Importierte Dateien und Footageelemente

Sie importieren Quelldateien in ein Projekt als Footageelemente und verwenden diese als Quellen für Ebenen. Dabei kann eine Datei die Quelle für mehrere Footageelemente gleichzeitig sein, von denen jedes eigene Interpretationseinstellungen haben kann. Jedes Footageelement kann wiederum als Quelle für eine oder mehrere Ebenen dienen. Sammlungen mit mehreren Ebenen werden in einer Komposition bearbeitet.

Footageelemente werden hingegen meist im Projektfenster bearbeitet. Im Footagefenster können Sie die Footage bewerten und einfache Bearbeitungsaufgaben erledigen, z. B. die Dauer eines Footageelements verringern.

Sie können die verschiedensten Arten von Dateien, Dateisammlungen oder Dateikomponenten als Quellen für einzelne Footageelemente importieren, darunter Filmdateien, Standbilddateien, Standbildsequenzen und Audiodateien. Sie können in After Effects sogar selbst Footageelemente wie Farbflächen und Unterkompositionen erstellen. Footageelemente können jederzeit in ein Projekt importiert werden.

Wenn Sie Dateien importieren, kopiert After Effects nicht die Bilddaten als solche in das Projekt, sondern erstellt einen Verweis (Link) auf die Quelle des Footageelements. So bleiben die Projektdateien relativ klein.

Durch das Löschen, Umbenennen oder Verschieben einer importierten Quelldatei heben Sie den Verweis auf diese Datei auf. Ist ein Verweis nicht mehr intakt, wird der Name der Quelldatei im Projektfenster kursiv und in der Spalte „Pfad“ als nicht gefunden angegeben. Wenn das Footageelement zur Verfügung steht, können Sie den Verweis wiederherstellen, indem Sie auf das Element doppelklicken und die Datei erneut auswählen.

Hinweis:

Sie können nach Footageelementen suchen, deren Quellelemente fehlen, indem Sie im Suchfeld des Projektfensters missing (fehlen) eingeben. Siehe Suchen und Filtern im Zeitleisten-, Projekt- sowie im Effekte- und Vorgabenfenster.

Um die Renderzeit zu verkürzen und die Leistung zu erhöhen, sollten Sie Footage vor dem Importieren in After Effects vorbereiten. So empfiehlt es sich beispielsweise häufig, ein Standbild in Photoshop zu skalieren oder zu beschneiden, bevor Sie es in After Effects importieren, anstatt diese Schritte in After Effects durchzuführen. Es ist besser, eine Änderung nur einmal in Photoshop vorzunehmen, als After Effects dazu zu zwingen, die gleiche Änderung viele Male pro Sekunde durchzuführen – einmal für jeden Frame, in dem das Bild vorkommt.

Um Zeit zu sparen und die Größe und Komplexität eines Projekts zu minimieren, sollten Sie ein Quellelement als einzelnes Footageelement importieren und es dann mehrfach in einer Komposition einsetzen. Mitunter ist es jedoch nützlich, ein Footageelement zu duplizieren und unterschiedlich zu interpretieren. Sie können beispielsweise dasselbe Footage mit verschiedenen Frameraten verwenden.

Wenn Sie ein Footageelement, das in einem Projekt benutzt wird, mithilfe einer anderen Anwendung ändern, treten die Änderungen in After Effects in Kraft, sobald Sie das Projekt das nächste Mal öffnen oder das Footageelement auswählen und „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage neu laden“ wählen.

Hinweis:

Um das Quellfootageelement einer Ebene durch ein anderes Footageelement zu ersetzen, ohne dabei Änderungen der Ebeneneigenschaften rückgängig zu machen, wählen Sie die Ebene und ziehen dann das neue Footageelement bei gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) auf die Ebene im Zeitleistenfenster.

Hinweis:

Um alle Instanzen ausgewählter Footageelemente durch ein anderes Footageelement zu ersetzen, markieren Sie Footageelemente im Projektfenster und ziehen Sie das neue Footageelement bei gedrückter Alt-Taste (Windows) oder Wahltaste (Mac OS) auf ein markiertes Footageelement im Projektfenster.

Beim Importieren von Video- und Audiodateien in bestimmten Formaten verarbeitet und speichert After Effects Versionen dieser Elemente zwischen, auf die es bei der Erstellung von Vorschauen rasch zugreifen kann. Dieses Caching steigert die Leistung bei Vorschauen erheblich, da die Video- und Audioelemente nicht für jede Vorschau neu verarbeitet werden müssen. 

Weitere Informationen zum Importieren von Elementen erhalten Sie in dieser Videoschulung auf der Creative Cow-Website von Andrew Devis.

Natives Kodieren und Dekodieren von QuickTime-Dateien

After Effects kann QuickTime-Dateien (.mov) mit den GoPro CineForm-Codecs unter Mac OS und Windows nativ decodieren und codieren. Dies bedeutet, dass Sie keine zusätzlichen Codecs installieren müssen, um diese Dateien zu erstellen und zu verwenden.

In MOV verfügt After Effects über native Importunterstützung für die folgenden nicht komprimierten Formate:

  • DV, IMX, MPEG2, XDCAM, h264, JPEG, Avid DNxHD, Avid DNxHR, Apple ProRes, AVCI und GoPro CineForm

Native Exportunterstützung ist für die folgenden nicht komprimierten Formate verfügbar:

  • Avid DNxHD, Avid DNxHR, DV und GoPro CineForm

Hinweis:

Da After Effects viele Codecs (oben aufgeführt) nativ importieren und exportieren kann, ist QuickTime unter Windows nicht erforderlich. Weitere Informationen zu Kompatibilitätsproblemen finden Sie im Blog-Post zu QuickTime unter Windows

Unterstützte Importformate

Manche Dateinamenerweiterungen, z. B. MOV, AVI, MXF, FLV und F4V stehen für Container-Dateiformate und nicht für ein bestimmtes Audio-, Video- oder Bilddatenformat. Containerdateien können Daten enthalten, die durch verschiedene Komprimierungs- und Kodierungsschemas kodiert wurden. After Effects kann diese Containerdateien zwar importieren, aber ob die darin enthaltenen Daten ebenfalls importiert werden können, hängt davon ab, welche Codecs (genauer gesagt: Decoder) installiert sind.

Durch Installation zusätzlicher Codecs können Sie die Bandbreite der Dateitypen erweitern, die in After Effects importiert werden können. Viele Codecs müssen auf Betriebssystemebene (Windows oder Mac OS) installiert werden und fungieren innerhalb der Formate von QuickTime oder Video für Windows als Komponente. Weitere Informationen zu Codecs, die mit den von Ihren Geräten oder Anwendungen erstellten Dateien interagieren, erhalten Sie bei dem Hersteller Ihrer Hard- oder Software.

