Erstellen von Unterkompositionen und Verschachteln

Wenn Sie einige Ebenen, die sich bereits in einer Komposition befinden, gruppieren möchten, können Sie für diese Ebenen Unterkompositionen erstellen. Durch das Erstellen von Unterkompositionen von Ebenen werden diese in einer neuen Komposition platziert, die die Ebenen in der ursprünglichen Komposition ersetzt. Die neue verschachtelte Komposition wird die Quelle einer einzelnen Ebene in der ursprünglichen Komposition. Die neue Komposition wird im Projektfenster eingeblendet und kann gerendert oder für jede andere Komposition verwendet werden. Sie können Kompositionen auch verschachteln, indem Sie eine bestehende Komposition zu einer anderen Komposition hinzufügen, genau so wie Sie jedes andere Footageelement zu einer Komposition hinzufügen. Das Erstellen einer Unterkomposition einer einzelnen Ebene ist beim Hinzufügen von Transformationseigenschaften zu einer Ebene hilfreich und beeinflusst die Reihenfolge, mit der die Elemente einer Komposition gerendert werden.

Verschachteln ist das Einbetten einer Komposition in eine andere. Die eingebettete Komposition wird als Ebene innerhalb der aufnehmenden Komposition eingeblendet.

Eine verschachtelte Komposition wird manchmal auch als Unterkomposition bezeichnet. Wenn eine Unterkomposition als ootageelement für eine Ebene verwendet wird, wird diese Ebene Unterkompositionsebene genannt.

Während des Rendervorgangs fließen Daten und andere Informationen gleichsam von jeder der verschachtelten Kompositionen in die Basiskomposition. Aus diesem Grund werden verschachtelte Kompositionen mitunter auch als „upstream“ zur Basiskomposition bezeichnet, während Basiskompositionen sich „downstream“ zu den verschachtelten Kompositionen verhalten. Eine Gruppe von Kompositionen, die durch Verschachtelung verbunden werden, wird Kompositionsnetzwerk genannt. Sie können innerhalb eines Kompositionsnetzwerkes mit dem Kompositionsnavigator und dem Mini-Flussdiagramm navigieren. (Siehe Öffnen von und Navigieren in verschachtelten Kompositionen.)

Unterkompositionen in After Effects ähneln Smart-Objekten in Adobe Photoshop.

Verwendungsmöglichkeiten für Unterkompositionen und Verschachtelungen

Das Erstellen von Unterkompositionen und das Verschachteln sind für das Verwalten und Organisieren von komplexen Kompositionen sehr hilfreich. Durch das Erstellen von Unterkompositionen und das Verschachteln können Sie Folgendes tun:

  • Zuweisen komplexer Änderungen zu einer gesamten Komposition - Sie können eine Komposition mit mehreren Ebenen erstellen, die Komposition innerhalb der Gesamtkomposition verschachteln sowie Effekte in der verschachtelten Komposition animieren und anwenden, sodass sämtliche Ebenen auf dieselbe Art im selben Zeitraum verändert werden.
  • Wiederverwendung aller erstellten Elemente - Sie können eine Animation in ihrer eigenen Komposition erstellen und diese Komposition dann unbegrenzt oft in andere Kompositionen ziehen.
  • Aktualisierungen in einem Schritt - Wenn Sie Änderungen an einer verschachtelten Komposition vornehmen, so wirken sich diese Änderungen auf alle Kompositionen aus, in der diese verwendet wird. Dies ist ebenso bei Änderungen der Fall, die an einem ootageelement vorgenommen werden. Hierbei werden ebenfalls alle Kompositionen beeinflusst, in denen das Element verwendet wird.
  • Ändern der Standardreihenfolge beim Rendern - Sie können festlegen, dass After Effects zuerst eine Transformation (wie z. B. eine Drehung) und erst dann Effekte rendert, damit der Effekt auf das gedrehte Footage angewendet wird.
  • Hinzufügen eines anderen Satzes von Transformationseigenschaften zu einer Ebene - Die Ebene, die für die Komposition steht, besitzt zusätzlich zu den Eigenschaften der Ebenen, die sie enthält, ihre eigenen Eigenschaften. Dies ermöglicht Ihnen einen zusätzlichen Transformationssatz auf eine Ebene oder einen Satz an Ebenen anzuwenden.

