklus festlegen:

  6. Verschieben Sie die Zeitmarke für den aktuellen Zeitpunkt auf die Zeit, zu der der Zyklus beendet wird. Wenn Sie z. B. als Zykluswert 2 festgelegt haben, müssen Sie den Frame suchen, an dem der „Evolution“-Wert 2 ist.

    Hinweis:

    Wenn Sie Keyframes für andere Einstellungen des Effekts „Fraktale Störungen“ eingerichtet haben, setzen Sie diese in der Zeitleiste zurück auf ihre anfänglichen Einstellungen zum Zeitpunkt des Beginns der Zykluswiederholung. Andernfalls werden die Einstellungen nicht als Schleife wiedergegeben.

  7. Schieben Sie die Zeitmarke für den aktuellen Zeitpunkt einen Frame zurück.
  8. Stellen Sie den Out-Point der Ebene auf diesen Frame ein.
  9. Rendern Sie diese Ebene vor und importieren Sie den vorgerenderten Film in das Projekt.
  10. Markieren Sie das importierte Footageelement im Projektfenster und wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“. Geben Sie dann für „Schleife“ die Anzahl der Schleifen ein, die während der Dauer der Ebene im Projekt wiedergegeben werden sollen.

Effekt „Körnung anpassen“

Mit dem Effekt „Körnung anpassen“ werden die Störungen zweier Bilder aneinander angepasst. Dieser Effekt ist besonders bei Kompositionen und Blue-Screen-/Green-Screen-Verfahren nützlich. Der Effekt „Körnung anpassen“ kann nur Störungen hinzufügen. Das Entfernen von Störungen ist also nicht möglich. Wenn das Ziel bereits mehr Störungen als die Quelle hat, ist eine exakte Anpassung folglich nicht möglich. In diesem Fall sollten Sie das Ziel zuerst mit dem Effekt „Körnung entfernen“ bereinigen und dann „Körnung anpassen“ anwenden, um eine perfekte Übereinstimmung zu erzielen.

Der Effekt „Körnung anpassen“ führt Änderungen anhand von Störungsbeispielen durch. Es werden ganze Frames mit neuen Störungen erzeugt, um die Störungsbeispiele aufeinander abzustimmen. Sie haben die Möglichkeit, die Störungen vor der Anwendung des Effekts auf das neue Bild zu verändern. Beispielsweise können Sie die Störungen eines Bildes duplizieren, vergrößern und ihnen eine auffälligere Farbe geben.

Der Effekt „Körnung anpassen“ hat einige Steuerungen mit dem Effekt „Körnung hinzufügen“ gemeinsam. (Siehe Effekt „Körnung hinzufügen“.)

Hinweis:

Der Effekt „Körnung anpassen“ nimmt die Störungsbeispiele in der Quellebene in dem Frame auf, der dem ersten Frame in der Zielebene entspricht. Wenn die Quellebene bei diesem Frame nicht vorhanden ist oder die Störungsbeispiele transparente Bereiche enthalten, werden keine Störungen erfasst oder angewendet.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit- und 16-Bit-Farbmodus.

Effekt „Körnung anpassen“: vor und nach Anwendung des Effekts
Originalbilder (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Anpassen der Störung oder Körnung zwischen Bildern

  1. Vergewissern Sie sich, dass Quell- und Zielebene sich in derselben Komposition befinden.
  2. Wählen Sie die Zielebene aus, der Sie Körnung hinzufügen möchten.
  3. Wählen Sie „Effekt“ > „Störung und Körnung“ > „Körnung anpassen“.
  4. Wählen Sie im Effektfenster unter „Störungs-Quellebene“ eine Ebene, in der ein Körnungsbeispiel aufgenommen werden soll. (Unter „Störungs-Quellebene“ werden nur Ebenen aufgeführt, die sich im Zeitleistenfenster befinden.)

    Die Körnung wird automatisch aufgenommen und auf den Vorschaubereich in der Zielebene angewendet. Wenn Sie eine automatische Anpassung benötigen, können Sie die übrigen Schritte ignorieren.

  5. Wenn die Zielebene bereits vor der Auswahl einer Störungs-Quellebene viele Störungen enthält und dies zu einer ungleichmäßigen Körnung führt, verschieben Sie den Regler „Vorhandene Störungen ausgleichen“, um eine zu starke Körnung zu vermeiden.
  6. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Wenn Sie die Intensität und Größe der angewendeten Körnung ändern möchten und eine Weichzeichnung wünschen, ändern Sie die Einstellungen für „Tweaken“.

    • Wenn Sie die Farbe der hinzugefügten Störung ändern möchten, ändern Sie die Einstellungen für „Farbe“.