Bei einigen Dateitypen müssen Sie zusätzliche Import-Plug-ins installieren, um sie importieren und verwenden zu können. (Siehe Plug-ins.)

In Adobe Premiere Pro können viele Formate erfasst und importiert werden, für die After Effects keine native Unterstützung bietet. Sie haben vielfältige Möglichkeiten, Daten aus Adobe Premiere Pro nach After Effects zu übertragen. (Siehe Adobe Premiere Pro und After Effects.)

Audioformate

  • Adobe Tondokument (ASND; Mehrspurdateien, die als auf eine Spur zusammengeführte Datei importiert werden)

  • Advanced Audio Coding (AAC, M4A)

  • Audio Interchange File Format (AIF, AIFF)

  • MP3 (MP3, MPEG, MPG, MPA, MPE)

  • Video für Windows (AVI; in Mac OS QuickTime erforderlich)

  • Wellenform (WAV)

Standbildformate

  • Adobe Illustrator (AI, AI4, AI5, EPS, PS; kontinuierlich gerastert)
  • Adobe PDF (PDF; nur erste Seite; kontinuierlich gerastert)
  • Adobe Photoshop (PSD)
  • Bitmap (BMP, RLE, DIB)
  • Camera Raw (TIF, CRW, NEF, RAF, ORF, MRW, DCR, MOS, RAW, PEF, SRF, DNG, X3F, CR2, ERF)
  • Cineon/DPX (CIN, DPX mit DPX-Dateien mit 8, 10, 12 und 16 Bit pro Kanal, einschließlich DPX-Dateien mit Alphakanal und Timecode)
  • Discreet RLA/RPF (RLA, RPF; 16Bit pro Kanal; importiert Kameradaten)
  • EPS
  • GIF
  • JPEG (JPG, JPE)
  • Maya-Kameradaten (MA)
  • Maya IFF (IFF, TDI; 16Bit pro Kanal)
  • OpenEXR (EXR, SXR, MXR; 32Bit pro Kanal)
  • PICT (PCT)
  • Portable Network Graphics (PNG; 16-Bit-Kanal)
  • Radiance (HDR, RGBE, XYZE; 32-Bit-Kanal)
  • SGI (SGI, BW, RGB; 16-Bit-Kanal)
  • Softimage (PIC)

Hinweis:

Die in After Effects integrierten 3D-Kanal-Effekt-Plug-ins von fnord software bieten Zugriff auf mehrere Ebenen und Kanäle von OpenEXR-Dateien. (Siehe Verwenden von Kanälen in OpenEXR-Dateien.)

Hinweis:

After Effects kann zudem ZPIC-Dateien, die importierten PIC-Dateien entsprechen, lesen. Siehe Importieren und Verwenden von 3D-Dateien aus anderen Anwendungen.)

  • Targa (TGA, VDA, ICB, VST)

  • TIFF (TIF)

Hinweis:

Sie können Dateien in Standbildformaten als Sequenz importieren. Siehe Vorbereiten und Importieren von Standbildern.

Video- und Animationsformate

  • Animiertes GIF (GIF)
  • Avid DNxHR
  • HEVC (H.265) MPEG-4
  • Unterstützung für ARRIRAW-Dateien von ARRI ALEXA- oder ARRIFLEX D-21-Kameras
    Weitere Informationen zu ARRIRAW-Dateien finden Sie in den ARRIRAW FAQ auf der Website der ARRI Group.
  • CinemaDNG

Hinweis: CinemaDNG ist eine Untergruppe von Camera Raw. Eine Untergruppe von Camera Raw-Einstellungen kann im Dialogfeld „Footage interpretieren“ über die Option „Weitere Optionen“ aufgerufen werden. Das Farbmanagement für CinemaDNG umfasst dieselben Farbräume wie das bereits vorhandene Camera Raw von After Effects: Adobe RGB, sRGB IEC619662.1, ColorMatch RGB und ProPhoto RGB.

  • DV (in MOV- oder AVI-Container oder als DV-Datenstrom ohne Container)
  • Electric Image (IMG, EI)
  • FLV, F4V
  • QuickTime (MOV; 16Bit pro Kanal, nur für Codecs ohne native Decoder)
  • Video für Windows (AVI, WAV; in Mac OS QuickTime erforderlich)

  • Windows Media-Datei (WMV, WMA, ASF; nur Windows)

  • XDCAM HD und XDCAM EX

  • RED (R3D)
  • Media eXchange Format (MXF)

MXF ist ein Containerformat. After Effects kann nur einige Arten von Daten in MXF-Dateien importieren. Mit After Effects können Op-Atom-Varianten von MXF-Dateien importiert werden. Dieses Format wird von Panasonic-Videokameras zum Aufzeichnen auf Panasonic P2-Medien verwendet. After Effects kann Video aus diesen MXF-Dateien mit den Codecs AVC-Intra 50, AVC-Intra 100, DV, DVCPRO, DVCPRO50 und DVCPRO HD importieren. In After Effects können ebenfalls XDCAM HD-Dateien im MXF-Format importiert werden, dem MXF OP1-Format, das mit dem XDCAM HD-Format übereinstimmende MPEG-2-Videos enthält.

  • MPEG-1-, MPEG-2- und MPEG-4-Formate: MPEG, MPE, MPG, M2V, MPA, MP2, M2A, MPV, M2P, M2T, M2TS (AVCHD), MP4, M4V, M4A
  • SWF (kontinuierlich gerastert)

Projektformate

  • Adobe Premiere Pro 1.0, 1.5, 2.0, CS3, CS4, CS5, CS6 und CC (PRPROJ; 1.0, 1.5 und 2.0 nur unter Windows) und Projekte aus höheren Versionen

  • Binärprojekte aus Adobe After Effects 6.0 und höher in After Effects CS5 (AEP, AET)

  • After Effects 7 kann Projekte aus After Effects 3.0 bis After Effects 7 öffnen.

  • XML-Projekte (AEPX) aus Adobe After Effects CS4 und höher

Das Automatic Duck Pro Import AE-Plug-in ist jetzt integriert und heißt dort Pro Import After Effects. Mit diesem Plug-in können Sie AAF- und OMF-Dateien aus einem Avid-System, XML-Dateien aus Final Cut Pro 7 oder früher und Projektdateien aus Motion 4 oder früher importieren. Weitere Informationen zur Verwendung von Pro Import After Effects finden Sie im entsprechenden Benutzerhandbuch, welches Sie aufrufen können, indem Sie „Datei“ > „Importieren“ > „Pro Import After Effects“ wählen und anschließend auf die Hilfe-Schaltfläche klicken.

