Benutzerhandbuch Abbrechen

Animation mit Marionettenwerkzeugen

  1. Benutzerhandbuch –After Effects
  2. Beta-Versionen
    1. Übersicht über das Beta-Programm
    2. After Effects Beta Home
  3. Erste Schritte
    1. Erste Schritte mit After Effects
    2. Neue Funktionen in After Effects 
    3. Versionshinweise | After Effects
    4. Systemanforderungen für After Effects
    5. Tastaturbefehle in After Effects
    6. Unterstützte Dateiformate | After Effects
    7. Hardware-Empfehlungen
    8. After Effects für Apple-Chip
    9. Planung und Einrichtung
  4. Arbeitsbereiche
    1. Allgemeine Elemente der Benutzeroberfläche
    2. Lernen Sie die After Effects-Oberfläche kennen
    3. Arbeitsabläufe
    4. Arbeitsbereiche, Bedienfelder und Anzeigen
  5. Projekte und Kompositionen
    1. Projekte
    2. Kompositionen – Grundlagen
    3. Erstellen von Unterkompositionen, Verschachteln und Vor-Rendern
    4. Anzeigen detaillierter Leistungsinformationen mit Composition Profiler
    5. CINEMA 4D-Kompositions-Renderer
  6. Importieren von Footage
    1. Vorbereiten und Importieren von Standbildern
    2. Importieren aus After Effects und Adobe Premiere Pro
    3. Importieren und Interpretieren von Video und Audio
    4. Vorbereiten und Importieren von 3D-Bilddateien
    5. Importieren und Interpretieren von Footage-Elementen
    6. Arbeiten mit Footage-Elementen
    7. Erkennen von Bearbeitungspunkten mithilfe der Szenenbearbeitungs-Erkennung
    8. XMP-Metadaten
  7. Text und Grafiken
    1. Text
      1. Formatieren von Zeichen und das Bedienfeld „Zeichen“
      2. Effekte unter „Text“
      3. Erstellen und Bearbeiten von Textebenen
      4. Formatieren von Absätzen und das Bedienfeld „Absatz“
      5. Extrudieren von Text- und Formebenen
      6. Animieren von Text
      7. Beispiele und Ressourcen zur Textanimation
      8. Live-Text-Vorlagen
    2. Animationen
      1. Arbeiten mit Animationsvorlagen in After Effects
      2. Verwenden von Expressions zum Erstellen von Dropdown-Listen in Animationsvorlagen
      3. Verwenden von erforderlichen Eigenschaften zum Erstellen von Animationsvorlagen
      4. Ersetzen von Bildern und Videos in Animationsvorlagen und erforderlichen Eigenschaften
      5. Schneller und einfacher animieren mithilfe des Bedienfelds „Eigenschaften“
  8. Zeichnen, Malen und Pfade
    1. Überblick über Formebenen, Pfade und Vektorgrafiken
    2. Malwerkzeuge: Pinsel, Kopierstempel und Radiergummi
    3. Verjüngen von Formenkonturen
    4. Formenattribute, Malvorgänge und Pfadvorgänge bei Formebenen
    5. Verwenden des Formeneffekts „Offset-Pfade“ zum Ändern von Formen
    6. Erstellen von Formen
    7. Erstellen von Masken
    8. Entfernen von Objekten aus Videos mit dem Bedienfeld „Inhaltsbasierte Füllung“
    9. „Roto-Pinsel“ und „Maske verbessern“
  9. Ebenen, Marken und Kamera
    1. Auswählen und Anordnen von Ebenen
    2. Füllmethoden und Ebenenstile
    3. 3D-Ebenen
    4. Ebeneneigenschaften
    5. Erstellen von Ebenen
    6. Verwalten von Ebenen
    7. Ebenenmarken und Kompositionsmarken
    8. Kameras, Lichter und Interessenbereiche
  10. Animation, Keyframes, Motion-Tracking und Keying
    1. Animation
      1. Animation – Grundlagen
      2. Animation mit Marionettenwerkzeugen
      3. Verwalten und Animieren von Formpfaden und -masken
      4. Animieren von Formen aus Sketch und Capture mit After Effects
      5. Ausgewählte Animationswerkzeuge
      6. Arbeiten mit datengesteuerten Animationen
    2. Keyframe
      1. Keyframe-Interpolation
      2. Festlegen, Auswählen und Löschen von Keyframes
      3. Bearbeiten, Verschieben und Kopieren von Keyframes
    3. Bewegungs-Tracking
      1. Tracking und Stabilisieren von Bewegung
      2. Gesichts-Tracking
      3. Masken-Tracking
      4. Maskenreferenz
      5. Geschwindigkeit
      6. Zeitdehnungen und Zeitverzerrungen
      7. Timecode und Zeitanzeigeeinheiten
    4. Keying
      1. Keying
      2. Effekte unter „Keying“
  11. Transparenz und Komposition
    1. Erstellen von Kompositionen und Transparenz – Überblick und Ressourcen
    2. Alphakanäle und Masken
    3. Spurmasken und Traveling Mattes
  12. Anpassen der Farbe
    1. Farben – Grundlagen
    2. Farb-Management
    3. Effekte zur Farbkorrektur
    4. OpenColorIO- und ACES-Farbmanagement
  13. Effekte und Animationsvorgaben
    1. Überblick über Effekte und Animationsvorgaben
    2. Effektliste
    3. Effekt-Manager
    4. Effekte unter „Simulation“
    5. Effekte unter „Stilisieren“
    6. Effekte unter „Audio“
    7. Effekte unter „Verzerren“
    8. Effekte unter „Perspektive“
    9. Effekte unter „Kanäle“
    10. Effekte unter „Generieren“
    11. Effekte unter „Überblenden“
    12. Der Effekt „Rolling-Shutter-Reparatur“
    13. Effekte „Weich- und Scharfzeichnen“
    14. Effekte unter „3D-Kanal“
    15. Effekte unter „Dienstprogramm“
    16. Effekte unter „Matt“
    17. Effekte unter „Störung und Körnung“
    18. Effekt „Details erhalten (Vergrößerung)“
    19. Veraltete Effekte
  14. Ausdrücke und Automatisierung
    1. Expressions
      1. Expressions – Grundlagen
      2. Verstehen der Sprache für Expressions
      3. Verwenden von Einstellungen für Expressions
      4. Syntaxunterschiede zwischen den Expression-Engines für JavaScript und das veraltete ExtendScript
      5. Bearbeiten von Expressions
      6. Fehler bei Expressions
      7. Verwenden des Expressions-Editors
      8. Verwenden von Expressions zum Bearbeiten und Zugreifen auf Texteigenschaften
      9. Sprachreferenz für Expressions
      10. Beispiele für Expressions
    2. Automatisierung
      1. Automatisierung
      2. Skripte
  15. Immersives Video, VR und 3D
    1. Erstellen von VR-Umgebungen in After Effects
    2. Anwenden von immersiven Videoeffekten
    3. Kompositionswerkzeuge für VR/360-Grad-Videos
    4. Erweiterter 3D-Renderer
    5. Importieren und Hinzufügen von 3D-Modellen zu Ihrer Komposition
    6. Importieren von 3D-Modellen aus Creative Cloud Libraries
    7. Bildbasierte Beleuchtung
    8. Extrahieren und Animieren von Lichtern und Kameras aus 3D-Modellen
    9. Tracking von 3D-Kamerabewegungen
    10. Werfen und Akzeptieren von Schatten
    11. Eingebettete 3D-Modell-Animationen
    12. Schattenfänger
    13. Extraktion von 3D-Tiefendaten
    14. Arbeiten im 3D-Designraum
    15. 3D-Transformations-Gizmos
    16. Machen Sie mehr mit 3D-Animation
    17. Vorschau von Änderungen an 3D-Designs in Echtzeit mit der Mercury 3D-Engine
    18. Hinzufügen von responsiven Designs zu Grafiken 
  16. Ansichten und Vorschau
    1. Vorschau
    2. Videovorschau mit Mercury Transmit
    3. Ändern und Verwenden von Ansichten
  17. Rendern und Exportieren
    1. Grundlagen zum Rendern und Exportieren
    2. H.264-Codierung in After Effects
    3. Exportieren eines After Effects-Projekts als Adobe Premiere Pro-Projekt
    4. Konvertieren von Filmen
    5. Multi-Frame-Rendering
    6. Automatisches Rendern und Netzwerk-Rendern
    7. Rendern und Exportieren von Standbildern und Standbildsequenzen
    8. Verwenden des GoPro CineForm-Codecs in After Effects
  18. Arbeiten mit anderen Programmen
    1. Dynamic Link und After Effects
    2. Arbeiten mit After Effects und anderen Programmen
    3. Synchronisationseinstellungen in After Effects
    4. Creative Cloud-Bibliotheken in After Effects
    5. Plug-ins
    6. Cinema 4D und Cineware
  19. Zusammenarbeit: Frame.io und Team Projects
    1. Zusammenarbeit in Premiere Pro und After Effects
    2. Frame.io
      1. Frame.io installieren und aktivieren
      2. Verwenden von Frame.io mit Premiere Pro und After Effects
      3. Häufig gestellte Fragen
    3. Team Projects
      1. Erste Schritte mit Team Projects
      2. Erstellen eines Team-Projekts
      3. Zusammenarbeiten mit Team Projects
  20. Arbeitsspeicher, Speicherung und Leistung
    1. Arbeitsspeicher und Speicherung
    2. Wie After Effects Probleme mit unzureichendem Arbeitsspeicher bei der Vorschau behandelt    
    3. Verbessern der Leistung
    4. Voreinstellungen
    5. Anforderungen an GPU und GPU-Treiber für After Effects
  21. Wissensdatenbank
    1. Bekannte Probleme
    2. Behobene Probleme
    3. Häufig gestellte Fragen
    4. After Effects und macOS Ventura
    5. Wie After Effects Probleme mit unzureichendem Arbeitsspeicher bei der Vorschau handhabt