    • Wenn Sie bestimmen möchten, wie der Farbwert der neuen Störung mit dem Farbwert der darunter liegenden Zielebene in den einzelnen Pixeln kombiniert wird, wählen Sie in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ eine Füllmethode.

    • Wenn Sie festlegen möchten, wie viel Körnung den einzelnen Tonwertbereichen in dem Bild sowie dem Mittelpunkt hinzugefügt wird, ändern Sie in der Einstellungsgruppe „Anwendung“ die Werte für „Tiefen“, „Mitten“, „Lichter“ und „Mittelpunkt“.

  7. Wenn Sie die Effektansicht ändern möchten, wählen Sie im Effektfenster eine der folgenden Optionen im Menü „Ansichtsmodus“ aus:

    Störungsbeispiele

    Damit werden die Bereiche eingeblendet, anhand derer das aktuelle Störungsmodell ermittelt wurde. Wenn Sie die Quellebene auswählen, wird sie im Kompositionsfenster zusammen mit ihren Störungsbeispielfeldern eingeblendet.

    Kompensierungsbeispiele

    Damit werden die Störungsbeispiele angezeigt, die automatisch aus dem Zielbild extrahiert wurden.

    Vorschau

    Damit werden die aktuellen Einstellungen des angewendeten Effekts in einem 200 x 200 Pixel großen Bereich angezeigt.

    Misch-Matte

    Mit dieser Option wird die aktuelle Farbmatte, die aktuelle Farbmaske oder eine Kombination aus Farbmatte und -maske angezeigt, die sich aus den aktuellen Einstellungen für „Mit Original mischen“ ergibt.

    Endausgabe

    Damit wird der gesamte aktive Frame anhand der aktuellen Effekteinstellungen gerendert.

  8. Falls gewünscht, können Sie die hinzugefügte Körnung animieren.
  9. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Ausgleichen vorhandener Störungen bei der Störungsanpassung

Wenn Sie versuchen, mit dem Effekt „Körnung anpassen“ die Körnung zwischen Bildern anzupassen, und die Zielebene bereits eine sichtbare Körnung hat, kann die dabei entstehende Körnung ungleichmäßig oder zu stark ausfallen. Dies lässt sich mit der Einstellung „Vorhandene Störungen ausgleichen“ vermeiden. Sie extrahiert sowohl aus der Quelle als auch aus dem Ziel ein Störungsmodell, ändert die Störungen aus der Quelle, um den im Ziel bereits vorhandenen Störungen Rechnung zu tragen, und wendet sie dann auf das Ziel an.

Wenn Sie diese Einstellung automatisch einsetzen möchten, setzen Sie den dazugehörigen Regler auf 100 %. Wählen Sie dann „Kompensierungsbeispiele“ im Menü „Ansichtsmodus“, um die Störungsbeispiele in der Zielebene anzuzeigen. Sie können die Beispiele im Zielbild auch verschieben, indem Sie den Sampling-Modus auf „Manuell“ setzen, wodurch die Kompensierungssamplepunkte für die manuelle Verschiebung verfügbar werden.

  1. Wenden Sie den Effekt „Körnung anpassen“ auf die Zielebene an.
  2. Ändern Sie im Effektfenster bei Bedarf für den Effekt „Körnung anpassen“ den Wert „Vorhandene Störungen ausgleichen“. Die Störungen in der Quellebene und in der Zielebene werden aufgenommen und die Unterschiede berechnet. Dann werden dem Ziel nur gerade so viele Störungen zugewiesen, dass die Quellebene und die Zielebene übereinstimmen.
  3. Wenn Sie die Störungsbeispiele ändern möchten, wählen Sie im Menü „Ansichtsmodus“ die Option „Störungsbeispiele“, ändern Sie die Einstellung „Sampling“ > „Sampleauswahl“ zu „Manuell“ und erweitern Sie dann die Kompensierungssamplepunkte. Der aktuelle Wert für „Sampleanzahl“ bestimmt, wie viele Punkte verfügbar sind.
  4. Um einen Samplepunkt zu verschieben, führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Ziehen Sie den Samplepunkt im Kompositionsfenster an eine neue Stelle.

    • Geben Sie im Effektfenster neben dem Samplepunkt unter „Kompensierungssamplepunkte“ neue XY-Koordinaten ein.

    • Klicken Sie im Effektfenster auf den Punktparameter  für den Kompensierungssamplepunkt und dann im Kompositionsfenster auf die Stelle, an die der Punkt verschoben werden soll.

  5. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Effekt „Median“

Der Effekt „Median“ ersetzt die einzelnen Pixel durch einen Pixel, der den Medianwert benachbarter Pixel innerhalb eines bestimmten Radius hat. Wenn Sie geringe Werte für den Radius festlegen, kann dieser Effekt für die Verringerung einiger Arten von Bildrauschen verwendet werden. Bei höheren Werten für den Radius wirkt das Bild durch diesen Effekt wie ein Gemälde.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit- und 16-Bit-Farbmodus.

