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3D-Ebenen

Hinweis:

Dieser Artikel gilt generell für den klassischen 3D-Renderer. Weitere Informationen zum Ray-traced 3D-Renderer findest du unter Extrudieren von Text- und Formebenen und in diesem Video-Tutorial.

3D-Ebenen – Überblick und Ressourcen

Wenn Sie eine Ebene als 3D-Ebene einrichten, bleibt die Ebene selbst flach, gewinnt jedoch zusätzliche Eigenschaften: „Position“ (z), „Ankerpunkt“ (z), „Skalierung“ (z), „Ausrichtung“, „X-Drehung“, „Y-Drehung“, „Z-Drehung“ und „Materialoptionen“. Mit den Eigenschaften „Materialoptionen“ wird angegeben, wie die Ebene mit Licht und Schatten interagiert. Nur 3D-Ebenen interagieren mit Schatten, Lichtern und Kameras.

2D-Ebenen und Ebenen mit 3D-Eigenschaften
2D-Ebenen (links) und Ebenen mit 3D-Eigenschaften (rechts)

Einzelne Zeichen innerhalb von Ebenen können 3D-Unterebenen sein, jede mit ihren eigenen 3D-Eigenschaften. Eine Textebene, für die „Zeichenweise 3D aktivieren/deaktivieren“ ausgewählt ist, verhält sich wie eine Vorkomposition, die für jedes Zeichen eine 3D-Ebene enthält. Alle Kamera- und Lichtebenen haben 3D-Eigenschaften.

Standardmäßig befinden sich alle Ebenen auf einer Tiefe (Position der z-Achse) von 0. In After Effects befindet sich der Ursprung des Koordinatensystems in der linken oberen Ecke; x (Breite) nimmt von links nach rechts zu, y (Höhe) nimmt von oben nach unten zu, und z (Tiefe) nimmt von der Nähe in die Ferne zu. In einigen Video- und 3D-Anwendungen wird ein Koordinatensystem verwendet, das um 180 Grad um die x-Achse gedreht ist. In diesen Systemen nimmt y von unten nach oben und z von der Ferne in die Nähe zu.

Sie können eine 3D-Ebene relativ zum Koordinatenraum der Komposition, zum Koordinatenraum der Eben oder zum einen angepassten Raum durch Auswahl einer Achse transformieren.

Sie können 3D-Ebenen Effekte und Masken hinzufügen, 3D-Ebenen mit 2D-Ebenen kombinieren und Kamera- sowie Lichtebenen erstellen und animieren, um 3D-Ebenen aus jedem Winkel anzuzeigen bzw. zu beleuchten. Beim Rendern für die Endausgabe werden 3D-Ebenen aus der Perspektive der aktiven Kamera gerendert. (Siehe Erstellen einer Kameraebene und Ändern von Kameraeinstellungen.)

Alle Effekte sind in 2D, einschließlich der Effekte, die 3D-Verzerrungen simulieren. Wenn Sie beispielsweise eine Ebene mit Wölbungseffekt von der Seite betrachten, ist keine Ausbuchtung zu sehen.

Wie bei allen Masken befinden sich Maskenkoordinaten in einer 3D-Ebene im 2D-Koordinatenraum der Ebene.

Konvertieren von 3D-Ebenen

Wenn du eine Ebene in 3D konvertierst, wird ihren Eigenschaften „Position“, „Ankerpunkt“ und „Skalierung“ ein Wert für die Tiefe (z) hinzugefügt und die Ebene gewinnt die Eigenschaften „Ausrichtung“, „Y-Drehung“, „X-Drehung“ und „Materialoptionen“ hinzu. Die einzelne Eigenschaft „Drehung“ wird in „Z-Drehung“ umbenannt.

Wenn du eine 3D-Ebene wieder in 2D konvertierst, werden die Eigenschaften „Y-Drehung“, „X-Drehung“, „Ausrichtung“ und „Materialoptionen“ entfernt, einschließlich aller Werte, Keyframes und Expressions. (Diese Werte können nicht durch erneutes Konvertieren der Ebene in eine 3D-Ebene wiederhergestellt werden.) Die Eigenschaften „Ankerpunkt“, „Position“ und „Skalierung“ bleiben erhalten, zusammen mit ihren Keyframes und Expressions, doch ihre z-Werte werden ausgeblendet und ignoriert.