Mit den alten oder den erweiterten Marionettenwerkzeugen können Rasterbilder und Vektorgrafiken, einschließlich Standbildern, Formen und Textzeichen, schnell mit natürlicher Bewegung versehen werden.

Auf dieser Seite:

Hinweis:

Die Marionettenwerkzeuge sind funktionsmäßig Teil eines Effekts (des Marionetteneffekts). Jedoch wenden Sie diesen Effekt nicht über das Menü Effekt oder das Bedienfeld Effekte und Vorgaben an. Mit den Marionettenwerkzeugen im Bedienfeld Werkzeuge kann der Effekt direkt im Bedienfeld Ebene bzw. Komposition angewendet und genutzt werden.

Grundlagen zum alten Marionettenwerkzeug

Die Wirkung des Marionetteneffekts beruht auf der Deformation von Bildteilen entsprechend der Position von Punkten (Pins), die Sie anordnen und verschieben können. Mithilfe dieser Pins wird festgelegt, welche Bildteile verschoben werden, welche Teile unverändert bleiben und welche Teile sich bei Überlappungen im Vordergrund befinden.

Die verschiedenen Marionettenwerkzeuge dienen jeweils zum Anordnen und Ändern einer speziellen Art von Punkt:

Marionetten-Pin-Werkzeug

 Mit diesem Werkzeug können Deformationspunkte angeordnet und verschoben werden.

Marionette-überlappen-Werkzeug

 Mit diesem Werkzeug können Überlappungs-Pins platziert werden, mit denen angezeigt wird, welche Bildteile im Vordergrund erscheinen sollen, wenn sich Teile des Bildes durch Verzerrungen überlappen.

Marionette-Stärke-Werkzeug

 Mit diesem Werkzeug ist die Platzierung von Verstärkungspunkten zur Versteifung von Bildteilen möglich, sodass diese weniger verzerrt werden.