Effekt „Median“: vor und nach Anwendung des Effekts
Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Effekt „Rauschen“

Der Effekt „Rauschen“ ändert Pixelwerte im gesamten Bild auf Zufallsbasis.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit-, 16-Bit- und 32-Bit-Farbmodus.

Effekt „Störung“: vor und nach Anwendung des Effekts
Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Stärke

Gibt an, wie viel Störung hinzugefügt werden soll.

Art des Rauschens

Wenn „Farbrauschen benutzen“ aktiviert ist, werden den Rot-, Grün- und Blau-Kanälen individuell Zufallswerte zugeordnet. Andernfalls wird in allen Kanälen jedem einzelnen Pixel derselbe Zufallswert zugeordnet.

Ergebnis beschneiden

Beschneidet Farbkanalwerte. Wird diese Option deaktiviert, wird mehr optische Störung erzeugt. Diese Einstellung funktioniert nicht in einem 32-Bit-Projekt.

Effekt „Störungen - Alpha“

Mit dem Effekt „Störungen – Alpha“ werden einem Alphakanal Störungen hinzugefügt.

Dieser Effekt funktioniert mit dem 8-Bit-Farbmodus.

Rauschen

Der Typ der Störung. „Gleichmäßig per Zufall“ erstellt gleiche Mengen von Tiefen- und Lichterstörungen. „Im Quadrat per Zufall“ erstellt Störungen mit hohem Kontrast. „Gleichmäßig in Animation“ erstellt animierte Störungen und „Im Quadrat in Animation“ erstellt animierte Störungen mit hohem Kontrast.

Betrag

Das Ausmaß der Störung.

Original-Alpha

So wird die Störung auf den Alphakanal angewendet:

Addieren

Sie erhalten gleiche Mengen von Störungen in den transparenten und deckenden Bereichen des Clips.

Beschränkt

Sorgt dafür, dass nur die deckenden Bereiche mit Störungen versehen werden.

Skalierung

Erhöht die Störungsmenge proportional zum Deckkraftwert und erzeugt in Bereichen mit 100 % Transparenz keine Störungen.

Kanten

Sorgt dafür, dass Störungen nur in teilweise transparenten Bereichen, wie z. B. am Rand des Alphakanals, erzeugt werden.

Überlauf

Gibt an, wie der Effekt Werte neu zuordnet, die außerhalb des Graustufenbereichs von 0 bis 255 liegen.

Beschneiden

Werte über 255 werden dem Wert 255 zugeordnet. Werte unter 0 werden dem Wert 0 zugeordnet.

Zurücklaufen

Werte über 255 und unter 0 werden in den Bereich von 0 bis 255 zurückgespiegelt. Beispiel: Ein Wert von 258 (255+3) wird auf 252 (255-3) gespiegelt und ein Wert von ‑3 wird auf 3 gespiegelt.

Rest bilden

Werte über 255 und unter 0 werden in den Bereich von 0 bis 255 umgebrochen. Ein Wert von 258 wird in 2 umgebrochen, ein Wert von 256 wird in 0 umgebrochen und ein Wert von ‑3 wird in 253 umgebrochen.

Zufallsverteilung

Ein Eingabewert für den Zufallszahlengenerator für die Störung. Diese Einstellung ist nur verfügbar, wenn Sie für „Störung“ entweder „Gleichmäßig per Zufall“ oder „Im Quadrat per Zufall“ gewählt haben.

Hinweis:

Störungen mit abrupten Übergängen können Sie durch Animieren der Einstellung „Zufallsverteilung“ erzeugen. Wenn Sie übergangslos animierte Störungen erstellen möchten, animieren Sie den Wert „Störungsphase“.

Störungsphase

Gibt die Position der Störung an. Diese Einstellung ist nur verfügbar, wenn Sie entweder „Gleichmäßig in Animation“ oder „Im Quadrat in Animation“ gewählt haben.

Störungsoptionen (Animation)

So werden Störungen animiert.

Ändern Sie das Timing der „Störungsphase“-Keyframes, um die Geschwindigkeit der „Störungsphase“-Zyklen anzupassen.

Hinweis:

Wenn Sie bei der Animation des „Störungsphase“-Werts Zeit sparen möchten, erstellen Sie mithilfe der Option „Störungszyklus“ eine nahtlose Störungsschleife. Rendern Sie dann die Ebene und importieren Sie sie als neues Quellfootageelement.  

Störungszyklus

Erzeugt einen Störungszyklus, der innerhalb der angegebenen Zeit genau einmal wiedergegeben wird.

Zyklus

Gibt die Anzahl der Umdrehungen der Störungsphase an, die die Störung durchläuft, bevor sie wiederholt wird (nur verfügbar, wenn „Störungszyklus“ aktiviert ist).