Voreinstellungen und Kompositionseinstellungen, die sich auf verschachtelte Kompositionen auswirken

Da eine Unterkomposition selbst eine Ebene ist, können Sie deren Verhalten mit Ebenenschaltern und Kompositionsschaltern im Zeitleistenfenster steuern. Wahlweise können die Änderungen an den Schaltern der aufnehmenden Komposition in die verschachtelte Komposition übernommen werden. Damit sich die Ebenenschalter nicht auf die verschachtelten Kompositionen auswirken, wählen Sie „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Allgemein“ (Windows) oder „After Effects“ > „Voreinstellungen“ > „Allgemein“ (Mac OS) und deaktivieren Sie dann die Option „Schalter beeinflussen verschachtelte Kompositionen“.

Damit eine Komposition die eigene Auflösung oder Framerate beibehält und nicht die Einstellungen der aufnehmenden Komposition übernimmt, wählen Sie auf der Registerkarte „Erweitert“ des Dialogfelds „Kompositionseinstellungen“ („Komposition“ > „Kompositionseinstellungen“) „Bei Verschachtelung bleibt die Auflösung erhalten“ oder „Bei Verschachtelung oder in Renderliste bleibt die Framerate erhalten“. Wenn Sie zum Beispiel absichtlich eine geringe Framerate in einer Komposition verwenden, um ein ruckeliges, handanimiertes Ergebnis zu erzielen, sollten Sie bei der Verschachtelung die Framerate für diese Komposition erhalten. Gleichermaßen können die Ergebnisse des Rotoskopierens falsch erscheinen, wenn diese auf eine andere Framerate oder Auflösung umgewandelt werden. Verwenden Sie anstelle des weniger effizienten Effekts „Zeittrennung“ diese Einstellung.

Hinweis:

Jeff Almasol bietet auf seiner Redefinery-Website ein Skript an, das die Umschaltung der Einstellung „Bei Verschachtelung bleibt die Auflösung erhalten“ oder „Bei Verschachtelung oder in Renderliste bleibt die Framerate erhalten“ erleichtert.

Das Ändern des aktuellen Zeitpunkts in einem Fenster aktualisiert den aktuellen Zeitpunkt in den anderen Fenstern der entsprechenden Komposition. Durch das Verschachteln wird der aktuelle Zeitpunkt standardmäßig auch für sämtliche Kompositionen in Zusammenhang mit der aktuellen Komposition aktualisiert. Damit bei den durch Verschachtelung zusammenhängenden Kompositionen deren aktueller Zeitpunkt nicht aktualisiert wird, wenn Sie den aktuellen Zeitpunkt einer Komposition ändern, deaktivieren Sie die Voreinstellung „Zeit aller zusammengehörigen Elemente synchronisieren“ („Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Allgemein“ (Windows) bzw. „After Effects“ > „Einstellungen“ > „Allgemein“ (Mac OS)).

Online-Ressourcen zum Erstellen von Unterkompositionen und Verschachteln

Chris und Trish Meyer geben in diesem Artikel auf der ProVideo Coalition-Website Tipps zum Einrichten einer Kompositionshierarchie, mit deren Hilfe Änderungen in einem Projekt leichter vorgenommen werden können.

Auf dieser Seite deraescripts-Website finden Sie das Skript Un-Precompose, das Ebenen aus einerVorkompositionextrahiert.

Auf dieser Seite deraescripts-Website finden sie das Skript Zorro-The Layer Tagger, mit dem Sie Ebenen in Ihrer Komposition mithilfe von Tags statt mit Unterkompositionen gruppieren können.