Ein durch die Platzierung von Deformationspunkten erstelltes Gitter (links) und das Ergebnis nach dem Ziehen eines Deformationspunkts
Ein durch die Platzierung von Deformationspunkten erstelltes Gitter (links) und das Ergebnis nach dem Ziehen eines Deformationspunkts

Beim Platzieren des ersten Pins wird der Bereich innerhalb einer Kontur automatisch in ein Gitter aus Dreiecken zerlegt. Eine Kontur ist nur sichtbar, wenn der Marionetteneffekt angewendet worden ist und sich ein Marionettenwerkzeug-Zeiger über dem von der Kontur definierten Bereich befindet. (Siehe Erstellen von Konturen mit dem Marionetteneffekt.) Alle Gitterteile werden zudem auch mit den Bild-Pixeln verknüpft, sodass die Pixel zusammen mit dem Gitter verschoben werden.  

Hinweis:

Klicken Sie zum Anzeigen des Gitters im Bedienfeld Werkzeuge auf Anzeigen.

Beim Verschieben von mindestens einem Deformationspunkt wird die Gitterform der Bewegung angepasst. Das Gesamtgitter bleibt dabei weitgehend unverändert. Als Ergebnis wird durch eine Bewegung in einem Bildteil eine natürliche, naturgetreue Bewegung in anderen Bildteilen bewirkt.

Wenn die Deformationspunkte z. B. an den Füßen und Händen einer Person platziert werden und anschließend eine Hand zum Winken bewegt wird, ist die Bewegung im verbundenen Arm groß, aber die Bewegung in der Taille ist klein, genau wie in der realen Welt.

Bei Auswahl eines einzelnen animierten Deformationspunkts sind dessen Positions-Keyframes in den Bedienfeldern Komposition und Ebene als Bewegungspfad sichtbar. Diese Bewegungspfade können wie alle anderen Bewegungspfade bearbeitet werden, z. B. lassen sich Keyframes als zeitlich nicht fixiert einrichten. (Siehe Glätten von Bewegungen mit zeitlich nicht fixierten Keyframes.)

Auf eine Ebene können mehrere Gitter gelegt werden. Mehrere Gitter auf einer Ebene sind hilfreich für die individuelle Deformation mehrerer Bildteile, z. B. Textzeichen, und für die verschieden starke Deformation mehrerer Instanzen eines bestimmten Bildteils.

Das ursprüngliche, unverzerrte Gitter wird für den aktuellen Frame zum Zeitpunkt der Effektanwendung berechnet. Das Gitter wird nicht verändert, wenn es sich um Bewegungen in einer Ebene auf der Grundlage von Filmfootage handelt, und es wird nicht aktualisiert, wenn ein Quellfootageelement einer Ebene ausgetauscht wird.

Hinweis:

Animieren Sie nicht die Position oder die Skalierung einer durchgehend gerasterten Ebene mit Ebenentransformationen, wenn Sie die Ebene gleichzeitig mit Marionettenwerkzeugen animieren. Die Render-Reihenfolge für durchgehend gerasterte Ebenen, wie Form- und Textebenen, unterscheidet sich von der Render-Reihenfolge für Rasterebenen. Sie können eine Unterkomposition der Formebene erstellen und die Marionettenwerkzeuge auf der Unterkompositionsebene verwenden. Alternativ können Sie die Marionettenwerkzeuge zum Transformieren der Formen innerhalb der Ebene einsetzen. (Siehe Render-Reihenfolge und Falten von Transformationen und Kontinuierliches Rastern einer Ebene mit Vektorgrafiken.)

Die mit den Marionettenwerkzeugen erzeugte Bewegung wird mit Bewegungsunschärfe aufgenommen, wenn diese für die Ebene und Komposition aktiviert ist. Die Anzahl der verwendeten Samples beträgt die Hälfte des in Samples pro Frame angegebenen Werts. (Siehe Bewegungsunschärfe.)

Hinweis:

Die Positionen von Deformationspunkten können über Expressions mit Motion-Tracking-Daten, Audioamplituden-Keyframes und beliebigen anderen Eigenschaften verknüpft werden.

Manuelle Animation eines Bilds mit den Marionettenwerkzeugen

Der Stoppuhrschalter wird automatisch für die Eigenschaft Position eines Deformationspunkts gesetzt, sobald er erstellt wird. Daher wird bei jeder Änderung der Position eines Deformationspunkts ein Keyframe festgelegt oder geändert. Dieses automatische Keyframing unterscheidet sich von den meisten Eigenschaften in After Effects, für die der Stoppuhrschalter für die Animation der jeweiligen Eigenschaft explizit durch Hinzufügen eines Keyframes oder einer Expression eingestellt werden muss. Durch die automatische Animation lassen sich Deformationspunkte bequem im Bedienfeld Komposition oder Ebene hinzufügen und animieren, ohne dass die Eigenschaften im Schnittfenster bearbeitet werden müssen.

  1. Wählen Sie die Ebene aus, die das zu animierende Bild enthält.
  2. Führen Sie im Bedienfeld Komposition oder Ebene mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug  einen der folgenden Schritte aus:

    • Wählen Sie zur Anwendung des Marionetteneffekts ein beliebiges, nichttransparentes Pixel einer Rasterebene aus und erstellen Sie ein Gitter für die durch das Abpausen des Alphakanals der Ebene entstandene Kontur.

    • Klicken Sie auf eine Vektorebene in einem geschlossenen Pfad, um den Marionetteneffekt anzuwenden, und erstellen Sie ein Gitter für die durch diesen Pfad definierte Kontur.

    • Klicken Sie in eine geschlossene, ungeschützte Maske, um den Marionetteneffekt anzuwenden, und erstellen Sie ein Gitter für die durch den Maskenpfad definierte Kontur.

    • Klicken Sie außerhalb aller geschlossenen Pfade auf eine Vektorebene, um den Marionetteneffekt anzuwenden, ohne dass ein Gitter erstellt wird. Es werden Konturen für Ebenenpfade erstellt. Allerdings ist eine Kontur nur sichtbar, wenn sich ein Marionettenwerkzeug-Zeiger über dem von der Kontur definierten Bereich befindet. Positionieren Sie den Zeiger über dem von einem Pfad eingeschlossenen Bereich, um die Kontur anzuzeigen, in der beim Auswählen dieses Punkts ein Gitter erstellt wird. (Siehe Erstellen von Konturen mit dem Marionetteneffekt.) Klicken Sie in eine Kontur, um ein Gitter zu erstellen.