Effekt „Störungen HLS“ und Effekt „Störungen HLS Auto“

Mit den Effekten „Störungen HLS“ und „Störungen HLS Auto“ werden den Farbton-, Helligkeits- und Sättigungskomponenten eines Bildes Störungen hinzugefügt. Mit dem Effekt „Störung HLS Auto“ erzeugte Störungen sind automatisch animierte Störungen, wobei Sie die Geschwindigkeit der Animation auswählen. Verwenden Sie zur Animierung des Effekts „Störung HLS“ Keyframes oder Expressions. Die Einstellungen für diese Effekte sind dieselben, mit Ausnahme der Einstellung „Störungsphase“ bzw. „Störungsanimationsgeschwindigkeit“, mit der die Störungsanimation gesteuert wird.

Diese Effekte eignen sich für den 8-Bit-Farbmodus.

Effekt „Störungen HLS“ und Effekt „Störungen HLS Auto“
Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Rauschen

Der Typ der Störung. „Gleichmäßig“ erstellt eine gleichmäßige Störung. „Quadrat“ erstellt Störungen mit hohem Kontrast. „Korn“ erstellt körniges Rauschen, ähnlich wie Filmkörnung.

Farbton

Der Betrag an Störung, der den Farbtonwerten hinzugefügt wird.

Helligkeit

Der Betrag an Störung, der den Helligkeitswerten hinzugefügt wird.

Sättigung

Der Betrag an Störung, der den Sättigungswerten hinzugefügt wird.

Korngröße

Diese Einstellung ist nur für die Störung „Korn“ verfügbar.

Störungsphase (nur „Störungen HLS“)

Ein Eingabewert für den Zufallszahlengenerator für die Störung. Wenn Sie für „Störungsphase“ Keyframes einrichten, durchläuft der Effekt die Phasen, um animierte Störungen zu erzeugen. Je größer die Unterschiede zwischen den Keyframewerten sind, desto schneller ist die Störungsanimationen.

Störungsanimationsgeschwindigkeit (nur „Störungen HLS Auto“)

Die Geschwindigkeit der Störungsanimation. Wenn Sie die Störungsanimation beschleunigen oder verzögern möchten, animieren Sie diese Eigenschaft.

Effekt „Körnung entfernen“

Der Effekt „Körnung entfernen“ dient zum Entfernen von Körnung oder visuellen Störungen. Dieser Effekt versucht anhand ausgefeilter Signalverarbeitungs- und statistischer Berechnungen das Bild so wiederherzustellen, wie es ohne Körnung oder Störungen aussehen würde. Es gibt zwar viele Methoden, mit denen sich Störungen in einem Bild reduzieren lassen, z. B. mit dem Effekt „Gaußscher Weichzeichner“ oder „Median“, dabei werden jedoch stets die Schärfe und Glanzlichter beeinträchtigt. Der Effekt „Körnung entfernen“ hingegen kann feine Details von Störungen unterscheiden und daher weitgehend erhalten.

Für den Effekt „Körnung entfernen“ gibt es verschiedene Optionen, mit denen sich Störungsreduzierung und Bildschärfe präzise aufeinander abstimmen lassen. Ferner kann der Effekt die Unterschiede zwischen Frames analysieren, um Störungsreduzierung und Bildschärfe weiter zu verbessern. Da dabei mehrere Zeiträume berücksichtigt werden, spricht man auch von zeitlicher Filterung.

Hinweis:

Eine optimale Körnungsreduzierung setzt optimale Störungsbeispiele voraus. Das Ergebnis des automatischen Samplings hängt vom Bildinhalt und Störungstyp ab. Sie können auch die Anzahl, Größe und Position der Beispiele ändern, um für ein bestimmtes Bild optimale Ergebnisse zu erzielen.

Mit den für den Effekt „Körnung entfernen“ unter „Zeitliche Filterung“ verfügbaren Einstellungen können Sie den aktuellen Frame anhand eines statistischen Algorithmus an den vorherigen und den folgenden Frame angleichen. Diese Einstellungen sind besonders beim Entfernen von Komprimierungsartefakten aus DV- und Videofootage wirksam.

Die Ergebnisse dieses Filters lassen sich nur dann richtig beurteilen, wenn Sie sich die Sequenz in Echtzeit ansehen. Dazu müssen Sie eine Review einblenden oder die Sequenz in eine Datei rendern und sich den Film ansehen.

Hinweis:

Wenn die Vorschau des Effekts „Körnung entfernen“ schneller angezeigt werden soll, ändern Sie die Effekteinstellungen im Effektfenster am besten der Reihe nach. Ermitteln Sie zuerst effektive Einstellungen für die Körnungsreduzierung und ändern Sie dann erst die drei letzten Einstellungen.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit- und 16-Bit-Farbmodus.

