Benutzerhandbuch Abbrechen

Keyframe-Interpolation

  1. Benutzerhandbuch –After Effects
  2. Beta-Versionen
    1. Übersicht über das Beta-Programm
    2. After Effects Beta Home
    3. Funktionen in der Beta-Version
      1. Bedienfeld „Eigenschaften“ (Beta)
  3. Erste Schritte
    1. Erste Schritte mit After Effects
    2. Neue Funktionen in After Effects 
    3. Versionshinweise | After Effects
    4. Systemanforderungen für After Effects
    5. Tastaturbefehle in After Effects
    6. Unterstützte Dateiformate | After Effects
    7. Hardware-Empfehlungen
    8. After Effects für Apple-Chip
    9. Planung und Einrichtung
    10. Einrichtung und Installation
  4. Arbeitsbereiche
    1. Allgemeine Elemente der Benutzeroberfläche
    2. Lernen Sie die After Effects-Oberfläche kennen
    3. Arbeitsabläufe
    4. Arbeitsbereiche, Bedienfelder und Anzeigen
  5. Projekte und Kompositionen
    1. Projekte
    2. Kompositionen – Grundlagen
    3. Erstellen von Unterkompositionen, Verschachteln und Vor-Rendern
    4. Anzeigen detaillierter Leistungsinformationen mit Composition Profiler
    5. CINEMA 4D-Kompositions-Renderer
  6. Importieren von Footage
    1. Vorbereiten und Importieren von Standbildern
    2. Importieren aus After Effects und Adobe Premiere Pro
    3. Importieren und Interpretieren von Video und Audio
    4. Vorbereiten und Importieren von 3D-Bilddateien
    5. Importieren und Interpretieren von Footage-Elementen
    6. Arbeiten mit Footage-Elementen
    7. Erkennen von Bearbeitungspunkten mithilfe der Szenenbearbeitungs-Erkennung
    8. XMP-Metadaten
  7. Text und Grafiken
    1. Text
      1. Formatieren von Zeichen und das Bedienfeld „Zeichen“
      2. Effekte unter „Text“
      3. Erstellen und Bearbeiten von Textebenen
      4. Formatieren von Absätzen und das Bedienfeld „Absatz“
      5. Extrudieren von Text- und Formebenen
      6. Animieren von Text
      7. Beispiele und Ressourcen zur Textanimation
      8. Live-Text-Vorlagen
    2. Animationen
      1. Arbeiten mit Animationsvorlagen in After Effects
      2. Verwenden von Expressions zum Erstellen von Dropdown-Listen in Animationsvorlagen
      3. Verwenden von erforderlichen Eigenschaften zum Erstellen von Animationsvorlagen
      4. Ersetzen von Bildern und Videos in Animationsvorlagen und erforderlichen Eigenschaften
  8. Zeichnen, Malen und Pfade
    1. Überblick über Formebenen, Pfade und Vektorgrafiken
    2. Malwerkzeuge: Pinsel, Kopierstempel und Radiergummi
    3. Vorgehensweise beim Verjüngen von Formenkonturen
    4. Formenattribute, Malvorgänge und Pfadvorgänge bei Formebenen
    5. Verwenden des Formeneffekts „Offset-Pfade“ zum Ändern von Formen
    6. Erstellen von Formen
    7. Erstellen von Masken
    8. Entfernen von Objekten aus Videos mit dem Bedienfeld „Inhaltsbasierte Füllung“
    9. „Roto-Pinsel“ und „Maske verbessern“
  9. Ebenen, Marken und Kamera
    1. Auswählen und Anordnen von Ebenen
    2. Füllmethoden und Ebenenstile
    3. 3D-Ebenen
    4. Ebeneneigenschaften
    5. Erstellen von Ebenen
    6. Verwalten von Ebenen
    7. Ebenenmarken und Kompositionsmarken
    8. Kameras, Lichter und Interessenbereiche
  10. Animation, Keyframes, Motion-Tracking und Keying
    1. Animation
      1. Animation – Grundlagen
      2. Animation mit Marionettenwerkzeugen
      3. Verwalten und Animieren von Formenpfaden und -masken
      4. Animieren von Formen aus Sketch und Capture mit After Effects
      5. Ausgewählte Animationswerkzeuge
      6. Arbeiten mit datengesteuerten Animationen
    2. Keyframe
      1. Keyframe-Interpolation
      2. Festlegen, Auswählen und Löschen von Keyframes
      3. Bearbeiten, Verschieben und Kopieren von Keyframes
    3. Bewegungs-Tracking
      1. Tracking und Stabilisieren von Bewegung