Konvertieren einer Ebene in eine 3D-Ebene

  1. Aktiviere im Bedienfeld „Zeitleiste“ den Schalter „3D-Ebene“  für die Ebene oder wähle die Ebene aus und wähle dann „Ebene“ > „3D-Ebene“.

Konvertieren einer Textebene in eine 3D-Ebene mit aktivierten 3D-Eigenschaften für jedes Zeichen

  1. Wähle „Animation“ > „Text animieren“ > „Zeichenweise 3D aktivieren/deaktivieren“ oder wähle im Bedienfeld „Zeitleiste“ im Menü „Animieren“ die Option „Zeichenweise 3D aktivieren/deaktivieren“ für die Ebene.

Konvertieren einer 3D-Ebene in eine 2D-Ebene

  1. Deaktiviere im Bedienfeld „Zeitleiste“ den Schalter „3D-Ebene“ für die Ebene oder wähle die Ebene aus und wähle dann „Ebene“ > „3D-Ebene“.

Ein- und Ausblenden von 3D-Achsen und Ebeneneinstellungen

3D-Achsen sind farbcodierte Pfeile: Rot für x, Grün für y und Blau für z.

  • Um 3D-Achsen, Kamera- und Lichtdrahtgittersymbole, Ebenengriffpunkte und den Interessenbereich ein- bzw. auszublenden, wählen Sie „Ansicht“ > „Ebeneneinstellungen einblenden“.
Hinweis:

Wenn die Achse, die du manipulieren möchtest, schwer zu sehen ist, versuche es mit einer anderen Einstellung im Menü „Ansichtenlayout auswählen“ am unteren Rand des Bedienfelds „Komposition“.

  • Um einen Satz dauerhafter 3D-Referenzachsen ein- bzw. auszublenden, klicken Sie am unteren Rand des Bedienfelds „Komposition“ auf die Schaltfläche „Optionen für Raster und Hilfslinien“  und wählen Sie dann „3D-Referenzachsen“.

Chris und Trish Meyer bieten auf der ProVideo Coalition-Website ein Video-Tutorial an, das die Verwendung der Ebeneneinstellungen für die 3D-Achse demonstriert.

Verschieben einer 3D-Ebene

  1. Wähle die 3D-Ebene aus, die verschoben werden soll.
  2. Führe einen der folgenden Schritte aus:
    • Verwende im Bedienfeld „Komposition“ das Auswahl- Werkzeug , um die Pfeilspitze der Ebeneneinstellung der 3D-Achse entsprechend der Achse zu ziehen, entlang der du die Ebene verschieben möchtest. Ziehe bei gedrückter Umschalttaste, um die Ebene schneller zu verschieben.
    • Ändern Sie im Bedienfeld „Zeitleiste“ die Werte der Eigenschaft „Position“.
    Hinweis:

    Drücke „P“, um „Position“ anzuzeigen.

    • Ausgewählte Ebenen können so verschoben werden, dass ihre Ankerpunkte sich in der Mitte der aktuellen Ansicht befinden. Wähle dazu „Ebene“ > „Transformieren“  > „An Anzeigemittelpunkt ausrichten“ oder drücke Strg+Pos1 (Windows) oder Befehlstaste+Pos1 (macOS).

Drehen oder Ausrichten einer 3D-Ebene

Du kannst eine 3D-Ebene umdrehen, indem du entweder ihre Ausrichtungs- oder ihre Drehungswerte änderst. In beiden Fällen wird die Ebene um ihren Ankerpunkt gedreht. Die Eigenschaften „Ausrichtung“ und „Drehung“ unterscheiden sich darin, wie die Ebene sich bewegt, wenn du diese Eigenschaften animierst.