Effekt „Körnung entfernen“: Originalbild und Bild mit angewendetem Effekt
Szene im Original (links) und nach Anwendung des Effekts (rechts)

Entfernen von Störungen oder Körnung aus einem Bild

  1. Wählen Sie die Ebene aus und klicken Sie auf „Effekt“ > „Störung und Körnung“ > „Körnung entfernen“.
  2. Führen Sie in der Einstellungsgruppe „Einstellungen für 'Störungen reduzieren'“ die folgenden Schritte aus:
    • Wenn Sie die Störungsmenge in dem Bild insgesamt ändern möchten, ändern Sie den Wert für „Störung reduzieren“.

    • Wenn Sie die Störungsmenge in jedem Kanal einzeln korrigieren möchten, ändern Sie unter „Kanalstörung reduzieren“ die Werte für „Rotstörung reduzieren“, „Grünstörung reduzieren“ und „Blaustörung reduzieren“.

    Hinweis:

    Durch Wiederverwenden von bereits erstellten Evolutionszyklen mit einem jeweils anderen Wert für „Zufallsverteilung“ lassen sich schnell und einfach neue Animationen mit fraktalen Störungen erstellen. Durch Eingeben eines Wertes für „Zufallsverteilung“ wird das Störungsmuster verändert, ohne dass die Evolutionsanimation gestört wird.

  3. Ändern Sie den Wert für „Durchgänge“, um festzulegen, welcher Störungsradius maximal erkannt werden kann:
    • Ist die Körnung groß und klobig, versuchen Sie es mit einem höheren Wert für „Durchgänge“. Eine größere Anzahl von Durchgängen verringert großflächigere Störungen.

    • Dauert das Rendern bei einer großen Datei länger als gewünscht, verwenden Sie weniger Durchgänge. Es wird dann weniger Speicher beansprucht und das Rendern geht schneller.

    Hinweis:

    Wenn die optimale Anzahl von Durchgängen einmal festgelegt wurde, haben zusätzliche Durchgänge keine Wirkung.

  4. Wählen Sie aus dem Popup-Menü „Modus“ eine der folgenden Optionen:

    Mehrkanal

    Damit wird die Körnung in allen Kanälen eines Bildes gleichzeitig reduziert. Dies führt in der Regel bei Farbbildern zu den besten Ergebnissen. Dieser Modus nutzt das Zusammenspiel der Kanäle, um Störungen gezielter zu reduzieren.

    Einkanal

    Damit wird die Körnung in jedem Kanal einzeln reduziert. Dieser Modus eignet sich für monochrome Bilder und ist ideal, wenn „Mehrkanal“ unerwünschte Farbartefakte verursacht.

  5. Ändern Sie unter „Feinabstimmung“ folgende Optionen, um für ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Störungsreduzierung und Bildschärfe zu sorgen:

    Chrominanz unterdrücken

    Hiermit wird ein Teil der Chrominanz aus der Störung unterdrückt und so das Bild bereinigt. Ein höherer Wert kann farbenfrohe Störungen reduzieren. Bei einem zu hohen Wert kann die Chrominanz im Bild selbst abnehmen. („Chrominanz unterdrücken“ ist bei Graustufenbildern wirkungslos und nicht verfügbar, wenn unter „Einstellungen für 'Störungen reduzieren'“ die Option „Einzelkanal“ gewählt wurde.)

    Struktur

    Mit dieser Option steuern Sie, wie viele geringfügige Störungen zulässig sind. Diese Einstellung ist besonders nützlich, wenn Sie unerwünschte Artefakte reduzieren oder fein strukturierte Bereiche wie Holzmaserung oder Ziegel beibehalten möchten. Bei niedrigeren Werten ist das Ergebnis glatter, wirkt aber womöglich unnatürlich. Bei höheren Werten unterscheidet sich das Ergebnis u. U. nicht vom Original.

    Reaktion auf verschiedene Störungen

    Steuert, wie bei der Störungsreduzierung mit unterschiedlich großen Störungen innerhalb eines Bildes umgegangen wird. Beim Standardwert 0 werden alle Größen gleich behandelt. Bei negativen Werte bleiben größere Reststörungen übrig und kleinere Körnungen werden aggressiver entfernt. Bei positiven Werten bleiben kleinere Störungen übrig und es werden vor allem größere Störungen reduziert.

    Saubere Farbflächen

    Steuert, wie stark benachbarte Pixel mit geringfügigen Wertunterschieden im Rahmen der Störungsreduzierung geglättet werden. Diese Einstellung ist bei großen einfarbigen Flächen, die möglichst sauber sein müssen, besonders nützlich. Fast einfarbige Bildbereiche können bei zu hohen Einstellungen völlig geglättet werden und dadurch unnatürlich wirken.