Erstellen von Unterkompositionen von Ebenen

Durch das Erstellen von Unterkompositionen von Ebenen werden diese in einer neuen Komposition platziert (auch Unterkomposition genannt), welche die Ebenen in der ursprünglichen Komposition ersetzt. Das Erstellen einer Unterkomposition einer einzelnen Ebene ist beim Hinzufügen von Transformationseigenschaften zu einer Ebene hilfreich und beeinflusst die Reihenfolge, mit der die Elemente einer Komposition gerendert werden.

  1. Aktivieren Sie die Ebenen im Zeitleistenfenster und wählen Sie „Ebene“ > „Unterkomposition erstellen“ oder drücken Sie Strg+Umschalttaste+C (Windows) bzw. Befehl+Umschalttaste+C (Mac OS).
  2. Wählen Sie eine der folgenden Optionen:

    Alle Attribute in lassen

    Bei dieser Option verbleiben die Eigenschaften und Keyframes der erstellten Unterkomposition der Ebene in der ursprünglichen Komposition, angewendet auf die neue Ebene, die für die Unterkomposition steht. Die Framegröße der neuen Komposition entspricht der Größe der ausgewählten Ebene. Diese Option ist nicht verfügbar, wenn Sie mehr als eine Ebene, eine Textebene oder eine Formebene ausgewählt haben.

    Alle Attribute in die neue Komposition verschieben

    Bei dieser Option werden die Eigenschaften und Keyframes der erstellten Unterkomposition der Ebenen in der Kompositionshierarchie eine Ebene von der Stammkomposition entfernt verschoben. Bei Verwendung dieser Option verbleiben die Änderungen an den Eigenschaften der Ebenen bei den individuellen Ebenen innerhalb der erstellten Unterkomposition. Die Framegröße der neuen Komposition entspricht der Framegröße der Originalkomposition.

Effekte können Masken und Effekte anderer Ebenen einschließen

Effekte, die Ebenen als Eingabe verwenden, wie „Maske festlegen“ und „Versetzen“, zielen auf die Masken und Effekte der Eingabeebene. Sie können diese Ebenen ohne Erstellung von Unterkompositionen verwenden, um sie von einem Effekt referenzieren zu lassen. 

Das Steuerelement ähnelt der Funktion des Menüs „Ansicht“ am unteren Rand des Bedienfelds „Ebenenanzeige“, mit dem Sie die Ebene aus verschiedenen Positionen in der Rendering-Reihenfolge rendern können: von der Quelle, von den Masken oder von den einzelnen Effekten.
Bei Effekten mit Ebeneneigenschaften öffnen Sie das Menü „Eingabeparameter“ rechts neben der Ebenenauswahl und wählen Sie die Ziel-Eingabeebene:
 

  • Quelle: zielt nur auf die Quelle der Ebene. Masken und Effekte werden ignoriert.
  • Masken: zielt auf die Ebene nach Anwendung der Masken. Effekte werden ignoriert.
  • Effekte und Masken: zielt auf die Ebene nach Anwendung der Masken und Effekte.

 

Öffnen von und Navigieren in verschachtelten Kompositionen

Verschachtelte Kompositionen werden mitunter auch als „upstream“ zur Basiskomposition bezeichnet, während Basiskompositionen sich „downstream“ zu den verschachtelten Kompositionen verhalten. Die Stammkomposition ist die hinterste Komposition (am meisten „downstream“); die am tiefsten verschachtelte Komposition ist die vorderste Komposition (am meisten „upstream“). Der Flusspfad der Komposition ist eine Abfolge von Kompositionen, die miteinander durch gegenseitige Aufnahme oder Ineinanderschachtelung in Beziehung stehen. Ein Kompositionsnetzwerk ist der gesamte Satz von Kompositionen, die durch Verschachtelung miteinander verbunden sind.