      2. Gesichts-Tracking
      3. Masken-Tracking
      4. Maskenreferenz
      5. Geschwindigkeit
      6. Zeitdehnungen und Zeitverzerrungen
      7. Timecode und Zeitanzeigeeinheiten
    4. Keying
      1. Keying
      2. Effekte unter „Keying“
  11. Transparenz und Komposition
    1. Erstellen von Kompositionen und Transparenz – Überblick und Ressourcen
    2. Alphakanäle, Masken und Matten
  12. Anpassen der Farbe
    1. Farben – Grundlagen
    2. Verwenden der Erweiterung „Adobe Color-Designs“
    3. Farb-Management
    4. Effekte zur Farbkorrektur
  13. Effekte und Animationsvorgaben
    1. Überblick über Effekte und Animationsvorgaben
    2. Effektliste
    3. Effekte unter „Simulation“
    4. Effekte unter „Stilisieren“
    5. Effekte unter „Audio“
    6. Effekte unter „Verzerren“
    7. Effekte unter „Perspektive“
    8. Effekte unter „Kanäle“
    9. Effekte unter „Generieren“
    10. Effekte unter „Überblenden“
    11. Der Effekt „Rolling-Shutter-Reparatur“
    12. Effekte unter „Weich- und Scharfzeichnen“
    13. Effekte unter „3D-Kanal“
    14. Effekte unter „Dienstprogramm“
    15. Effekte unter „Matt“
    16. Effekte unter „Störung und Körnung“
    17. Effekt „Hochskalieren mit Detailerhaltung“
    18. Veraltete Effekte
  14. Ausdrücke und Automatisierung
    1. Ausdruck
      1. Expressions – Grundlagen
      2. Verstehen der Sprache für Expressions
      3. Verwenden von Einstellungen für Expressions
      4. Syntaxunterschiede zwischen den Expression-Engines für JavaScript und das veraltete ExtendScript
      5. Bearbeiten von Expressions
      6. Fehler bei Expressions
      7. Verwenden des Expressions-Editors
      8. Verwenden von Expressions zum Bearbeiten und Zugreifen auf Texteigenschaften
      9. Expression-Sprachreferenz
      10. Beispiele für Expressions
    2. Automatisierung
      1. Automatisierung
      2. Skripte
  15. Immersives Video, VR und 3D
    1. Erstellen von VR-Umgebungen in After Effects
    2. Anwenden von immersiven Videoeffekten
    3. Kompositionswerkzeuge für VR/360-Grad-Videos
    4. Tracking der 3D-Kamerabewegung
    5. Arbeiten im 3D-Designraum
    6. 3D-Transformations-Gizmos
    7. Machen Sie mehr mit 3D-Animation
    8. Vorschau von Änderungen an 3D-Designs in Echtzeit mit der Real-Time Engine
    9. Hinzufügen von responsiven Designs zu Grafiken 
  16. Ansichten und Vorschau
    1. Vorschau
    2. Videovorschau mit Mercury Transmit
    3. Ändern und Verwenden von Ansichten
  17. Rendern und Exportieren
    1. Grundlagen zum Rendern und Exportieren
    2. Exportieren eines After Effects-Projekts als Adobe Premiere Pro-Projekt
    3. Konvertieren von Filmen
    4. Multi-Frame-Rendering
    5. Automatisches Rendern und Netzwerk-Rendern
    6. Rendern und Exportieren von Standbildern und Standbildsequenzen
    7. Verwenden des GoPro CineForm-Codecs in After Effects
  18. Arbeiten mit anderen Programmen
    1. Dynamic Link und After Effects
    2. Arbeiten mit After Effects und anderen Programmen
    3. Synchronisationseinstellungen in After Effects
    4. Creative Cloud-Bibliotheken in After Effects
    5. Plug-ins
    6. CINEMA 4D und Cineware
  19. Zusammenarbeit: Frame.io und Team Projects
    1. Zusammenarbeit in Premiere Pro und After Effects
    2. Frame.io
      1. Installieren und Aktivieren von Frame.io
      2. Verwenden von Frame.io mit Premiere Pro und After Effects
      3. Häufig gestellte Fragen
    3. Team Projects
      1. Erste Schritte mit Team Projects
      2. Erstellen eines Team-Projekts
      3. Zusammenarbeiten mit Team Projects
  20. Arbeitsspeicher, Speicherung und Leistung
    1. Arbeitsspeicher und Speicherung
    2. Verbessern der Leistung
    3. Voreinstellungen
    4. Anforderungen an GPU und GPU-Treiber für After Effects