  6. Passen Sie die Einstellungen für „Unscharf maskieren“ so an, dass subtile Kantendetails wiederhergestellt werden, welche die Körnungsreduzierung entfernt hatte.
  7. Mit den Einstellungen für „Zeitliche Filterung“ können Sie Interframe-Störungen reduzieren.
  8. Wenn Sie die Effektansicht ändern möchten, wählen Sie aus dem Popup-Menü „Ansichtsmodus“ eine der folgenden Optionen:

    Störungsbeispiele

    Damit werden die Bereiche eingeblendet, anhand derer das aktuelle Störungsmodell ermittelt wurde.

    Vorschau

    Damit werden die aktuellen Einstellungen des angewendeten Effekts in einem 200 x 200 Pixel großen Bereich angezeigt.

    Misch-Matte

    Mit dieser Option wird die aktuelle Farbmatte, die aktuelle Farbmaske oder eine Kombination aus Farbmatte und -maske angezeigt, die sich aus den aktuellen Einstellungen für „Mit Original mischen“ ergibt.

  9. Wählen Sie unter „Ansichtsmodus“ die Option „Endausgabe“.

Hinzufügen zeitlicher Filterung zu einer Ebene

  1. Wenden Sie den Effekt „Körnung entfernen“ auf das Bild an.
  2. Platzieren Sie den Vorschaubereich für „Körnung entfernen“ über dem Bildbereich, der die subtilsten Änderungen zwischen Frames aufweist bzw. die meisten beweglichen Bilddetails enthält.
  3. Wählen Sie unter „Zeitliche Filterung“ die Option „Aktivieren“ aus.
  4. Ändern Sie den Wert für „Betrag“ auf 100 %.
  5. Rendern Sie die Komposition und exportieren Sie sie.

  6. Wenn sich bewegende Objekte von unerwünschten Streifen oder unscharfen Stellen umgeben sind, verringern Sie den Wert für „Bewegungsempfindlichkeit“ und sehen Sie sich erneut eine Vorschau an bzw. rendern Sie die Sequenz.
  7. Mit den folgenden Techniken können Sie das Ergebnis verbessern:
    • Wenn Sie sehr auffällige Störungen in einem Film schnell reduzieren möchten, setzen Sie den Wert für „Störung reduzieren“ auf 0 und die Option „Betrag“ unter „Zeitliche Filterung“ auf 100 %. Rendern Sie dann den Film.

    • Wenn Sie die Vorschau beschleunigen möchten, wenden Sie die zeitliche Filterung auf die Ebene an, nachdem alle Einstellungen für einen einzelnen Frame angepasst wurden.

    • Wenn Sie die Effekte auf einer Ebene erhalten und ihr eine zeitliche Filterung zuweisen möchten, sollten Sie die ausgewählte Ebene vorkomponieren („Ebene“ > „Unterkomposition erstellen“) und dann den Effekt „Körnung entfernen“ auf diese Ebene anwenden.

Scharfzeichnen eines Bildes mit der Einstellung „Unscharf maskieren“

Mit den für den Effekt „Körnung entfernen“ verfügbaren Einstellungen unter „Unscharf maskieren“ können Sie den Kontrast von Kanten und feinen Details erhöhen, um einen Teil der Schärfe wiederherzustellen, die bei der Körnungsreduzierung eventuell verloren gegangen ist.

  1. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Erhöhen Sie unter „Unscharf maskieren“ den Wert für „Betrag“, um eine akzeptable Scharfzeichnung zu erzielen, ohne dabei unerwünschte Artefakte zu erzeugen oder zu viel Körnung wiederherzustellen.

    • Erhöhen Sie den Wert für „Schwellenwert“, um unerwünschte Artefakte zu entfernen, die bei der Scharfzeichnung entstehen.

    • Ändern Sie den Wert für „Radius“, um den Bereich zu verändern, in dem „Unscharf maskieren“ nach Details sucht.

    • Ändern Sie den Wert für „Störung reduzieren“, bis Sie den Punkt erreichen, an dem das Bild unscharf wird. Erhöhen Sie den Wert dann ein wenig und wenden Sie die Einstellungen für „Unscharf maskieren“ an, um das Bild scharfzuzeichnen.

Effekt „Turbulente Störung“

Beim Effekt „Turbulente Störung“ wird Perlin-Rauschen verwendet, um Graustufenrauschen zu erzeugen, das Sie für organisch aussehende Hintergründe, Verschiebungsebenen und Strukturen verwenden oder mit dem Sie z. B. Wolken, Feuer, Lava, Dampf, fließendes Wasser oder Dunst simulieren können.