After Effects stellt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um eine verschachtelte Komposition (Unterkomposition) zu öffnen:

  • Doppelklicken Sie im Bedienfeld „Projekt“ auf den Kompositionseintrag.
  • Doppelklicken Sie auf eine Vorkompositionsebene im Zeitleistenfenster. Doppelklicken Sie bei gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. bei gedrückter Wahltaste (Mac OS), um die Vorkompositionsebene im Ebenenfenster als Ebene zu öffnen.

Hinweis:

Wenn ein Malwerkzeug oder das Roto-Pinsel-Werkzeug aktiviert ist und Sie auf eine Unterkompositionsebene doppelklicken, wird die Ebene im Ebenenfenster geöffnet.

  • Um die zuletzt aktive Komposition im selben Kompositionsnetzwerk wie die aktuell aktive Komposition zu öffnen, drücken Sie Umschalttaste+Esc.

  • Verwenden Sie den Kompositionsnavigator.

  • Verwenden Sie das Mini-Flussdiagramm der Komposition.

Der Kompositionsnavigator

Der Kompositionsnavigator ist eine Leiste am oberen Bildschirmrand des Kompositionsfensters, das die aktive Komposition in dieser Ansicht in Beziehung zu anderen Kompositionen desselben Kompositionsnetzwerks anzeigt. Die angezeigten Kompositionen sind die zuletzt aktiven Kompositionen im Flusspfad der aktuell aktiven Komposition.

Kompositionsnavigator
A. Aktive (aktuelle) Komposition B. Pfeil zum Öffnen des Kompositions-Mini-Flussdiagramms C. Schaltfläche des Bedienfeldmenüs D. Ellipse 

Pfeile zwischen den Kompositionsnamen weisen auf die Richtung hin, in der die Pixel-Informationen für diesen Flusspfad fließen. Der Standard besteht in der Anzeige von Kompositionen in der Kompositionsnavigatorleiste mit Downstream-Kompositionen auf der linken und Upstream-Kompositionen auf der rechten Seite. Dieser Standard wird durch die Option „Fluss von rechts nach links“ im Menü des Kompositionsfensters angezeigt. Wenn Sie Kompositionen in einer anderen Reihenfolge anzeigen möchten, wählen Sie „Fluss von links nach rechts“. Diese Einstellung ist eine globale Voreinstellung; sie gilt für alle Kompositionen und für die Ansicht „Kompositions-Mini-Flussdiagramm“.

Die Namen der Downstream-Kompositionen sind abgeblendet und weisen so darauf hin, dass ihre Inhalte in der aktiven Komposition nicht verwendet oder angezeigt werden.

  • Zur Steuerung der Anzeige der Kompositionsnavigatorleiste wählen Sie aus dem Menü des Kompositionsfensters die Option „Kompositionsnavigator anzeigen“.

  • Zur Aktivierung einer beliebigen Komposition in der Kompositionsnavigatorleiste klicken Sie auf den Kompositionsnamen.

  • Wenn der Flusspfad zu lang ist, um im Kompositionsfenster angezeigt werden zu können, wird am linken oder rechten Rand der Kompositionsnavigatorleiste eine Ellipsenschaltfläche  angezeigt. Um den gesamten Flusspfad vorübergehend anzuzeigen, klicken Sie auf die Ellipsenschaltfläche.

Hinweis:

Wenn Sie sich durch einen langen Flusspfad bewegen möchten, halten Sie den Mauszeiger im Kompositionsnavigator über eine Kompositionsschaltfläche und drehen Sie das Mausrad.

Das Kompositions-Mini-Flussdiagramm

Das Kompositions-Mini-Flussdiagramm ist ein Übergangssteuerelement, mit dem Sie schnell innerhalb eines Kompositionsnetzwerks navigieren können. Wenn Sie das Kompositions-Mini-Flussdiagramm öffnen, werden die vor oder hinter der ausgewählten Komposition gelegenen Kompositionen sofort angezeigt.