    An der zur Gittererstellung angeklickten Stelle wird ein Deformationspunkt platziert.

    Tipp:

    Wenn ein Bild so komplex ist, dass mit dem aktuellen Dreieckswert kein Gitter über den Marionetteneffekt erstellt werden kann, wird im Infofenster die Meldung „Fehler beim Erstellen des Gitters“ angezeigt. Erhöhen Sie in diesem Fall den Dreieckswert im Bedienfeld Werkzeuge und versuchen Sie es erneut.

  3. Wählen Sie zum Hinzufügen weiterer Deformationspunkte mindestens eine Stelle innerhalb der Kontur aus.

    Versuchen Sie, das gewünschte Ergebnis mit so wenig Punkten wie möglich zu erzielen. Die natürlichen Deformationseigenschaften des Marionetteneffekts können verloren gehen, wenn das Bild zu stark beschränkt wird. Fügen Sie den Bildteilen, die Sie konkret steuern möchten, Punkte hinzu. Wenn z. B. eine winkende Person animiert werden soll, sollte an beiden Füßen (zur Stabilisierung auf dem Boden) und an der winkenden Hand jeweils ein Punkt hinzugefügt werden.

  4. Wechseln Sie zu einem anderen Zeitpunkt in der Komposition und verschieben Sie die Position eines oder mehrerer Deformationspunkte, indem Sie sie mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug in das Fenster Komposition oder Ebene ziehen. Wiederholen Sie diesen Schritt, bis Ihre Animation vollständig ist.

Sie können die Bewegungspfade der Deformationspunkte ändern, indem Sie dieselben Techniken anwenden, die Sie auch für das Ändern anderer Bewegungspfade verwenden.

Hinweis:

After Effects zeichnet nicht mehr die getönte Füllung für den Bereich der Originalebene, wenn das Marionetten-Pin-Werkzeug darauf bewegt wird.

Aufzeichnung von Animationen durch Skizzieren von Bewegungen mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug

Sie können den Bewegungspfad eines oder mehrerer Deformationspunkte mit einer von Ihnen angegebenen Geschwindigkeit in Echtzeit skizzieren, ähnlich dem Skizzieren des Bewegungspfads einer Ebene mithilfe von Bewegung skizzieren.

Wenn Ihre Komposition Audio enthält, kann die Bewegung zeitsynchron zum Audio skizziert werden.

Vor dem Beginn der Bewegungsaufzeichnung sollten Sie die Aufzeichnungseinstellungen konfigurieren. Klicken Sie zum Öffnen des Dialogfelds Aufzeichnungsoptionen für Marionetten auf Aufnahmeoptionen im Bedienfeld Werkzeuge.

Geschwindigkeit

Das Verhältnis der Geschwindigkeit der aufgezeichneten Bewegung zur Wiedergabegeschwindigkeit. Wenn die Geschwindigkeit auf 100 % eingestellt ist, wird die Bewegung mit der Geschwindigkeit wiedergegeben, mit der sie aufgenommen wurde. Wenn die Geschwindigkeit auf einen Wert über 100 % eingestellt ist, wird die Bewegung langsamer wiedergegeben als sie aufgenommen wurde.

Glätten

Zum Löschen weiterer überflüssiger Keyframes aus dem gezeichneten Bewegungspfad kann dieser Wert höher eingestellt werden. Durch das Erstellen weniger Keyframes ergibt sich eine glattere Bewegung.

Entwurfsdeformation verwenden

Für die während der Aufzeichnung angezeigte verzerrte Kontur werden keine Verstärkungspunkte berücksichtigt. Die Option kann bei komplexen Gittern die Leistung verbessern.

Hinweis:

Bei diesem Verfahren wird davon ausgegangen, dass Sie bereits Deformationspunkte in dem zu animierenden Objekt positioniert haben. Informationen zur Platzierung von Deformationspunkten finden Sie unter Manuelle Animation eines Bilds mit den Marionettenwerkzeugen.

  1. Wählen Sie einen oder mehrere Deformationspunkte aus.

  2. Wechseln Sie zu dem Zeitpunkt, an dem die Bewegungsaufzeichnung begonnen werden soll.
  3. Halten Sie im Bedienfeld Komposition oder Ebene die Strg-Taste (Windows) bzw. die Befehlstaste (macOS) gedrückt, um das Marionette-skizzieren-Werkzeug zu aktivieren. Ziehen Sie bei gedrückter Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (macOS) die zu animierenden Punkte.

    Die Aufzeichnung der Bewegung beginnt, wenn Sie zu Beginn des Ziehvorgangs klicken. Die Aufzeichnung wird beendet, wenn Sie die Maustaste loslassen.

    Die Farbe des Umrisses für das Gitter, für das die Bewegung skizziert wird, ist dieselbe wie die des Punkts (gelb). Referenzumrisse für andere Gitter auf derselben Ebene sind in der Farbe des Ebenenlabels dargestellt.

    Die Marke für die aktuelle Zeit wird wieder auf den Zeitpunkt zurückgesetzt, zu dem die Aufzeichnung begann, sodass die Aufzeichnung mit mehr Deformationspunkten wiederholt oder mit denselben Punkten erneut durchgeführt werden kann.

Sie können die Bewegungspfade der Deformationspunkte ändern, indem Sie dieselben Techniken anwenden, die Sie auch für das Ändern anderer Bewegungspfade verwenden. Der Bewegungspfad für einen Punkt wird nur angezeigt, wenn es sich um den einzigen ausgewählten Punkt handelt.

Hinweis:

Sie können mehrere duplizierte Gitter erstellen und für jedes Gitter Bewegungen skizzieren. Wenn mehrere Gitter in derselben Marionetteneffekt-Instanz existieren, können für ein Gitter Bewegungen skizziert und gleichzeitig die Referenzkonturen der anderen Gitter angezeigt werden. Dadurch können Sie deren Bewegungen entweder nur grob oder genau folgen.