Wenn du die Eigenschaft „Ausrichtung“ einer 3D-Ebene animierst, wird die Ebene so direkt wie möglich gedreht, um die gewünschte Ausrichtung zu erreichen. Wenn du eine der Eigenschaften „x-Drehung“, „y-Drehung“ oder „z-Drehung“ änderst, dreht sich die Ebene gemäß den einzelnen Eigenschaftswerten entlang den jeweiligen Achsen. Anders ausgedrückt geben die Werte für die Ausrichtung ein Winkelziel an, wohingegen Werte für die Drehung eine Winkelroute angeben. Animiere die Drehungseigenschaften, damit sich eine Ebene mehrmals dreht.

Das Animieren der Eigenschaft „Ausrichtung“ eignet sich oft besser für eine natürliche, glatte Bewegung, wohingegen das Animieren der Drehungseigenschaften eine genauere Kontrolle ermöglicht.

Drehen oder Ausrichten einer 3D-Ebene im Bedienfeld „Komposition“

  1. Wähle die 3D-Ebene aus, die gedreht werden soll.
  2. Wähle das Drehen-Werkzeug aus und wähle dann im Menü „Festlegen“ entweder „Ausrichtung“ oder „Drehung“, um festzulegen, ob das Werkzeug die Ausrichtungs- oder Drehungseigenschaften beeinflussen soll.
  3. Führen Sie im Bedienfeld „Komposition“ einen der folgenden Schritte aus:
    • Ziehe die Pfeilspitze der Ebeneneinstellung der 3D-Achse entsprechend der Achse, um die du die Ebene drehen möchtest.
    • Ziehen Sie einen Ebenengriffpunkt. Wenn du einen Eckgriffpunkt ziehst, wird die Ebene um die z-Achse gedreht; wenn du den linken oder rechten mittleren Griffpunkt ziehst, dreht sich die Ebene um die y-Achse; wenn du den oberen oder unteren mittleren Griffpunkt ziehst, dreht sich die Ebene um die x-Achse.
    • Ziehen Sie die Ebene.
    Hinweis:

    Ziehe bei gedrückter Umschalttaste, um die Manipulation auf Inkremente von 45 Grad zu beschränken.

Drehen oder Ausrichten einer 3D-Ebene im Bedienfeld „Zeitleiste“

  1. Wähle die 3D-Ebene aus, die gedreht werden soll.
  2. Ändere im Bedienfeld „Zeitleiste“ die Werte für die Eigenschaften „Drehung“ bzw. „Ausrichtung“.
    Hinweis:

    Drücke R, um die Eigenschaften „Ausrichtung“ und „Drehung“ anzuzeigen.

Online-Ressourcen zum Drehen und Ausrichten von 3D-Ebenen

Donat Van Bellinghen stellt im AE Enhancers-Forum einige Expressions bereit, mit denen sich eine 3D-Ebene in einer durch drei Punkte definierten Ebene platzieren und ausrichten lässt.

Achsenmodi

Mit den Achsenmodi können Sie die Achsen festlegen, für die eine 3D-Ebene transformiert wird. Wählen Sie im Werkzeugfenster einen Modus.

Lokalachsenmodus

Richtet die Achsen an der Oberfläche einer 3D-Ebene aus.

Weltachsenmodus

Richtet die Achsen an den absoluten Koordinaten der Komposition aus. Die Achsen stellen dabei den dreidimensionalen Raum immer in Relation zur dreidimensionalen Welt dar, unabhängig davon, welche Drehungen Sie auf eine Ebene angewendet haben.

Sichtachsenmodus

Richtet die Achsen an der von dir ausgewählten Ansicht aus. Angenommen, eine Ebene wurde gedreht und als Ansicht eine eigene Ansicht festgelegt. Alle Transformationen, die an dieser Ebene im Sichtachsenmodus vorgenommen werden, erfolgen an den Achsen, die der Richtung entsprechen, aus der Sie auf die Ebene blicken.

Unterschiede zwischen den Achsen sind nur relevant, wenn die Komposition eine 3D-Kamera enthält.

Das Bedienfeld „Werkzeuge“ speichert den zuletzt verwendeten 3D-Achsenmodus, wenn du After Effects schließt und neu startest.