Räumliche und zeitliche Keyframe-Interpolation

Interpolation bezeichnet den Prozess, bei dem Datenlücken zwischen zwei bekannten Werten ausgefüllt werden. Keyframes geben den Wert einer Eigenschaft zu bestimmten Schlüsselzeiten an. After Effects interpoliert Werte für die Eigenschaft für alle Zeitpunkte zwischen Keyframes.

Da Interpolation die Eigenschaftswerte zwischen (Engl.: „between“) Keyframes erzeugt, wird Interpolation manchmal auch Tweening genannt. Die Interpolation zwischen Keyframes kann zum Animieren von Bewegung, Effekten, Audioebenen, Bildbearbeitungen, Transparenz, Farbänderungen und vielen anderen visuellen und akustischen Elementen verwendet werden.

Nachdem Sie die Keyframes und Bewegungspfade zur Änderung von Werten im Zeitverlauf erstellt haben, können Sie die Art und Weise, wie Änderungen erfolgen, präziser anpassen. After Effects verfügt über verschiedene Interpolationsmethoden, welche die Berechnungsart für die Zwischenwerte beeinflussen.

Zeitliche Interpolation bezeichnet die Interpolation von Werten in der Zeit, räumliche Interpolation bezeichnet die Interpolation von Werten im Raum. Einige Eigenschaften, z. B. Deckkraft, besitzen nur eine zeitliche Komponente. Andere Eigenschaften, z. B. Position, besitzen auch räumliche Komponenten.

Zeitliche Interpolation und Wertkurve

Mit der Wertkurve im Diagrammeditor können Sie präzise Einstellungen an den für Ihre Animation erstellten Keyframes für zeitliche Eigenschaften vornehmen. In der Wertkurve werden x-Werte rot, y-Werte grün und z-Werte (nur bei 3D-Ansichten) blau angezeigt. Die Wertkurve bietet vollständige Informationen über den Wert von Keyframes zu jedem Zeitpunkt einer Komposition. Sie haben die Möglichkeit, den Wert einzustellen. Im Infofenster wird darüber hinaus die zeitliche Interpolationsmethode eines ausgewählten Keyframes angezeigt.

Räumliche Interpolation und Bewegungspfad

Wenn Sie die räumliche Interpolation für eine Eigenschaft wie „Position“ anwenden oder verändern, passen Sie den Bewegungspfad im Kompositionsfenster an. Die verschiedenen Keyframes auf dem Bewegungspfad liefern Informationen über die Art der Interpolation zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im Infofenster wird die räumliche Interpolationsmethode eines ausgewählten Keyframes angezeigt.

Wenn Sie räumliche Änderungen an einer Ebene vornehmen, wird in After Effects als standardmäßige räumliche Interpolation „Bézier, automatisch“ verwendet.

Hinweis:

Wenn stattdessen die lineare Interpolation verwendet werden soll, wählen Sie „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Allgemein“ (Windows) bzw. „After Effects“ > „Einstellungen“ > „Allgemein“ (Mac OS) und aktivieren Sie die Option „Standard für geometrische Interpolation ist linear“. Das Ändern der Voreinstellung wirkt sich nicht auf bereits vorhandene Keyframes oder neue Keyframes für Eigenschaften aus, für die bereits Keyframes vorhanden sind.