Erstellen von Konturen mit dem Marionetteneffekt

Beim Erstellen eines Marionettengitters werden dessen Grenzen durch eine Kontur bestimmt, die durch eine der folgenden Arten von geschlossenen Pfaden definiert werden kann:

  • Ein ungeschützter Maskenpfad

  • Ein Formenpfad auf einer Formebene

  • Eine Textzeichenkontur

Für Ebenen ohne ungeschützte Masken, Formen oder Textzeichen wird für die Erstellung der Pfade auf der Grundlage des Alphakanals beim Anwenden des Marionetteneffekts der Pausstift verwendet. Diese Pfade werden vom Marionetteneffekt nur für die Bestimmung von Konturen genutzt und in der Ebene nicht als Masken dargestellt. Bei Rasterebenen ohne Alphakanal ergibt sich ein einziger rechteckiger Pfad um die Grenzen der Ebene. Für komplexe Bilder oder für die Konfiguration der Pausstift-Einstellungen ist vor der Anwendung der Marionettenwerkzeuge der Pausstift zu verwenden. (Siehe Erstellen einer Maske aus Kanalwerten mit dem Befehl „Pausstift“.)

Textzeichen, die aus mehreren nicht miteinander verbundenen geschlossenen Pfaden bestehen (z. B. der Buchstabe i), werden wie mehrere einzelne Pfade behandelt.

Für die Bestimmung von Umrissen wird nur der Pfad verwendet, nicht die Kontur von Formen oder Zeichen. Um eine aus derartigen Elementen erstellte Kontur in ein Gitter einzuschließen, ist der Ausbreitungswert zu erhöhen. Der Standardwert von drei Pixeln für die Ausweitung umfasst einen Strich, die sich maximal drei Pixel von seinem Pfad entfernt.

Hinweis:

Bringen Sie bei aktivierter Option Auf Transparenz malen mit dem Pinsel-Werkzeug Malstriche auf eine Ebene auf. Wenn diese Maloption aktiviert ist, wird eine Rasterebene erstellt, die nur Malstriche enthält und über einen Alphakanal definiert ist. Mit den Marionettenwerkzeugen können dann die Malstriche animiert werden. Verwenden Sie keine Maske für die Ebene.

Wenn sich mehrere Masken, Formen oder Zeichen auf derselben Ebene überlappen, wird aus der Vereinigungsmenge der sich überlappenden Formen, Zeichen oder Masken eine Kontur erstellt. Wenn ein Textzeichen oder eine Form von einer Maske überlappt wird, werden Konturen für das gesamte Zeichen bzw. die gesamte Form erstellt, und zwar sowohl für den innerhalb der Maske befindlichen Teil des Zeichens bzw. der Form als auch für die Maske selbst.

Hinweis:

Um mehrere nicht miteinander verbundene Zeichen oder Formen als ein Objekt zu verzerren, umgeben Sie die einzelnen Objekte mit einer Maske (wobei der Maskenmodus auf Ohne eingestellt ist) und erstellen Sie das Gitter mit dem Maskenpfad als Kontur. Nach der Erstellung des Gitters kann die Maske gelöscht werden.

Wenn der Marionetteneffekt bereits auf eine Ebene angewendet worden ist, werden die Konturen gelb markiert, wenn sich ein Marionettenwerkzeug-Zeiger darüber befindet. Sie können die Kontur auswählen, um den Anfangspunkt für die Erstellung eines Gitters zu positionieren. Bei jedem Klick in eine Kontur mit einem Marionettenwerkzeug wird ein Gitter erstellt.

Wenn noch kein Marionetteneffekt auf eine Ebene angewendet worden ist, sind noch keine Konturen für diese Ebene berechnet worden. Beim Klicken werden vom Marionetteneffekt die Konturen berechnet und es wird bestimmt, ob Sie in eine Kontur geklickt haben. Falls ja, wird ein Gitter erstellt, das durch die Kontur definiert ist, in die Sie geklickt haben. Andernfalls kann der Mauszeiger in der Ebene bewegt werden, um die Kontur auszuwählen, in der ein Punkt positioniert und ein Gitter erstellt werden soll. Durch das Bewegen des Mauszeigers in der Ebene sehen Sie die Konturen verschiedener Objekte und können bestimmen, welche Konturen Sie zum Erstellen eines Gitters verwenden möchten.

Der Umriss der Vereinigungsmenge zweier Formenpfade (angezeigt durch gelbe Markierung) ist sichtbar, weil sich der Marionettenwerkzeug-Zeiger innerhalb des durch den Umriss definierten Bereichs befindet.
Die Kontur der Vereinigungsmenge zweier Formenpfade (angezeigt durch gelbe Markierung) ist sichtbar, weil sich der Marionettenwerkzeug-Zeiger innerhalb des durch die Kontur definierten Bereichs befindet.