Sie können auch Final Cut Pro-Projekte in Premiere Pro importieren und dann die Projektkomponenten in After Effects einbinden.


Hinweis:

 

  • After Effects kann zudem EIZ-Dateien, die importierten EI-Dateien entsprechen, lesen. Siehe Importieren und Verwenden von 3D-Dateien aus anderen Anwendungen.)
  • Manche MPEG-Datenformate sind in Containerformaten mit Dateinamenerweiterungen gespeichert, die von After Effects nicht erkannt werden, u. a. .VOB und .MOD. In einigen Fällen können diese Dateien in After Effects importiert werden, indem man die Dateinamenerweiterung in eine Erweiterung ändert, die von After Effects erkannt wird. Eine Kompatibilität kann jedoch aufgrund von Unterschieden in der Implementierung in diesen Containerformaten nicht garantiert werden.
  • Informationen zu MPEG-Formaten finden Sie auf der MPEG-Website und unter „MPEG“ auf der Wikipedia-Website.
  • Lesen Sie vor der Verwendung von QuickTime die im April 2016 veröffentlichte Warnung des United States Computer Emergency Readiness Team. Diese empfiehlt Windows-Benutzern die Deinstallation von Apple QuickTime.
  • R3D-Dateien werden als Dateien mit 32-Bit-Farben in einem nicht linearen HDTV (Rec. 709)-Farbraum betrachtet. Bei den RED R3D-Quelleinstellungen für die Farbanpassung werden zu helle Farben nicht beibehalten. Bei Farbanpassungen in After Effects werden zu helle Farben beibehalten, wenn 32-Bit-Farben (Farben pro Kanal) verwendet werden. Um eine Beschneidung zu verhindern, bearbeiten Sie die Belichtung in After Effects und nicht in der Phase der Footageinterpretation im RED R3D-Dialogfeld für die Quelleinstellungen.
  • After Effects kann Sony XDCAM HD-Objekte importieren, als wären diese in MXF-Dateien aufgenommen worden. After Effects kann keine XDCAM HD-Objekte im IMX-Format importieren. After Effects kann Sony XDCAM EX-Objekte importieren, die als Essenzdateien mit der Dateinamenerweiterung .mp4 in einem BPAV gespeichert sind. Informationen über das XDCAM-Format finden Sie in einem PDF-Dokument, das auf der Sony-Website zur Verfügung steht.
  • SWF-Dateien werden mit einem Alphakanal importiert. Audiodaten werden nicht beibehalten. Interaktiver Inhalt und Animation per Skript werden nicht beibehalten. Durch Keyframes definierte Animation im Hauptfilm der obersten Ebene wird beibehalten.

Importieren von Footageelementen

Sie können Mediendateien entweder mithilfe des Dialogfelds „Importieren“ oder durch Ziehen in Ihr Projekt importieren. Importierte Footageelemente werden im Projektfenster angezeigt.

Wenn nach dem Importieren eines Footageelements das Dialogfeld „Footage interpretieren“ eingeblendet wird, enthält das Element einen unbenannten Alphakanal. In diesem Fall müssen Sie eine Alphakanal-Interpretationsmethode wählen oder auf „Ermitteln“ klicken, damit After Effects die Interpretationsmethode bestimmt. (Siehe Alphakanal-Interpretation: integriert oder direkt.)

Importieren von Footageelementen mithilfe des Dialogfelds „Importieren“

  1. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Importieren“ > „Datei“ oder „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Importieren“ > „Mehrere Dateien“ oder doppelklicken Sie auf einen leeren Bereich des Projektfensters.

    Wenn Sie „Mehrere Dateien importieren“ wählen, können Sie den nächsten Schritt mehrmals ausführen, ohne immer wieder den Befehl zum Importieren auswählen zu müssen.

    Hinweis:

    Um nur die unterstützten Footagedateien (keine Projektdateien) anzuzeigen, wählen Sie unter „Dateityp“ (Windows) bzw. „Aktivieren“ (Mac OS) die Option „Alle Footagedateien“.

  2. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Wählen Sie eine Datei aus und klicken Sie auf „Öffnen“.

    • Klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste (Windows) bzw. Befehlstaste (Mac OS) auf mehrere Dateien, um diese auszuwählen, und klicken Sie dann auf „Öffnen“.

    • Klicken Sie auf eine Datei und dann bei gedrückter Umschalttaste auf eine andere Datei, um einen Dateiensatz auszuwählen, und klicken Sie dann auf „Öffnen“.

    • (Nur Windows) Wählen Sie einen ganzen Ordner aus und klicken Sie auf „Ordner importieren“.

    Hinweis:

    Ist die Option „Sequenz“ aktiviert, werden die Dateien aus dem Ordner als Standbildsequenz importiert.  

Importieren von Footage durch Ziehen

Hinweis:

Wenn Sie möchten, dass Standbilddateien mit Ebenen beim Ziehen in After Effects immer als Komposition importiert werden, wählen Sie „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Importieren“ (Windows) bzw. „After Effects“ > „Einstellungen“ > „Importieren“ (Mac OS) und wählen Sie im Menü „Per Drag-and-Drop importierte Elemente sind standardmäßig“ die Option „Komposition“ oder „Komposition – Ebenengrößen beibehalten“. (Siehe Importieren einer Standbildsequenz als Komposition.)

  • Wenn Sie eine einzelne Datei importieren möchten, ziehen Sie sie aus dem Windows-Explorer (Windows) oder dem Finder (Mac OS) in das Projektfenster.
  • Zum Importieren der Inhalte eines Ordners als Sequenz von Standbildern, die im Projektfenster als ein einzelnes Footageelement erscheinen, ziehen Sie einen Ordner aus dem Windows Explorer (Windows) oder dem Finder (Mac OS) in das Projektfenster.
  • Zum Importieren der Inhalte des Ordners als individuelle Footageelemente, die im Projektfenster in einem Ordner erscheinen, ziehen Sie einen Ordner bei gedrückter Alt-Taste vom Windows Explorer (Windows) bzw. bei gedrückter Wahltaste vom Finder (Mac OS) ins Projektfenster.
  • Um eine gerenderte Ausgabedatei aus der Renderliste zu importieren, ziehen Sie das entsprechende Ausgabemodul aus der Renderliste in das Projektfenster.