Bewegungspfad-Interpolation: Linear, Bézier, automatisch, Bézier, gleichmäßig, Bézier, Unterdrücken
Bewegungspfad-Interpolation 

A. Linear B. Bézier, automatisch C. Bézier, gleichmäßig D. Bézier E. Hold (Unterdrücken) 

In einigen Fällen kann die räumliche Interpolationsmethode „Bézier, automatisch“ für Positions-Keyframes zu einer unerwünschten Hin- und Herbewegung (Bumerangwirkung) zwischen zwei Keyframes mit identischen Werten führen. Zur Lösung dieses Problems können Sie entweder für den ersten der beiden Keyframes die Interpolationsmethode „Unterdrücken“ oder für beide Keyframes die Interpolationsmethode „Linear“ festlegen.

Online-Ressourcen zur Keyframe-Interpolation

Aharon Rabinowitz bietet auf der Creative COW-Website einen zweiteiligen Video-Lehrgang an, der sich mit der Lösung des Problems der Bumerang-Bewegung befasst. Dieses Problem tritt auf, wenn für Keyframes mit dem gleichen Wert unabsichtlich die räumliche Interpolation „Bézier, automatisch“ eingestellt ist:

Antony Bolante bietet in einem Artikel auf der Peachpit Press-Website Informationen und Abbildungen zur Keyframe-Interpolation an.

Keyframe-Interpolationsmethoden

Im Modus „Ebenenbalken“ hängt das Aussehen der Keyframe-Symbole von der Interpolationsmethode ab, die Sie für das Intervall zwischen Keyframes wählen. Wenn ein Keyframe-Symbol zur Hälfte dunkelgrau dargestellt ist, so bedeutet dies, dass an die dunkelgraue Hälfte kein Keyframe angrenzt oder dass die Interpolation durch die auf den vorherigen Keyframe angewendete Interpolationsunterdrückung aufgehoben wird.

Standardmäßig wird bei einem Keyframe nur eine Interpolationsmethode verwendet. Sie können jedoch auch zwei Methoden anwenden: Die eingehende Methode (Eingangsmethode) wird auf den Eigenschaftswert angewendet, wenn die Zeitmarke sich einem Keyframe nähert; die ausgehende Methode (Ausgangsmethode) wird auf den Eigenschaftswert angewendet, wenn die Zeitmarke einen Keyframe verlässt. Wenn Sie unterschiedliche eingehende und ausgehende Interpolationsmethoden festlegen, wird das Keyframe-Symbol im Ebenenbalkenmodus entsprechend geändert. Es wird die linke Hälfte des Symbols der eingehenden Interpolation und die rechte Hälfte des Symbols der ausgehenden Interpolation angezeigt.

Hinweis:

Um zwischen Keyframe-Symbolen und nummerierten Keyframes umzuschalten, wählen Sie im Menü des Zeitleistenfensters „Keyframe-Symbole verwenden“ bzw. „Keyframe-Indizes verwenden“.

Keyframe-Symbole im Zeitleistenfenster im Ebenenbalkenmodus: Linear; Eingang Linear, Ausgang unterdrücken; Bézier, automatisch; Bézier, gleichmäßig; Bézier; Eingang Linear, Ausgang Bézier
Beispiele von Keyframe-Symbolen im Zeitleistenfenster im Ebenenbalkenmodus 

A. Linear B. Eingang Linear, Ausgang Unterdrücken C. Bézier, automatisch D. Bézier, gleichmäßig oder Bézier E. Eingang Linear, Ausgang Bézier 

Alle in After Effects verwendeten Interpolationsmethoden basieren auf der Bézier-Interpolationsmethode, bei der die Übergänge zwischen Keyframes mit Richtungsgriffen gesteuert werden können. Interpolationsmethoden, bei denen keine Richtungsgriffe zum Einsatz kommen, sind eingeschränkte Versionen der Bézier-Interpolation, die sich für bestimmte Aufgaben eignen.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie die unterschiedlichen Interpolationsmethoden sich auf zeitliche Eigenschaften auswirken, experimentieren Sie durch das Erstellen von mindestens drei Keyframes mit unterschiedlichen Werten für eine zeitliche Eigenschaft, z. B. Deckkraft, ändern Sie dann die Interpolationsmethode und beobachten Sie die Wertkurve im Diagrammeditor des Zeitleistenfensters.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie sich unterschiedliche Interpolationsmethoden auf einen Bewegungspfad auswirken, experimentieren Sie durch Einrichten von drei Keyframes mit unterschiedlichen Werten für eine räumliche Eigenschaft, wie z. B. „Position“, auf einem Bewegungspfad. Ändern Sie die Interpolationsmethoden, während im Kompositionsfenster eine Vorschau des Bewegungspfades angezeigt wird.