Arbeiten mit Marionetten-Pins und dem Verzerrungsgitter

  • Um das Gitter für den Marionetteneffekt anzuzeigen, wählen Sie „Anzeigen“ im Bereich „Optionen“ des Bedienfelds Werkzeuge.
  • Klicken Sie zum Auswählen oder zum Verschieben eines Punkts mit dem Verschieben-Werkzeug auf den Punkt bzw. ziehen Sie den Punkt damit. Positionieren Sie zur Aktivierung des Verschieben-Werkzeugs den Mauszeiger auf einem Punkt, während entweder das Auswahl-Werkzeug oder das entsprechende Marionettenwerkzeug aktiv ist.
  • Zur Auswahl mehrerer Punkte klicken Sie bei gedrückter Umschalttaste darauf oder ziehen Sie mit dem Rahmen-Auswahlwerkzeug ein Auswahlrechteck um die entsprechenden Punkte. Positionieren Sie zur Aktivierung des Rahmen-Auswahlwerkzeugs den Mauszeiger für ein Marionettenwerkzeug außerhalb aller Gitter und Konturen oder halten Sie die Alt-Taste (Windows) bzw. die Wahltaste (macOS) gedrückt.
  • Wählen Sie zur Auswahl aller gleichartigen Punkte (Deformation, Verstärkung oder Überlappung) einen Punkt dieser Art aus und drücken Sie die Strg-Taste+A (Windows) bzw. die Befehlstaste+A (macOS).
  • Drücken Sie zum Löschen ausgewählter Punkte die Entf-Taste. Wenn der Punkt mehrere Keyframes hat und nur der Keyframe für die aktuelle Zeit ausgewählt ist, wird mit der Entf-Taste nur dieser Keyframe gelöscht. Bei nochmaliger Betätigung der Entf-Taste wird der Punkt selbst gelöscht.
  • Um die Deformationspunkte auf ihre ursprünglichen Positionen zum aktuellen Zeitpunkt zurückzusetzen, klicken Sie im Schnittfenster oder im Bedienfeld Effekteinstellungen auf Zurücksetzen für den Marionetteneffekt. Klicken Sie zum Löschen aller Punkte und Gitter aus einer Instanz des Marionetteneffekts nochmals auf Zurücksetzen.
Hinweis:

In manchen Fällen soll ein Bild aus einer Anfangsposition über eine Zwischenposition wieder zurück zur Anfangsposition animiert werden. Anstatt die Pins am Ende der Animation manuell wieder zur Anfangsposition zurückzuziehen, positionieren Sie die Zeitmarke an der Endzeit und klicken auf Zurücksetzen. Es werden nur die Keyframes für den aktuellen Zeitpunkt zurückgesetzt.

  • Ändern Sie zum Vergrößern oder Verringern der Anzahl der in einem Gitter verwendeten Dreiecke den Dreieck-Wert im Bereich „Optionen“ des Bedienfelds Werkzeuge oder im Schnittfenster. Durch das Ändern des Dreieck-Werts wird der Wert für ein ausgewähltes Gitter geändert oder, falls kein Gitter ausgewählt ist, der Wert für nachfolgend erstellte Gitter festgelegt.
  • Eine größere Anzahl von Dreiecken liefert ein glatteres Ergebnis, aber das Rendern dauert länger. Kleine Objekte, z. B. Textzeichen, lassen sich in der Regel mit lediglich 50 Dreiecken gut verzerren, während für eine große Figur 500 Dreiecke erforderlich sein können. Die Anzahl der tatsächlich verwendeten Dreiecke kann vom vorgegebenen Dreieck-Wert abweichen. Es handelt sich hierbei nur um einen Richtwert.
  • Erhöhen Sie zur Vergrößerung des Gitters über die ursprüngliche Kontur hinaus den Wert für die Eigenschaft Ausweitung im Bereich der Optionen des Bedienfelds Werkzeuge oder im Schnittfenster. Durch das Ändern der Eigenschaft Ausweitung wird der Wert für ein ausgewähltes Gitter geändert oder, falls kein Gitter ausgewählt ist, der Wert für nachfolgend erstellte Gitter festgelegt. Das Ausweiten des Gitters ist nützlich, um einen Strich zu umschließen.
  • Klicken Sie zum Duplizieren eines Objekts mit dem Marionetten-Pin-Werkzeug in die ursprüngliche Kontur. Durch das Klicken in die ursprüngliche Kontur wird ein neues Gitter erstellt, das eine eigene Kopie der innerhalb der ursprünglichen Kontur vorhandenen Pixel enthält. Dasselbe Ergebnis lässt sich erzielen, wenn Sie im Schnittfenster eine Gitter-Gruppe duplizieren. Das ist manchmal einfacher, als zur Erstellung eines Pins in die ursprüngliche Kontur zu klicken, ohne dabei auf das Gitter zu klicken.

Marionetten-Überlappungs-Einstellungen

Beim Verzerren eines Bildteils muss unter Umständen festgelegt werden, welche Bildteile im Vordergrund vor anderen Teilen angezeigt werden sollen. Zum Beispiel kann es erforderlich sein, dass ein Arm vor dem Gesicht zu sehen ist, um das Winken mit dem Arm zu ermöglichen. Verwenden Sie das Marionette-überlappen-Werkzeug zur Anwendung von Überlappungspunkten auf die Teile eines Objekts, für das die sichtbare Tiefe beeinflusst werden soll.

Marionetten-Überlappungspunkte werden auf die ursprüngliche Kontur angewandt, nicht auf das deformierte Bild.

Eine unerwünschte Verzerrung in der Abbildung links oben wird mit einem Verstärkungspunkt verhindert (oben rechts und unten links).
Überlappungspunkt mit negativem (oben) und positivem „Vorn“-Wert (unten)

Alle Überlappungspunkte haben die folgenden Eigenschaften:

Vorn

Die offensichtliche Nähe zum Betrachter. Die Auswirkung von Überlappungspunkten ist kumulativ, d. h. die Vorn-Werte werden an Gitterstellen addiert, wo sich Ausmaße überlappen. Mit negativen Vorn-Werten können die Auswirkungen eines anderen Überlappungspunkts an einer konkreten Stelle ausgeglichen werden.

Ein Bereich des Gitters, der nicht durch Überlappungspunkte beeinträchtigt wird, hat den implizierten Vorn-Wert null. Der Standardwert für einen neuen Überlappungspunkt ist 50.

Hinweis:

Bei Animation des Vorn-Werts sollten Sie normalerweise Keyframes zum Unterdrücken verwenden. Normalerweise interpolieren Sie nicht schrittweise von einem vorderen Element zu einem hinteren Element.

Ausmaß

Angabe, wie weit die Auswirkungen des Überlappungspunkte reichen. Die Auswirkungen enden abrupt, nicht allmählich in Abhängigkeit von der Entfernung vom Punkt. Visuell wird das Ausmaß durch eine Flächenfüllung der betroffenen Gitterteile markiert. Die Füllung ist dunkel, wenn der Vorn-Wert negativ ist, und sie ist hell, wenn der Vorn-Wert positiv ist.