Hinweis:

Wenn Sie vor dem Rendern ein Ausgabemodul aus der Renderliste in das Projektfenster ziehen, erstellt After Effects ein Platzhalterfootageelement. Referenzen zum Platzhalterfootageelement werden automatisch ersetzt, wenn das Ausgabemodul gerendert wird. Das Platzhalterfootageelement selbst wird nicht ersetzt.

Interpretieren von Footageelementen

In After Effects werden interne Regeln für die Interpretation jedes Footageelements nach eigener Einschätzung in Bezug auf Pixel-Seitenverhältnis, Framerate, Farbprofil und Alphakanaltyp der Quelldatei verwendet. Sollte die Interpretation von After Effects nicht richtig sein oder falls Sie das Footagematerial anders nutzen möchten, können Sie diese Regeln für alle Footageelemente eines bestimmten Typs ändern, indem Sie die Datei für Interpretationsregeln (interpretation rules.txt) bearbeiten. Es ist aber auch möglich, die Interpretation eines bestimmten Footageelements über das Dialogfeld „Footage interpretieren“ zu ändern.

Aus den Interpretationseinstellungen bezieht After Effects folgende Informationen über ein Footageelement:

Hinweis:

In allen genannten Fällen wird anhand dieser Informationen entschieden, wie die Daten in dem importierten Footageelement interpretiert werden sollen. Die Interpretationseinstellungen im Dialogfeld „Footage interpretieren“ sollten den Einstellungen entsprechen, die bei der Erstellung der Quellfootagedatei verwendet wurden. Verwenden Sie die Interpretationseinstellungen nicht, um Einstellungen für die endgültige gerenderte Ausgabe festzulegen.

In der Regel müssen die Interpretationseinstellungen nicht geändert werden. Es kann jedoch vorkommen, dass After Effects zusätzliche Informationen zu einem ungewöhnlichen Footageelement von Ihnen benötigt, um es korrekt interpretieren zu können.

Über die Einstellungen im Farbmanagementbereich des Dialogfelds „Footage interpretieren“ können Sie After Effects mitteilen, wie die Farbinformationen in einem Footageelement interpretiert werden sollen. Dies ist normalerweise nur dann notwendig, wenn das Footageelement kein eingebettetes Farbprofil enthält.

Wenn Sie eine Vorschau im Footagefenster anzeigen, sehen Sie die Ergebnisse der Vorgänge zur Footageinterpretation.

Jeff Almasol bietet auf seiner Redefinery-Website ein Skript an, mit dem Sie sich das Ermitteln des 3:2-Pulldowns, 24Pa-Pulldowns oder der Alphakanal-Interpretation erleichtern können.

Hinweis:

Wählen Sie im Dialogfeld „Footage interpretieren“ die Option „Vorschau“ aus, um die Ergebnisse der vorgenommenen Einstellungen in diesem Dialogfeld in einer Vorschau anzuzeigen, bevor Sie die Änderungen annehmen.

Interpretieren eines einzelnen Footageelements mithilfe des Dialogfelds „Footage interpretieren“

  1. Wählen Sie im Bedienfeld „Projekt“ ein Footageelement und führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie auf das Symbol „Footage interpretieren“ am unteren Rand des Projektfensters.

    • Ziehen Sie das Footageelement auf die Schaltfläche „Footage interpretieren“.

    • Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Main“.

    • Drücken Sie Strg+Alt+G (Windows) oder Befehls-+Wahltaste+G (Mac OS).

Interpretieren eines Proxy mithilfe des Dialogfelds „Footage interpretieren“

  1. Wählen Sie im Bedienfeld „Projekt“ das ursprüngliche Footageelement und führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) auf das Symbol „Footage interpretieren“ am unteren Rand des Projektfensters.

    • Ziehen Sie das Footageelement mit gedrückter Alt-Taste (Windows) bzw. Wahltaste (Mac OS) auf die Schaltfläche „Footage interpretieren“.

    • Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Proxy“.

Anwenden derselben Einstellungen aus „Footage interpretieren“ auf mehrere Footageelemente

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass für verschiedene Footageelemente dieselben Einstellungen verwendet werden, kopieren Sie die Interpretationseinstellungen für ein Element und wenden Sie sie auf andere Elemente an.

  1. Wählen Sie im Projektfenster das Element aus, dessen Interpretationseinstellungen auf andere Elemente übertragen werden sollen.
  2. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Footageeinstellung merken“.
  3. Wählen Sie im Projektfenster ein oder mehrere Footageelemente aus.
  4. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Footageeinstellung anwenden“.

Bearbeiten der Interpretationsregeln für alle Elemente einer bestimmten Art

Die Datei für Interpretationsregeln enthält die Regeln, nach denen After Effects Footageelemente interpretiert. In den meisten Fällen brauchen Sie die Interpretationsregeldatei nicht zu verändern. Wenn Sie ein Footageelement importieren, sucht After Effects in der Datei mit den Interpretationsregeln nach einer Entsprechung und legt dann die Interpretationseinstellungen für das Footageelement fest. Mithilfe des Dialogfelds „Footage interpretieren“ können Sie diese Einstellungen nach dem Import außer Kraft setzen.

In den meisten Fällen ist der Name der Interpretationsregeldatei interpretation rules.txt. Bei einigen Aktualisierungen für After Effects wird jedoch eine neue Interpretationsregeldatei installiert, in deren Namen die aktualisierte Versionsnummer angegeben ist. Die aktualisierte Anwendung verwendet dann diese neue Datei. Wenn Sie an der alten Interpretationsregeldatei Änderungen vorgenommen haben, müssen Sie diese ggf. auch auf die neue Datei anwenden.

Speicherpfade der Interpretationsregeldatei in After Effects CC:

  • (Windows) <Laufwerk>\Benutzer\<Benutzername>\AppData\Roaming\Adobe\After Effects <15.1>
  • (Mac OS) <Laufwerk>/Users/<Benutzername>/Library/Preferences/Adobe/After Effects <15.1>

Speicherpfade der Interpretationsregeldatei in früheren Versionen von After Effects CC:

  • (Windows) <Laufwerk>\Benutzer\<Benutzername>\AppData\Roaming\Adobe\After Effects <14.x>
  • (Mac OS) <Laufwerk>/Users/<Benutzername>/Library/Preferences/Adobe/After Effects <14.x>
  1. After Effects beenden.
  2. Erstellen Sie vorsichtshalber eine Sicherungskopie der Interpretationsregeldatei. Diese Datei befindet sich standardmäßig in demselben Ordner wie After Effects selbst.
  3. Öffnen Sie die Interpretationsregeldatei in einem Texteditor.
  4. Ändern Sie die Einstellungen gemäß den Anweisungen in der Datei.