Die Farben im Kompositions-Mini-Flussdiagramm basieren auf den Etikettenfarben, die den Kompositionen auf der Projektseite zugewiesen wurden. Wenn eine Komposition mehrere Male innerhalb einer einzelnen Komposition verwendet wird, werden die Instanzen der verschachtelten Komposition als ein Eintrag mit einer Nummer in Klammern angezeigt, die die Anzahl der Instanzen wiedergibt.

Führen Sie zum Öffnen des Kompositions-Mini-Flussdiagramms einen der folgenden Schritte aus:

Kompositions-Mini-Flussdiagramm
A. Marker, der anzeigt, dass die Komposition nicht in andere Kompositionen fließt B. Flussrichtung C. Aktive (aktuelle) Komposition 
  • Drücken Sie die Tabulatortaste, wenn das Kompositions-, Ebenen- oder Zeitleistenfenster aktiv ist.
  • Klicken Sie auf den Pfeil rechts von einem Kompositionsnamen in der Kompositionsnavigatorleiste.

  • Wählen Sie im Menü „Komposition“, im Menü des Kompositionsfensters oder im Menü des Zeitleistenfensters die Option „Kompositions-Mini-Flussdiagramm“.

  • Klicken Sie oben im Zeitleistenfenster auf die Schaltfläche „Kompositions-Mini-Flussdiagramm“ .

Wie beim Kompositionsnavigator können Sie wählen, ob die Flussrichtung von links nach rechts oder von rechts nach links angezeigt werden soll. Die Flussrichtung wird durch Pfeile angezeigt. Wenn neben einer Komposition ein  anstelle eines Pfeils zu sehen ist, dann verfügt die Komposition entweder über keine in sie einfließenden Kompositionen oder sie selbst fließt nicht in andere Kompositionen ein.

Upstream-Kompositionen im Kompositions-Mini-Flussdiagramm sind von oben nach unten entweder alphabetisch oder in der Reichenfolge der Ebenen sortiert. Um zwischen diesen Sortierfolgen zu wechseln, drücken Sie die Taste „S“, wenn das Kompositions-Mini-Flussdiagramm geöffnet ist. Wenn Sie nach Ebenenfolge sortieren, wird eine mehrmals verwendete Komposition entsprechend der obersten Instanz in der Stapelreihenfolge sortiert. Downstream-Kompositionen werden immer alphabetisch sortiert.

Verwenden Sie zur Navigation zwischen und zur Auswahl von Kompositionen im Kompositions-Mini-Flussdiagramm die Pfeiltasten oder klicken Sie auf die Pfeil- oder -Schaltflächen auf einer der beiden Seiten einer Komposition. Zur Aktivierung der ausgewählten Komposition betätigen Sie die Leer- oder Eingabetaste (Windows) bzw. den Zeilenschalter (Mac OS). Um das Kompositions-Mini-Flussdiagramm ohne irgendwelche Aktionen zu schließen, drücken Sie „Esc“, drücken die Umschalttaste oder klicken außerhalb des Kompositions-Mini-Flussdiagramms.

Rich Young stellt auf der After Effects Portal-Website weitere Informationen zum Flussdiagrammfenster und zum Kompositions-Mini-Flussdiagramm zur Verfügung.

Vorrendern einer verschachtelten Komposition

Es kann sehr lange dauern, eine komplexe verschachtelte Komposition zu rendern, egal ob für eine Vorschau oder für die endgültige Ausgabe. Wenn Sie an einer verschachtelten Komposition voraussichtlich nicht mehr weiterarbeiten, können Sie bei jedem Rendervorgang Zeit sparen, indem Sie die verschachtelte Komposition in einen Film vorrendern und die Komposition durch den gerenderten Film ersetzen. Sie können an der ursprünglichen verschachtelten Komposition weiterhin Änderungen vornehmen, da diese im Projektfenster verbleibt. Wenn Sie umfangreiche Änderungen an der ursprünglichen verschachtelten Komposition vornehmen, können Sie sie anschließend erneut rendern.