Hinweis:

Um die Interpolationsmethode zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Keyframe, wählen „Keyframe-Interpolation“ aus dem angezeigten Menü und markieren anschließend eine Option im Menü „Zeitliche Interpolation“.

Zur Erläuterung der Beispiele wird in den folgenden Beschreibungen der Interpolationsmethoden das Ergebnis für jede Methode so dargestellt, als wäre die Methode auf alle Keyframes für eine Ebeneneigenschaft angewendet worden. In der Praxis haben Sie die Möglichkeit, jede verfügbare Interpolationsmethode auf jeden beliebigen Keyframe anzuwenden.

Keine Interpolation

Im Status ohne Interpolation sind keine Keyframes für eine Ebeneneigenschaft vorhanden – die Stoppuhr ist ausgeschaltet und im Zeitleistenfenster wird unter der Zeitmarke das I-Symbol  angezeigt. Wenn Sie in diesem Status den Wert einer Ebeneneigenschaft einstellen, bleibt dieser Wert für die Dauer der Ebene erhalten, sofern keine Überschreibung durch eine Expression erfolgt. Standardmäßig wird keine Interpolation auf eine Ebeneneigenschaft angewendet. Sind für eine Ebeneneigenschaft Keyframes vorhanden, ist eine Interpolation aktiv.

Lineare Interpolation

Bei der linearen Interpolation wird ein gleichmäßiger Änderungsgrad zwischen Keyframes erreicht, durch den Animationen ein mechanisches Aussehen erhalten. After Effects interpoliert die Werte zwischen zwei benachbarten Keyframes so direkt wie möglich, ohne die Werte anderer Keyframes zu berücksichtigen.

Wenn Sie die lineare Interpolation auf alle Keyframes einer zeitlichen Ebeneneigenschaft anwenden, beginnt die Änderung unmittelbar beim ersten Keyframe und setzt sich mit konstanter Geschwindigkeit zum nächsten Keyframe fort. Beim zweiten Keyframe wechselt der Änderungsgrad sofort auf den Änderungsgrad zwischen dem zweiten und dem dritten Keyframe. Wenn die Ebene den letzten Keyframe-Wert erreicht, wird die Änderung abrupt beendet. In der Wertkurve wird das Segment, mit dem zwei Keyframes mittels linearer Interpolation verbunden sind, als gerade Linie angezeigt.

Bézier-Interpolation

Die Bézier-Interpolation bietet die präziseste Steuerungsmöglichkeit: Sie stellen die Form der Wertkurven- oder Bewegungspfadsegmente auf beiden Seiten des Keyframes manuell ein. Anders als bei der automatischen oder gleichmäßigen Bézier-Interpolation wirken die beiden Richtungsgriffe an einem Keyframe der Bézier-Interpolation sowohl in der Wertkurve als auch auf dem Bewegungspfad unabhängig voneinander.

Wenn Sie die Bézier-Interpolation auf alle Keyframes einer Ebeneneigenschaft anwenden, erstellt After Effects einen gleichmäßigen Übergang zwischen Keyframes. Die Anfangsposition der Richtungsgriffe wird mit derselben Methode berechnet wie bei der automatischen Bézier-Interpolation. Vorhandene Richtungsgriffpositionen werden von After Effects beibehalten, wenn Sie den Wert eines Bézier-Keyframes ändern.

Anders als bei anderen Interpolationsmethoden haben Sie bei der Bézier-Interpolation die Möglichkeit, entlang des Bewegungspfades eine beliebige Kombination von Kurven und Geraden zu erstellen. Da die beiden Bézier-Richtungsgriffe unabhängig voneinander wirken, kann ein kurviger Bewegungspfad an einem Bézier-Keyframe plötzlich in eine scharfe Ecke münden. Die räumliche Bézier-Interpolation ist ideal zum Zeichnen eines Bewegungspfades mit einer komplexen Form geeignet, beispielsweise bei einem Straßenverlauf oder Logo-Umriss.