    Hinweis:

    Für jeden Footagetyp oder Codec müssen Sie einen vierstelligen Dateitypcode angeben. Wenn Ihnen der Dateitypcode für eine Datei oder einen Codec in einem Projekt nicht bekannt ist, drücken Sie beim Auswählen der Datei im Projektfenster die Alt-Taste (Windows) bzw. die Wahltaste (Mac OS). Der Dateitypcode der Datei und der Codec-Code (falls die Datei komprimiert ist) werden in der letzten Zeile der Dateibeschreibung am oberen Rand des Projektfensters angezeigt.

  5. Speichern Sie die Datei „interpretation rules.txt“.

Alphakanal-Interpretation: integriert oder direkt

Es gibt zwei Möglichkeiten, Transparenzinformationen in Bilddateien mit Alphakanälen zu speichern: direkt oder integriert. Die Alphakanäle sind zwar identisch, zwischen den Farbkanälen gibt es jedoch Unterschiede.

Bei direkten (oder farbflächenfreien) Kanälen werden die Transparenzinformationen nur im Alphakanal gespeichert und nicht in einem der sichtbaren Farbkanäle. Bei direkten Kanälen sind die Transparenzeffekte erst dann sichtbar, wenn das Bild in einem Programm angezeigt wird, das direkte Kanäle unterstützt.

Bei integrierten Kanälen (oder Kanälen mit Farbflächen) werden die Transparenzinformationen im Alphakanal und ebenfalls in den sichtbaren RGB-Kanälen gespeichert, die mit einer Hintergrundfarbe integriert (multipliziert) werden. Integrierte Kanäle werden manchmal auch als maskiert mit Farbe bezeichnet. Die Farben in halbtransparenten Bereichen, wie zum Beispiel weichen Kanten, werden proportional zum Transparenzgrad gegen die Hintergrundfarbe verschoben.

Mit einigen Softwareprogrammen können Sie die Hintergrundfarbe, mit der die Kanäle integriert wurden, festlegen. Ansonsten ist die Hintergrundfarbe in der Regel Schwarz oder Weiß.

Direkte Kanäle enthalten normalerweise genauere Farbinformationen als integrierte Kanäle. Integrierte Kanäle sind mit einer größeren Auswahl an Programmen kompatibel, wie zum Beispiel Apple QuickTime Player. Oft wurde die Entscheidung, ob Bilder mit direkten oder integrierten Kanälen verwendet werden, bereits getroffen, bevor Sie die Assets zur Bearbeitung und Montage erhalten haben. Adobe Premiere Pro und After Effects erkennen sowohl direkte als auch integrierte Kanäle, jedoch nur den ersten Alphakanal, den sie in einer Datei mit mehreren Alphakanälen finden.

Durch die richtige Einstellung der Alphakanalinterpretation können Probleme beim Importieren von Dateien, wie zum Beispiel das Auftreten unerwünschter Farben am Bildrand oder eine Reduzierung der Bildqualität an den Kanten des Alphakanals, vermieden werden. Werden Kanäle beispielsweise als direkt interpretiert, obwohl sie in Wirklichkeit integriert sind, behalten halbtransparente Bereiche einen Teil der Hintergrundfarbe bei. Falls Sie entlang halbtransparenter Kanten in einer Komposition Farbungenauigkeiten wie z. B. einen Rand feststellen, versuchen Sie, das Problem durch Änderung der Interpretationsmethode zu lösen.

Integrierte Alphakanäle
Ein Footageelement mit integrierten Kanälen (oben) erscheint mit schwarzem Rand, wenn es als „Direkt - nicht maskiert“ (unten links) interpretiert wird. Wenn das Footageelement als „Integriert - Maskiert mit Farbe“ interpretiert wird und die Hintergrundfarbe als Schwarz angegeben ist, erscheint kein Rand (unten rechts).

Sie können den Effekt „Farbmaske entfernen“ einsetzen, um durch Aufheben der Integration die Ränder von halbtransparenten Bereichen einer Ebene zu entfernen.

Festlegen der Alphakanalinterpretation für ein Footageelement

  1. Wählen Sie im Projektfenster ein Footageelement aus.
  2. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Main“.
  3. Wenn Sie die deckenden und transparenten Bereiche des Bildes umkehren möchten, aktivieren Sie die Option „Alpha umkehren“.
  4. Aktivieren Sie unter „Alpha“ eine Interpretationsmethode:

    Ermitteln

    Versucht, den Typ der im Bild verwendeten Kanäle zu ermitteln. Wenn der Typ nicht mit Sicherheit ermittelt werden kann, gibt After Effects ein akustisches Signal aus.

    Ignorieren

    Im Alphakanal enthaltene Transparenzinformationen werden ignoriert.

    Direkt - nicht maskiert

    Die Kanäle werden als direkt interpretiert.

    Integriert - maskiert mit Farbe

    Die Kanäle werden als integriert interpretiert. Bestimmen Sie mithilfe der Pipette oder dem Farbwähler die Farbe des Hintergrunds, mit dem die Kanäle integriert wurden.

Festlegen der Voreinstellungen des Standard-Alphakanals

  1. Wählen Sie „Bearbeiten“ > „Voreinstellungen“ > „Importieren“ (Windows) bzw. „After Effects“ > „Einstellungen“ > „Importieren“ (Mac OS).
  2. Auswählen von Optionen aus dem Menü „Unbenanntes Alpha interpretieren als“. Die Optionen in diesem Menü entsprechen in etwa denen im Dialogfeld „Footage interpretieren“. Durch „Anwender fragen“ legen Sie fest, dass beim Importieren eines Footageelements mit unbenanntem Alphakanal immer erst das Dialogfeld „Footage interpretieren“ aufgerufen wird.

Framerate

Von der Framerate der Komposition hängt ab, wie viele Frames pro Sekunde angezeigt werden und wie die Zeit auf dem Zeitlineal und in der Zeitanzeige in Frames eingeteilt wird. Die Framerate der Komposition legt also fest, wie oft in der Sekunde Bilder aus den Quellfootageelementen aufgenommen werden. Außerdem bestimmt sie, in welchen Zeitabständen Keyframes festgelegt werden können.

Hinweis:

After Effects enthält im Dialogfeld „Kompositionseinstellungen“ ein Dropdown-Menü für Drop-Frame- oder Non-Drop-Frame-Timecode. In früheren Versionen wurde diese Option global für das gesamte Projekt eingestellt.