Der Effekt „Turbulente Störung“ ist im Wesentlichen eine moderne, leistungsstärkere Umsetzung des Effekts „Fraktale Störungen“. Das Rendern geht beim Effekt „Turbulente Störung“ schneller; zudem ist der Einsatz für das Erstellen flüssiger Animationen einfacher. Der Effekt „Turbulente Störung“ modelliert turbulente Systeme exakter: Kleinere Störungselemente bewegen sich schneller als große. Der Einsatz des Effekts „Fraktale Störungen“ statt des Effekts „Turbulente Störung“ ist vor allem bei der Erstellung von Animationsschleifen empfehlenswert, da es beim Effekt „Turbulente Störung“ keine Zykluseinstellungen gibt.

Hinweis:

Da die Steuerelemente bei beiden Effekten fast identisch sind, können Sie für den Einsatz des Effekts „Turbulente Störung“ die meisten Anleitungen und Lehrgänge heranziehen, die für den Effekt „Fraktale Störungen“ erstellt wurden. (Siehe Effekt „Fraktale Störungen“.)

Mit den Einstellungen für „Evolution“ können Sie feine Änderungen an der Form der Störung vornehmen. Durch Animieren dieser Einstellungen entstehen übergangslose Änderungen der fraktalen Störungen im Zeitablauf. Sie können so beispielsweise vorüberziehende Wolken oder fließendes Wasser darstellen.

Dieser Effekt eignet sich für den 8-Bit-, 16-Bit- und 32-Bit-Farbmodus.

Regler

Fraktaltyp

Die fraktale Störung wird durch Generierung eines Rasters von Zufallszahlen für die einzelnen Störungsebenen erstellt. Die Einstellung „Komplexität“ gibt die Anzahl der Störungsebenen an. Mit der Einstellung „Fraktaltyp“ werden die Eigenschaften dieses Rasters festgelegt.

Art des Rauschens

Die Art der Interpolation, die zwischen den Zufallswerten im Störungsraster verwendet werden soll.

Umkehren

Kehrt die Störung um. Schwarze Bereiche werden zu weißen und weiße Bereiche zu schwarzen.

Kontrast

Der Standardwert ist 100. Bei höheren Werten erhalten Sie größere, schärfer definierte Schwarz- und Weißbereiche in der Störung, wodurch sich im Allgemeinen die Detailschärfe reduziert. Je niedriger die Werte werden, desto größere Graubereiche entstehen, die zu einem Aufweichen oder sogar gänzlichen Eliminieren der Störung führen.

Überlauf

Ordnet die Werte neu zu, die außerhalb des Bereichs von 0 bis 1,0 liegen. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

Beschneiden

Sorgt dafür, dass jeder Wert über 1,0 als reines Weiß und jeder Wert unter 0 als reines Schwarz angezeigt wird. Mit dem Wert für „Kontrast“ wird festgelegt, wie groß der Anteil des Bildes ist, der außerhalb dieses Bereichs liegt. Bei höheren Werten erhalten Sie ein zumeist schwarzes und/oder weißes Bild mit geringerem Grauanteil. Daher führen höhere Kontrastwerte zu einer geringeren Detailschärfe. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, verfügt sie über schärfere, deutlicher ausgeprägte Transparenzbereiche.

Weich beschränken

Weist die Werte auf einer unendlichen Kurve so zu, dass alle Werte im gültigen Bereich bleiben. Mit dieser Option wird der Kontrast reduziert, während die Störungen grau mit einigen wenigen rein schwarzen oder rein weißen Bereichen erscheinen. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, verfügt sie über feine Transparenzbereiche.

Zurücklaufen

Ordnet die Werte in Dreieckform neu zu, wodurch Werte oberhalb von 1,0 oder unterhalb von 0 als gültig betrachtet werden. Mit dieser Option erhalten Sie feine Details, wenn der Kontrast über 100 liegt. Wird die Ebene als Luminanz-Matte verwendet, zeigt sie detaillierte strukturierte Transparenzbereiche.

HDR-Ergebnisse zulassen

Es wird keine Neuzuordnung durchgeführt. Werte außerhalb des Bereichs von 0 bis 1,0 werden beibehalten.

Transformieren

Einstellungen zum Drehen, Skalieren und Positionieren der Störungsebenen. Die Ebenen wirken, als ob sie sich in unterschiedlichen Tiefen befinden würden, wenn Sie „Perspektivische Verschiebung“ auswählen.

Komplexität

Die Anzahl an Störungsebenen, die gemäß den Detaileinstellungen kombiniert werden, um die Störung zu erzeugen. Wenn diese Zahl erhöht wird, wird die optische Tiefe und die Detailliertheit der Störung gesteigert.