Wenn Sie einen Keyframe auf dem Bewegungspfad verschieben, bleiben vorhandene Richtungsgriffpositionen unverändert. Die zeitliche Interpolation, die auf jeden Keyframe angewendet wird, steuert die Bewegungsgeschwindigkeit auf dem Pfad.

Automatische Bézier-Interpolation

Mit der automatischen Bézier-Interpolation wird ein gleichmäßiger Änderungsgrad über einen Keyframe erstellt. Mit der räumlichen Interpolation „Bézier, automatisch“ können Sie beispielsweise den Pfad eines Autos auf einer kurvigen Straße erstellen.

Wenn Sie den Wert eines Keyframes mit automatischer Bézier-Interpolation  ändern, ändert sich automatisch die Position der Richtungsgriffe für die automatische Bézier-Interpolation, um einen gleichmäßigen Übergang zwischen Keyframes beizubehalten. Die automatischen Anpassungen ändern die Form der Wertkurven- oder Bewegungspfadsegmente auf beiden Seiten des Keyframes. Wenn beim vorherigen und folgenden Keyframe ebenfalls die automatische Bézier-Interpolation verwendet wird, verändert sich auch die Form der Segmente vor dem vorherigen und nach dem nächsten Keyframe. Wenn Sie einen Richtungsgriff der automatischen Bézier-Interpolation manuell ändern, konvertieren Sie ihn in einen Keyframe der gleichmäßigen Bézier-Interpolation .

„Bézier, automatisch“ ist die standardmäßige räumliche Interpolation.

Gleichmäßige Bézier-Interpolation

Wie bei der automatischen Bézier-Interpolation wird auch mit der gleichmäßigen Bézier-Interpolation ein gleichmäßiger Änderungsgrad über einen Keyframe erstellt. Sie legen die Positionen von Richtungsgriffen der gleichmäßigen Bézier-Interpolation jedoch manuell fest. Anpassungen, die Sie vornehmen, ändern die Form der Wertkurven- oder Bewegungspfadsegmente auf beiden Seiten des Keyframes.

Wenn Sie auf alle Keyframes einer Eigenschaft gleichmäßige Bézier-Interpolation anwenden, passt After Effects die Werte bei jedem Keyframe an, um weiche Übergänge zu erstellen. Diese weichen Übergänge werden von After Effects beibehalten, wenn Sie einen Keyframe mit gleichmäßiger Bézier-Interpolation  auf dem Bewegungspfad oder der Wertkurve verschieben.

Unterdrückte Interpolation

Das Unterdrücken der Interpolation steht nur als zeitliche Interpolationsmethode zur Verfügung. Sie können damit den Wert einer Ebeneneigenschaft im Zeitablauf ändern, jedoch ohne graduellen Übergang. Diese Methode ist nützlich für Stroboskoplichteffekte oder wenn Ebenen plötzlich erscheinen oder verschwinden sollen.

Wenn Sie eine Unterdrückung der zeitlichen Interpolation auf alle Keyframes einer Ebeneneigenschaft anwenden, bleibt der Wert des ersten Keyframes bis zum nächsten Keyframe unverändert. Hier erfolgt dann eine abrupte Wertänderung. In der Wertkurve wird das Segment, das auf einen Keyframe der Interpolationsunterdrückung  folgt, als waagerechte Gerade angezeigt.

Obwohl die Interpolationsunterdrückung nur als zeitliche Interpolationsmethode zur Verfügung steht, sind die Keyframes auf dem Bewegungspfad sichtbar. Die Keyframes sind jedoch nicht durch Ebenenpositionspunkte verbunden. Wenn Sie beispielsweise die Eigenschaft „Position“ einer Ebene mit Interpolationsunterdrückung animieren, bleibt die Ebene beim Positionswert des vorherigen Keyframes, bis die Zeitmarke den nächsten Keyframe erreicht. An diesem Punkt verschwindet die Ebene von der alten Position und erscheint an der neuen Position.