Die Framerate der Komposition hängt in der Regel vom gewünschten Ausgabetyp ab. NTSC-Video hat eine Framerate von 29,97 Frames pro Sekunde (fps), PAL-Video kommt mit 25 fps aus und die Framerate von Spielfilmen beträgt normalerweise 24 fps. Je nach Sendesystem kann DVD-Video dieselbe Framerate haben wie NTSC- oder PAL-Video; ebenfalls möglich ist eine Framerate von 23,976. Cartoons und Videos, die für CD-ROMs oder für das Web bestimmt sind, haben häufig 10 bis 15 fps.

Hinweis:

Wenn die Framerate der Komposition auf den doppelten Wert der Framerate des Ausgabeformats eingestellt wird, zeigt After Effects jedes Halbbild des Interlaced-Quellfootage im Kompositionsfenster als eigenen, separaten Frame an. So können Sie Keyframes auf einzelne Halbbilder setzen und beim Animieren von Masken präziser vorgehen.

Wenn Sie einen Film für die endgültige Ausgabe rendern, können Sie die Framerate der Komposition oder eine andere Framerate auswählen. Die Möglichkeit, die Framerate für jedes Ausgabemodul festzulegen, ist nützlich, wenn Sie mit derselben Komposition Ausgaben für mehrere Medien erstellen.

Unterstützung für Footage mit hohen Frameraten

Mit der Version von After Effects CC aus dem April 2017 können Sie jedes Frameratenfeld bis maximal 999 fps einstellen. Das Update ermöglicht es Ihnen, höhere Frameraten für das Rendern einzustellen, anders als bei früheren Versionen, bei denen Sie für eine Komposition eine maximale Framerate von 99 fps festlegen konnten.

Auch jedes einzelne Filmfootageelement in einer Komposition kann eine eigene Framerate haben. Das Verhältnis zwischen der Framerate von Footageelementen und der Komposition bestimmt, wie ruckelfrei die Ebene wiedergegeben wird. Wenn die Framerate des Footageelements zum Beispiel 30 fps beträgt und die der Komposition ebenfalls 30 fps, wird mit dem nächsten Frame der Komposition gleichzeitig auch der nächste Frame des Footageelements angezeigt. Liegt die Framerate des Footageelements bei 15 fps und die der Komposition bei 30 fps, erscheint jeder Frame des Footageelements in zwei aufeinander folgenden Frames der Komposition. (Dies setzt natürlich den einfachen Fall voraus, in dem keine Zeitdehnung oder Frame-Überblendung auf die Ebene angewendet wurde.)

Im Idealfall verwenden Sie Quellfootage, dessen Framerate mit der Framerate der Ausgabe übereinstimmt. After Effects rendert dann jeden Frame und in der Endausgabe werden Frames weder ausgelassen noch dupliziert oder interpoliert. Hat das Quellfootage eine Framerate, die geringfügig von der gewünschten Ausgabe-Framerate abweicht (etwa Footage mit 30 fps für die Ausgabe mit 29,97 fps), können Sie die Framerate des Footage durch Angleichen auf die Framerate der Komposition abstimmen.

Durch die Angleichung der Framerate eines Footageelements wird lediglich die von After Effects verwendete Referenz verändert, nicht die Originaldatei. Beim Angleichen ändert After Effects die interne Framedauer, der Frameinhalt dagegen bleibt unverändert. Danach wird das Footage mit einer anderen Geschwindigkeit wiedergegeben. Gleichen Sie die Framerate beispielsweise von 15 fps auf 30 fps an, wird das Footage doppelt so schnell abgespielt. Normalerweise ist das Angleichen der Framerate nur sinnvoll, wenn der Unterschied zwischen Footage- und Ausgabe-Framerate gering ist.

Hinweis:

Eine Angleichung kann die Synchronisierung von visuellem Footage mit einer Audiospur verändern, da sich durch die neue Framerate die Videodauer ändert, während die Audioinformationen gleich bleiben. Wenn Sie sowohl Audio als auch Video ausdehnen möchten, verwenden Sie den Befehl „Zeitdehnung“. (Siehe Zeitliches Dehnen einer Ebene.) Auf das Quellfootage angewendete Keyframes bleiben an ihrer ursprünglichen Position (so bleibt die Synchronisation innerhalb der Komposition erhalten, nicht jedoch der visuelle Inhalt der Ebene). Nach der Angleichung eines Footageelements ist es unter Umständen notwendig, die Keyframepositionen zu ändern.

Sie können bei jedem Film oder jeder Standbildsequenz die Framerate ändern. Sie können beispielsweise eine Sequenz von zehn Standbildern importieren und eine Framerate von 5 Frames pro Sekunde (fps) für dieses Footageelement festlegen. Wenn diese Sequenz dann in einer Komposition verwendet wird, hat sie eine Dauer von zwei Sekunden.

Hinweis:

Wenn Sie eine Sequenz von Standbildern importieren, wird von der Framerate ausgegangen, die im Dialogfeld „Voreinstellungen“ im Bereich „Importieren“ unter „Sequenz-Footage“ angezeigt wird. Die Standardrate beträgt 30 Frames pro Sekunde (fps). Sie können die Framerate nach dem Import ändern, indem Sie das Footageelement neu interpretieren. (Siehe Interpretieren von Footageelementen.)

Niedrigere Frameraten führen oft zu einem unrealistischeren Eindruck, sodass viele Benutzer für kreative Arbeiten eine niedrigere Framerate, z. B. 24 fps, und nicht die standardmäßige Framerate für NTSC-Video von 29,97 fps verwenden.

Hinweis:

Wenn Sie 3:2-Pulldown aus Interlaced-Video-Footage entfernen, wird die Framerate des entstehenden Footageelements von After Effects automatisch auf vier Fünftel der ursprünglichen Framerate eingestellt. Wird das 3:2-Pulldown aus NTSC-Video entfernt, entsteht eine Framerate von 24 fps.

Die Framerate der Komposition sollte der Framerate des endgültigen Ausgabeformats entsprechen. In den meisten Fällen können Sie einfach eine vorgegebene Kompositionseinstellung wählen. Die Framerate für die einzelnen Footageelemente stellen Sie hingegen auf die des ursprünglichen Quellfootage ein.

Trish und Chris Meyer bieten in einem PDF-Artikel auf der Artbeats-Website Tipps und Tricks zum Anpassen von Footageelementen an eine bestimmte Framerate.

Ändern der Framerate eines Footageelements

  1. Wählen Sie das Footageelement im Projektfenster aus.
  2. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Main“.
  3. Aktivieren Sie die Option „Framerate angleichen an“, geben Sie für „Frames pro Sekunde“ eine neue Framerate ein und klicken Sie dann auf „OK“.