Hinweis:

Eine Erhöhung der Komplexität führt zu längeren Renderzeiten. Versuchen Sie gegebenenfalls, eher die Größe als die Komplexität zu reduzieren – die Ergebnisse sind ähnlich und die Renderzeiten verkürzen sich. Mit einem Trick können Sie die optische Komplexität erhöhen, ohne die Renderzeit zu verlängern: Verwenden Sie eine negative oder eine sehr hohe Einstellung für Kontrast bzw. Helligkeit und wählen Sie für „Überlauf“ die Option „Zurücklaufen“.

Detaileinstellungen

Die Störung wird durch das Kombinieren von Störungsebenen generiert. Mit den Detaileinstellungen wird gesteuert, wie diese Kombination vonstatten geht und wie die Eigenschaften der Störungsebene gegeneinander versetzt sind. Durch das Verkleinern aufeinander folgender Ebenen werden feinere Details erzeugt.

Detaileinfluss

Gibt an, wie viel Einfluss jede aufeinander folgende Ebene auf die kombinierte Störung hat. Bei 100 % haben alle Wiederholungen gleich viel Einfluss. Bei 50 % hat jede Wiederholung halb so viel Einfluss wie die vorherige Wiederholung. Bei einem Wert von 0 % wirkt der Effekt, als sei die Komplexität gleich 1.

Detailskalierung

Der Prozentsatz der Skalierung einer Störungsebene im Verhältnis zur vorherigen Störungsebene.

Evolution

Verwendet zunehmende Umdrehungen. Dies bedeutet, dass sich mit jeder neuen Umdrehung auch das Bild weiter ändert. Diese Methode ist anders als bei normalen Umdrehungen, die sich nach der Einstellung einer Skalenscheibe richten, für die das Ergebnis für alle Vielfachen von 360° gleich ist. Bei „Evolution“ unterscheidet sich das Aussehen bei 0° vom Aussehen nach einer Umdrehung, was sich wiederum vom Aussehen nach zwei Umdrehungen unterscheidet, usw.

Sie können angeben, wie stark die Störung sich über einen Zeitraum entwickelt, indem Sie „Evolution“ animieren. Je mehr Umdrehungen innerhalb einer angegebenen Zeit stattfinden, umso schneller ändert sich die fraktale Störung. Zu große Änderungen des Wertes für „Evolution“ innerhalb eines kurzen Zeitraums können abrupte Übergänge zur Folge haben.

Optionen für Evolution

Turbulenzfaktor

Der Wert, um den sich die Geschwindigkeit kleinerer Störungselemente von der Geschwindigkeit größerer Störungselemente unterscheidet. Bei einem Wert von 0 entspricht die Bewegung den vom Effekt „Fraktale Störungen“ generierten Störungsbewegungen – kleinere Elemente bewegen sich dann genauso schnell wie größere. Bei einem höheren Wert entsteht der Eindruck, dass die Störungsebenen ähnlich aufgewühlt werden wie natürliche Turbulenzen in einer Flüssigkeit.

Zufallsverteilung

Ermöglicht das Festlegen eines zufälligen Ausgangswerts für die Generierung der Störung. Das Animieren der Eigenschaft „Zufallsverteilung“ führt zu einem plötzlichen Wechsel von einem Störungssatz zu einem anderen (innerhalb desselben Fraktaltyps). Dies ist normalerweise kein erwünschtes Ergebnis. Animieren Sie die Eigenschaft „Evolution“, um eine glatte Überblendung von Störungen zu erhalten.

Hinweis:

Durch Wiederverwenden von bereits erstellten Evolutionszyklen mit einem jeweils anderen Wert für „Zufallsverteilung“ lassen sich schnell und einfach neue Animationen mit Störungen erstellen. Durch Eingeben eines Wertes für „Zufallsverteilung“ wird das Störungsmuster verändert, ohne dass die Evolutionsanimation gestört wird.

Deckkraft

Dies ist die Deckkraft der Störung.

Füllmethode

Art der Überblendung zwischen der Störung und dem Originalbild. Die zur Wahl stehenden Füllmethoden sind bis auf die folgenden Ausnahmen mit denen in der Spalte „Modi“ identisch:

Eine Beschreibung der einzelnen Füllmethoden finden Sie unter Füllmethodenreferenz.

Ohne

Rendert nur die fraktale Störung. Eine Mischung mit der Originalebene findet nicht statt.

Farbton

Die fraktale Störung wird nicht als Graustufen, sondern als Farbtonwerte gerendert. Die Sättigung und Helligkeit der Originalebene bleiben erhalten. Wenn es sich bei der Originalebene um eine Graustufenebene handelt, passiert nichts.

Sättigung

Die fraktale Störung wird nicht als Graustufen, sondern als Sättigung gerendert. Der Farbton und die Helligkeit der Originalebene bleiben erhalten. Wenn es sich bei der Originalebene um eine Graustufenebene handelt, passiert nichts.

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