Das Vorrendern einer verschachtelten Komposition ist besonders vorteilhaft, wenn Sie diese in einem Projekt mehrfach verwenden möchten.

Hinweis:

Verwenden Sie beim Vorrendern der verschachtelten Komposition die endgültigen Ausgabeeinstellungen.

  1. Wählen Sie im Projekt- bzw. Kompositionsfenster die Komposition aus.
  2. Wählen Sie „Komposition“ > „Vor-Rendern“.

    Mit dem Befehl „Vor-Rendern“ wird die Komposition zu der Renderliste hinzugefügt und der Vorgang nach dem Rendern „Verwendung importieren und ersetzen“ eingestellt, um die Komposition mit dem gerenderten Film zu ersetzen.

  3. Passen Sie ggf. die Einstellungen in der Renderliste an und klicken zum Rendern der Komposition Sie auf die Schaltfläche „Rendern“.

In dieser Videoschulung auf der Video2Brain-Website erfahren Sie, wie Sie in After Effects mit Pre-Rendering und Stellvertretern Zeit sparen können.

Hinweis:

Als Alternative zum Ersetzen der Komposition mit dem Film kann der gerenderte Film als Stellvertreter für die verschachtelte Komposition verwendet werden.

Renderreihenfolge und Falten der Transformationen

Eine Komposition besteht aus im Zeitleistenfenster aufeinander gestapelten Ebenen. Wenn die Komposition entweder als Vorschau oder als Endausgabe gerendert wird, wird die untere Ebene als erste gerendert. Innerhalb jeder Rasterebene (Nicht-Vektor) werden die Elemente in folgender Reihenfolge angewendet: Masken, Effekte, Transformationen und Ebenenstile. Bei kontinuierlich gerasterten Vektorebenen ist die Standardreihenfolge für das Rendering Masken, Transformationen und schließlich Effekte.

Transformationen sind Änderungen an den Eigenschaften, die in der Transformationskategorie im Zeitleistenfenster gruppiert sind. Dazu gehören „Ankerpunkt“, „Position“, „Skalierung“, „Drehung“ sowie „Deckkraft“. Im Ebenenfenster ist das Ergebnis des Renderns vor der Durchführung von Transformationen zu sehen.

Hinweis:

Zur zusätzlichen Steuerung bei der Durchführung von Transformationen können Sie den Effekt „Transformieren“ anwenden und für andere Effekte neu ordnen.

In einer Gruppe von Effekten oder Masken werden die Elemente von oben nach unten bearbeitet. Wenn Sie zum Beispiel den Effekt „Kreis“ anwenden und dann den Effekt „Zoomen“, wird der Kreis vergrößert. Wenn Sie jedoch den Effekt „Zoomen“ über (vor) den Effekt „Kreis“ im Effekteinstellungsfenster oder Zeitleistenfenster ziehen, wird der Kreis nach der Vergrößerung gezeichnet und somit nicht vergrößert.

Nachdem eine Ebene gerendert wurde, beginnt das Rendern der nächsten Ebene. Die gerenderte untere Ebene kann als Eingabe für das Rendern der oberen Ebene verwendet werden, z. B. um das Ergebnis eines Überblendungsmodus festzulegen.

Wenn eine Komposition aus anderen verschachtelten Kompositionen besteht, so wird die verschachtelte Komposition vor anderen Ebenen in der Basiskomposition gerendert.

Hinweis:

Manche Effekte ignorieren Masken auf den Ebenen, auf die sie angewendet werden. Damit solche Effekte auf einer Ebene mit Masken funktionieren, erstellen Sie eine Unterkomposition der Ebene mit angewendeter Maske und wenden Sie anschließend den Effekt auf die Unterkompositionsebene an. (Siehe Erstellen von Unterkompositionen und Verschachteln.)