Hinweis:

Anstelle der Option „Footage interpretieren“ zur Änderung der Framerate eines Footageelements können Sie die Option zum zeitlichen Dehnen einer Ebene gemäß dem jeweiligen Footageelement verwenden. Dehnen Sie beispielsweise eine Ebene zeitlich um 100,1 %, um eine Konvertierung zwischen 30 fps und 29,97 fps vorzunehmen. Durch das zeitliche Dehnen wird die Geschwindigkeit von Audio und Video geändert. (Siehe Zeitliches Dehnen einer Ebene.)

Ändern der Framerate für eine Komposition

  1. Wählen Sie „Komposition“ > „Kompositionseinstellungen“.
  2. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Wählen Sie eine Vorgabe der Kompositionseinstellungen aus dem Menü „Voreinstellungen“.

    • Legen Sie den Frameratewert fest.

Hinweis:

Jeff Almasol bietet auf seiner Redefinery-Website ein Skript an, mit dem Sie die Framerate und Dauer der aktuellen Komposition und aller darin verschachtelten Kompositionen einstellen können.

Pixel-Seitenverhältnis und Frameseitenverhältnis

Das Pixel-Seitenverhältnis (Pixel Aspect Ratio, PAR) gibt das Verhältnis von Breite zu Höhe eines Pixels in einem Bild an. Das Frameseitenverhältnis (mitunter auch als Bildseitenverhältnis oder IAR bezeichnet), gibt das Verhältnis von Breite zu Höhe des Bildframes an.

Frame-Seitenverhältnis
Ein Frameseitenverhältnis von 4:3 (links) und ein größeres Frameseitenverhältnis von 16:9 (rechts)

Die meisten Computermonitore verwenden quadratische Pixel. Viele Videoformate – darunter auch ITU-R 601 (D1) und DV – arbeiten jedoch mit nicht-quadratischen, rechteckigen Pixeln.

Bei einigen Videoformaten wird zur Ausgabe dasselbe Frameseitenverhältnis, aber ein unterschiedliches Pixel-Seitenverhältnis verwendet. Manche Geräte digitalisieren NTSC zum Beispiel mit einem Frameseitenverhältnis von 4:3, quadratischen Pixeln (Pixel-Seitenverhältnis 1,0) und den Pixelmaßen 640 x 480. Bei D1 NTSC wird dasselbe Frameseitenverhältnis von 4:3 ausgegeben, aber es werden nicht-quadratische Pixel (Pixel-Seitenverhältnis 0.91) mit den Pixelmaßen 720 x 486 verwendet. D1-Pixel sind immer nicht quadratisch und haben in Systemen, die NTSC-Video produzieren, eine vertikale, in PAL-Videosystemen dagegen eine horizontale Ausrichtung.

Wenn Sie nicht-quadratische Pixel auf einem Bildschirm mit quadratischen Pixel ohne Veränderung anzeigen, erscheinen Bilder und Bewegung verzerrt; aus Kreisen werden beispielsweise Ellipsen. Auf einem Videobildschirm werden die Bilder jedoch richtig angezeigt. Wenn Sie D1 NTSC- oder DV-Quellfootage in After Effects importieren, erscheint das Bild etwas breiter als auf einem D1- oder DV-System. (D1 PAL-Aufnahmen werden etwas schmaler angezeigt.) Das Gegenteil ist festzustellen, wenn Sie anamorphische Bilder mit D1/DV NTSC-Widescreen oder D1/DV PAL-Widescreen importieren. Widescreen-Videoformate haben ein Frameseitenverhältnis von 16:9.

Hinweis:

Um eine Vorschau nicht-quadratischer Pixel auf einem Computermonitor einzurichten, klicken Sie am unteren Rand des Kompositionsfensters auf die Schaltfläche „Pixel-Seitenverhältnis-Korrektur aktivieren/deaktivieren“ . Die Qualität der Pixel-Seitenverhältnis-Korrektur in einer Vorschau hängt von der Voreinstellung für die Zoomqualität in der Kategorie „Vorschau“ ab. (Siehe Voreinstellungen unter „Qualität der Anzeige“.)

Quadratische und nicht-quadratische Pixel
Quadratische und nicht-quadratische Pixel

A. Quadratische Pixel und Frameseitenverhältnis von 4:3 B. Nicht-quadratische Pixel und Frameseitenverhältnis von 4:3 C. Nicht-quadratische Pixel auf einem Bildschirm mit quadratischen Pixeln 

Sind die Pixel eines Footageelements nicht quadratisch, wird das Pixel-Seitenverhältnis in After Effects neben dem Miniaturbild des Footageelements im Projektfenster angezeigt. Im Dialogfeld „Footage interpretieren“ können Sie die Interpretation des Pixel-Seitenverhältnisses für einzelne Footageelemente ändern. Wenn Sie sicherstellen, dass alle Footageelemente korrekt interpretiert werden, können Sie Footageelemente mit unterschiedlichen Pixel-Seitenverhältnissen in derselben Komposition miteinander kombinieren.

After Effects kann Pixel-Seitenverhältnisse für QuickTime-Filme direkt lesen und schreiben. Wenn Sie zum Beispiel einen Film importieren, der im Pixel-Seitenverhältnis Widescreen (16:9 DV) erfasst wurde, taggt After Effects ihn automatisch richtig. Gleichermaßen enthalten AVI- und PSD-Dateien Informationen, durch die das Pixel-Seitenverhältnis der Bilder explizit vorgegeben wird.

Enthält ein Footageelement keine Informationen, die das Pixel-Seitenverhältnis des Bildes explizit vorgeben, schätzt After Effects dies anhand der Pixel-Abmessungen des Footageelements ab. Beim Importieren eines Footageelements mit den D1-Pixelmaßen von 720 x 486 oder den DV-Pixelmaßen von 720 x 480 interpretiert After Effects das Footageelement automatisch als D1/DV NTSC. Beim Importieren eines Footageelements mit den D1- oder DV-Pixelmaßen von 720 x 576 interpretiert After Effects das Footageelement automatisch als D1/DV PAL. Sie können jedoch im Projektfenster oder Dialogfeld „Footage interpretieren“ überprüfen, ob alle Dateien richtig interpretiert werden.

Hinweis:

Achten Sie darauf, das Pixel-Seitenverhältnis auf quadratische Pixel zurückzusetzen, wenn Sie eine Datei mit quadratischen Pixeln importieren, die D1- oder DV-Pixelmaße hat, beispielsweise ein Bild mit einer Auflösung von 720 x 480 in einem anderen Format als DV.