Hinweis:

Die Kamerawerkzeuge bewirken stets Anpassungen entlang den lokalen Achsen der Ansicht. Die Wirkung der Kamerawerkzeuge ist also unabhängig von den jeweiligen Achsenmodi.

Angie Taylor erklärt in diesem Tutorial 3D-Achsenmodi.

3D-Ebenen – Interaktionen, Renderreihenfolge und gefaltete Transformationen

Die Positionen bestimmter Arten von Ebenen in der Stapelreihenfolge der Ebenen im Bedienfeld „Zeitleiste“ verhindern, dass Gruppen von 3D-Ebenen zusammen verarbeitet werden, um Schnittpunkte und Schatten zu ermitteln.

Ein von einer 3D-Ebene geworfener Schatten wirkt sich nicht auf eine 2D-Ebene oder eine andere Ebene aus, die sich in der Stapelreihenfolge der Ebenen auf der anderen Seite der 2D-Ebene befindet. Ebenso überschneidet sich eine 3D-Ebene nicht mit einer 2D-Ebene oder einer anderen Ebene, die sich in der Stapelreihenfolge der Ebenen auf der anderen Seite der 2D-Ebene befindet. Lichter sind von dieser Beschränkung nicht betroffen.

3D-Ebenen – Interaktionen, Renderreihenfolge und gefaltete Transformationen
Sich überschneidende 3D-Ebenen (links) und 3D-Ebenen, bei denen eine Überschneidung durch eine 2D-Ebene verhindert wird (rechts)

Ebenso wie 2D-Ebenen verhindern auch andere Ebenentypen, dass sich 3D-Ebenen an beiden Seiten überschneiden oder Schatten aufeinander werfen:

  • Eine Einstellungsebene

  • Eine 3D-Ebene mit angewendetem Ebenenstil

  • Eine 3D-Vorkompositionsebene, auf die ein Effekt, eine geschlossene Maske (mit einem anderen Maskenmodus als „Ohne“) oder eine bewegte Maske angewendet wurde

  • Eine 3D-Unterkompositionsebene ohne gefaltete Transformationen

Eine Vorkomposition mit gefalteten Transformationen (Schalter „Transformationen falten“ ist aktiviert) hat keinerlei Auswirkungen auf die Interaktion von 3D-Ebenen an beiden Seiten, sofern es sich bei allen Ebenen in der Vorkomposition ebenfalls um 3D-Ebenen handelt. Durch das Falten der Transformationen werden die 3D-Eigenschaften der Ebenen angezeigt, aus denen die Vorkomposition besteht. In diesem Fall können die einzelnen 3D-Ebenen durch das Falten der Transformationen individuell in der Hauptkomposition kombiniert werden, anstatt eine einzelne 2D-Kombination für die Unterkompositionsebene zu erstellen und diese in der Hauptkomposition zu kombinieren. Durch diese Einstellung verlierst du jedoch die Möglichkeit, bestimmte Ebeneneinstellungen für die Vorkomposition als Ganzes anzugeben, wie Füllmethode, Qualität und Bewegungsunschärfe.

Effekte, die auf diese Ebene angewendet werden, wirken sich nicht auf Schatten aus, die von optimierten 3D-Ebenen (einschließlich Textebenen) geworfen werden. Wenn sich der Effekt doch auf den Schatten auswirken soll, erstelle eine Unterkomposition der Ebene mit dem Effekt.

Hinweis:

Um sicherzustellen, dass der Schatten in einer 3D-Ebene mit einer bewegten Maske an der gewünschten Stelle bleibt, erstelle eine Vorkomposition der 3D-Ebene und der bewegten Maske zusammen, aber lasse Transformationen erweitert. Wende anschließend den Schatten auf die Vorkomposition an.

Effekte auf kontinuierlich gerasterten Vektor-Ebenen mit 3D-Eigenschaften werden in 2D gerendert und dann auf die 3D-Ebene projiziert. Diese Projektion tritt bei Kompositionen mit gefalteten Transformationen nicht auf.

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