Falten von Transformationen

Wenn für eine verschachtelte Komposition der Schalter „Transformationen falten“  aktiviert wurde, werden die Transformationen für die verschachtelte Komposition erst durchgeführt, wenn die Masken und Effekte für die aufnehmende Komposition gerendert wurden. Diese Reihenfolge beim Rendern erlaubt, dass die Transformationen für die verschachtelte Komposition und die aufnehmende Komposition kombiniert oder gefaltet und gemeinsam ausgeführt werden. Das gilt auch für Vektorebenen, die nicht kontinuierlich gerastert werden.

Hinweis:

Anstelle eines Schalters „Transformationen falten“ haben Vektorebenen einen Schalter „Optimieren“. Vektorebenen enthalten Formebenen, Textebenen sowie Ebenen mit Vektorgrafikdateien als Quellfootage. Textebenen und Formebenen sind immer kontinuierlich gerastert.

Durch das Falten von Transformationen kann zum Beispiel eine Auflösung erhalten werden, wenn eine Ebene in einer verschachtelten Komposition um die Hälfte herunterskaliert und die verschachtelte Komposition in der aufnehmenden Komposition um das Zweifache hochskaliert wurde. Anstatt beide Transformationen durchzuführen und dabei möglicherweise Bilddaten zu verlieren, kann in diesem Fall eine Transformation durchgeführt werden, bei der nichts passiert, da sich die einzelnen Transformationen gegenseitig aufheben.

Wenn Transformationen nicht gefaltet werden, wird eine verschachtelte Komposition mit 3D-Ebenen als ein 2D-Bild der 3D-Anordnung unter Verwendung der Standardkompositionskamera gerendert. Dieser Rendervorgang verhindert, dass sich die verschachtelte Komposition mit den 3D-Ebenen schneidet, Schatten auf die 3D-Ebenen wirft oder Schatten von den 3D-Ebenen der aufnehmenden Komposition erhält. Die verschachtelte Komposition wird auch nicht von den Kameras und Lichtern der aufnehmenden Komposition gesteuert.

Wenn Transformationen gefaltet werden, werden die 3D-Eigenschaften der Ebenen in der verschachtelten Komposition der aufnehmenden Komposition ausgesetzt. Folglich kann sich die verschachtelte Komposition mit den 3D-Ebenen schneiden, Schatten auf die 3D-Ebenen werfen und Schatten von den 3D-Ebenen der aufnehmenden Komposition erhalten. Die verschachtelte Komposition kann auch durch die Kameras und Lichter der aufnehmenden Komposition gesteuert werden.

Im Wesentlichen wird After Effects durch das Falten von Transformationen vermittelt, die Ebenen in der Unterkomposition nicht zu reduzieren oder zuzuschneiden. Da eine Einstellungsebene auf der Komposition aller darunterliegenden Ebenen innerhalb derselben Komposition verarbeitet wird, erzwingt eine Einstellungsebene innerhalb einer verschachtelten Komposition mit gefalteten Transformationen das Reduzieren und Zuschneiden, das normalerweise durch das Falten von Transformationen verhindert werden würde.

Wenn eine geschlossene Maske (in jedem Maskenmodus außer „Kein“), ein Ebenenstil oder ein Effekt auf eine verschachtelte Komposition mit gefalteten Transformationen angewendet wird, werden die Ebenen in der verschachtelten Komposition eigenständig als erstes gerendert, danach die Masken und Effekte angewendet und dann wird das Ergebnis mit der Hauptkomposition kombiniert. Diese Renderreihenfolge bedeutet, dass die Überblendungsmodi der verschachtelten Ebenen nicht auf die in der Hauptkomposition darunter liegenden Ebenen angewendet werden und dass sich die 3D-Ebenen über und unter der gefalteten Ebene nicht überschneiden bzw. Schatten aufeinander werfen können.

Online-Ressourcen

Chris und Trish Meyer erläutern in diesem Artikel auf der ProVideo Coalition-Website das Falten von Transformationen und die fortlaufende Rasterung.

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