Marionetten-Stärke-Einstellungen

Beim Verzerren eines Bildteils kann es erforderlich sein, eine Verzerrung anderer Bildteile zu verhindern. Zum Beispiel kann es notwendig sein, einen Arm an seiner Stelle zu belassen, während eine Hand zum Winken bewegt wird. Verwenden Sie das Marionette-Stärke-Werkzeug zur Anwendung von Verstärkungspunkten auf die Teile eines Objekts, die in ihrer Position verbleiben sollen.

Marionetten-Verstärkungspunkte werden auf die ursprüngliche Kontur angewandt, nicht auf das deformierte Bild.

Eine unerwünschte Verzerrung in der Abbildung links oben wird mit einem Verstärkungspunkt verhindert (oben rechts und unten links).
Eine unerwünschte Verzerrung in der Abbildung links oben wird mit einem Verstärkungspunkt verhindert (oben rechts und unten links).

Alle Verstärkungspunkte haben die folgenden Eigenschaften:

Stärke

Die Stärke des Versteifungsmittels. Die Auswirkung von Verstärkungspunkten ist kumulativ, d. h. die Werte der Stärke werden an Gitterstellen addiert, wo sich Ausmaße überlappen. Mit negativen Stärke-Werten können die Auswirkungen eines anderen Verstärkungspunkts an einer konkreten Stelle ausgeglichen werden.

Hinweis:

Wenn Ungenauigkeiten in der Nähe eines Deformationspunkts auftreten, kann dies durch einen in der Nähe des Deformationspunkts angeordneten Verstärkungspunkt mit einem sehr niedrigen Stärke-Wert (unter 0,1) ausgeglichen werden. Mit niedrigen Stärke-Werten lässt sich die Integrität des Bilds gut bewahren, ohne dass zu viel Starrheit entsteht.

Ausmaß

Angabe, wie weit die Auswirkungen des Verstärkungspunkts reichen. Die Auswirkungen enden abrupt, nicht allmählich in Abhängigkeit von der Entfernung vom Punkt. Visuell wird das Ausmaß durch eine helle Flächenfüllung der betroffenen Gitterteile markiert.

Neben der Animation von Standbildern kann der Marionetteneffekt auch auf eine Ebene angewandt werden, deren Quelle Filmfootage ist. Zum Beispiel könnte der Inhalt des gesamten Kompositionsframes zur Anpassung an die Bewegung eines Objekts innerhalb des Frames verzerrt werden. In diesem Fall könnten Sie ein Gitter für die gesamte Ebene erstellen. Die Grenzen der Ebene würden als Kontur dienen, und mit dem Marionette-Stärke-Werkzeug ließe sich eine Verzerrung der Ebenenkanten verhindern.

Grundlagen zum erweiterten Marionettenwerkzeug

Die Marionettenwerkzeuge und der Marionetteneffekt in After Effects verwenden eine erweiterte Marionetten-Engine, das sogenannte erweiterte Marionettenwerkzeug. Die frühere Engine hingegen wird als alte Marionetten-Engine bezeichnet. In After Effects 15.1 und später ist die erweiterte Marionetten-Engine die standardmäßige Engine für Ihre Projekte. Projekte, die in früheren Versionen von After Effects gespeichert wurden, verwenden standardmäßig die alte Marionetten-Engine. Um auf die erweiterten Marionettenwerkzeuge zuzugreifen, klicken Sie auf das Pin-Symbol in der Symbolleiste, damit die Gruppe Marionette im Schnittfenster angezeigt wird.

Im Wesentlichen basiert die erweiterte Marionetten-Engine auf einem ähnlichen Konzept wie die alte Marionetten-Engine, jedoch mit einigen Unterschieden:

  • Neue Pin-Verhaltensweisen und Pin-Typen
  • Weichere und benutzerdefinierbare Deformationen
  • Verbesserte Dichte

Unterschied zwischen alter und erweiterter Marionetten-Engine

Altes Marionettenwerkzeug/Erweitertes Marionettenwerkzeug

Die unten stehende Tabelle verhilft Ihnen zu einem besseren Verständnis der wesentlichsten Unterschiede zwischen der alten und der erweiterten Marionetten-Engine:

Alte Marionetten-Engine

Erweiterte Marionetten-Engine

Steuerelement Dreieck: Legt die maximale Anzahl an Dreiecken für ein Gitter fest. Im alten Marionettenwerkzeug werden die Dreiecke auf intelligente Weise im Gitter platziert, um eine höhere Dreiecksdichte und somit bessere Ergebnisse zu erreichen.

Das Steuerelement für die Dichte ersetzt das Steuerelement Dreieck-. Die Dichte bestimmt das Layout, die Größe sowie die Anzahl der automatisch in einem Gitter berechneten Dreiecke. Bei einer höheren Dichte verringert sich die maximale und minimale Größe der Dreiecke, und Sie können mehr Dreiecke zwischen Pins hinzufügen. Außerdem steigt die maximale Anzahl an zulässigen Dreiecken. Wird die Dichte reduziert, erhöht sich die Größe der Dreiecke, was zu einem dünner besetzten Gitter führt.

Verstärkungspunkte finden Sie in der Gruppe Steifheit.

Verstärkungspunkte finden Sie in der Gruppe Deformation, die Gruppe Steifheit ist nicht mehr vorhanden.

Verstärkungspunkteverfügen über die Steuerung des Ausmaßes, um das Ausmaß zu beeinflussen, in dem der Pin sich auf die Marionette auswirkt.

Verstärkungspunkte erlauben keine Steuerung des Ausmaßes, können aber die Steifheit in dem Bereich zwischen Verstärkungspunkten und anderen Punkten beeinflussen. Die erweiterte Marionetten-Engine interpretiert die Verstärkungspunkte als Positionspunkte.

Verstärkungspunkte können nicht in eine andere Art von Punkten konvertiert werden.

Sie können Verstärkungspunkte in Positionspunkte konvertieren, indem Sie die Eigenschaft Nadeltyp verwenden.

Keine Option zur Verfeinerung der Gitterrotation.