Die Einstellung des Pixel-Seitenverhältnisses der Komposition sollte dem Pixel-Seitenverhältnis des endgültigen Ausgabeformats entsprechen. In den meisten Fällen können Sie einfach eine vorgegebene Kompositionseinstellung wählen. Das Pixel-Seitenverhältnis für die einzelnen Footageelemente stellen Sie hingegen auf das Pixel-Seitenverhältnis des ursprünglichen Quellfootage ein.

Trish und Chris Meyer stellen in zwei PDF-Dokumenten auf der Artbeats-Website Tipps und Tricks zum Pixel-Seitenverhältnis bereit:

Chris Pirazzi beschreibt auf seiner Website Lurker's Guide to Video technische Details zu Seitenverhältnissen.

Aktualisieren der Pixel-Seitenverhältnisse zum Korrigieren von Werten

After Effects CS3 und frühere Versionen verwendeten Pixel-Seitenverhältnisse für SD-Videoformate, die das Konzept einer sauberen Blende ignorieren. Da der Tatsache, dass sich in SD-Video die saubere Blende von der Produktionsblende unterscheidet, nicht Rechnung getragen wurde, waren die von After Effects CS3 und früheren Versionen verwendeten Pixel-Seitenverhältnisse etwas ungenau. Aufgrund dieser falschen Pixel-Seitenverhältnisse werden einige Bilder leicht verzerrt angezeigt.

Hinweis:

Die saubere Blende ist der Teil des Bildes, in dem keine der Artefakte und Verzerrungen auftreten, die an den Bildrändern sichtbar sind. Als Produktionsblende wird das gesamte Bild bezeichnet.

Todd Kopriva hat auf der Adobe-Website einen Blog-Post über die Pixel-Seitenverhältnis-Korrektur geschrieben.

Die folgende Tabelle enthält Einzelheiten zu den Pixel-Seitenverhältniswerten in After Effects:

Format

Wert in After Effects CS4 und höher

früherer Wert

D1/DV NTSC

0,91

0,9

D1/DV NTSC Breitwand

1,21

1,2

D1/DV PAL

1,09

1,07

D1/DV PAL Breitwand

1,46

1,42

Diese Diskrepanz ist beschränkt auf die genannten älteren SD-Formate, bei denen es eine Abweichung zwischen sauberer Blende und Produktionsblende gibt. Bei neueren Formaten tritt die Abweichung nicht auf.

Neue Projekte und Kompositionen, die in After Effects CS4 und höher erstellt werden, haben standardmäßig die korrekten Pixel-Seitenverhältnisse.

In After Effects CS3 oder einer früheren Version erstellte Projekte und Kompositionen werden beim Öffnen in After Effects CS4 und höher entsprechend den korrekten Pixel-Seitenverhältnissen aktualisiert.

Hinweis:

Sofern Sie über eine angepasste Interpretationsregeldatei verfügen, sollten Sie diese mit den korrekten Pixel-Seitenverhältnissen aktualisieren.

Wenn Sie einen Frame mit Quadratpixel-Footageelementen in einer Komposition mit nicht quadratischen Pixeln ausfüllen, stellen Sie möglicherweise fest, dass die Änderung in den Pixel-Seitenverhältnissen einen Verhaltensunterschied verursacht. Wenn Sie z. B. vorher Quadratpixel-Footageelemente im Format 768 x 576 für die Verwendung in einer PAL D1/DV-Komposition erstellt haben, sollten diese Elemente jetzt eine Quadratpixel-Abmessung von 788 x 576 haben.

Kompositionseinstellungsvorgaben für Quadratpixel-Entsprechungen von SD-Formaten haben sich wie folgt geändert:

Format

Pixelmaße in After Effects CS4 und höher

Vorherige Pixelmaße

Quadratpixel-Entsprechung NTSC D1

720x534

720x540

Quadratpixel-Entsprechung NTSC D1

872x486

864x486

Quadratpixel-Entsprechung PAL D1/DV

788 x 576

768 x 576

Quadratpixel-Entsprechung PAL D1/DV

1050 x 576

1024 x 576

Ändern der Interpretation des Pixel-Seitenverhältnisses für ein Footageelement

  1. Wählen Sie im Projektfenster ein Footageelement aus.
  2. Wählen Sie „Datei“ (Windows) bzw. „Ablage“ (Mac OS) > „Footage interpretieren“ > „Main“.
  3. Wählen Sie aus dem Menü „Pixel-Seitenverhältnis“ ein Pixel-Seitenverhältnis aus und klicken Sie auf „OK“.

Ändern des Pixel-Seitenverhältnisses für eine Komposition

  1. Wählen Sie „Komposition“ > „Kompositionseinstellungen“.
  2. Führen Sie einen der folgenden Schritte aus:
    • Wählen Sie eine Vorgabe der Kompositionseinstellungen aus dem Menü „Voreinstellungen“.

    • Wählen Sie aus dem Menü „Pixel-Seitenverhältnis“ einen Wert aus.

Gängige Pixel-Seitenverhältnisse

Pixel-Seitenverhältnis

Verwendung

Quadratische Pixel

1,0

Das Footage hat eine Framegröße von 640 x 480 oder 648 x 486, ist 1920 x 1080 HD (nicht HDV oder DVCPRO HD), ist 1280 x 720 HD oder HDV oder wurde aus einer Anwendung exportiert, die keine nicht-quadratischen Pixel unterstützt. Diese Einstellung kann auch für Footage verwendet werden, das von Film übertragen wurde, oder für benutzerspezifische Projekte.

D1/DV NTSC

0,91

Das Footage hat eine Framegröße von 720 x 486 oder 720 x 480 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 4:3. Diese Einstellung eignet sich außerdem für Footage, das aus einer Anwendung exportiert wurde, die mit nicht-quadratischen Pixeln arbeitet, z. B. eine 3D-Animationsanwendung.

D1/DV NTSC Breitwand

1,21

Das Footage hat eine Framegröße von 720 x 486 oder 720 x 480 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 16:9.

D1/DV PAL

1,09

Das Footage hat eine Framegröße von 720 x 576 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 4:3.

D1/DV PAL Breitwand

1,46

Das Footage hat eine Framegröße von 720 x 576 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 16:9.

Anamorphisch 2:1

2,0

Das Footage wurde mit einem anamorphischen Objektiv aufgenommen oder anamorph von einem Filmframe mit einem Seitenverhältnis von 2:1 übertragen.

HDV 1080/DVCPRO HD 720, HD Anamorphisch 1080

1,33

Das Footage hat eine Framegröße von 1440 x 1080 oder 960 x 720 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 16:9.

DVCPRO HD 1080

1,5

Das Footage hat eine Framegröße von 1280 x 1080 und das gewünschte Frameseitenverhältnis ist 16:9.

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