Mit dem Befehl „Frame fixieren“ können Sie den aktuellen Frame für die Dauer der Ebene auf einfache Weise fixieren. Positionieren Sie dazu die Zeitmarke für den aktuellen Zeitpunkt bei dem Frame, der fixiert werden soll. Vergewissern Sie sich, dass die Ebene markiert ist, und wählen Sie anschließend „Ebene“ > „Zeit“ > „Frame fixieren“. Daraufhin wird die Zeitverzerrung aktiviert und ein Keyframe für Interpolationsunterdrückung an der Position der Zeitmarke für den aktuellen Zeitpunkt platziert, um den Frame zu fixieren.

Hinweis:

Wenn Sie zuvor die Zeitverzerrung für die Ebene aktiviert haben, werden alle von Ihnen erstellten Keyframes gelöscht, wenn Sie den Befehl „Frame fixieren“ ausführen.

Sie können Interpolationsunterdrückung nur für ausgehende zeitliche Interpolation (also für die auf einen Keyframe folgenden Frames) verwenden. Wenn Sie einen Keyframe erstellen, der auf einen Keyframe für die Interpolationsunterdrückung folgt, wird beim neuen Keyframe eingehende Interpolationsunterdrückung verwendet.  

Hinweis:

Wenn Sie Interpolationsunterdrückung als Ausgangsinterpolation für einen Keyframe anwenden oder entfernen möchten, wählen Sie im Zeitleistenfenster den Keyframe aus und klicken Sie anschließend auf „Animation“ > „Interpolationsunterdrückung ein/aus“.

Anwenden und Ändern von Keyframe-Interpolationsmethoden

Sie können die Interpolationsmethode für alle Keyframes anwenden und ändern. Sie können Änderungen entweder im Dialogfeld „Keyframe-Interpolation“ oder direkt auf einen Keyframe im Ebenenbalken, in einem Bewegungspfad oder im Diagrammeditor anwenden. Sie haben auch die Möglichkeit, die standardmäßige Interpolation zu ändern, die in After Effects für räumliche Eigenschaften verwendet wird.

Weitere Informationen zur Verwendung von Easy Ease-Steuerungen zum automatischen Steuern der Geschwindigkeit zwischen Keyframes finden Sie unter Steuern der Geschwindigkeit zwischen Keyframes.

Ändern der Interpolationsmethode im Dialogfeld „Keyframe-Interpolation“

Im Dialogfeld „Keyframe-Interpolation“ finden Sie Optionen zum Einstellen der zeitlichen und räumlichen Interpolation sowie (nur für räumliche Eigenschaften) der Fixierungseinstellungen.

  1. Wählen Sie im Ebenenbalken oder Diagrammeditor die Keyframes aus, die geändert werden sollen.
  2. Wählen Sie „Animation“ > „ Keyframe-Interpolation“.
  3. Wählen Sie unter „Zeitliche Interpolation“ eine der folgenden Optionen:

    Aktuelle Einstellungen

    Behält die Interpolationswerte bei, die bereits auf die ausgewählten Keyframes angewendet wurden. Wählen Sie diese Option, wenn mehrere oder manuell angepasste Keyframes ausgewählt sind und Sie die bestehenden Einstellungen nicht ändern möchten.

    Linear; Bézier; Bézier, gleichmäßig; Bézier, automatisch und Unterdrücken

    Wendet eine zeitliche Interpolationsmethode mithilfe von Standardwerten an.

  4. Wenn Sie Keyframes einer räumlichen Ebeneneigenschaft ausgewählt haben, können Sie eine der folgenden Optionen für räumliche Interpolation wählen:

    Aktuelle Einstellungen

    Behält die Interpolationseinstellungen bei, die bereits auf die ausgewählten Keyframes angewendet wurden.

    Linear; Bézier; Bézier, gleichmäßig und Bézier, automatisch

    Wendet eine räumliche Interpolationsmethode mithilfe von Standardwerten an.

  5. Wenn Sie Keyframes einer räumlichen Ebeneneigenschaft ausgewählt haben, wählen Sie unter „Fixieren“, wie bei einem Keyframe die Position in der Zeit bestimmt werden soll. Klicken Sie anschließend auf „OK“.

    Aktuelle Einstellungen

    Behält die aktuell eingestellte Methode für die Positionierung der ausgewählten Keyframes in der Zeit bei.