Die Option Gitterrotation verbessern bestimmt, wie stark sich ein Positions- oder ein Stärke-Pin maximal drehen darf, um die Deformation so gering wie möglich zu halten. Je höher der Wert ist, desto stärker ist die mögliche Rotation (flexible Deformation), und je geringer der Wert, desto geringer ist die mögliche Rotation (steife Deformation).

Verbesserungen am erweiterten Marionettenwerkzeug

Über die Steuerungselemente der Marionetten-Engine können Sie zwischen der erweiterten Marionetten-Engine und der alten Marionetten-Engine wechseln. Um eine Auswahl zu treffen, klicken Sie im Schnittfenster auf das Dropdown-Menü neben Marionetten-Engine und wählen Sie die gewünschte Engine aus.Sie können zwischen den beiden Engines wechseln. Allerdings empfiehlt After Effects, die Engine nicht mehr zu wechseln, nachdem Sie Pins gesetzt oder animiert haben, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Da die beiden Engines die Pins unterschiedlich handhaben, könnte ein Wechsel der Engine zu einer Veränderung der Deformation führen.
  • Verstärkungspunkte unterscheiden sich in der erweiterten Marionetten-Engine, sodass die alte Marionetten-Engine erweiterte Verstärkungspunkte anders behandelt als normale Positionspunkte. Die erweiterte Marionetten-Engine ignoriert alte Verstärkungspunkte.

Pin-Typen im erweiterten Marionettenwerkzeug

Das erweiterte Marionettenwerkzeug bietet die folgenden Pin-Typen für die Animation Ihrer Marionetten. Um diese Pins zu verwenden, wählen Sie in der Symbolleiste aus dem Marionettenwerkzeug-Menü den Pin-Typ aus.

  • Marionetten-Positions-Pin-Werkzeug: Die Punkte, die Sie mit diesem Werkzeug platzieren, steuern nur die Position des Punktes. Diese Pins werden in der Benutzeroberfläche als gelbe Kreise angezeigt.
  • Marionetten-Verstärkungs-Pin-Werkzeug: Diese Pins werden in der Benutzeroberfläche als rote Kreise angezeigt.
  • Marionetten-Überlappungs-Pin-Werkzeug: Diese Punkte werden in der Benutzeroberfläche als blaue Kreise angezeigt.
  • Erweiterte Pins: Mit erweiterten Pins können Sie die Position, Größe und Rotation des Pins steuern. So lässt sich gut kontrollieren, wie sich das Marionetteneffektgitter um diesen Punkt herum verformt. Das Gitter kann deutliche Abscherungen erzeugen, wenn Sie nicht alle drei Eigenschaften animieren. Beispielsweise können Sie einen erweiterten Punkt verwenden, um den Kopf einer Figur zur Seite zu drehen und nach unten schauen zu lassen. Wenn Sie die Rotation allerdings nicht manuell animieren, zeigt der Kopf weiterhin in dieselbe Richtung, was zu einem verzerrten Aussehen führt. Diese Pins werden in der Benutzeroberfläche als blau-grüne Kreise angezeigt.
  • Biegungs-Pins: Diese Pins berechnen ihren Ort automatisch anhand der umgebenden Pins, ähnlich wie Verstärkungs-Pins, und ermöglichen es Ihnen, die Größe und Rotation des Pins zu steuern. Mit den Biegungs-Pins können Sie erreichen, dass sich die Brust einer Figur beim Atmen hebt und senkt oder ein Hund mit dem Schwanz wedelt. Möglich ist auch, dass Sie einen Teil des Gitters skalieren oder rotieren, die Position des Pins sich aber automatisch mit dem Rest der Marionette bewegt. Diese Pins werden in der Benutzeroberfläche als orange-braune Kreise angezeigt.

Arbeiten mit erweiterten Pins und Biegungs-Pins

Die erweiterten Pins und Biegungs-Pins bieten Steuerungsmöglichkeiten, mit denen Sie die Größe und die Rotation anpassen können:

Wenn Sie im Bedienfeld Marionettenwerkzeuge Biegungs-Pins oder erweiterte Pins auswählen, wird eine Rotations- und Größensteuerung angezeigt – ein größerer, äußerer Kreis mit einem einzigen quadratischen Griff.

Mit den folgenden Schritten können Sie die Rotations- und Größensteuerung ändern:

  1. Wähle Sie einen Punkt auf dem äußeren Kreis aus, um die Drehung zu ändern, und ziehen Sie den Cursor um den Kreis.

  2. Halten Sie während des Ziehens die Umschalttaste gedrückt, um die Rotation in 15-Grad-Schritten vorzunehmen.

  3. Um die Größe zu ändern, klicken Sie auf das Quadrat und ziehen Sie es in bzw. aus dem Kreis.

  4. Halten Sie während des Ziehens die Umschalttaste gedrückt, um die Größe in 5-Prozent-Schritten zu ändern.

Arbeiten mit dem erweiterten Marionetten-Pin
Arbeiten mit dem erweiterten Marionetten-Pin

Arbeiten mit dem Biege-Pin für Marionetten
Arbeiten mit dem Biege-Pin für Marionetten

Weitere Verbesserungen am erweiterten Marionettenwerkzeug

  • Sie können bei den vorhandenen Arten von Pins zwischen Positions- und Verstärkungspunkten wählen.
  • Das Marionette-Stärke-Werkzeug hat ein neues Symbol erhalten und befindet sich jetzt an zweiter Position in der Liste der Marionettenwerkzeuge im Bedienfeld Werkzeuge.
  • Die Optionen Wegpunktgröße und Griffgröße unter Voreinstellungen > Allgemein wirken sich auf die Größe der Pins aus. Außerdem werden die Pins größer, wenn Sie mit dem Mauszeiger darüber fahren.
  • Der Marionetteneffekt ignoriert beim Berechnen der Gitterkonturen Masken mit dem Modus Ohne sowie sämtliche Masken, die von einem Effekt als Maskenreferenz verwendet werden (Effekteigenschaften > Kompositionsoptionen > Maskenreferenz).

 Adobe

Schneller und einfacher Hilfe erhalten

Neuer Benutzer?