    Zeitlich nicht fixiert

    Gleicht den Änderungsgrad über die ausgewählten Keyframes aus, indem die Keyframe-Position über den Zeitverlauf automatisch variiert wird. Grundlage dafür sind die Positionen der Keyframes unmittelbar vor und nach der Auswahl.

    Zeitlich fixiert

    Behält die ausgewählten Keyframes an ihrem derzeitigen Zeitpunkt bei. Sie ändern ihre Position nur, wenn Sie sie manuell verschieben.

    Weitere Informationen zum Ausgleichen des Änderungsgrades über ausgewählte Keyframes finden Sie unter Glätten von Bewegungen mit zeitlich nicht fixierten Keyframes.

Ändern der Interpolationsmethode mit dem Auswahl-Werkzeug im Ebenenbalkenmodus

  1. Führen Sie mit dem Auswahl-Werkzeug einen der folgenden Schritte aus:
    • Wenn der Keyframe lineare Interpolation verwendet, klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS) auf den Keyframe, um ihn in „Bézier, automatisch“  zu ändern.

    • Wenn der Keyframe Bézier-Interpolation, gleichmäßige Bézier-Interpolation oder automatische Bézier-Interpolation verwendet, klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS) auf den Keyframe, um ihn in „Linear“ zu ändern.

Ändern der Interpolationsmethode im Diagrammeditor

  • Klicken Sie mit dem Scheitelpunkt-konvertieren-Werkzeug  auf den Keyframe, um zwischen linearer Interpolation und automatischer Bézier-Interpolation umzuschalten.
  • Wählen Sie einen oder mehrere Keyframes aus und klicken Sie anschließend am unteren Bildschirmrand auf eine der Schaltflächen für Interpolationsunterdrückung, lineare Interpolation oder automatische Bézier-Interpolation, um die Interpolationsmethode zu ändern.
Interpolationsschaltflächen im Diagrammeditor: Ausgewählte Keyframes in Hold konvertieren; Ausgewählte Keyframes in linear konvertieren; Ausgewählte Keyframes in Auto-Bézier konvertieren
Interpolationsschaltflächen im Diagrammeditor

A. Ausgewählte Keyframes in Hold konvertieren B. Ausgewählte Keyframes in linear konvertieren C. Ausgewählte Keyframes in Auto-Bézier konvertieren 

Modifizieren der Bézier-Richtungsgriffe im Diagrammeditor

Im Diagrammeditor werden Keyframes, die Bézier-Interpolation verwenden, mit Richtungsgriffen dargestellt. Sie können die Richtungsgriffe verkürzen, verlängern oder drehen, um die Bézier-Interpolationskurve in einer Wertkurve zu optimieren. Sie können die Richtungsgriffe verkürzen oder verlängern, um die Kurve in einer Geschwindigkeitskurve zu optimieren.

Beim Verkürzen oder Verlängern eines Richtungsgriffs führt der am Keyframe gegenüberliegende Richtungsgriff standardmäßig dieselbe Bewegung aus. Die Richtungsgriffe können getrennt werden, damit sich die zwei zum Keyframe gehörenden Richtungsgriffe unabhängig voneinander bewegen lassen.

  • Um einen Richtungsgriff zurückzuziehen oder zu erweitern, ziehen Sie den Richtungsgriff mit dem Auswahl-Werkzeug zum Mittelpunkt des Keyframes hin oder davon weg.
  • Um die Richtungsgriffe zu trennen, ziehen Sie bei gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) einen Keyframe mit dem Auswahl-Werkzeug in die gewünschte Richtung. Sie können auch bei gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) außerhalb eines Keyframes klicken, die Maustaste gedrückt halten und ziehen, um neue Richtungsgriffe zu ziehen, unabhängig davon, ob bereits Richtungsgriffe vorhanden sind oder nicht.
  • Wenn Sie die Richtungsgriffe von zwei benachbarten Keyframes gleichzeitig bewegen möchten, ziehen Sie das Wertkurvensegment zwischen den Keyframes in die gewünschte Richtung.
Erweitern eines Bézier-Richtungsgriffs in der Geschwindigkeitskurve
Erweitern eines Bézier-Richtungsgriffs in der Geschwindigkeitskurve

Adobe-Logo

Bei Ihrem Konto anmelden

[Feedback V2 Badge]